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Veröffentlicht am 01.02.2024

Abenteuergeschichte mit japanischer Mythologie

Die Perlenjägerin
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Als Perlentaucherinnen verbringen die Zwillingsschwestern Kai und Kishi sehr viel Zeit im Meer. Sie kennen die Gefahren, die dort lauern und die Regeln, die sie beachten müssen, um beim Tauchen wohlbehalten ...

Als Perlentaucherinnen verbringen die Zwillingsschwestern Kai und Kishi sehr viel Zeit im Meer. Sie kennen die Gefahren, die dort lauern und die Regeln, die sie beachten müssen, um beim Tauchen wohlbehalten an die Oberfläche zurück zu kommen. Als Kishi bei einem dummen Wettstreit erneut lostaucht, obwohl das Wasser langsam unruhig wird, gerät sie in die Fänge eines Geisterwals und scheint verloren. Doch Kai hat sich in den Kopf gesetzt, ihre Schwester zu retten, koste es, was es wolle. So lässt sie sich auf einen Handeln mit einer Göttin ein, die etwas von ihr fordert, was kaum zu beschaffen ist. Für Kai beginnt eine abenteuerliche Reise ins Ungewisse mit zahlreichen Gefahren und Hindernissen.

Nach dem Lesen der Geschichte empfinde ich das Cover als noch besonderer, weil so viele Details drin stecken, die mit der Handlung zu tun haben. Vorher fand ich es zwar auch schon toll anzuschauen, aber wenn man die Elemente zuordnen kann und weiß, was sie für eine Bedeutung innerhalb der Geschichte haben, ist es noch mal etwas anderes. Der Farbschnitt, der das Cover fortsetzt sieht ebenfalls richtig toll aus.

Der Einstieg in das Buch ist mir leicht gelungen. Man erlebt direkt eine kleine, etwas unheimlichere Szene mit, bevor man dann die Zwillinge und ihre Eltern etwas besser kennenlernt und mehr über ihre Tradition des Perlentauchens erfährt. Insgesamt bleibt viel von der Familie jedoch etwas blass, da man fast die gesamte Zeit nur mit Kai unterwegs ist. So bekommt man von der Protagonistin einen ganz guten Eindruck. Etwas schade finde ich, dass sie ihre Schwester so idealisiert und als perfekt darstellt. Möglicherweise empfindet sie es so, vermutlich schwingen da aber auch viele Schuldgefühle mit, aufgrund der Situation, in der sich die Familie befindet. Jeder hat so seine Stärken und Schwächen. Kai ist unglaublich mutig, dass sie loszieht, um ihre Zwillingsschwester zu retten und sich dafür allerhand Gefahren stellt, von denen sie zuvor vermutlich gar nicht gedacht hätte, dass sie diese bestehen könnte. Immer wieder stößt sie aber auch an Grenzen, muss auf kleine Tricks zurückgreifen oder ist auf Hilfe anderer angewiesen. Insgesamt mochte ich Kai, ich habe sie gern auf ihrer Reise begleitet und war gespannt, was für Herausforderungen sie im Laufe der Zeit noch so meistern wird.

Der Schreibstil ist größtenteils flüssig und mitnehmend. Es gibt viele tolle Beschreibungen, so dass man sich die Landschaft gut vorstellen kann und einen bildhaften Eindruck von den Personen und Wesen bekommt, denen Kai unterwegs begegnet. Die schöne Karte zu Beginn des Buches ermöglicht es zudem, die Reise der Protagonistin gut mitverfolgen zu können. Bei all den fremden Namen für die Orte, ist das auf jeden Fall hilfreich. Das Glossar am Ende des Buches erklärt noch mal einige Begriffe, besonders im Zusammenhang mit der Mythologie.
Die Japanische Mythologie findet sich an verschiedenen Stellen der Geschichte wieder. So erhält man einen kleinen Eindruck von einigen Dingen, ohne dass es sich in zu vielen Details verliert. Es gibt der Handlung in einigen Passagen eine besondere Atmosphäre und enthielt für mich auch neue Aspekte.

