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Veröffentlicht am 31.08.2025

Ein wunderbarer Herbstroman, der wichtige Fragen stellt - nicht nur für Young Adult.

Falling Like Leaves
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"Ich habe auch keinen Bock auf den Charme dieses Ortes", schiebe ich hinterher. (...) "Ich wäre lieber in New York, würde auf meine angesehen Highschool gehen und mit meinem Praktikum weitermachen. Andere ...

"Ich habe auch keinen Bock auf den Charme dieses Ortes", schiebe ich hinterher. (...) "Ich wäre lieber in New York, würde auf meine angesehen Highschool gehen und mit meinem Praktikum weitermachen. Andere junge Leute würden morden, um das zu tun, woran ich jetzt seit drei Jahren arbeite."
Kapitel 3
Und Ellis selbst würde auch morden, um wieder zurück nach New York zu kommen. Nach einem Streit ihrer Eltern musste sie mit ihrer Mutter nach Bramble Falls zu ihrer Tante ziehen - bis Thanksgiving soll sie in dem kleinen Ort zur Schule gehen. Gerade jetzt, wo sie die Kontakte ihres Vaters und ihr Praktikum in seiner Firma braucht, um ihre Chancen auf einen Platz an der Columbia zu erhöhen. Um dort Publizistik studieren zu können, hat sie ihr gesamtes Leben auf Eis gelegt. Keine Zeit für Freunde oder Vergnügen.
In Bramble Falls ticken die Uhren anders. Alles bereitet sich auf den Herbst und die damit einhergehenden Feierlichkeiten und Aktivitäten vor. Schon früher war Ellis im Sommer dort und hat mit ihrem jetzigen Mitschüler Cooper eine schöne Zeit verbracht. Doch er schneidet sie und Ellis hat keine Ahnung warum ...
Ehrlich, Misty Wilson hatte mich ab der ersten Seite! Ellis ist so zielstrebig und ehrgeizig, hat ihr Ziel klar vor Augen. Dass ihr Herz aber auch für Mode und Design schlägt, verdrängt sie, um Journalistin zu werden, so wie ihr Vater. In Bramble Falls erliegt sie - ebenso wie ich - dem Zauber einer Kleinstadt, der sich einer Jahreszeit verschrieben hat und verbringt einen goldenen Herbst dort. Langsam kommt Ellis ein wenig zur Ruhe ... Doch sie hat so hart auf ihr Ziel hingearbeitet, dass sie unbedingt weiter kämpfen will.
Cooper arbeitet in einem Café, dort und in der Schule laufen er und Ellis sich ständig über den Weg. Und auch wenn er sich große Mühe gibt, sie auszublenden, irgendwie prallen die beiden immer wieder aufeinander. Und erinnern sich an den wunderbaren Sommer, der sie verbindet.
Die Entwicklung der beiden, jeder für sich und gemeinsam, war ein Vergnügen zu lesen. Auch wenn ich Ellis hin und wieder gerne geschüttelt hätte.
Ja, "Falling like leaves" ist ein College-Roman, und doch habe ich mich auch als ältere Leserin angesprochen gefühlt. Da haben wir die tollen Aktivitäten, eine interessante Liebesgeschichte und ein Dilemma, das in jedem Leben auftauchen kann - egal, ob man jung ist oder schon ein wenig älter. Wähle ich die sichere Option, die guten Karrieremöglichkeiten oder folge ich meiner Leidenschaft?
Ellis Tante Naomi und ihre Tochter Sloane nehmen Ellis und ihre Mutter mit offenen Armen auf und binden vor allem Ellis in die Vorbereitungsarbeiten ein. Ich mochte die beiden, mit ihrer bodenständigen, anpackenden Art. Die herbstlichen Feste und auch die familiären Rituale haben mir sehr gut gefallen - und ich habe große Lust auf einen ganz bestimmten Film bekommen ;)
Alles in allem sehr gelungen, mit tollen Protagonisten und viel Herbst-Umbruch-Stimmung!
Fazit:
Ein wunderbarer Herbstroman, der wichtige Fragen stellt - nicht nur für Young Adult.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Sanfte aber gerade deswegen sehr eindrückliche Erzählung.

