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Veröffentlicht am 02.08.2022

Anders als erwartet

A Touch of Darkness
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"Touch of Darkness" von Scarlett St. Clair ist der erste Band einer Triologie, die sich rund um eine Neuerzählung der griechischen Götter Hades und Persephone dreht.
Jahrelang hat sich Persephone versteckt ...

"Touch of Darkness" von Scarlett St. Clair ist der erste Band einer Triologie, die sich rund um eine Neuerzählung der griechischen Götter Hades und Persephone dreht.
Jahrelang hat sich Persephone versteckt gehalten und ihr Leben nach dem Willen ihrer Mutter gelebt, auf deren magische Fähigkeiten sie angewiesen war. Den obwohl Persephone zu den griechischen Gottheiten zählt, sind ihre Kräfte kaum vorhanden. Ein Leben außerhalb Demeters Reich darf sie nur unter der Bedingung führen, dass sie sich von anderen Gottheiten fernhält. Wäre da nicht Hades, der Gott der Unterwelt, und hätte sie an einen Pakt gebunden.

Bei griechischen Mythologien und Geschichten rund um Gottheiten kann ich selten widerstehen. Dementsprechend waren meine Erwartungen an das Buch sehr hoch.
Ich habe das Buch in der Orginalversion auf Englisch gelesen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr locker. Persephone als Protagonistin ist vielerlei Hinsicht noch relativ naiv und unbedarft, abersie macht im Laufe der Geschichte Fortschritte. Hades ist als Hauptakteur wird als unwiderstehlichen, machtvollen Gott präsentiert, der seine gute Seite zu verschleiern weiß.
Was mir besonders gefallen hat, ist die Mischung aus Antike und Moderne, ebenso die Idee, dass der Fürst der Unterwelt nicht immer die Boshafttigkeit in Person ist. Von der Grundidee sehr ansprechend, aber in der Umsetzung hat mit das gewisse Etwas gefehlt.
Die Dialoge, der Funke in der Beziehung, Persephones und Demeters Zwiespalt,aber auch die Beschreibung der fiktiven Welt waren mir zu oberflächlich.

Gesamteindruck:
Mythologie und romantische Beziehung waren meiner Meinung nach mehr Kulisse in der Handlung.
Die Lesergemeinschaft ist ziemlich zwiespältig über die Meinung zu dem Buch. Meine Erwartungen haben sich leider nicht erfüllt, aber da ich die Nachfolgebände im Bücherregal stehen habe, werde ich der Buchreihe noch eine Chance geben. 3 von 5 Sternen vergebe ich dafür!

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Veröffentlicht am 12.07.2022

Starke Erzählerstimme

Violeta
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In einem Brief an ihren Enkel reflektiert Violeta del Valle ihr hundertjähriges Leben. Begonnen hat alles im dem Jahr 1920, indem Violeta als einziges Mädchen der Familie del Valle geboren wurde. Ihre ...

In einem Brief an ihren Enkel reflektiert Violeta del Valle ihr hundertjähriges Leben. Begonnen hat alles im dem Jahr 1920, indem Violeta als einziges Mädchen der Familie del Valle geboren wurde. Ihre Lebensgeschichte wird von Kindesbeinen an erzählt und war geprägt von stürmischen Beziehungen, tragischen Verlusten und gewaltsamen Augenblicken, die noch heute in den Geschichtsbüchern zu finden sind.
Isabel Allende war mir bis dato noch unbekannt, aber dank Violeta hat sich das geändert. Was sich im ersten Moment wie eine langatmige Lebensgeschichte einer alten Frau anhört, ist eine detaillierte Erzählung eines außergewöhnlichen Lebens von einer außergewöhnlichen Frau. Ohne Scham und Selbstverherrlichung berichtet Violeta über einschneidene Ereignisse in ihrem Leben, wie die Flucht ihrer Familie in den ländlichen Raum, ihrer Beziehung zu Julian Bravo, aber auch die militärischen Unterdrückungen und Massenmorde, die sie miterleben musste. Violeta symbolisiert die Rolle einer Frau, die in damaligen Zeiten für ihr skandalöses Verhalten mit einer gesellschaftlichen Ausgrenzung zu rechnen hatten, aber sich dadurch nicht einschüchtern lässt.
Violeta entpuppt sich dabei als scharfsinnige Erzählerstimme, die viele Geschehnisse mit der rückwirkenden Ernüchterung, das Vergangenes nicht mehr zu ändern ist und die Dinge nun mal sind, wie sie sind, ihrem Enkel Camilo berichtet.
Persönliche Erfahrungen werden galant mit realen Tatsachen verknüpft, ohne dabei an Spannung einzubüßen. Die knapp 400 Seiten sind im Endeffekt wie im Flug vergangen.