Im Mittelteil der Geschichte gab es für mich aber auch ein paar Längen innerhalb der Handlung, dort empfand ich den Schreibstil teilweise auch nicht als so richtig fließend, wie es sonst oft der Fall war. Man tritt ein wenig auf der Stelle, erfährt zwar etwas über den Alltag der Familie, bei der Kai zu diesem Zeitpunkt ist, aber die Spannungskurve flacht dort doch ziemlich ab. Auch wenn die Zeit dort durchaus hilfreich für den Rest der Reise ist und eine gewisse Bedeutung hat. Danach wurde das Tempo und die Spannung dann aber wieder angezogen und es wurde auch noch mal turbulenter und gefährlicher. Die magischen, übernatürlichen Elemente, die in die Geschichte mit einfließen, haben mir insgesamt gut gefallen.
Mir persönlich kam das Ende dann auch irgendwie etwas zu plötzlich. Zwischendurch dachte ich sogar, es könnte eine Fortsetzung geben, weil einiges in der Handlung darauf hindeutete und dann war es plötzlich zu Ende, ohne wirkliche Hoffnung auf eine Fortsetzung. Es gibt also schon eine Auflösung, die für mich auch überraschend war, ich weiß aber noch nicht so richtig, wie zufriedenstellend ich diese finde.

Fazit
Eine Abenteuergeschichte, die sich gut und flüssig lesen lässt, auch wenn es für mich im Mittelteil des Buches einige Längen gab. Wodurch die japanische Mythologie in verschiedenen Passagen in die Handlung einfließt, bekommt die Geschichte oft eine besondere Atmosphäre, die ich sehr mochte. Es ist eine gute Mischung aus Abenteuern, Herausforderungen, Entwicklungen der Protagonistin, anderen Charakteren, die auf verschiedene Weise in die Handlung eingreifen, Freundschaft, Hoffnung und Träumen.

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Veröffentlicht am 02.12.2023

zurück in der Märchenwelt von Schneewittchen

Yukina
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Hörbuchrezension:

Was ist eigentlich aus Schneewittchen geworden, nachdem die Geschichte endete? In „Yukina“ taucht die Märchenprinzessin wieder auf, es dreht sich allerdings hauptsächlich um ihre Tochter, ...

Hörbuchrezension:

Was ist eigentlich aus Schneewittchen geworden, nachdem die Geschichte endete? In „Yukina“ taucht die Märchenprinzessin wieder auf, es dreht sich allerdings hauptsächlich um ihre Tochter, die zu Beginn des Buches Sechzehn wird und damit alt genug ist, um sich einen Gemahl zu suchen, mit dem sie später das Königreich regieren soll. Für Yukina ist das jedoch gar nicht so leicht. Nicht nur, weil sie sich so jung noch nicht festlegen möchte, viele der Prinzen scheinen eher Augen für ihre schöne Mutter zu haben und sich mehr dafür zu interessieren, wie sie es Schneewittchen rechtmachen können. Und auch die allgemeine Lage im Königreich könnte besser sein. Schlechte Ernten sorgen zunehmend für Unruhen, Krankheiten und Unzufriedenheit beim Volk. Wieso nur nehmen sich Yukinas Eltern dem Problem so wenig an? Die junge Prinzessin setzt alles daran, herauszufinden, was es mit all diesen Dingen auf sich hat.

Ich bin zufällig auf dieses Hörbuch gestoßen und bin ohne Erwartungen rangegangen. Märchen und Märchenadaptionen höre und lese ich ganz gern mal, daher war mein Interesse schnell geweckt.

Die Ausgangssituation fand ich schon mal ziemlich cool. Dass man eben nicht Schneewittchen im neuem Gewand erlebt, sondern ihre Tochter begleitet und Schneewittchen dementsprechend trotzdem Teil der Geschichte ist. Immer wieder werden auch Elemente aus dem Märchen aufgegriffen und auch der Fakt, dass Schneewittchen die schönste im Land ist, spielt immer mal wieder eine Rolle. Sehr zum Leidwesen von Tochter Yukina, die ja eigentlich gerade nach einem Mann Ausschau halten soll.
Umso weiter das Buch voranschreitet, umso mehr offenbart sich, dass es da mehr Schwierigkeiten gibt, als nur Unstimmigkeiten zwischen Mutter und Tochter, die sich aber auch durch die Geschichte ziehen. Im Königreich gibt es verschiedene Probleme, denen sich angenommen werden muss. Was es dafür für Gründe gibt, erfährt Yukina dann auch erst mit der Zeit, da sie bisher eher rausgehalten wurde, aus all diesen Belangen.

