Nur Liebe für dieses Buch
SpellshopSpellshop ist ein Buch für die Seele. Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich zu Kielas Geschichte nun schon schlafen gegangen bin, wie oft ich sie und das Spinnenkraut Caz schon bei der Flucht ...
Spellshop ist ein Buch für die Seele. Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich zu Kielas Geschichte nun schon schlafen gegangen bin, wie oft ich sie und das Spinnenkraut Caz schon bei der Flucht aus der Hauptstadt auf die Insel Caltrey begleitet habe, wie oft ich mich mit ihr zusammen in die Bewohner und den Zusammenhalt im neuen Zuhause verliebt habe. Hier habe ich wirklich eine Herzensgeschichte gefunden.
Allein schon die Tatsache, dass Kiela Bibliothekarin ist, macht sie quasi über alle Fehler erhaben, die eine Hauptfigur in meinen Augen haben kann. Sie ist wahrscheinlich noch mehr in Bücher vernarrt als ich und meidet Menschen, sofern es möglich ist, mit der selben Vehemenz, die ich dabei an den Tag lege. Sympathischer macht sie nur noch die Tatsache, dass ihr bester Freund eine sprechende Pflanze ist, auch wenn sie da eigentlich nicht viel für kann. Kiela und Caz sind ein Duo, was so perfekt aufeinander eingespielt ist, dass man sich beinahe selbst ein intelligentes, verbal kommunizierendes Spinnenkraut wünscht.
Caltrey ist eine kleine Insel mit einer eingeschworenen Gemeinschaft, die es Kiela zu Beginn nicht nur leicht macht. Doch mit der Zeit erwärmt man sich für sie und selbst wenn es Kiela wahrscheinlich schwer fiele, das zuzugeben, beruht das auf Gegenseitigkeit. Das Setting ist so malerisch, dass ich mich selbst ab und zu auf die weit entfernte Insel gewünscht habe, bis mir eingefallen ist, dass ich Boote und Fische nicht mag. Ich würde also nicht nur nicht hinkommen, sondern, falls ich die Überfahrt überlebe, auch noch schmählich verhungern. Ändert aber nichts daran, dass ich die schicken Wäldchen, die raue Küste mit ihren versteckten Höhlen, das liebevoll eingerichtete Cottage und die Bäckerei im Ort jedes Mal schmerzlich vermisst habe, sobald die letzte Seite umgeblättert oder die letzte Minute gehört war.
Die kleine Liebesgeschichte, die sich zwischen Kiela und dem Seepferdhirten anbahnt, war dann das I-Tüpfelchen, denn die beiden könnten in manchen Belangen verschiedener kaum sein. Gerade die ersten Begegnungen sprühen vor Funken, und keine der harmonischen Sorte. Aber dies wäre ja keine Cozy Fantasy, wenn die zwei sich nicht zusammenraufen würden.
Auch die magische Komponente des Buches gefiel mir, die Experimente von Kiela und Caz haben mir sogar einige laute Lacher entlockt, und das passiert beim Lesen nicht häufig.
Hier passt wirklich alles, alles alles. Ich liebe jede Facette des Buches, die Figuren, das Setting, den Schreibstil, die Handlung, alles. Und ich hoffe mit jeder Faser, dass die Geschichte um Caz‘ Erschafferin, die Zauberin Terlu, auch ins Deutsche übersetzt wird, denn wenn ich eins möchte, dann noch mehr gemütliche Fantasy-Bücher aus der Feder von Sarah Beth Durst.