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Veröffentlicht am 23.01.2023

Ein Leben mit der Schuld

Als die Welt zerbrach
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"Als die Welt zerbrach" war nicht mein erstes Buch von John Boyne. Schon "der Junge mit gestreiften Pyjama" oder "Der Junge auf dem Berg" haben mir damals sehr gefallen. In jedem Buch legt Boyne den Fokus ...

"Als die Welt zerbrach" war nicht mein erstes Buch von John Boyne. Schon "der Junge mit gestreiften Pyjama" oder "Der Junge auf dem Berg" haben mir damals sehr gefallen. In jedem Buch legt Boyne den Fokus auf eine andere Perspektive und ein anderes Leben während des zweiten Weltkriegs. Hier geht es nun um die Frage der Schuld und die Zeit danach. Auch wenn Gretel mit ihre Mutter die Zelte in Deutschland 1946 abbrach und sie über Polen, nach Paris, Australien und später nach London floh um endlich der Vergangenheit zu entkommen, so bleibt das Trauma wie ein Schatten an ihr haften. Gretel hofft mit jedem Neuanfang, das Erlebte und die Schuld abschütteln zu können, doch früher oder später wird sie immer wieder damit konfrontiert. Warum ist sie damals nicht aufgestanden und hat sich für das Gute eingesetzt? Doch was hätte sie als zwölfjähriges Mädchen und Tochter eines KZ-Kommandanten schon bewegen können, ohne sich selbst zu belasten? Jetzt,2022 in London, als eine junge Familie in die Wohnung unter ihr einzieht, macht sie erstaunliche Entdeckungen und wird erneut mit dieser Ungerechtigkeit und der Vergangenheit konfrontiert. Wird sie sich dieses Mal für andere einsetzen oder sich für ihre Sicherheit entscheiden?

Diese Geschichte empfand ich sehr beklemmend und sehr aufwühlend. Ich habe mit Gretel von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert, mich sehr gut in ihre Lage hineinversetzen können und las diesen Roman wie im Rausch binnen kürzester Zeit. Die Aufteilung in drei große Abschnitte, die einmal von der Flucht mit der Mutter nach Paris, ihre Zeit in Australien und von London erzählen, fand ich sehr hilfreich um die unterschiedlichen Erlebnisse und ihr Handeln zu verstehen. Auch wenn der Krieg schon lange vorbei ist, so sind seine Auswirkungen nach wie vor spürbar. Ein sehr intensives Buch, das ich sehr gerne empfehlen möchte!

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Veröffentlicht am 09.01.2023

Auf der Suche nach dem eigenen Ich

Der Junge im Fluss
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"Der Junge im Fluss" von Nestor T. Kolee ist eine interessantes Buch, durch das ich viel über das Ansammeln von Dingen nachdachte. Ben lebt in einem kleinen Haus auf einer kleinen Insel. Dort möchte er ...

"Der Junge im Fluss" von Nestor T. Kolee ist eine interessantes Buch, durch das ich viel über das Ansammeln von Dingen nachdachte. Ben lebt in einem kleinen Haus auf einer kleinen Insel. Dort möchte er alles bewahren. Er hält an der Vergangenheit fest und sammelt Andenken und Erinnerungen und will alles so lassen wie es ist. Doch die Insel beginnt zu zerbrechen. Eines Tages kehrt sein Bruder, der vor Jahren in die Welt zog um das Abenteuer zu suchen, zurück. Doch immer wenn sein Bruder heimkehrt, ist auch jemand gestorben. Dieses Mal möchte er aber Ben mitnehmen an den Ort, den schon sein Großvater suchte. Damai, dem Ort an dem die Zeit still steht und damit beginnt seine Suche nach dem eigenen Ich. Anfänglich fand ich diese Geschichte noch sehr toll und diese Geschichte von der Insel und Ben beschäftigte mich lange. Viele bekannte Sprüche sind mir begegnet und das Buch hat mich sehr an Strelecky und das "Das Cafe am Rande der Welt" erinnert. Das mochte ich sehr! Doch dann bricht er auf und trifft auf verschiedene Menschen und Rätsel. Zum Ende hin wurde es mir zu fantasievoll und ich weiß gar nicht, ob ich alles wirklich verstanden habe. Es ist eine nette Unterhaltung, die zum Nachdenken anregt, sehr schön gestaltet, aber ich glaube, ich kann dieses Buch nur bedingt empfehlen.

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Veröffentlicht am 20.12.2022

ein sehr interessanter Roman

Connemara
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Bei den Romanen von Nicolas Mathieu liebe ich es, dass man neben der eigentlichen Geschichte noch sehr viel mehr über die Gesellschaft in Frankreich erfährt. In "Connemara" geht es nun um die fast vierzig ...