Da man Yukina aus der Ich-Perspektive begleitet, hat man sehr detaillierte Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Damit kann man gut verfolgen, wie sie sich entwickelt, was sie beschäftigt und was sie so plant und beschließt – nicht immer ganz durchdacht. Immer wieder merkt man, dass die Protagonistin erst Sechzehn ist. Sie ist manchmal noch sehr naiv, schnell reizbar und unsicher in Dingen, die ihr neu sind. Das empfand ich aber schon als authentisch, auch wenn es manchmal ein wenig anstrengend war, wie sie sich verhalten hat. Auch Liebe spielt im Buch eine Rolle, wie anhand des Klappentextes schon ersichtlich war. Zum Glück aber nicht ganz so dieses „ein Mal gesehen und sofort geheiratet“. Ein wenig mehr Zeit zum Verlieben und sich klarwerden, was das da für Gefühle sind, gibt es dann schon. Ein wenig kitschig bleibt es an einigen Stellen dennoch, ich fand es aber zum Gesamtbild und der Geschichte durchaus passend.

Schön fand ich, dass zum Beispiel auch die Zwerge ihren Platz in der Handlung haben, die mochte ich schon im Originalmärchen sehr gern. Insgesamt geht man bei den Figuren nicht so extrem in die Tiefe, vieles bleibt doch eher an der Oberfläche, aber man bekommt zumindest den einen oder anderen Einblick und kann die wichtigsten Charaktere halbwegs einschätzen.

Im Verlauf gibt es so einige Probleme und auch Gefahren, mit denen sich die Protagonistin auseinandersetzen muss. Dabei bekommt sie von unterschiedlichen Seiten Hilfe, so dass oft eine Gemeinschaft an der Bewältigung arbeitet und eine schöne Dynamik entsteht. Manchmal gab es Momente zum Schmunzeln und Dialoge, die mit einem frechen Spruch daherkommen. Manche Unterhaltungen haben mich aber auch nicht ganz so mitgerissen. Auch die Intensität der Emotionen war für mich recht unterschiedlich. In einigen Passagen habe ich sehr gefühlt, wie es Yukina geht oder was andere sagen, an anderen Stellen wurde zwar gesprochen, gedacht oder gefühlt, es kam bei mir aber nicht immer so richtig an. Insgesamt hat die Sprecherin einen guten Job gemacht, ich hab ihr gern zugehört und fühlte mich auch mitgenommen. Viele der Charaktere konnte ich auch problemlos auseinanderhalten, einige klangen recht ähnlich, durch die Hinweise im Text wusste man dann aber trotzdem immer, wer spricht.
An der einen oder anderen Stelle hätte es gern weniger Wiederholungen geben können. So lang ist das Buch jetzt nicht, dass man mehrfach auf Dinge hinweisen muss, die bereits gesagt wurden. Das ist aber auch nur mein persönliches Empfinden und gestört hat es mich auch eher da, wo die Zeitabstände sehr gering waren, bis es noch mal aufgegriffen wurde. An sich mochte ich aber den Stil der Geschichte. Es gab kleine Augenblicke, die etwas spannender waren, andere Passagen waren eher auf die Gefühlslage ausgerichtet oder aufs Pläneschmieden. Immer wieder kann man auch für ich selbst überlegen wie das eine oder andere zusammenhängt und wer da vielleicht noch seine Finger im Spiel hat oder wie weitreichend die gefährliche Macht ist, die ebenfalls eine Rolle spielt. Die Elemente der Handlung greifen gut ineinander und ergeben ein schönes Gesamtbild, das Spaß gemacht hat.
Fazit

Eine schöne Geschichte, die mich zwar nicht restlos überzeugt hat, die aber Spaß beim Zuhören gemacht hat. Viele Märchenelemente aus Schneewittchen finden hier wieder ihren Platz, teilweise werden sie belassen, teilweise auch etwas angepasst oder abgeändert. So fühlt man sich direkt wieder mit in die Märchenwelt gezogen, was eine schöne Atmosphäre mit sich bringt. Insgesamt hat mir die Mischung, Dynamik und der Aufbau gut gefallen, auch wenn ich hier und da kleine Kritikpunkte hatte.