Als kleines Fazit:
Dieses Buch ist eine klare Weiterempfehlung meinerseits. Eine Erzählerstimme, die einen tief in die Geschichte mitzieht, eine Protagonistin, die mit ihrer Eigensinnigkeit und Lebensweisheit punktet und zu guter Letzt eine schöne Beschreibung der örtlichen Gegebenheiten. Wohlverdiente 5 von 5 Sternen für diese fasziniernde Lebensgeschichte. Ich freue mich sehr darauf, mehr Bücher der Autorin zu entdecken.

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Veröffentlicht am 28.06.2022

Kleine Alltagsflucht

Wild like a River
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Wer hat sich auch schon vorgestellt, wie es wohl ist, ein leben fernab der Zivilisation zu leben? Die junge Haven lebt diesen Traum. Zusammen mit ihrem Vater lebt sie in einer kleinen Hütte und kümmert ...

Wer hat sich auch schon vorgestellt, wie es wohl ist, ein leben fernab der Zivilisation zu leben? Die junge Haven lebt diesen Traum. Zusammen mit ihrem Vater lebt sie in einer kleinen Hütte und kümmert sich mit ihm um die National Parks. Ihr ruhiges, geordnetes Leben nimmt eine Kehrwende, als Jackson zu einem Kurztrip in ihren Wäldern auftaucht. Und plötzlich ist da dieses Streben nach mehr. Mehr Kontakt, mehr Erfahrungen, einfach mehr Leben.

Das Setting in "Wild like a River" hat die Autorin Kira Mohn traumhaft beschrieben. So traumhaft, dass ich gedanklich schon meine Koffer und Zelt eingepackt habe, um auch dorthin zu reisen. Die Persönlichkeit der Protagonistin ist ein guter Mix aus der Unbeholfenheit eines jungen Mädchens gepaart mit der Stärke einer Löwin. Generell hat sie eher eine ziemlich verblümte Weltansicht, was zwar zu der Geschichte passt, aber stellenweise realitätsnaher sein könnte.
Zu Havens Vergangenheit, die der Mittelpunkt für die Spannungsmomente in dem Buch sind, hätte ich mir allerdings einen ausführlicheren Abschluss gewünscht. Ein klärendes Gespräch. Eine abschließende Handlung. Irgendetwas in diese Richtung, sodass man nicht seitenweise auf diesen Moment hinfiebert und dann ernüchternd feststellt, dass die Protagonisten diesen Konflikt schnell abgehandelt haben.

Zusammenfassend ist "Wild like a river" ein schöner, verträumter Roman, um den Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen. Zu den Stärken gehören eindeutig die Beschreibungen von Haven's Leben abseits der Stadt. 3,5 von 5 Sternen gibt es von mir für dieses Buch. Ich bin gespannt, was mich im zweiten Teil erwarten wird!

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Veröffentlicht am 27.06.2022

Potenzial nicht vollkommen ausgeschöpft

Blue Seoul Nights
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"Blue Seoul Nights" von Kara Atkins verführt die Lesergemeinschaft in ein komplett neues Setting im Vergleich zu anderen Vertretern seines Genres. Dieses Mal geht die Lesereise nach Seoul. Die Protagonistin ...

"Blue Seoul Nights" von Kara Atkins verführt die Lesergemeinschaft in ein komplett neues Setting im Vergleich zu anderen Vertretern seines Genres. Dieses Mal geht die Lesereise nach Seoul. Die Protagonistin Jade wagt einen Neuanfang in Seoul als Englischlehrerin, wobei sie auf Hyun-Joon trifft, einen charismatischen Barkeeper, hinter dessen strahlendem Aussehen so viel mehr verbirgt.

