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Veröffentlicht am 10.10.2021

(Hörbuchrezension) gelungener Abschluss der Dilogie

Das Reich der Schatten, Band 2: His Curse So Wild (High Romantasy von der SPIEGEL-Bestsellerautorin von "One True Queen")
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Achtung: zweiter und finaler Band der Dilogie! Vorwissen zum Hören erforderlich. Meine Rezension kann kleine Spoiler in Bezug auf den ersten Band enthalten.

Nach Laires Ausflug ins Reich der Daema hat ...

Achtung: zweiter und finaler Band der Dilogie! Vorwissen zum Hören erforderlich. Meine Rezension kann kleine Spoiler in Bezug auf den ersten Band enthalten.

Nach Laires Ausflug ins Reich der Daema hat sich einiges verändert und das nicht nur für sie. Nicht alle können seitdem in eine rosige Zukunft schauen, manche mussten schwere Opfer bringen, sind enttäuscht, verletzt oder gar verzweifelt. Besonders für Laire und Alaric ist nichts mehr, wie es zuvor gewesen ist und nun stehen neue Herausforderungen an, die kaum zu meistern scheinen. Rachegedanken, Wut, Frustration, tiefsitzender Schmerz und schwer zu kontrollierende Gegenspieler machen allen das Leben schwer und die Zukunft des gesamten Reiches wird immer ungewisser…

Nach dem Cliffhanger am Ende des ersten Bandes, der noch mal vieles durcheinander gewirbelt hat, war ich sehr gespannt, wie es nun weitergehen würde. Kurz vor Schluss hatte sich für einige der Figuren erneut alles geändert. Innerhalb des Buches gibt es kleine Rückblenden, Erinnerungen an geschehene Ereignisse und Hinweise auf die vorausgegangene Handlung, vor allem auf die wichtigen Wendungen. So kann man kleine Erinnerungslücken gut füllen und ich empfand diese Passagen als gut in das Gesamtgeschehen eingebunden. Es wirkte nicht zu ausgedehnt oder langatmig. Häufig waren die Informationen auch nützlich, um das aktuelle Geschehen voranzutreiben bzw. die Zusammenhänge zu den derzeitigen Erlebnissen wieder herzustellen und damit sehr passend platziert.

Obwohl man schon Vieles von der komplexen Welt erfahren hat, gab es noch weitere, neue Aspekte, die man nun entdecken konnte. Die Reiche mit ihren unterschiedlichen Schauplätzen sind sehr bildhaft und anschaulich beschrieben. Besonders die Vielfalt der Handlungsorte, der Wesen und der verschiedenartigen Magie haben mir richtig gut gefallen. Als Leser oder Hörer kann man in eine sehr fantasievolle, facettenreiche Welt eintauchen, in der es an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken gibt.

Der Stil des zweiten Bandes war sehr ähnlich, wie im ersten Buch. Man begleitet im Verlauf verschiedene Figuren, den Großteil der Zeit erlebt man die Geschehnisse jedoch aus Laires Perspektive. Daher ist man auch am intensivsten in der Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin, die sich erneut zahlreichen Herausforderungen stellen muss. Auch wenn sie ein paar treue Gefährten hat, ist sie auch immer wieder auf sich allein gestellt, weil die Freunde sich trennen müssen oder weil nur Laire selbst die anstehende Entscheidung treffen kann. Im Verlauf des Buches wird ihre Gefühlswelt ebenfalls mehrfach durcheinander gewirbelt. Herz, Verstand und die Gedanken an die Zukunft der Welt kämpfen in ihr um die Vorherrschaft.
Durch die Einblicke bei den anderen Charakteren erhält man einen umfassenderen Blick auf die Handlung und erfährt, was in den parallel laufenden Strängen passiert. Damit setzt sich das Gesamtgeschehen gut zusammen, ohne dass man zu viel vorweggenommen bekommt. So kann man auch einige der Figuren etwas besser einschätzen und ihren ganz persönlichen Weg gut mitverfolgen. Einer der Stränge hätte für mich allerdings noch etwas mehr thematisiert werden können. Für mich persönlich ist das etwas zu kurz gekommen, allerdings gibt es auch zahlreiche „Baustellen“ innerhalb der Geschichte, die bearbeitet werden müssen.

