Ich wusste, dass es wehtut, und hab es trotzdem nochmal gelesen 😭
Wie die Ruhe vor dem SturmIch habe 'Wie die Ruhe vor dem Sturm' von Brittainy C. Cherry letzte Nacht nochmal rereadet, nachdem ich vorher nur Thriller gelesen habe, und ich wusste eigentlich schon, worauf ich mich einlasse. Ich ...
Ich habe 'Wie die Ruhe vor dem Sturm' von Brittainy C. Cherry letzte Nacht nochmal rereadet, nachdem ich vorher nur Thriller gelesen habe, und ich wusste eigentlich schon, worauf ich mich einlasse. Ich brauchte einfach genau dieses Gefühl…und ja, es wurde wieder ein kompletter Ugly Cry.
Die Geschichte begleitet Ellie und Grey in zwei Phasen ihres Lebens. Am Anfang lernt man sie als Jugendliche kennen, beide mit ziemlich schweren familiären Themen im Hintergrund, und man merkt schnell, wie sehr sie sich gegenseitig Halt geben. Jahre später treffen sie wieder aufeinander, aber alles ist anders. Grey ist nicht mehr der Junge von früher, sondern total verschlossen und von seiner Vergangenheit geprägt. Ellie arbeitet dann ausgerechnet in seinem Haushalt, kümmert sich um seine Kinder, und zwischen ihnen steht einfach unglaublich viel Ungesagtes. Es geht viel um Verlust, Trauer und darum, ob man überhaupt wieder zueinanderfinden kann, wenn so viel passiert ist.
Was mich beim Lesen wieder richtig getroffen hat, war diese Intensität. Dieses Buch ist nicht einfach nur traurig, es zieht sich wirklich durch jede Seite so eine Schwere, aber gleichzeitig auch etwas Hoffnungsvolles. Vor allem die Kapitel aus der Jugend haben mich komplett bekommen. Diese Verbindung zwischen Ellie und Grey fühlt sich da so ehrlich und zerbrechlich an, dass man eigentlich schon weiß, dass es später nur wehtun kann.
Ellie mochte ich total gern, weil sie eher leise ist, aber trotzdem stark auf ihre eigene Art. Grey…puuh. Ich verstehe total, warum er so ist, wie er ist, aber manchmal war er wirklich schwer auszuhalten. Diese emotionale Distanz und wie er mit allem umgeht, hat mich stellenweise echt frustriert. Gleichzeitig macht genau das die Geschichte aber auch glaubwürdig. Ich war die ganze Zeit so zwischen 'ich verstehe dich' und 'bitte reiß dich zusammen'.
Der Schreibstil ist typisch für die Autorin, sehr gefühlvoll, fast schon poetisch. In manchen Momenten genau das, was die Geschichte braucht, in anderen war es mir ehrlich gesagt ein bisschen zu viel Drama. Aber gerade beim Reread hat es mich wieder voll abgeholt, weil ich wusste, worauf ich mich einlasse.
Das Cover finde ich immer noch richtig schön und passend. Diese ruhigen, leicht düsteren Farben haben für mich genau dieses Gefühl von 'kurz vor dem Sturm', man weiß, da kommt noch etwas, und genau so fühlt sich das Buch auch an.
Ich glaube, man muss solche Geschichten einfach mögen. Es ist definitiv nicht subtil, es ist emotional, dramatisch und teilweise auch vorhersehbar. Aber wenn man genau das sucht, dieses komplette Eintauchen und Mitfühlen bis es weh tut, dann funktioniert es einfach. Für mich war es wieder genau das richtige Buch zum falschen (oder vielleicht perfekten) Zeitpunkt. Ich wusste, dass es mich zerstören wird, und habe es trotzdem gebraucht.