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Veröffentlicht am 02.12.2023

Kinderbuchabenteuer mit toller Atmosphäre

Das Geheimnis von Darkmoor Hall
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Kate ist mit ihrer Familie erst vor kurzem in den kleinen Küstenort Darkmoor-on-Sea gezogen und hatte sich das alles deutlich spannender vorgestellt. Das kleine Örtchen ist ruhig, manchmal wirkt es nahezu ...

Kate ist mit ihrer Familie erst vor kurzem in den kleinen Küstenort Darkmoor-on-Sea gezogen und hatte sich das alles deutlich spannender vorgestellt. Das kleine Örtchen ist ruhig, manchmal wirkt es nahezu ausgestorben, manche der Bewohner sind etwas eigen und so richtig Anschluss hat Kate bisher auch nicht gefunden. Erst als sie durch Zufall auf wundervolle Zeichnungen stößt, die jemand liegengelassen hat und fast zeitgleich mitbekommt, wie jemand von etwa gleichaltrigen Jungen verfolgt wird, ändert sich das. Schnell schließt sie mit Billy, dem Jungen, der von den anderen gemobbt und verfolgt wurde, und Gus, der die Zeichnungen angefertigt hat, Freundschaft und der Sommer wird deutlich aufregender, als es zunächst schien. Gus Urgroßvater hat ihm nämlich einen alten Kompass vermacht. Und ein Rätsel, das die drei Kinder vor knifflige Aufgaben stellt und manchmal auch in Gefahr bringt.

Für die elfjährige Kate hat der Umzug erst mal nicht das gebracht, was sich erhofft wurde. Ihre Eltern wollten neu anfangen, sich den Traum eines Cafés erfüllen und damit auch ein wenig ihre Ehe retten. Doch das Schweigen zwischen den Eltern hält an und Kate zieht es immer mehr nach draußen, um das Örtchen zu erkunden, wenn es sonst schon nichts zu tun gibt. So bekommt man gleich zu Beginn der Geschichte wundervolle, atmosphärische Beschreibungen der Umgebung. Besonders die bildhaften Formulierungen rund um das Aussehen der Klippen und des alten Herrenhauses Darkmoor Hall mochte ich sehr. Wenn dann noch die Natur mitspielt, der Wind pfeift, Wasser an die Felsen schlägt, Nebel aufzieht und alles ein wenig unheimlicher wird, zaubert das eine tolle Stimmung, in der die Handlung noch lebendiger wirken kann. Auch das Geheimnis, das sich um das Herrenhaus und dazugehörige Familie rankt, wirkt damit gleich noch etwas intensiver. Ich empfand die Atmosphäre aber nicht als zu gruselig oder beängstigend. Es wird eben eine etwas unheimlichere Stimmung erzeugt, ein bisschen schaurig, aber nicht so, dass man beim Lesen Angst haben muss.

Der Schreibstil ist mitnehmend und flüssig, sprachlich einfach gehalten, so dass auch junge Lesende den Entwicklungen gut folgen können und trotzdem spannend. Die kleinen Zeichnungen, die sich auf einigen Seiten befinden, unterstützen die Handlung sehr gut. Sie sind nicht zu einnehmend, aber stimmungsvoll und sehr passend zu dem, was geschieht.
Ich mochte besonders die Kombination aus sich entwickelnden Freundschaften mit ein paar Hürden und den Rätseln, die die Kinder lösen. Dabei dringen sie immer weiter in die Geheimnisse der Familie und des Herrenhauses vor, begeben sich an teilweise düstere Orte, setzen sich einigen Gefahren aus, müssen Lösungen für missliche Lagen finden und vorallem auch zusammenhalten.
Mobbing und Ausgrenzung spielen im Buch ebenfalls eine Rolle, ebenso wie verschiedene familiäre Situationen, Vorurteile, festgefahrene Ansichten und etwas eingestaubte Wert- und Lebensvorstellungen.
Mir hat die Dynamik in der Geschichte gut gefallen, es geht stetig voran, die Konzentration dabei liegt schon auf den Familiengeheimnissen und den Dingen, die die Kinder dazu rausfinden, man erfährt aber Stück für Stück auch von ihnen ein wenig mehr und ihre Freundschaft festigt sich. Kleine Erfolge und Misserfolge begleiten die drei Freunde dabei, es geht also nicht immer alles nur gut, man stolpert aber auch nicht von einer Katastrophe in die nächste.
Im Verlauf wird es immer abenteuerlicher und am Ende war ich definitiv neugierig auf die Fortsetzung, die ich bestimmt auch bald lesen werde.
Fazit