Insgesamt hat mir die Hörbuchumsetzung gut gefallen. Ich fühlte mich trotz all der unterschiedlichen Schauplätze und der wechselnden Perspektiven gut mitgenommen. Anpassungen in der Tonlage und Sprechweise sorgen dafür, dass man die Figuren gut voneinander unterscheide kann. Zusätzliche Orientierung bieten die Namen, die zu Beginn jedes Kapitels zeigen, mit wem man als nächstes unterwegs sein wird. Besonders gefallen haben mir die beschreibenden Passagen, in denen die facettenreiche Welt lebendig dargestellt wird. Bei den emotionalen Szenen fehlte mir hingegen teilweise etwas die Intensität. Zwischendurch ist mir da ein wenig was auf der Strecke geblieben und ich habe nicht gespürt, was verbal vermittelt wurde. Vor allem zum Ende der Geschichte, als die Handlung nochmals turbulenter und dramatischer wird, gab es jedoch auch Abschnitte, die ich sehr gelungen gelesen fand und in denen die Anspannung, Verzweiflung und Hoffnung gut deutlich wurde.
Fazit

Im Buch gibt es verschiedene, turbulente, rasante Passagen mit großen Herausforderungen, neuen Schwierigkeiten, düsteren Überraschungen, kleinen Wundern und auch immer wieder mit verschiedenartiger Magie. Die bunte Mischung der unterschiedlichen Elemente in der abwechslungsreichen Welt hat mir gut gefallen. Auch die Emotionen der einzelnen Charaktere spielen immer wieder eine Rolle, werden durcheinander gewirbelt, teilweise jedoch auch auf eine gute Weise. An diesen Stellen ist für mich in der Hörbuchumsetzung zwischendurch ein bisschen was an Gefühl auf der Strecke geblieben. Einige der Dialoge wirkten nicht ganz so intensiv und dynamisch, wie ich es im ersten Band beim Lesen wahrgenommen hat. Alles in allem auf jeden Fall ein gelungener, ereignisreiche Abschluss der Dilogie, in dem noch mal einiges los war.

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Veröffentlicht am 05.10.2021

fantasievolles, dystopisches Setting für Finns Abenteuer

Nachtschattenwald. Auf den Spuren des Mondwandlers
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Nachdem die Natur über Jahre ausgebeutet, belastet und geschädigt wurde, ist irgendwann das Gefüge der Welt gekippt. Überschwemmungen und andere Naturereignisse haben dafür gesorgt, dass die Menschen anders ...

Nachdem die Natur über Jahre ausgebeutet, belastet und geschädigt wurde, ist irgendwann das Gefüge der Welt gekippt. Überschwemmungen und andere Naturereignisse haben dafür gesorgt, dass die Menschen anders leben müssen und sich mit dem arrangieren, was noch geht und möglich ist. Die Natur hat sich weite Teile zurückerobert und darf freier wachsen und wuchern, ohne ständig in Grenzen verwiesen zu werden. Die Menschen halten sich an gewisse Regeln und können dafür ziemlich im Einklang mit ihrer Umwelt leben. Wer aber die Regeln missachtet und sich zum Beispiel nachts im Wald aufhält, dem kann es passieren, dass er nie wieder nach Hause kommt. So erging es auch Finns Schwester Hannah, die seit einigen Jahren spurlos verschwunden ist. Finn lässt das Schicksal seiner Schwester jedoch nicht los und so kommt der Tag, an dem er sich auf die Suche begibt und auf etwas stößt, womit er niemals gerechnet hätte.

Autorin Kathrin Tordasi entführt die Leser in eine dystopische Welt, in der sich zu der uns bekannten Welt so einiges gewandelt hat. Dabei fließen immer wieder auch Aspekte ein, die sich in unserer aktuellen Zeit bereits andeuten und das Szenario damit noch greifbarer und in gewisser Weise auch realistischer machen, auch wenn es darüber hinaus noch viele weitere, fantasievolle Ideen gibt, die in der Form möglicherweise nicht oder zumindest nicht in naher Zukunft realisierbar wären. Die Welt, in die man eintaucht, ist auf jeden Fall facettenreich und es gibt einiges zu entdecken. Die Menschen leben inmitten der Natur und haben sich damit arrangiert, dass es viele Bereiche gibt, die nur noch den Tieren und Pflanzen gehören und sie selbst in gewisse, begrenzte Lebensräumen zurechtkommen müssen. Viele technische Errungenschaften gibt es nicht mehr, dafür gibt es aber neuartige Erfindungen, die den Menschen dabei helfen, ihren Alltag zu bewältigen. Ich fand es interessant immer mehr von den Gegebenheiten und Umständen zu erfahren. Die Geheimnisse des dystopischen Settings werden auch erst nach und nach im Verlauf der Handlung gelüftet und nicht alle sofort präsentiert. Dadurch gibt es immer wieder auch kleine Wendungen und Überraschungen, sowohl für den Protagonisten, als auch für den Lesenden.