Spät am Tag
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"Am Ende stellt sich heraus, dass wir eben doch kein Tagebuch lesen. Johannes hat das meiste ein Jahr nach den Ereignissen ausgeschrieben."
Zweiter Teil, Zweiter Tag
Johanne lebt nun allein in dem großen, ...

"Am Ende stellt sich heraus, dass wir eben doch kein Tagebuch lesen. Johannes hat das meiste ein Jahr nach den Ereignissen ausgeschrieben."
Zweiter Teil, Zweiter Tag
Johanne lebt nun allein in dem großen, weißen Haus. In dem Haus, in das sie vor 17 Jahren nach ihrer Scheidung gezogen ist. In dessen Besitzer Mikael sie sich verliebt hat, dessen exzentrische Ex-Frau Sofia ertragen und deren gemeinsame Tochter Maren sie aufwachsen hat sehen. Sofia ist schon lange weggezogen, Maren vor einiger Zeit. Und Mikael - gestorben, vor zwei Jahren.
In Rückblicken lässt uns Johanne teilhaben, an dem Tag, an dem sie das Haus gesehen hat, als sie Mikael näher kam, die Höhen und Tiefen eines gemeinsamen Lebens. Den Wechsel der Jahreszeiten in Norwegen, die sehr langen Tage im Sommer, die sehr kurzen im Winter. Den Nebel, die Tiere, die Gemeinschaft.
Kristin Vegos Erzählung ist sanft und gerade deswegen eindrücklich. Sie lässt uns manchmal im Unklaren, was Geschichte und was Erfindung ist, schreibt im Buch an einem Buch. Stapel von Papier, die beschrieben und liegengelassen werden, voller Leben, Ängste, Liebe und Verzweiflung.
Sofia ist eine Künstlerin, seit einem Unfall vielleicht noch aufbrausender, noch emotionaler und kreativer als zuvor. Ihre oft überschwappende Wut macht es Johanne nicht immer leicht, und doch liebt sie Mikael, Maren und ihr gemeinsames Leben zu sehr, um es nicht zu durchleben. Manchmal fühlt sie sich Sofia verbunden, nur um gleich darauf festzustellen, dass sie Welten trennen.
Wie ihr Leben nun, nach Mikael Tod, nachdem sie ihren gemeinsamen Weg beendet haben, weitergeht, darüber lässt uns die Autorin im Unklaren - oder doch nicht?
Das Leben ist Drama genug, und trotz der teils tragischen Ereignisse verzichtet die Autorin auf gekünstelte Aufregung. Eine interessante Form zu lesen, die wunderschöne Bilder an eine verzauberte Landschaft vor meinen Augen erscheinen ließen. Und ein Auf und Ab der Gefühle, wie sie das Leben schreibt.
Manchmal bringt Kristin Vego ihre Menstruation ins Spiel, für mich ein Sinnbild der Lebensenergie, die in jungen Jahren stark strömt, später nur noch ein kleiner aber steter Tropfen ist. Klingt jetzt eigenwillig, aber ich fand es sehr interessant und passend.
Generell ein ungewöhnliches Buch, das mir erstaunlich gut gefallen hat.
Fazit:
Sanfte aber gerade deswegen sehr eindrückliche Erzählung.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Ein lustiger Insel-Liebes-Hippie-Heiratsroman.

Inselhippies
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"Bist du mir nur zum Boykott hierhergeflogen?"
Ich setzte mich wieder aufs Bett. "Wenn du mit Boykott meinst, dass ich nicht jede neue Hiobsbotschaft, die mich fast stündlich ereilt, einfach willenlos ...

