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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2022

Ein Dorf zum Verlieben

Fishergirl's Luck
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Dieses winzige schottische Fischerdorf Crovie existiert tatsächlich. Genau hier hat sich Sharon Goslings Hauptfigur Anna ein winziges altes Häuschen gekauft. Man kann es ruhig als Tiny-House bezeichnen, ...

Dieses winzige schottische Fischerdorf Crovie existiert tatsächlich. Genau hier hat sich Sharon Goslings Hauptfigur Anna ein winziges altes Häuschen gekauft. Man kann es ruhig als Tiny-House bezeichnen, denn es ist absolut minimalistisch. Auch wenn sie es sich anfangs gar nicht vorstellen konnte, so wird sie doch schnell heimisch in der herzlichen Nachbarschaft. Aus der Not geboren, startet sie eine kleine Mittagsküche, die durch Qualität und ihre einzigartige Location schnell zum Geheimtipp avanciert.
In diesem Roman geht es turbulent zu, denn es gibt natürlich neben herzerfrischenden Freundschaften auch attraktive Männer, einen missgünstigen Ex-Freund, einen zauberhaften kleinen Jungen und einen bösartigen alten Nachbarn. Es passiert viel in diesem rauen schottischen Klima, aber die Natur selbst sorgt für eine große Katastrophe, die dann doch alles in richtige Bahnen lenkt.
Die Handlung ist natürlich ziemlich vorhersehbar.  Aber dennoch werden alle Personen so liebevoll charakterisiert, dass sie einem schnell ans Herz wachsen. Sogar dieses kleine, baufällige Häuschen Fishergirl's Luck entsteht vor dem inneren Auge des Lesers und gewinnt durch seine Historie seinen eigenen Charme. 
Das Buch möchte man am liebsten in einem Rutsch durchlesen und hinterher wünscht man sich noch eine Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 27.06.2022

hochwertig

Feierabendküche
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Pfiffige Rezepte kann man immer brauchen, aber es sollte nicht kompliziert werden und darf nicht lange dauern. Mit dieser "Feierabendküche" ist man da schon auf einem guten Weg. Die Gerichte sind äußerst ...

Pfiffige Rezepte kann man immer brauchen, aber es sollte nicht kompliziert werden und darf nicht lange dauern. Mit dieser "Feierabendküche" ist man da schon auf einem guten Weg. Die Gerichte sind äußerst appetitlich auf den Fotos dargestellt. Das Kochen selbst ist unkompliziert und dauert auch wirklich nicht lange. Allerdings sollte man sich mit dem Rezept vorher vertraut machen, denn nicht alle Zutaten hat ein normaler Haushalt vorrätig. Mir hat auch die Auswahl gut gefallen, denn von vegan, vegetarisch und Fleisch ist alles mal vertreten.
Allerdings sollte man auch vor dem Kauf wissen, dass es sich hier um ein recht schmales Buch handelt, das nur ca. 60 Seiten hat mit vielen großformatigen, aber eben auch großartigen Bildern.

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Veröffentlicht am 18.06.2022

geht unter die Haut

Am roten Strand
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Am roten Strand steht ein Wohnwagen, der eine lange Zeit als Tatort für den Missbrauch von kleinen Kindern gedient hat. Der Täter ist gefasst, doch er schweigt eisern. Durch ihn ist die Polizei im Internet ...

Am roten Strand steht ein Wohnwagen, der eine lange Zeit als Tatort für den Missbrauch von kleinen Kindern gedient hat. Der Täter ist gefasst, doch er schweigt eisern. Durch ihn ist die Polizei im Internet einem breit gefächerten Netz von Pädophilen auf die Spur gekommen. Doch kaum haben sie einen der anonymen Männer identifiziert, stirbt er auch schon durch ein Attentat. Ein früheres Opfer rächt sich. Auch hier muss die Polizei tätig werden, selbst wenn man für diese kriminellen Opfer wenig Sympathie verspürt.
In kurzen Abschnitten wird der Fortgang der Ermittlung aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Mal sind es die Beamten, mal die Psychologen, mal die Täter oder sogar die Opfer selbst. Durch diesen Blick ins Innere der Personen wird klar, was solche ungeheuerlichen Taten mit den Menschen machen. Am meisten hat mich der Kampf von Ben Neven mit seinen inneren Dämonen beeindruckt, denn kleine Jungs wecken in ihm unerlaubte Begierden.
Durch den häufigen Perspektiv- und Ortswechsel hat der Leser eine große Distanz zu dem Geschehen, aber auch zu den Protagonisten. Fast wirkt der Roman wie eine Reportage, obwohl die Handlung rasant voranschreitet. Durch diese Art des Schreibens wird der Leser automatisch gezwungen, dieses Buch nicht einfach nur zu konsumieren, sondern ein Prozess des Nachdenkens wird automatisch in Gang gesetzt.
Stilistisch ein sehr interessantes und effizientes Mittel. Diesen Krimi auf hohem Niveau kann ich weiter empfehlen, aber man darf wirklich keine leichte Kost erwarten.