Der Schreibstil hat mir insgesamt gut gefallen. Die Geschichte lässt sich flüssig und leicht lesen, kompliziertere Begriffe werden erklärt oder befinden sich im Verzeichnis am Ende des Buches, so dass einiges nachgeschlagen werden könnte. Viele Dinge ergeben sich jedoch auch aus dem Zusammenhang. Es gibt zahlreiche bildhafte Beschreibungen, die ein detailliertes Bild der Figuren, der Lebensweise und der Umgebung entstehen lassen. Ich mochte das dystopische Setting, das mit vielen tollen Ideen daherkommt und sich auch nicht anfühlte, als wäre es schon x Mal da gewesen.
Gut in die Handlung eingeflochten waren auch die unterschiedlichen Gedanke und Gefühle, die in Protagonist Finn wüten. Manches von dem, was für ihn festgeschriebene Regeln waren, muss er hinter sich lassen, immer wieder muss er sich neuen Aufgaben und Herausforderungen stellen, auch wenn er im Vorfeld schon weiß, dass es gefährlich werden könnte. Nicht jedes Mal gelingt es zufriedenstellend, diese zu meistern, was ich als realistisch empfunden habe. Pläne werden über den Haufen geworfen, neue müssen in kurzer Zeit geschaffen werden und dann muss er auch noch mit Verrat und Täuschung umgehen, obwohl es doch eigentlich genug anderes gäbe, worum er sich Gedanken machen müsste. Neben den Schwierigkeiten und den negativen Gefühlen geht es aber auch um Freundschaft, Zusammenhalt und Vertrauen und es gibt auch positive Entwicklungen im Buch. Angetrieben wird Finn von dem unstillbaren Wunsch, seine Schwester Hannah wiederzufinden, eine sehr starke Motivation, die einen vieles überwinden lässt.

Schön fand ich auch, wie unterschiedlich und authentisch die Charaktere angelegt waren. Finn und Samira sind schon lange beste Freunde, sie ergänzen sich mit ihren Fähigkeiten und Ansichten und wissen genau, wo die Stärken und Schwächen des jeweils anderen liegen. Von den beiden erfährt man am meisten, es gibt aber noch weitere Figuren, die eine wichtige Rolle im Gesamtgeschehen spielen. Manchmal kamen mir die Charaktere zwar älter vor, als sie eigentlich waren, aber sie leben eben auch in einer ganz anderen Zeit, mit anderen Herausforderungen und Gegebenheiten, daher kann man nur schwer vergleichen, wie sich andere Jugendliche mit 11-12 Jahren vielleicht verhalten würden.
Obwohl es durchweg interessant zu verfolgen war, wie die Protagonisten ihren Weg gehen, dabei neue Dinge entdecken und erfahren, an ihre Grenzen stoßen und Möglichkeiten finden, diese zu überwinden oder zu umgehen, gab es im Mittelteil des Buches für mich eine Phase, in der die Handlung ein wenig zu sehr zur Ruhe gekommen ist, zumindest für meinen persönlichen Geschmack. Danach wurde es dann jedoch wieder spannender und auch turbulenter und gefährlicher für die Figuren. Auch der Mondwandler wurde präsenter, was mir gut gefallen hat. Man hatte sich ja so seine Gedanken gemacht, was dahinter steckt, die Auflösung hat mich auf jeden Fall überrascht.
Es gab tolle Einblicke in innovative Entwicklungen und Ideen, die aus den Veränderungen in der Welt entstanden sind bzw. diese beeinflusst haben. Unterschwellig wird damit auch auf aktuelle Probleme hingewiesen. Ich mochte die Art, wie es eingebunden wurde, weil es nicht so direkt kritisch-anklagend war, sondern einfach in die Handlung integriert und damit zwar präsent, aber trotzdem nicht im ständigen Fokus, da es eben auch allgemein um das Abenteuer ging, das Finn und die anderen zu bestreiten hatten. Auf mich wirkten die Strukturen gut durchdacht und nicht willkürlich zusammengeschustert.
Fazit

Ein Buch voller phantastischer Ideen, innovativer Errungenschaften, interessanten Ideen, dystopischem Setting, bildhafter Beschreibungen, toll angelegter Charakteren und mit Voranschreiten des Buches auch einer guten Portion Spannung und Turbulenzen. Zwischendurch war es mir persönlich ein wenig zu ruhig, auch wenn es interessant war den Weg der Figuren zu begleiten und mit ihnen mehr über die Welt zu erfahren.

