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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2022

unglaubwürdig

Null gleich eins
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Es ist mir schon klar, dass fast jeder Krimi beziehungsweise jeder Thriller ein Fantasieprodukt des Autors ist. Allerdings sollte er doch noch ein Mindestmaß an Glaubwürdigkeit aufweisen. Das kann ich ...

Es ist mir schon klar, dass fast jeder Krimi beziehungsweise jeder Thriller ein Fantasieprodukt des Autors ist. Allerdings sollte er doch noch ein Mindestmaß an Glaubwürdigkeit aufweisen. Das kann ich in diesem Buch nicht finden:
Eine supergute Polizistin, der leider in der Vergangenheit zweimal ein Bein abgesägt worden ist, und ihre privatermittelnden Freunde suchen einen Mörder, der jeweils am 5. jeden Monats einen Mord begeht. Der tote Körper wird immer auf ähnlichen Strandabschnitten abgelegt. Die Opfer waren vorher tiefgekühlt. Zwischendurch werden Mitglieder der Hells Angels mit einer Axt kaltblütig aus dem Leben befördert. 
Das ist nur der grobe Überblick über den Inhalt, die Feinheiten sind noch wirrer. Ich hätte mich damit abfinden können, wenn sich die Ermittlungen nicht so öde in die Länge gezogen hätten und mir die Protagonisten etwas lebendiger vorgekommen wären.
Deswegen kann ich keine Leseempfehlung aussprechen. Allerdings schwimme ich mit meiner Meinung da etwas gegen den Strom, denn insgesamt scheint das Buch ja den Geschmack der meisten Leser getroffen zu haben.

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Veröffentlicht am 09.05.2022

3-Generationen-Schicksal

Via Torino
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Aja Leuthner lässt ihre Leser am Lebensweg von drei Generationen teilhaben.
Eleonora wuchs wohlbehütet auf, doch ihr Herz schlägt für die Arbeiterbewegung. Sie bricht ihr Jurastudium ab und schließt sich ...

Aja Leuthner lässt ihre Leser am Lebensweg von drei Generationen teilhaben.
Eleonora wuchs wohlbehütet auf, doch ihr Herz schlägt für die Arbeiterbewegung. Sie bricht ihr Jurastudium ab und schließt sich den Arbeiterprotesten in Turin an. Dort lernt sie auch ihre große Liebe Valerio kennen.
Die beiden leben in Deutschland und ziehen ihre gemeinsame Tochter Rosalia groß. Rosalia hat als Gastarbeiterkind viel Diskriminierung erfahren. Und ausgerechnet ein Italiener bricht ihr das Herz.
Sie kann beruflich durchstarten, weil Eleonora und Valerio sich um ihre kleine Tochter Milena kümmern.
Die drei Frauen sind das Kernthema des Romans. Jede ist einzigartig, jede ist willensstark und durchsetzungsfähig.
Dem Lauf der Familiengeschichte bin ich mit großer Spannung gefolgt. Weniger gefallen hat mir der allzu ausführliche Bericht über die Arbeiterdemos in Turin. Da hätte man gehörig kürzen können, was dem Spannungsbogen gutgetan hätte.
Ansonsten ist es eine gefühlvolle, in sich abgeschlossene Handlung, die mit gut charakterisierten Protagonisten stringent erzählt wird.

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Veröffentlicht am 07.05.2022

Deutsche Zeitgeschichte

Die Dorfschullehrerin
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Der Roman spielt im zweigeteilten Deutschland im Jahr 1961. Nach ihrer Flucht aus der DDR erhält die junge Helene ihre erste Lehrerinnenstelle in der Bundesrepublik genau im Zonenrandgebiet. Sie hofft ...

Der Roman spielt im zweigeteilten Deutschland im Jahr 1961. Nach ihrer Flucht aus der DDR erhält die junge Helene ihre erste Lehrerinnenstelle in der Bundesrepublik genau im Zonenrandgebiet. Sie hofft sehr, in diesem grenznahen Landstrich den Rest ihrer Familie, vor allem ihre Tochter Marie, auch noch in den Westen zu bekommen. Marie ist vorerst bei Helenes Vater in guten Händen, doch es wird immer schwerer, eine Flucht zu planen.
Durch die zweigeteilte Familie bekommt man einen schönen Einblick auf das doch sehr unterschiedliche Leben in den beiden Republiken. Die Hauptpersonen sind sehr sympathisch und als Leser findet man schnell Zugang zu ihnen. Die Autorin hat eine frische Art, die Geschichte zu erzählen, sodass man die ganze Zeit mit Spannung dabei bleibt. Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte mit dem gut aussehenden Dorfarzt. Das ist vielleicht mein einziger kleiner Kritikpunkt an dem Buch: Die Menschen werden sehr klischeehaft dargestellt. Die Hauptpersonen sind innerlich wie äußerlich einfach zu perfekt. Doch die Handlung ist dafür sehr realistisch. Der Alltag mag damals wirklich so stattgefunden haben. Mein Vater hat mir auch erzählt, dass es in seiner Schulzeit nur ein Klassenzimmer für alle Jahrgänge gab.
Dieses Buch ist ein schönes Stück Zeitgeschichte, das sich sehr gut lesen lässt.

