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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2026

Das Leben so nehmen wie es kommt.

Schwebende Lasten
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„schwere Lasten“ von Annette Gröschner hat mich sehr beeindruckt. Sie erzählt in diesem Buch die Lebensgeschichte von Hanna Krause, einer Frau, die sich nie unterkriegen ließ und trotz aller Umstände ihren ...

„schwere Lasten“ von Annette Gröschner hat mich sehr beeindruckt. Sie erzählt in diesem Buch die Lebensgeschichte von Hanna Krause, einer Frau, die sich nie unterkriegen ließ und trotz aller Umstände ihren Weg bis zum Schluss selbstbestimmt gegangen ist. Von der Blumenbinderin zur Kranfahrerin. Es ist eine emotional sehr ergreifende Geschichte und das obwohl Annette Gröschner so unaufgeregt, bedacht und sachlich diese Lebensgeschichte erzählt, die mit so vielen Abgründen, Verlusten, Weltkriegen und Regierungswandel im 20. Jahrhundert zu kämpfen hatte. So wie viele starke Frauen in dieser Zeit.
Jedes Kapitel wird von einer Blumenbeschreibung eingeleitet. Es ist so als würde sich mit jedem Kapitel ein Blumenstrauß aus Hannas Lieblingsblumen zusammensetzen. Ein sehr beeindruckendes Denkmal für eine Frau und Heldin.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

anders als erwartet

Junge Frau mit Katze
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Dieser Roman von Daniela Dröscher hat mich sehr überrascht. Wie in dem vorherigen Roman "Lügen über meine Mutter" geht es um Ela. Sie ist nun erwachsen und versucht sich von ihrer Mutter zu lösen. Kurz ...

Dieser Roman von Daniela Dröscher hat mich sehr überrascht. Wie in dem vorherigen Roman "Lügen über meine Mutter" geht es um Ela. Sie ist nun erwachsen und versucht sich von ihrer Mutter zu lösen. Kurz vor ihrer Promotion erlebt sie einen Zusammenbruch. Aus Halsschmerzen werden rasch ernstere Probleme für die Ela sich auf die Suche nach einer Diagnose begibt. Sie sucht verschiedene Ärzte und Heilpraktiker auf und redet sich Krankheiten ein. Ela ist sehr verzweifelt. Doch diese Verzweiflung wirkte sehr oft nicht echt und überzogen. Ich ging davon aus, dass dieser Roman von einer Hypochonderin handelt, aber selbst dann empfand ich die Begegnungen zu extrem ins Lächerliche ziehend und klischeehaft. Dieser Witz und die Geschichte haben mich oft sehr wütend gemacht und die Auflösung war einfach viel zu simpel. Es ist kein Roman für Menschen, die selbst länger auf der Suche nach einer Diagnose waren, die ihre Beschwerden erklären. Dröscher spricht einige Missstände an, denen ich zustimmen würde, aber im Großen und Ganzen war es für mich ein eher enttäuschendes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Toller Abschluss!

Wir sehen uns wieder am Meer
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Nach Teklas und Konrads Geschichte geht es nun in "Wir sehen uns wieder am Meer" um Teklas beste Freundinnen Birgit und Anneliese. Durch den Krieg trennen sich ihre Wege. Während Tekla sich in einen Deutschen ...

Nach Teklas und Konrads Geschichte geht es nun in "Wir sehen uns wieder am Meer" um Teklas beste Freundinnen Birgit und Anneliese. Durch den Krieg trennen sich ihre Wege. Während Tekla sich in einen Deutschen verliebte und nun mit ihm nach Deutschland zurückkehrt, geht Anneliese als Krankenschwester an die Front. Birgit hilft als Krankenschwester in Bodo aus, wo sie auf die ukrainische Zwangsarbeiterin Nadja trifft. Nadja, wie viele andere Zwangsarbeiterinnen, arbeitet in der Fischfabrik ganz in der Nähe. Birgit versucht sich um sie zu kümmern, tritt der Widerstandsgruppe bei, hilft dabei Kriegsgefangene zu verstecken und geheime Nachrichten zu überbringen. Dabei verliebt sie sich nicht nur, sie gerät auch ins Visier der Deutschen.