Kara Atkins hat in ihrem Buch eine schöne Gegend beschrieben, die in mir eindeutig das Interesse an den asiatischen Raum geweckt hat. Jades Gefühlswelt wurde ausführlich beschrieben und an so mancher Situation habe ich sehr mitfühlen können. Die koreanische Sprache wurde immer wieder gut eingebaut und man hat sich stellenweise einfach gefühlt, als wäre man beim Lesen in Korea. Leider gehört auch die beschreibende Art zu den Dingen, die mich an diesem Buch etwas gestört haben. Gefühle/Emotionen müssen vermittelt werden. Und auch die dazugehörige Farbpalette wurde immer in Spiel gebracht und war ein Muster, dass das Buch seinen eigenen Charakter verliehen hat. Aber zeitweise wurden übertriebene Adjektive verwendet, sodass es irgendwann einfach zu viel des Guten war für mich. Eine poetische Schreibweise, aber manchmal ist weniger mehr.
Auch in der Handlung hat mich das Buch mit einem ernüchterten Gefühl zurückgelassen. Nach den ersten Seiten habe ich der Geschichte entgegengeblättert, aber die erwartete Spannung/Drama blieb leider aus. Vieles wird ausschweifend erklärt (und zwar schön und poetisch), aber der Entwicklungsraum der Handlung ist dadurch etwas flach gehalten. In den letzten Seiten haben sich die Ereignisse dagegen wieder überschlagen und so strategisch gut platziert die Neugierde für den zweiten Band der Reihe geweckt.

Insgesamt war "Blue Seoul Nights" für mich ein schöner Roman, der sein Potenzial nicht vollkommen ausgenutzt hat. Ob ich Band 2 lesen werde ist mir noch unklar, auch wenn der Cliffhanger mich noch einmal neugierig gemacht hat. 3 von 5 Sternen vergebe ich hierfür.

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Veröffentlicht am 22.06.2022

Historischer, seichter Liebesroman in den Highlands

Das Erbe der MacDougals
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Um das Leben seines Bruders zu retten, entführt Eóran die Frau und Schwester des verfeindeten Chiefs. Unwissentlich wird er dabei in einen Kampf voller Intrigen gezerrt, bei dem nicht nur sein Leben sondern ...

Um das Leben seines Bruders zu retten, entführt Eóran die Frau und Schwester des verfeindeten Chiefs. Unwissentlich wird er dabei in einen Kampf voller Intrigen gezerrt, bei dem nicht nur sein Leben sondern auch sein Herz in Gefahr sind.

Den zweiten Band der Reihe hab ich spontan als ebook entdeckt und konnte nicht widerstehen, erneut in ein romantisches Abenteuer im alten Schottland entführt zu werden. Band 2 lässt sich völlig losgelöst von dem ersten Band lesen, weist aber inhaltlich dennoch einige Ähnlichkeiten auf.
Brigitte Melzer ist auch hier ein spannender Einstieg gelungen, in dem der Leser direkt in das Geschehen geworfen wird. Durch eine wechselnde Sichtweise der beiden Protagonisten werden die Handlungsabläufe gut ergänzt und man wird gut durch die Geschichte geführt. Den Spannungsbogen sehe ich leider nicht als vollständig ausgenutzt. Ab circa der zweiten Hälfte verlaufen die ganzen Interaktionen und Handlungen zu rasant und zu schnell abgehandelt. Gerade der finale Showdown zwischen Eóran und Aonghas (verfeindeter Chief) wurde in wenigen Seiten abgehandelt, dabei war es der Moment, dem der Leser von Beginn an entgegengefiebert ist. Die Erzählungen/ Beschreibungen rund um die Highlands sind gut gelungen. Nicht zu ausschweifend, aber der Leser bekommt einen guten Überblick, wo er sich befindet. Die altschottischen Namen (Eóran, Aonghas, Sheona, Iomáer) bereiten beim Lesen etwas Probleme, aber an dieser Stelle ist nunmal Kreativität verlangt und verleiht der Geschichte ihren Flair.

Band 1 hat mich, wenn auch vor Jahren, deutlich mehr begeistert. Wer sich für Highlandgeschichten begeistern lässt, mit seichter Liebesgeschichte und Intrigen, der wird möglicherweise in der Buchreihe von Brigitte Melzer fündig. Von mir gibt es dafür 3 von 5 Sternen

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