Ein tolles Kinderbuchabenteuer, das richtig Spaß beim Lesen gemacht hat. Besonders durch den bildgewaltigen, atmosphärischen Stil und die unglaublich liebevoll ausgearbeiteten Schauplatz- und Landschaftsbeschreibungen wird man sehr intensiv in die Handlung gezogen und kann sich alles gut vorstellen. Die Kombination aus mysteriösen Familiengeheimnissen und der sich entwickelnden Freundschaft, den kleinen Hürden und Gefahren und den Erfolgen hat mir richtig gut gefallen.

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Veröffentlicht am 02.12.2023

gute Kurzgeschichte

Sator - Die Saat des Bösen
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Für Sandra ist der Besuch in ihrem Heimatdorf eher eine lästige Pflicht als Freude. Würde ihre Mutter nicht noch immer dort wohnen, würde sie nichts an diesen abgelegenen Ort ziehen, der abgeschnitten ...

Für Sandra ist der Besuch in ihrem Heimatdorf eher eine lästige Pflicht als Freude. Würde ihre Mutter nicht noch immer dort wohnen, würde sie nichts an diesen abgelegenen Ort ziehen, der abgeschnitten von der restlichen Zivilisation zu sein scheint. Nur wenige der Bewohner verlassen den Ort, um in die umliegenden Städte zu fahren. Die Atmosphäre ist eigentümlich, die Gesetze scheinen vom Dort selbst geschrieben zu werden.
Dass Sandra nun in eine Erbstreitigkeit reingezogen wird, hätte sie allerdings nicht erwartet. Schneller als ihr lieb ist, steckt sie mitten in den Ungereimtheiten und muss ihren Kopf für Dinge öffnen, die sie niemals für möglich gehalten hätte. Normale Polizeiarbeit sieht definitiv anders aus.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Man kann leicht in die Handlung eintauchen und wird gut mitgenommen, auch wenn man, wie bei Kurzgeschichten üblich, nicht so sehr in die Tiefe eintaucht. Die Hintergrundinformationen zu den Charakteren sind reduziert, trotzdem kann man sich ein Bild der Protagonistin machen und bekommt einen Eindruck davon, wie sie tickt und wie ungern sie eigentlich in ihrem Heimatdorf ist. Wenn man ein paar Seiten liest, kann man auch verstehen, dass diese eingeschworene Gemeinde etwas eigentümlich zu sein scheint. Nicht nur, dass jeder von jedem alles zu wissen scheint, man mischt sich auch gern mal ein oder organisiert, was man als wichtig erwachtet. Privatsphäre wird da schnell schwierig. Dass Sandra eigentlich nicht aus beruflichen Gründen da ist, interessiert auch niemanden. Wo sie schon mal da ist, kann sie sich ja auch kümmern und kleine Ermittlungen anstellen. Obwohl sie geplant hatte, nur ein oder zwei Gespräche zu führen, wird sie dann doch recht schnell in die gesamte Sache mit reingezogen und stellt mehr Nachforschungen an, nachdem ihr zugetragen wurde, dass es noch mehr Ungereimtheiten im Dorf gibt. Dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, ahnt man schnell, worum genau es sich dreht, erfährt man dann im Verlauf der Novelle.
Zwischendurch gibt es kleine Passagen, in denen die Atmosphäre düsterer und aufgeladener ist, als im Rest der Kurzgeschichte, die stellenweise schon recht ruhig, aber nicht uninteressant, ist. Da kommt dann auch mehr Spannung auf und man kann etwas mit Sandra mitfiebern, auch wenn es jetzt nicht die ganz großen Wendungen gab. Ich hätte die Auflösung zwar nicht vorhersagen können, aber dafür hat man auch zu wenig Informationen zu Vorgeschichten, Figuren und Co. Um wen es sich dreht, ist aber schnell offensichtlich und dass mit ihr was faul ist, wird ebenfalls früh klar. Welches Geheimnis sich um sie rankt, fand ich aber gut gemacht.
Auch wenn Sandra sich dagegen sperrt, rückt der phantastische Aspekt mit der Zeit mir in den Fokus der „Ermittlungen“. Ich mochte die Verflechtung, es gibt der Handlung noch mal eine andere Stimmung und macht manches nicht gleich ganz so offensichtlich, weil man erst mal herausfinden muss, was genau da an Übernatürlichem mit reinspielt.
Fazit