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Veröffentlicht am 17.06.2022

Eine Frau in einer Männerdomäne

Eine Frage der Chemie
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Das Amerika der 50er-Jahre ist keine leichte Zeit für Frauen, die in erster Linie als Augenweide für ihre Ehemänner und in der Rolle der Familienhaushälterin glänzen sollen.
Elisabeth Zott fällt völlig ...

Das Amerika der 50er-Jahre ist keine leichte Zeit für Frauen, die in erster Linie als Augenweide für ihre Ehemänner und in der Rolle der Familienhaushälterin glänzen sollen.
Elisabeth Zott fällt völlig aus dem Rahmen. Mit ihrer außergewöhnlichen Intelligenz widmet sie ihr Leben der Wissenschaft. Sie will als Chemikerin den Ursprung allen Lebens erforschen. Doch immer sind es Männer, die sich ihr entgegenstellen, ihr die gebührende Anerkennung stehlen. Nur der ebenfalls hochbegabte nobelpreisverdächtige Calvin Evans begegnet ihr auf Augenhöhe: 
Der Beginn einer unkonventionellen Lebenspartnerschaft, die leider nur von kurzer Dauer sein kann. Nach Evans Tod und mit einem Baby "belastet" wird es für Elisabeth fast unmöglich, ernsthafte Forschung zu betreiben. Sie wird Fernsehköchin der besonderen Art. Es führt zu weit, auf Einzelheiten einzugehen. Zotts Lebensweg ist und bleibt schwierig und turbulent. Sie verbaut sich selbst viele Chancen, weil sie geradezu starrsinnig ihre Prinzipien verteidigt.
Elisabeths Werdegang zu verfolgen, ist absolut spannend. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen. Allerdings verliert es in meinen Augen an Ernsthaftigkeit, als ihr Hund als denkende Persönlichkeit einen größeren Stellenwert in der Handlung erhält. Nach all den Jahren voller Ungerechtigkeiten und Missverständnissen fällt mir persönlich der Schluss zu kitschig aus. Deswegen gibt es einen leichten Punktabzug für das Buch, das mich dennoch mit jeder Seite in seinen Bann gezogen hat.

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Veröffentlicht am 16.06.2022

Mord ahoi!

Kalter Fjord
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Das Ehemaligentreffen eines Hamburger Eliteinternats findet als Kreuzfahrt entlang der norwegischen Fjorde statt. Hier nimmt das Grauen seinen Lauf. Noch zu Schulzeiten hat sich ein kleines Grüppchen der ...

Das Ehemaligentreffen eines Hamburger Eliteinternats findet als Kreuzfahrt entlang der norwegischen Fjorde statt. Hier nimmt das Grauen seinen Lauf. Noch zu Schulzeiten hat sich ein kleines Grüppchen der Schüler durch besonders perfides Mobbing hervorgetan. Doch nun agiert ein unbekannter Rächer im Geheimen und treibt einen nach dem anderen der damaligen Täter in den Selbstmord. Tom Skagen wird als Ermittler auf das Schiff abkommandiert. Hier muss er seine alten Traumata niederringen. Es fällt im sehr schwer, sich auf den Fall einzulassen. Zufällig ergibt sich auf dem Schiff auch noch eine Querverbindung zu seinen aktuellen Ermittlungen gegen die Neonazi-Szene.
Die Handlung treibt wirklich von einem Höhepunkt zum nächsten, die Spannung sinkt niemals ab. Mir gefällt gut, wie lebendig alle Personen dargestellt werden. Besonders die obsessiven Beziehungen innerhalb der ehemaligen Mobbing-Clique sind nachvollziehbar. Solch manipulative Menschen gibt es in allen sozialen Schichten.
In der Beurteilung des Titelhelden Tom Skagen bin ich mir noch nicht so sicher. Die Aufarbeitung seiner traumatischen Erlebnisse auf einem anderen Schiff in der Vergangenheit sind glaubhaft nachvollziehbar, aber körperlich erscheint er mir wie ein wahrer Superheld, den nichts und niemand aufhalten kann. Da ist vielleicht ein wenig zu dick aufgetragen worden.
Ansonsten ist dies ein Thriller, der ziemlich authentisch die Situation auf einer Kreuzfahrt wiedergibt und dabei ein Höchstmaß an Nervenkitzel produziert. Aber nichts anderes habe ich von Anne Nordby erwartet.

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