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Veröffentlicht am 29.09.2021

ereignisreicher, gefühlvoller und spannender Abschlussband

Federn über London 4
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Achtung: vierter und letzter Band! Meine Rezension kann kleine Spoiler auf die ersten beiden Teile der Reihe enthalten. Vorwissen ist zum Lesen notwendig, all die Zusammenhänge der vorausgegangenen Ereignisse ...

Achtung: vierter und letzter Band! Meine Rezension kann kleine Spoiler auf die ersten beiden Teile der Reihe enthalten. Vorwissen ist zum Lesen notwendig, all die Zusammenhänge der vorausgegangenen Ereignisse und die Entwicklung der Figuren würden sich einem sonst nicht vollständig erschließen.

Die Rettung Londons ist in vollem Gang – oder etwa nicht? Um an die Fragmente des hoffentlich rettenden Zepters zu kommen müssen Schutzengel, Todesengel, Gefallene und auch der Herr der Unterwelt zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen. Das allein ist schon eine Herausforderung, doch die Aufgaben, die auf die Beteiligten zukommen, übersteigen das bloße Zusammenarbeiten bei Weitem. Werden die Kraftreserven ausreichen? Können die Engel wirklich dafür sorgen, dass London eine Zukunft hat oder ist das dunkle Nichts stärker? Fragen über Fragen, die im ereignisreichen Abschlussband der Reihe geklärt werden.

Nach dem spannenden, offenen Ende von Band drei habe ich dem letzten Teil der Reihe sehr entgegen gefiebert, auch wenn es ein wenig traurig ist, die Engel nun ziehen lassen zu müssen. Aber man wollte auch einfach wissen, wie es weitergeht, wie es ausgeht, welche weiteren Hürden, Schwierigkeiten und Herausforderungen auf die Charaktere zukommen, wer eventuell Hintergedanken hat oder falsch spielt und wer sich noch auf die Seite der Verbündeten stellen wird. Und ich wurde absolut nicht enttäuscht. Mir hat der Band richtig gut gefallen, es war von allem etwas enthalten und obwohl es zwischendurch richtig aufwühlend-emotional wurde, bin ich insgesamt mit einem zufriedenen Gefühl aus dem Buch gegangen.

Wie auch in den drei vorherigen Büchern wird wieder aus vier unterschiedlichen Ich-Perspektiven berichtet. So hat man erneut die Möglichkeit, unterschiedliche Protagonisten zu begleiten und damit auch einen Blick auf die parallel laufenden Handlungsstränge zu bekommen, die zusammen wichtig für das große Ganze sind. Lance, Aura, Clear und Ease kennt man bereits aus den anderen Büchern, genauso wie die meisten der Engel, die sie bei ihren Aufgaben unterstützen und begleiten. Auch viele der anderen Übersinnlichen, wie zum Beispiel die Vellas, die im Verlauf der Geschichte auftauchen, kannte man bereits, es kommen jedoch auch ein paar neue Figuren dazu, was mir gut gefallen hat. Durch sie bekommt man noch weitere Informationen zu der Welt und den Möglichkeiten verschiedener Übersinnlicher und es wirbelt auch noch mal ein paar Dinge durcheinander.
Es ist schön zu verfolgen, wie sich die Protagonisten weiter entwickeln, wie sie an ihren Aufgaben wachsen, aber auch mal zweifeln und Beistand brauchen. Besonders schön war es zu sehen, wie sie sich auch gegenseitig aufbauen, beeinflussen und festgefahrene Denkweisen etwas aufweichen. Vor allem Clear hat frischen Wind in die Akademie der Engel gebracht. Sie ist noch nicht so festgefahren und eingerostet in ihrem Denken und verhält sich viel intuitiver, auch weil sie nicht die Chance hatte, alles zu lernen, was sie hätte wissen müssen, bevor sie komplett ins Team integriert ist. Sie ist einfach, wie sie ist, was erfrischend ist und nach und nach auf die anderen abfärbt. Dadurch entwickelt sich viel in ihrem Umfeld weiter. Eine besonders intensive Entwicklung spürt man auch bei Ease, was einfach toll war. Ich mag ihn sehr und er hat es so verdient, dass sich bei ihm jetzt mal etwas ändert. Was genau, verrate ich hier natürlich nicht.
Aber auch Lance und Aura entwickeln sich, wachsen an ihren Herausforderungen und sind ein eingespieltes Team bei der Bewältigung dieser. So hat man, egal in welcher Perspektive man unterwegs ist, immer eine spannende Figur, aus deren Sicht man erfährt, wie es in und um London weitergeht und was als nächstes ansteht.