Eine schöne Kurzgeschichte, die sich flüssig lesen lässt und mit kleinen Spannungsmomenten und Offenbarungen daherkommt. Da man nicht so tief eintaucht und alles recht zügig wieder vorbei ist, ist es eher ein kurzweiliges Leseerlebnis, so dass auch der „Gruselfaktor“ für mich persönlich nicht so groß war, auch wenn einige Stellen schon unheimlichere Elemente enthalten. Der Stil ist insgesamt auf jeden Fall angenehm und ich würde gern auch längere Geschichten lesen, in denen sich dann die Handlung noch mehr aufbaut, man die Charaktere noch mehr kennenlernt und es noch mehr Verstrickungen und Auflösungen geben könnte.

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Veröffentlicht am 06.11.2023

toller Auftakt, wundervolle Buchaufmachung

Das Geheimnis von Nox 1: Licht, Schatten – Flederratten!
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Normalerweise halten sich die Taglinge von Nox fern. Die Nacht ist für die Nachtlinge gemacht, der Tag für die Taglinge. Klare Regel und wenn man sich daran hält, dann entgeht man so einigen Gefahren. ...

Normalerweise halten sich die Taglinge von Nox fern. Die Nacht ist für die Nachtlinge gemacht, der Tag für die Taglinge. Klare Regel und wenn man sich daran hält, dann entgeht man so einigen Gefahren. Auch Fill hat sich bisher daran gehalten, nicht in die Nacht hinauszugehen. Doch dann kam der Tag, an dem irgendwie alles anders war. Die neue, magisch präparierte Pfanne brauchte unbedingt Lavendel für die Pfannkuchen und als Fill sich aus dem Fenster beugt, um welchen zu angeln, büxt sein Kater aus und verschwindet in der Nacht. Der Junge folgt ihm, trotz aller Bedenken, und erlebt die ersten kleinen Abenteuer, Wunder und Gefahren. Und es wird auch nicht Fills einziger Ausflug nach Nox bleiben, wenn sich auch die Gründe mit der Zeit ein wenig ändern… Eine spannende, aufregende Zeit, in der Fill so manches entdeckt und erfährt, sich aber auch immer wieder bewusst machen muss, dass die Warnungen vor Nox nicht umsonst da sind.

Die Aufmachung des Buches ist richtig toll. Die Passagen in der Tag- und Nachtwelt sind optisch gut zu unterscheiden. Sobald man nachts unterwegs ist, sind auch die Buchseiten dunkler gehalten, zwischendurch gibt es auch richtig schwarze Seiten, die den Übergang dann noch intensiver machen. Mir hat diese Unterscheidung sehr gut gefallen, weil das Erleben damit noch lebendiger gemacht wird und man beim Lesen selbst den Eindruck hat, dass es „dunkler“ wird. Man weiß dann auch auf den ersten Blick, in welchem Bereich man sich gerade befindet.
Kleine und größere Illustrationen unterstützen zudem die Handlung, manchen alles noch besser vorstellbar und lassen einen noch intensiver in das geschehen eintauchen. Bereits zu Beginn des Buches gibt es eine Übersicht mit den wichtigsten Charakteren, in der man bei Bedarf dann auch noch mal nachschauen könnte. Ein kleines Highlight waren für mich die Glühwürmchen, die im Buch eine Rolle spielen und die daher auch in den Illustrationen immer wieder auftauchen.

