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Veröffentlicht am 14.05.2021

Fühlen ist menschlich

Fühlen lernen
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Gefühle lassen uns lebendig fühlen. Es gibt Gefühle, nach denen wir streben, und Gefühle, die wir als negativ bewerten, vor denen wir uns verschließen oder vor denen wir wegrennen. Manchmal fehlen uns ...

Gefühle lassen uns lebendig fühlen. Es gibt Gefühle, nach denen wir streben, und Gefühle, die wir als negativ bewerten, vor denen wir uns verschließen oder vor denen wir wegrennen. Manchmal fehlen uns die Worte, um zu beschreiben, wie wir uns fühlen, und manchmal wissen wir gar nicht, ob wir traurig, wütend oder ängstlich sind.

Mit ihrem Buch "Fühlen lernen" macht Dr. Carlotta Welding den Lesern bewusst, wie Gefühle funktionieren, welches Gefühlsspektrum das Menschsein umfasst, wie wir lernen, zu fühlen, und wie wir mit und über unsere Gefühle kommunizieren. Dabei ist sie stets sehr nah am Leser, sehr verständnisvoll und mitfühlend, aber doch auch direkt genug, um ihre Leser zum Nachdenken zu bringen und ihnen ins Bewusstsein zu rufen, was nötig ist, um gesünder mit den eigenen Gefühlen und denen der Mitmenschen umzugehen. Berichte aus ihrer eigenen Erfahrung zeigen, dass wir im Menschsein alle gleich sind, und dass wir daher alle lernen können, gesund mit unseren Emotionen umzugehen.

Ein wichtiges Buch, wie ich finde, denn es sind unsere Gefühle, die das Menschsein ausmachen.

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Veröffentlicht am 14.05.2021

Liebe zur Musik

Der Klang der Wälder
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"Der Klang der Wälder" ist fast so etwas wie eine Hommage an die Musik. An das Instrument Klavier. An Töne an sich. Beinahe fühlt es sich so an, als würde die Autorin ihre eigene Faszination für den Klang ...

"Der Klang der Wälder" ist fast so etwas wie eine Hommage an die Musik. An das Instrument Klavier. An Töne an sich. Beinahe fühlt es sich so an, als würde die Autorin ihre eigene Faszination für den Klang von Tönen durch ihren Protagonisten zum Ausdruck bringen. Und dieser geht so sehr darin auf, dass er sich fast darin zu verlieren scheint. Das hat es für mich manchmal sehr schwer gemacht, mich auf die Geschichte einzulassen, denn es gibt nur sehr wenig Handlung, dafür viel Raum für fast poetische Betrachtungen, in denen der Protagonist sich verliert, wenn er seiner Arbeit als Klavierstimmer nachgeht. Oder wenn er über seine Arbeit als Klavierstimmer nachdenkt. Oder wenn er sich mit anderen über seine Arbeit als Klavierstimmer und seine Rolle und Verantwortung austauscht. Immer feinfühliger werden seine Gedanken, immer mehr verliebt und verliert er sich in Klang und Tönen. Nichts anderes bestimmt seinen Alltag so sehr wie die Arbeit mit den Instrumenten, weswegen nichts anderes so sehr dieses Buch bestimmt.

"Der Klang der Wälder" ist ein sehr leiser, feinfühliger, achtsamer und entschleunigender Roman. Er ist sehr besonders, daher gleichzeitig für mich als Leserin so ungewohnt, dass ich nur drei Sterne vergeben kann.

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Veröffentlicht am 08.05.2021

Frauenschicksal

Kim Jiyoung, geboren 1982
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Kim Jiyoung hat geschwiegen. Viel zu lange. Bis all das, was schon so lange hätte gesagt werden müssen, aus ihr herausbricht. Und so kommt nicht nur sie zu Wort, sondern auch die anderen Frauen ihrer Familie, ...

Kim Jiyoung hat geschwiegen. Viel zu lange. Bis all das, was schon so lange hätte gesagt werden müssen, aus ihr herausbricht. Und so kommt nicht nur sie zu Wort, sondern auch die anderen Frauen ihrer Familie, die viel zu lange still waren.

Es war so interessant, mehr über das Rollenbild in Südkorea zu erfahren. Und gleichzeitig erschreckend. Noch dazu erzählt aus der Perspektive eines Mannes. Nüchtern und sachlich spiegelt er Kim Jiyoungs Leben wider. Um am Ende ganz in seiner Rolle zu bleiben.