Bei den Romanen von Nicolas Mathieu liebe ich es, dass man neben der eigentlichen Geschichte noch sehr viel mehr über die Gesellschaft in Frankreich erfährt. In "Connemara" geht es nun um die fast vierzig Jahre alte Hélène. Sie hat den Aufstieg in ihrem Leben geschafft, eine Familie, zwei Töchter, einen gut bezahlten Job, doch wirklich glücklich ist sie nicht. Sie ringt schon lange um einen Aufstieg in der Firma, doch befördert wird sie nicht. Ihre Beziehung ist auch nicht mehr ganz das Wahre. Hat sie sich im Leben für den richtigen Weg entschieden? Mit ihrer neuen Praktikantin kommt Aufschwung in ihr Leben. Sie probieren Tinder aus und Hélène lässt sich auf Neues ein und beginnt eine Affäre mit Christophe. Ihn kennt sie bereits aus ihrer Schulzeit, allerdings hat er einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Seine Eishockeykariere ist schon lange vorbei, seine Beziehungen waren nie das und er hat es nie aus der kleinen Stadt hinausgeschafft. Und so treffen zwei Gesellschaftsschichten aufeinander, die wahrscheinlich nicht unterschiedlicher sein könnten.
Mit verschiedenen Rückblenden, Situationen des Alltags der beiden und ihren Dates gelingt es Mathieu sehr abwechslungsreich über die gesellschaftliche Situation, Politisches, wie Privates zu erzählen. Man kommt beiden Protagonisten sehr nahe und ich konnte mich wirklich sehr gut in die Situation und das Leben der beiden hineinversetzen. Sehr klar und detailliert, manchmal etwas zu intensiv. Zumindest fragte ich mich ab dem zweiten intimen Moment, ob viele Sexszenen für so einen Roman wirklich wichtig sind und wie wohl eine Frau über diese Affäre geschrieben hätte. Alles andere fand ich sehr faszinierend und ich mochte die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Themen, den Rollenzuschreibungen und der Frage, die sich jeder früher oder später stellt: Bin ich zufrieden mit meinem Leben oder wäre es an der Zeit für einen Neustart?

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Veröffentlicht am 20.12.2022

das war nichts für mich

Alle Farben meines Lebens
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"Alle Farben meines Lebens" ist eine sehr wilde und bunte Geschichte. Bisher mochte ich die Bücher von Cecelia Ahern immer sehr gern, da man sie sehr gut nebenbei lesen konnte und sie mit sehr viel Gefühl ...

"Alle Farben meines Lebens" ist eine sehr wilde und bunte Geschichte. Bisher mochte ich die Bücher von Cecelia Ahern immer sehr gern, da man sie sehr gut nebenbei lesen konnte und sie mit sehr viel Gefühl erzählt, aber dieses hat mich etwas überfordert. Das Buch handelt von Alices Leben. Als Mädchen sieht eines Tages ihre Mutter in einer blauen Wolke. Anfangs ist sie noch sehr ängstlich und damit überfordert, aber mit der Zeit lernt sie mit ihrer Gabe die Aurafarben von Menschen zu sehen umzugehen, Menschen und ihre Gefühle einzuschätzen und sich davon leiten zu lassen. Eigentlich ein sehr interessantes Thema, wenn nicht mit jeder weiteren Farbe und jedem Ereignis noch mehr Themen im Roman hinzukommen würden. Auf manchen Seiten war es fast schon ein sehr bedrückendes und sprunghaftes Abarbeiten von Ereignissen in Alices Leben. Die bipolare Störung ihrer Mutter, das Problem mit ihrem Bruder, der ihr an allem die Schuld gibt, die Situation in der Schule, die Sonderschule, die Erkrankung, die Pflegebedürftigkeit, die Reise zum Vater usw. usw. und dann obendrauf noch ihre Gabe, die Gefühle und Farben. So war es für mich keine Geschichte mehr in die ich richtig eintauchen und bei der ich mich fallen lassen konnte. Dieser Roman ist nicht anspruchsvoll, allerdings habe ich eine gefühlvollere Geschichte erwartet, die sich auch mal Zeit lässt. Aber wer einen sehr lebhaften Roman sucht mit dem es gewiss nicht langweilig wird, ist hier gut bedient.

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Veröffentlicht am 25.09.2022

das war nichts für mich

Die Mauersegler
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Fernando Aramburu kenne ich hauptsächlich durch seinen Roman "Patria", der mir sehr gefallen hat. Sein neuster Roman "Die Mauersegler" war jedoch sehr schwere Kost. Toni hat genug vom Leben und fasst den ...

Fernando Aramburu kenne ich hauptsächlich durch seinen Roman "Patria", der mir sehr gefallen hat. Sein neuster Roman "Die Mauersegler" war jedoch sehr schwere Kost. Toni hat genug vom Leben und fasst den Entschluss, sich in genau 365 Tagen das Leben zu nehmen. Dieser Roman hat genau 365 Kapitel, eins für jeden Tag, doch die Geschichte kommt nur langsam voran. Die ersten Monate bestehen überwiegend aus Rückblicken, in denen Tonis Leid ausführlich beschrieben wird. Er hat eine Trennung hinter sich, die Erziehung seines Sohnes hat er versaut, seinen Job als Philosophielehrer an einem Gymnasium ist furchtbar, seine Kindheit und die Beziehung zu seinem Bruder waren auch schwierig, seine Mutter hat Demenz und die Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse machen ihm das Leben schwer. Nach 200 Seiten hatte ich genug, wehleidige Männer auf 800 Seiten sind mir doch etwas zu viel und langweilig.

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