Der Schreibstil von Sabine Schulter ist wie gewohnt angenehm, flüssig und fesselnd. Die anschaulichen Formulierungen lassen zudem die Ereignisse sehr bildhaft und lebendig erscheinen. Umso weiter das Buch voranschreitet, umso spannender, dramatischer und turbulenter, aber auch gefühlvoller wird es. Denn obwohl so viel ansteht und die Figuren nicht viel Zeit zum Durchatmen bekommen, gibt es auch immer wieder kleine Räume für die privaten Entwicklungen, die teilweise eben auch die Herzen der Charaktere betreffen. Es gibt neue Informationen zu verschiedenen Elementen der Handlung, Geheimnisse die Gelüftet werden, neue Verbündete, aber auch neue Zweifel. So entsteht eine sehr facettenreiche, dynamische Mischung an Aspekten, die in die Handlung einfließen und dann im großen, aufwühlenden, spannenden Finale gipfeln.
Fazit

Aus meiner Sicht ein rundum gelungenes Finale mit vielen unterschiedlichen Facetten uns Aspekten, die einfließen. Die angefangenen Stränge werden zu einem Abschluss gebracht, man erhält weitere Informationen, Einblicke und Hintergrundgeschichten. Das Buch ist sowohl spannend, als auch gefühlvoll und zeigt ebenfalls sehr schön, wie sich die Charaktere im Laufe der Reihe entwickelt haben und was um sie herum alles passiert ist.
Eine tolle Reihe mit einer schönen Vielfalt an Charakteren und Wesen, die mich gefesselt, gut unterhalten, berührt und auch immer wieder überrascht hat.

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Veröffentlicht am 29.09.2021

Chaos bei Kommissar Kluftinger

Morgen, Klufti, wird's was geben
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Weihnachten steht vor der Tür und das bedeutet auch für Kommissar Kluftinger einige Vorbereitungen, manche davon nervig, andere liebgewonnen. Alles hätte so schön, geordnet und organisiert sein können, ...

Weihnachten steht vor der Tür und das bedeutet auch für Kommissar Kluftinger einige Vorbereitungen, manche davon nervig, andere liebgewonnen. Alles hätte so schön, geordnet und organisiert sein können, wäre nicht seine Frau Erika kurz vor dem heiligen Abend von der Leiter gestürzt. Nun steht der Kommissar allein mit den restlichen Besorgungen und Vorbereitungen und verzapft ein Chaos nach dem anderen. Ruhige, besinnliche Stunden sind stehen da definitiv nicht auf dem Tagesplan.