"Bist du mir nur zum Boykott hierhergeflogen?"
Ich setzte mich wieder aufs Bett. "Wenn du mit Boykott meinst, dass ich nicht jede neue Hiobsbotschaft, die mich fast stündlich ereilt, einfach willenlos absegne, dann wird es wohl so sein."
Kapitel "Kaffee, aber vom Guten"

Nach einigen Höhen und Tiefen will Herbert endlich seine Anja heiraten, ganz klassisch, in Bayern, eh kloar! Doch als Anja mit Freundin Nicole Anjas Eltern auf Ibiza besucht, geraten die Pläne außer Kontrolle. Tauben, Candybar, Blumenbogen, Speedboote ...
Kurzerhand packt Herbert Hans und seinen Koffer und und fliegt hinterher. Sein Ziel: Anja von einer traditionellen Hochzeit zu überzeugen, während Hans eigentlich nur auf der Suche nach Hippies und Mädels ist. So ist das Chaos vorprogrammiert.
Ich liebe Friedrich Kalpensteins Humor und auch mit Herbert habe ich schon Bekanntschaft gemacht. Hier sind beide in Bestform! Während Anja, gepusht von ihrer Mutter Clarissa, Nicole und Brautmodendesignerin Elke immer abgedrehtere Ideen für die Vermählung in Erwägung zieht, reitet Hans Herbert zielsicher in ein Schlamassel nach dem anderen.
Herbert und Anja haben rasch wieder ihren Weg in mein Herz gefunden - und beide konnte ich gut verstehen! Obwohl es Anjas zweite Hochzeit ist, will sie natürlich alles perfekt und wunderschön. Herbert will seine Tracht und vor allem eins: Seine Traumfrau heiraten.
Anjas Eltern, die betuchten von Schönborns, sind von Beginn an keine allzu großen Fans von Herbert und tragen so ihr Scherflein bei, um das Ganze so richtig schön eskalieren zu lassen. So gut ich mich dabei unterhalten habe, ein wenig leid taten mir beide! (Fast zu) Spät erkennen sie, worum es bei einer Hochzeit wirklich geht.
Die Geschichte ist locker und unterhaltsam geschrieben, mit herrlich lustigen Szenen, und der Inselflair trägt noch ein schönes Stück Stimmung bei.
Ich musste beim Lesen oft an meine eigene kleine feine Hochzeit denken und bin im Nachhinein sehr froh, dass wir uns von Anfang an einig waren, wie diese vonstatten gehen soll ;)
Fazit:
Ein lustiger Insel-Liebes-Hippie-Heiratsroman.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Interessant, bewegend, voller schöner Momente und Gespräche!

Freundschaft kennt kein Alter
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"So alt zu werden bedeutet also auch oft Einsamkeit?"
"Ja, das ist so, das würde ich schon sagen. Jetzt wo ich so alt bin und nicht mehr so viel machen kann, ist das schon so."
Ja, Alter und/oder Krankheit ...

"So alt zu werden bedeutet also auch oft Einsamkeit?"
"Ja, das ist so, das würde ich schon sagen. Jetzt wo ich so alt bin und nicht mehr so viel machen kann, ist das schon so."
Ja, Alter und/oder Krankheit lässt uns vereinsamen. Gut, dass es Pflegedienste gibt. Und ein Geschenk des Himmels ist es, einen Pflegedienst wie den von Rashid Hamid zu haben!
Ich bin ein Dinosaurier was Social Media anbelangt, aber auch ich bin schon auf Rashid Hamid gestoßen und sehe mir seither jedes Video an! Rashids Pflegedienst lief nicht so gut, also begann er, seine Kunden und Kundinnen vor die Kamera zu holen, wenn sie das auch wollten. Und so lässt er uns nicht nur an seiner Arbeit, sondern auch am Leben und seiner Freundschaft mit seinen Kund:innen teilhaben. Als ich gesehen habe, dass es über seine Arbeit und seine Erlebnisse nun ein Buch gibt, war mir klar: Das muss ich lesen/hören!
Und ich bin froh über jede Seite! Bis jetzt habe ich vor allem Heiko und Oma Edith sowie Oma Lotti erlebt, Ulli und Barbara kannte ich noch gar nicht. Es war für mich etwas Besonderes, hier ihre bewegten Leben, ihre Geschichte und Geschichten komprimiert zu erfahren. Auch die Interviews, die Rashid mit ihnen geführt hat, haben mich sehr interessiert und ergriffen!
Es ist schön zu sehen, dass es Menschen gibt, die mehr als nur die Pflegeaufgabe bei ihren Kund:innen sehen, die auch abseits von eingeteilten Schichten vorbeikommen, um Ausflüge zu machen, Kuchen zu backen, im Garten zu arbeiten. Dabei entstanden bei Rashid und auch seinen Mitarbeitern tiefe Freundschaften und die Erkenntnis, dass Freundschaft kein Alter kennt.
Mir hat es gut gefallen, daran teilhaben zu dürfen!
Einziger Wermutstropfen: Auch wenn Dirk Jacobs, unterstütz von Brigitte Carlsen und Klaus B. Wolf, das Hörbuch toll liest, ich hätte gerne 4 Stunden lang Rashid, vor allem sein Lachen, gehört.
Fazit:
Interessant, bewegend, voller schöner Momente und Gespräche!