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Veröffentlicht am 07.05.2022

rosa Teenieträume

Golden Hill Touches
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Parker und seine gesundheitlich angeschlagene kleine Schwester Sadie haben ihr ganzes Geld zusammengekratzt, um in Montana die heruntergekommene Ranch ihrer Großeltern zu übernehmen. Sie wollen ein Therapiezentrum aufziehen. ...

Parker und seine gesundheitlich angeschlagene kleine Schwester Sadie haben ihr ganzes Geld zusammengekratzt, um in Montana die heruntergekommene Ranch ihrer Großeltern zu übernehmen. Sie wollen ein Therapiezentrum aufziehen. Sadie hat gute Erfahrungen an sich selbst mit Reittherapien gemacht, und das soll nun ihrer beider Zukunft werden. Doch fast der ganze Ort Boulder Creek steht ihnen ablehnend gegenüber, weil Parker hier in jungen Jahren ziemlich wild randaliert hat und auch der damals 16-jährigen Clay das Herz gebrochen hat.
Der Roman erzählt nun, wie sich die Geschwister durch alle Schwierigkeiten kämpfen und auch Parker zu seiner großen Liebe findet.

Natürlich ist der Handlungsverlauf ziemlich vorhersehbar. Als Leser ahnt man schnell, woher die ganzen Schwierigkeiten des Bauvorhabens kommen und auch die Zukunft von Parker und Clay zeichnet sich deutlich ab.
Immerhin liest sich das Buch als reiner Unterhaltungsroman flüssig, und in Anbetracht, dass als Zielgruppe Teenager angesprochen werden sollen, finde ich 4 Lesesterne durchaus angemessen.

Als etwas reifere Leserin muss ich bemerken, dass die ganze Story rosarot weichgespült worden ist. Welche Gemeinschaft schließt denn einen Mann so konsequent aus, nur weil man ihn vor 11 Jahren mal 2 Monate kennengelernt hat, und das leider von dessen schlechtester Seite. Die Protagonisten sind ziemlich klischeehaft: Parker mit dem sexy muskulösen Körper und die widerspenstige Clay sollen Teenieträumen Nahrung geben.

Aber wie schon gesagt: für leichte Teenagerunterhaltung perfekt, aber als Erwachsener fühlt man sich unterfordert.

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Veröffentlicht am 05.05.2022

Suizid oder Mord?

Todesdorf
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Vorab gesagt: ich vergebe hier 4 Lesesterne, weil man diesen Regionalkrimi in einem Rutsch durchlesen kann. Wenn man dann nicht weiter darüber nachdenkt, hat man eine angenehme Lesezeit verbracht.
Diana ...

Vorab gesagt: ich vergebe hier 4 Lesesterne, weil man diesen Regionalkrimi in einem Rutsch durchlesen kann. Wenn man dann nicht weiter darüber nachdenkt, hat man eine angenehme Lesezeit verbracht.
Diana ist auf einem Bauernhof groß geworden. Sie wird ihn auch später erben. Zusammen mit ihrem Mann hatte sie große Pläne in Richtung Bio-Landwirtschaft. Doch plötzlich liegt ihr Mann erschossen in der Scheune und die ganze Zukunft bricht zusammen. An einen Suizid will Diana einfach nicht glauben. Mit wilden Spekulationen verdächtigt sie einen Mann nach dem anderen. War es ihr bornierter, gewalttätiger Vater, oder ihr Bruder, oder der Bankdirektor, oder der Nachbar? Mit ihren Anschuldigungen schafft sie sich immer mehr Feinde im Dorf. Ebenso führt ein Projekt ihres Vaters zu einem heftigen Aufruhr in der Gemeinde. Bis zur Auflösung des Falles liegen viele spannende Seiten. Die Autorin schreibt flüssig und das Ende ist wirklich nicht vorhersehbar.
Genauer betrachtet ist die Handlung allerdings sehr unglaubwürdig. Die trauernde junge Witwe wirft sich schnell in die Arme eines anderen Mannes, es gibt eine fragwürdige Erpressung und eine Gruppenvergewaltigung lässt sich mit etwas gutem Willen ziemlich schnell verarbeiten.
Insofern entspricht dieses Buch nicht so ganz meinen Erwartungen, aber wie gesagt, es lässt sich gut lesen.

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