So toll, wie Trude Teige es schafft Geschichte so berührend und mitreißend zu erzählen. In jedem der drei Teile dieser Rehe stellt sie andere Seiten und Lebensgeschichten in den Vordergrund und gibt ein sehr umfangreiches Bild über die Auswirkungen und all das Leid der Kriegszeit. Hier geht es nun hauptsächlich um die Lage der russischen und ukrainischen Zwangsarbeiterinnen und den Widerstand in Norwegen. Ich habe sehr viel neues erfahren, all ihre Figuren sehr gern gehabt und bin nun etwas traurig, dass es hier nun endet. Eine sehr große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.07.2025

ein großes Stück Zeitgeschichte

Himmlischer Frieden
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"Himmlischer Frieden" ist ein sehr spannender Blick auf die Geschichte Chinas. Inspiriert von Lai Wens eigener Geschichte erzählt sie vom Aufwachsen der kleinen Lai in einem Arbeiterviertel Pekings. Das ...


"Himmlischer Frieden" ist ein sehr spannender Blick auf die Geschichte Chinas. Inspiriert von Lai Wens eigener Geschichte erzählt sie vom Aufwachsen der kleinen Lai in einem Arbeiterviertel Pekings. Das Verhältnis zu ihren Eltern ist nicht das beste, einzig zu ihrer Großmutter hat sie einen guten Draht.
Schon als Kind bekommt sie und ihre Freunde, als sie die Ausgangssperre umgehen, die Härte des Regimes zu spüren und auch in zahlreichen Situationen später wird spürbar, dass sie nie die gleiche Begeisterung, uneingeschränkte Treue und Anbetung, wie all die anderen, empfinden wird. Sie verliebt sich, entwickelt eine große Begeisterung für Bücher und erhält ein Stipendium für die Universität von Peking. Dort eröffnet sich für sie eine ganz neue Welt in der sie ihre Meinung frei äußern kann. Sie schließt sich einer Bewegung gegen das Regime an und wird Teil der Revolution.
Auch wenn diese Geschichte so ein paar Längen hat und anderes gern etwas ausführlicher hätte sein können, finde ich diesen Roman und Lais Geschichte sehr spannend, mutig und beeindruckend. Es ist ein sehr anderer Blick auf China und auf die Entwicklung eines Widerstands. Sehr toll erzählt.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Schlaflos verbunden

Der Schlaf der Anderen
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Der Schlaf der anderen" von Tamar Noort habe ich sehr gern gelesen. Es startet mit einer ungewöhnlichen Begegnung in einem Schlaflabor. Sina kann seit Ewigkeiten nicht mehr schlafen. Jede Nacht liegt sie ...

Der Schlaf der anderen" von Tamar Noort habe ich sehr gern gelesen. Es startet mit einer ungewöhnlichen Begegnung in einem Schlaflabor. Sina kann seit Ewigkeiten nicht mehr schlafen. Jede Nacht liegt sie im Bett und stört sich an der Haltung ihrer Arme. Sie fühlt sich in ihrem Leben sehr eingeengt und unbeachtet und hat kaum Freunde an die sie sich wenden kann. Sie funktioniert nur noch. Sie versucht es mit Tabletten, aber ihr Leben zwischen Familie und ihrem Job als Lehrerin gerät aus den Fugen bis sie total übermüdet an einer Kreuzung einen älteren Herren anfährt. Auf der Suche nach der Ursache überwies ihr Arzt sie ins Schlaflabor, wo sie auf Janis trifft. Auch sie lebt an der Gesellschaft vorbei. Sie lebt allein und arbeitet nachts als Nachtwache, während alle anderen schlafen. Sie weist die Patienten ein und beobachtet sie auf dem Bildschirm. Eigentlich hält sie eine gewisse Distanz, aber zwischen ihr und Sina ist es anders. Sie überschreitet Grenzen und greift in Sinas Leben ein und bringt damit so einiges ins Rollen.
Es ist eine leichte Geschichte über die schönen Zufälle des Lebens und die Freundschaft der zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich perfekt ergänzen. Zwar gibt es einige Logikfehler und die Geschichte hätte etwas mehr Tiefe vertragen können, aber ich bin den beiden sehr gerne gefolgt und freute mich für beide, als sie einen Weg finden um aus ihrem Alltag auszubrechen.