Der Schreibstil ist leichtgängig, flüssig, mitnehmend und sprachlich leicht gehalten, so dass es auch für das vom Verlag empfohlene Lesealter verständlich sein wird. Mir hat auch der Aufbau der Geschichte gut gefallen. Es gibt immer wieder kleine spannende Passagen, aber auch Momente zum Schmunzeln und Szenen, die neugierig auf die Fortsetzung machen. Gleichzeitig taucht man aber auch erst mal in die Welt, in der Fill lebt, ein, erhält erste Informationen, erlebt kleine Überraschungen und entdeckt immer wieder Neues.
Mit einem personalen Erzähler begleitet man Fill bei seinem Alltag, erhält Eindrücke von dem Ort, an dem er lebt, seinen beiden besten Freunden, seinem Vater, einem angesehenen Quaschelbauern, und der Schule. Es gibt nicht viele Quaschelbauern im Ort, der Anbau ist sehr anspruchsvoll und zeitintensiv, die Ernte unter Umständen ziemlich bunt und der Umsatz stark von der Qualität abhängig. Kein Wunder also, dass Fill sich verleiten lässt, als er die Chance wittert, seinem Vater unter die Arme zu greifen, der hart arbeitet, sich immer wieder gegen seinen Konkurrenten durchsetzen muss und noch dazu zwischenzeitlich von diesem verbal angegangen wird. Die Tochter der Konkurrenz ist in Fills Klasse, so dass auch er direkt davon betroffen ist. Allerdings hat Fills Entscheidung nicht die gewünschte Wirkung und die Folgen treiben ihn noch tiefer in die Nachtwelt hinein, obwohl er immer wieder merkt, dass es eben doch nicht ganz ungefährlich ist. Zum Glück hat er Hilfe, um sich zurechtzufinden und die Abenteuer, die auf ihn zukommen, zu überstehen, wenn auch nicht immer ganz unlädiert.

Die magischen Komponenten fügten sich aus meiner Sicht gut in die Handlung ein. Umso weiter man vorankommt, umso besser wird der Einblick und Überblick über die uns unbekannten Tiere, die es in Nox und bei den Taglingen gibt, über magisch erschaffene Gegenstände und ihre Eigenarten, über die magischen Wesen bzw. Wesen allgemein, die es in der Welt gibt. Wodurch die Kinder in der Schule über beide Welten etwas lernen, gibt es immer wieder Verknüpfungen und manchmal liest man dann schon etwas zu den Wesen, die Fill bei seinem nächsten Ausflug live sehen wird. Für mich fügte sich das alles harmonisch zusammen und es war interessant, mehr zu erfahren, unabhängig davon, ob es über den Unterricht oder die Ausflüge nach Nox passierte.
Die Charaktere waren mir sympathisch, es hat Spaß gemacht, sie zu begleiten. Einige Geheimnis bzw. Eigenarten werden sie bestimmt noch mit sich bringen, von denen man aktuell noch nichts weiß bzw. ahnt. Ich mochte auch, dass immer wieder welche von den anderen Wesen und Tieren eine Rolle spielten und sie auf die eine oder andere Weise die Handlung beeinflussen.
Insgesamt eine spannende, abwechslungsreiche und interessante Mischung, die mir viel Freude gemacht hat. Ich finde Nox ein wenig spannender, als die Taglingwelt, hat sicher aber damit zu tun, dass sie noch mysteriöser, geheimnisvoller und eben einfach ein Stück weit gefährlicher ist. Ich finde aber, es greift einfach gut ineinander, auch weil es keine so ganz komplett verschiedenen Welten sind. Das näher zu erläutern, würde jetzt aber vielleicht zu viel vorwegnehmen.
Fazit

Ein toller, facettenreicher Auftakt, der neugierig auf die Fortsetzung und weitere Abenteuer macht. Einiges deutet sich auch schon an, was da auf Fill und die anderen zukommen könnte. Der Schreibstil ist sehr leichtgängig und mitnehmend, es hat Spaß gemacht, die Charaktere zu begleiten und immer tiefer ins Geschehen einzutauchen. Noch dazu ist die Aufmachung des Buches richtig toll. Die Illustrationen und die Unterscheidung der Tag- und Nachtwelt, auch in der Gestaltung der Buchseiten, haben die Ereignisse gut unterstützt und noch lebendiger gemacht. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe.

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