Ich kenne die anderen Bücher rund um den Kommissar nicht, so bin ich unvoreingenommen an die Geschichte gegangen und kann auch nicht vergleichen, ob er sich in der Weihnachtsgeschichte anders verhält, als in den „regulären“ Kriminalromanen. Wenn er allerdings seine Fälle genauso chaotisch, unorganisiert und gefährlich-kreativ löst, wie er das anstehende Problem mit der alleinigen Bewältigung der Weihnachtsvorbereitungen angeht, dann sehe ich für seine berufliche Laufbahn eher schwarz. Als gestandener Kommissar, der sonst schwierige, komplizierte Fälle löst, wie er auch selbst sagt, hätte ich doch erwartet, dass er auch bei Alltagsherausforderungen etwas cleverer ist. Er wirkte auf mich zwischendurch wirklich extrem tollpatschig und wesentlich unstrukturierter, als er es in seinem Beruf sein sollte- auch wenn sein Beruf an sich hier keine ganz direkte Rolle spielt, da es keine Ermittlungen gibt.
In 24 Kapiteln kann man den Protagonisten dabei begleiten, wie er sich immer wieder in neues Chaos stürzt bzw. es selbst produziert und sich dann bemüht, irgendwie einen Weg hinaus zu finden, was ihm meistens eher über Umwege oder mit sehr viel mehr Glück und Fügung gelingt als mit Können und Geschick. Einige dieser Passagen waren ganz witzig, anderes hat einfach meinen persönlichen Humor nicht unbedingt getroffen. Am meisten schmunzeln musste ich über die wilde Kombination aus Deutsch und Englisch, die Kluftinger nutzt, um mit dem japanischen Vater seiner Schwiegertochter zu kommunizieren. Was dabei entsteht, ist zwar irgendwie klischeehaft, hat mir aber dennoch gut gefallen und hat mich immer wieder erheitert. Aus den kreativen Wortschöpfungen und Satzkonstruktionen kann man als Deutschverstehender auf jeden Fall auch entnehmen, was eigentlich gemeint ist. Für jemanden der versuchen muss, das Englische zu verstehen, dürfte es wohl schwierig werden. Kein Wunder dass es dabei dann auch immer wieder zu Missverständnissen kommt. Ebenfalls schön eingeflochten fand ich die Eigenarten der Sprechweise aus dem Allgäu, der Heimat des Kommissars. So wirkte er einfach authentischer und man konnte trotzdem verstehen, was er gesprochen hat, vielleicht auch, weil man es ja geschrieben gesehen hat.

Der Schreibstil des Autorenduos ist flüssig und leichtgängig. Die chaotische Geschichte hat sich schnell lesen lassen und auch wenn man manchmal schon geahnt hat, was wohl als nächste Katastrophe kommen wird, gab es auch einige Stellen, an denen dann noch mal eins oben drauf gesetzt wurde. Mit Kluftinger allein zu Haus wird es definitiv nicht langweilig – auch wenn er gar nicht so lang allein war. Ohne seine Erika ist er in jedem Fall ziemlich aufgeschmissen und greift zu unkonventionellen Methoden, um seine Haut irgendwie zu retten.
Insgesamt eine kurzweilige Geschichte, die für mich statt richtiger Weihnachtsstimmung aber eher Katastrophenstimmung verbreitet hat, denn traditionell weihnachtlich war bei den Kluftingers am Ende nicht mehr viel. Dennoch waren Traditionen und Weihnachtsthemen natürlich erkennbar und integriert, nur teilweise eben neu interpretiert bzw. durch Katastrophe 1-24 ziemlich durcheinander gebracht.
Fazit

Bei Kommissar Kluftinger sollte man besser zu Weihnachten nicht vorbei schauen, wenn er sich allein um die Verbreitungen kümmern muss. Sonst stolpert man von einer Katastrophe in die nächste und ist umgeben von grenzenlosem Chaos. Ein kurzweiliges Buch das mich zwischendurch zum Schmunzeln gebracht hat, aber vor allem durch die witzigen Wortschöpfungen und den Deutsch-Englisch-Mix, den der Protagonist aus Mangel an Sprachkenntnissen nutzen muss, und nicht unbedingt aufgrund der hausgemachten, teilweise fast etwas überzogenen Katastrophen. Wäre der Protagonist nicht Kommissar, von dem man etwas mehr Planungsgeschick und Umsicht erwarten würde, wäre es vielleicht aber auch etwas anderes gewesen.

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Veröffentlicht am 22.09.2021

das Leben lernen, begleitet vom kleinen Tod, 3,5 bis 4 Sterne

Hey, ich bin der kleine Tod … aber du kannst auch Frida zu mir sagen
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Samuel hat den Großteil seines bisherigen Lebens im Krankenhaus verbracht. Er musste sich schützen vor allen möglichen Gefahren und Krankheitserregern, denn all das kann ihn so schlimm krank machen, dass ...