Was der Leser aus dieser kurzen Biografie Kim Jiyoungs macht, bleibt ganz allein ihm überlassen. Ich glaube, es wird sich sehr danach unterscheiden, wer dieses Buch liest. Mit was für einem Blick man ihr Leben verfolgt. Und jeder Leser wird daraus seine eigenen Erkenntnisse ziehen. So ist Kim Jiyoung nicht nur ein Spiegel für das Frauenbild in Südkorea, sondern weltweit. Denn Frauen wie sie leben überall.

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Veröffentlicht am 07.05.2021

Großartig erzählt!

Die Geschichte von Kat und Easy
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Mehr als vierzig Jahre sind vergangen, seit Kat und Easy gemeinsam in einer Silvesternacht in das Jahr 1973 gerutscht sind, das so vieles verändert hat. Sie selbst, ihre Freundschaft, das Leben in ihrer ...

Mehr als vierzig Jahre sind vergangen, seit Kat und Easy gemeinsam in einer Silvesternacht in das Jahr 1973 gerutscht sind, das so vieles verändert hat. Sie selbst, ihre Freundschaft, das Leben in ihrer kleinen Stadt. Doch etwas ist geblieben. Der Kern, der ihre Freundschaft ausgemacht hat. Und so sehen sie sich wieder, unter besonderen Umständen, und was so lange unausgesprochen zwischen ihnen hing, kommt zur Sprache.

Susann Pásztor hat mich mit "Die Geschichte von Kat und Easy" unglaublich beeindruckt. Diese Geschichte ist so gut erzählt. So dicht, so klug, so intensiv. Die Worte der Autorin, ihr Erzählstil, haben einen ganz eindringlichen Sog auf mich ausgeübt. Zusammen mit den so echten und lebensnahen Charakteren bin ich mit jedem neuen Kapitel von der Vergangenheit in die Gegenwart und wieder zurück gesprungen und habe nach und nach aufgedeckt, was so lange im Dunkeln lag. Dabei hat die Autorin mich zum Lachen gebracht, mich aber auch tief berührt. Sie schreibt so wundervoll echt und authentisch, dass es sich für mich so angefühlt hat, als wäre ich selbst ein Teenager zu der Zeit gewesen, in der der Roman spielt, dabei wurde ich erst mehr als zehn Jahre später geboren.

Ganz viel Tiefe liegt in diesem Buch, zwischen den Zeilen. Die Charaktere haben so feine Verflechtungen miteinander. Es macht einfach nur Spaß, sie zu entwirren und ihnen zu folgen.

Eine ganz klare Empfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 29.04.2021

Protestbuch

Fürchtet uns, wir sind die Zukunft
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Lea-Lina Oppermann hat mit "Fürchtet uns, wir sind die Zukunft" in meinen Augen ein neues Genre geschaffen - das des Protestbuchs. Denn das ist dieses Buch für mich: ein Protest. Ihre Protagonistin Aida ...

Lea-Lina Oppermann hat mit "Fürchtet uns, wir sind die Zukunft" in meinen Augen ein neues Genre geschaffen - das des Protestbuchs. Denn das ist dieses Buch für mich: ein Protest. Ihre Protagonistin Aida verkörpert für mich den puren Protest.

Die Frage ist nur: Wie weit darf man in seinem Protest gehen?

Was mich an diesem Buch besonders beeindruckt hat, ist der Erzählton der Autorin. Sie hat einen tollen Blick für Details und schafft es mit Worten, den Leser die Handlungsumgebung durch ihre Augen sehen zu lassen. Sie lenkt seine Blicke auf die besonderen Feinheiten. Auf das, was im Verborgenen liegt, worauf man sonst nicht achtet. Sie schärft die Sinne des Lesers, schärft seine Wahrnehmung.

Die Kunstakademie, an der die Geschichte spielt, eignet sich hervorragend als Handlungsort. Irgendwie bringen Hochschulen und Studenten eine Atmosphäre von Protest mit sich. Vor allem nachts - ein Zeitpunkt, zu dem die Geschichte recht häufig spielt.

Ein bisschen hat mir gefehlt, vor allem Zugang zu den Charakteren. Theo als Ich-Erzähler war mir am präsentesten, zu allen anderen Figuren habe ich eine gewisse Distanz gespürt. Daher kann ich nicht die volle Punktzahl geben. Aber wie die Autorin erzählt, hat mich dafür komplett begeistert.

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