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Sehr lustiger Liebesroman á la "Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen?".

Red Flags
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"Hör mir zu, junger Mann: Wenn du älter bist, musst du jemanden finden, bei dem du dich genauso fühlst. Denn was am Ende bleibt und zählt, ist Freundschaft. Also sieh zu, dass du dir die beste Freundin ...

"Hör mir zu, junger Mann: Wenn du älter bist, musst du jemanden finden, bei dem du dich genauso fühlst. Denn was am Ende bleibt und zählt, ist Freundschaft. Also sieh zu, dass du dir die beste Freundin suchst, die man haben kann."
4 Cam. Wenn sie immer telefonieren will
Auch wenn es Cam nicht ganz klar ist, so sind es doch diese Worte, die immer wieder in seinem Kopf herumspuken und ihn dazu bringen, seine Freundinnen zu verlassen. Da drängt ihn seine platonische Freundin: Bei der Nächsten muss sie es sein, die Schluss macht!
Die 18jährige Poppy hat eine Traummann-Liste, seit sie ein kleines Mädchen ist. Jede kleinste Abweichung ist für sie eine Red Flag, und so beendet auch sie eine Beziehung nach der anderen. Der Deal mit ihren Freundinnen: Beim Nächsten muss sie 2 Monate durchhalten, egal was passiert.
Und dann verabreden ausgerechnet die beiden sich...
Der Plot hat mich ein wenig erinnert an "Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen?" und hat mich genauso gut unterhalten! Poppy ist witzig, originell und eine wirklich interessante junge Frau, die weiß, was sie will - und vor allem NICHT will. Und Cam hatte es nicht leicht, es fällt ihm sehr schwer, Vertrauen zu fassen. Als er erfährt, dass Poppy gnadenlos jeden abserviert, steht sein Plan fest: Wenn er sie datet, kommt es zu keiner zweiten Verabredung - und er ist nicht schuld, hat seine Ruhe und verletzt wird auch niemand! Dass gerade sie jetzt zwei Monate durchhalten muss ahnt er nicht. Die beiden machen sich gegenseitig das Leben schwer - und mir das Lesen zum Vergnügen! Zu witzig ist es, wie sie sich miteinander plagen, und doch langsam zueinander finden!
Ein besonderes Goldstück des Buches: Cams Großvater, ein liebenswerter alter Mann Sammelleidenschaft. Er hat sich liebevoll um Cam gekümmert, als das seiner Mutter nicht mehr möglich war. Jede Szene mit ihm hat mein Herz erwärmt!
Was mir gut gefällt: Das zu erwartende Drama wurde nicht künstlich in die Länge gezogen und in einem guten Maß geklärt!
Auch wenn das Buch auf den ersten Blick Red Flags bagatellisiert, so ist der Freundinnen-Kreis um Poppy kampfesbereit, als eine von ihnen in einer wirklich toxischen Beziehung feststeckt - das finde ich sehr wichtig!
Fazit:
Sehr lustiger Liebesroman á la "Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen?".

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