Samuel hat den Großteil seines bisherigen Lebens im Krankenhaus verbracht. Er musste sich schützen vor allen möglichen Gefahren und Krankheitserregern, denn all das kann ihn so schlimm krank machen, dass er sterben könnte. Als er endlich, nach vielen Therapien, das Krankenhaus verlassen darf, ist er deswegen besonders vorsichtig. Die Welt entdecken, jetzt, da er es kann? Nein, auf keinen Fall, da lauern überall Gefahren und Keime! Er verzichtet also komplett darauf rauszugehen – alles viel zu gefährlich. Mit anderen Kindern spielen? Nein danke,ebenfalls viel zu gefährlich. Obwohl er es jetzt könnte, verweigert Samuel sich, zu Leben. Bis plötzlich Frida vor ihm steht und er sich notgedrungen darauf einlässt, ihr ein bisschen was zu zeigen. Samuels Ziel ist es, Frida wieder loszuwerden und dass so schnell es geht. Doch Frida hat andere Pläne. Und am Ende müssen beide einsehen, dass manche Planänderung viel schöner ist, als die ursprüngliche Idee.

Nach dem Lesen des Buches war ich etwas zwiegespalten und es fällt mir schwer zu sagen, wie es mir genau gefallen hat. Es gibt wirklich viele tolle Aspekte in dem Buch, es gibt aber auch Dinge, mit denen ich hadere, besonders auch in Hinblick auf das empfohlene Lesealter. Was zum einen daran liegt, dass ich mir nicht sicher bin, wie sehr Kinder mit 10 Jahren schon „um die Ecke denken“, wie viel sie hinein interpretieren und ob es wirklich nötig ist, ihnen immer wieder „Mordfantasien“ unter die Nase zu reiben.

Etwas detaillierter:
Samuel kennt eigentlich nur das Leben im Krankenhaus. Für den Elfjährigen stellt es eine große Herausforderung dar, sich jetzt dem „normalen“ Leben zu stellen, mit all den Gefahren, Unfallrisiken und Keimen. Während seiner Krankheitsgeschichte konnte er sich nämlich wunderbar damit beschäftigen, wobei man statistisch gesehen am häufigsten stirbt oder sich schwer verletzt. Sein Entschluss steht demnach fest: er verlässt einfach das Haus nicht, da kann ihm schon mal weit weniger passieren. Diese Reaktion fand ich nachvollziehbar, schließlich musste er all die Jahre aufpassen, dass ihm nichts passiert, er nicht krank wird, immer wieder um sein Leben kämpfen. Andererseits nutzt er die Chance auf sein neu gewonnenes Leben damit natürlich auch so gar nicht – bis Frida kommt. Frida, die sich als kleiner Tod vorstellt und damit eine Auszubildende des großen Tods ist. Kann man vom Tod lernen, wie leben geht? Man möchte vielleicht denken: nein, wie soll das gehen. Aber durch das ungleiche Gespann, gelingt es tatsächlich Samuel aus seinem Schneckenhaus zu holen – einen Aspekt den ich an sich wirklich mochte. Wodurch er Frida zeigt, wie es ist ein Mensch zu sein, was wichtig ist, woran man denken muss, was die Dinge zu bedeuten haben, die sie fühlt und so weiter, lebt er ganz automatisch mit, überschreitet vorher gesetzte Grenzen, lernt neue Leute kennen und erlebt Sachen, die er bisher nie machen konnte. Wie sie sich gegenseitig anstacheln, teilweise auch aufziehen und miteinander agieren mochte ich. Etwas bitterer Beigeschmack dabei ist allerdings, dass Frida immer wieder überlegt, was sie noch gefährliches machen können, damit sie Samuels Seele möglichst bald mitnehmen kann. Das ist schon makaber. Nun ist es für mich, als erwachsene Leserin, nicht das Problem das zu selektieren und für mich das rauszuziehen, was teilweise nur zwischen den Zeilen steht und eben Frida auch einfach als unerfahren und nicht zwingend böse zu sehen, gelingt das aber auch den jungen Lesern?
Es gibt schon witzige Passagen im Buch, kuriose Erlebnisse, schräge Versuche, die missglückte Situation zu retten und ganz nebenbei gewöhnen die beiden sich so aneinander, dass eine Freundschaft entsteht. Die Erkenntnisse, die Frida zum Thema Freundschaft auf ihre Spickzettel schreibt, mochte ich besonders. Das ist wirklich mitten aus dem Leben gegriffen. Auch wenn der Hintergedanke, wieso sie diese Freundschaft will, eher düster bleibt.

Leben und Tod ist unvereinbar und auch Kinder kommen leider immer wieder damit in Berührung. Sich sein Leben zu „verbieten“, nur um keine Gefahr einzugehen, das ist sicher nicht der richtige Weg. Und Samuel erlebt so viel, was er vorher als zu gefährlich empfand und hat größtenteils dann auch Spaß daran, die Welt zu entdecken. Mit Frida wird es auch wahrlich nie langweilig. Man könnte vielleicht auch im übertragenen Sinne sagen, der Tod steckt in allen Dingen oder kann einen überall erwarten, nicht nur dort, wo man es für wahrscheinlich hält, aber ebenso kann man auch einfach tolle Erfahrungen sammeln, ohne dass dabei etwas passieren muss.

Das Buch ist super schön illustriert. Durch die Bilder wird die Handlung sehr lebendig und ich fühlte mich, als wäre ich stets mit dabei, wenn Samuel und Firda wieder neues erleben, wenn Frida neuen Unsinn anstellt und einfach mal testet, was alles so möglich ist. Für sie ist es das erste Mal auf der Erde, sie kennt also selbst die grundlegenden Dinge nicht, das führt immer wieder auch zu witzigen Situationen und insgesamt wird schon eine gewisse Leichtigkeit im Buch aufrechterhalten, obwohl es ja durchaus ein ernstes Thema ist, das da mitschwingt. Es gibt viele schöne Entwicklungen, besonders der Aspekt der Freundschaft und auch die Änderungen innerhalb der Familie haben mir gut gefallen. Es wird nicht nur Samuels Seite beleuchtet, auch wenn er im Mittelpunkt steht, auch wie seine Eltern sich fühlen, fließt mit ein – ein Punkt, den ich wichtige finde, denn ein krankes Kind zu haben, ist für Eltern eine emotionale Herausforderung, die ihnen auch mental und körperlich oft einiges abverlangt.
Die anderen Personen, die Samuel und Frida kennenlernen, wurden insgesamt nicht so intensiv behandelt. Bei den beiden Pfadfinder-Kids fand ich das schade, weil auch sie ihre Päckchen zu tragen hatten, aber das hätte vermutlich auch einfach den Rahmen gesprengt.

An sich mochte ich auch den Schreibstil und auch die Charaktere an sich haben mir gefallen und waren definitiv mal anders, als man sie sonst oft erlebt. Die Geschichte liest sich sehr flüssig, die Handlung geht schnell voran, es gibt immer wieder Chaos und neue Probleme, aber auch schöne Erkenntnisse und tolle Erlebnisse. Trotzdem ist der Aspekt „wie bringe ich Samuel am besten in Gefahr“ irgendwie schwierig… Aus Fridas Sicht kann man das sicher verstehen, schließlich denkt sie, dann hat sie ihre Aufgabe schneller erfüllt. Auf ihrem Weg, das Leben zu lernen, muss auch sie selbst viel lernen, erkennen und verstehen. Ihren Erkenntnisprozess an sich mochte ich auch. Man könnte ihre Gedanken zu „was ist schön gefährlich“ vielleicht auch auf die Weise interpretieren, dass eben viele Dinge gefährlich sein können, es aber nicht zwingend immer sind, nicht nur weil Frida nicht so eingreifen kann, wie sie gern will, sondern weil vielleicht auch viel Zufall oder Pech nötig wäre. Allerdings denke ich, das sind alles eher Gedanken, die ich mir als Erwachsene mache.

Am Ende bleibt es für mich schwierig, das Buch wirklich einzuschätzen… Sich mit dem Thema Tod, Sterben und Krankheit auseinander zu setzen, finde ich schon wichtig. Das muss natürlich jeder dann auch für sich oder sein Kind beurteilen, ob das passend ist und verarbeitet werden kann. Möglicherweise kann es auch dabei helfen, wenn man als junger Leser selbst von Krankheit betroffen ist bzw. war, wieder mehr Mut zu fassen, das Leben anzugehen und sich nicht zu verstecken, denn es gibt viel zu erleben und vielleicht muss man sich ein Stückweit auch mit dem Tod anfreunden, um das Leben genießen und nutzen zu können.
Fazit

Ein Kinderbuch, das ein eher bedrückendes Thema mit einer gewissen Lockerheit und auch einer ordentlichen Portion Witz kombiniert. Viele der Entwicklungen, besonders die Aspekte rund um Freundschaft, innerhalb der Handlung mochte ich und ich finde es an sich auch gut, dass Krankheit und Tod nicht nur bedrückend und erschlagend dargestellt worden sind, damit auch jüngere Leser einen besseren Zugang zu den Themen finden. Dennoch finde ich den Gedanken, den Frida ja immer wieder einwirft, irgendwie schwierig.

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