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Veröffentlicht am 10.08.2020

Krimi mit Urlaubsfeeling...

Abgenagt. Kommissar Kempff kommt auf den Hund
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Wenn man schon nicht selbst in den Urlaub fahren kann, dann finde ich es immer toll, zumindest mit Büchern an verschiedene Orte zu reisen. In "Abgenagt - Kommissar Kempff kommt auf den Hund" geht es an ...

Wenn man schon nicht selbst in den Urlaub fahren kann, dann finde ich es immer toll, zumindest mit Büchern an verschiedene Orte zu reisen. In "Abgenagt - Kommissar Kempff kommt auf den Hund" geht es an die Ostsee, genauer gesagt nach Timmendorfer Strand. Zwar begegnet man gleich zu Beginn einer Leiche, aber ein Hauch von Urlaub umweht das Buch trotzdem, denn das Meer und die Strände sind als Schauplatz gut gewählt.

Wie bereits im Klappentext erwähnt, werden nicht nur ein, sondern gleich zwei Skelette gefunden, über die der Protagonist Kommissar Kempff mehr oder weniger zufällig stolpert. Hilfe erhält er hier von dem auch auf dem Cover abgebildeten und im Titel genannten Hund. Das fand ich sehr witzig und war mal etwas anderes. Allerdings habe ich hier auch gleich einen Kritikpunkt: Der Hund nimmt letztendlich für mich im gesamten Buch eine zu kleine Rolle ein. Hier hätte ich mich mehr gewünscht, denn Potential hat das Tier auf jeden Fall.

Nichtsdestotrotz wurde ich beim Lesen gut unterhalten. Kommissar Kempff ist eine eigene Marke, man muss ihn einfach mögen. Seine Ermittlungen sind sehr analytisch und er hat keine Angst vor Konfrontationen. Das steht ein bisschen im Gegensatz zu seinem privaten Wesen. Hier wirkt er manchmal gerade im Umgang mit seiner Freundin etwas unbeholfen. Aber genau das hat ihn für mich sehr menschlich und sympathisch gemacht. Und seine Art macht das Buch auch auf jeden Fall aus.

Der Fall an sich bzw. die Ermittlungen sind jetzt nicht super spektakulär, aber es gibt immer wieder überraschende Wendungen. Man denkt, man wüsste, wer der Täter ist und dann ändert sich plötzlich wieder alles. Das hat die Spannung hochgehalten. Allerdings möchte ich auch kritisieren, dass es am Ende etwas zu viel des Guten war. Denn hier wechseln die potentiellen Täter dann richtig schnell, sodass man Gefahr läuft, den Überblick zu verlieren.

Alles in allem ist das Buch aber eine schöne Sommerlektüre, die locker und flüssig geschrieben ist. Von mir gibt es 4 Sterne!

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  • Erzählstil
  • Cover
  • Humor
  • Spannung
Veröffentlicht am 04.08.2020

Tolle Fortsetzung!

Wings of Silver. Die Rache einer Frau ist schön und brutal (Golden Cage 2)
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Da es sich bei diesem Buch um die Fortsetzung von "Golden Cage" handelt, sollte man den Vorgänger kennen, bevor man mit dem Lesen beginnt. Zwar kann man die Handlung auch ohne Vorkenntnisse nachvollziehen, ...

Da es sich bei diesem Buch um die Fortsetzung von "Golden Cage" handelt, sollte man den Vorgänger kennen, bevor man mit dem Lesen beginnt. Zwar kann man die Handlung auch ohne Vorkenntnisse nachvollziehen, aber gerade die Beweggründe der Protagonistin Faye und das Entstehen ihrer Firma sind doch Hintergrundinformationen, die meiner Meinung nach wichtig für das Verstehen sind.

Wenn dem Leser das bekannt ist, dann ist der Einstieg in die zweiten Teil sehr leicht. Man trifft sofort auf bekannte Personen, nicht nur die Protagonistin, und es wird fast nahtlos an das Ende des ersten Romans angeknüpft.

Leider finde ich den Klappentext sehr irreführend. Wenn man das Buch dann nämlich liest, merkt man, das Faye und ihr Lebenskonstrukt, das sie sich aufgebaut hat, in Gefahr ist - diese Gefahr aber nicht unbedingt von ihrem aus dem Gefängnis geflohenen Ex-Mann ausgeht. Es hat mich etwas irritiert, aber nicht den Lesegenuss genommen, eher im Gegenteil. Es gibt wieder viele Überraschungen und unerwartete Wendungen, die für Spannung sorgen.

Deshalb konnte mich das Buch auch so fesseln, dass ich es innerhalb eines Tages ausgelesen habe. Mir gefällt, wie stark Faye ist und ihren Weg geht, gegen Widerstände und Stolperfallen ankämpft. Außerdem zeigt sie in diesem Teil auch eine verletzliche Seite: Hier handelt sie auch mal nicht rational, was sie meines Erachtens noch menschlicher und damit sympathischer macht.

Wo mit ich nicht gerechnet habe: Der Leser erfährt hier endlich mehr Details zur Kindheit der Protagonistin. Es gibt - wie auch schon im ersten Teil - immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit. Nur diesmal geht die Autorin noch einen Schritt weiter zurück und beleuchtet, wie Faye aufgewachsen ist. Das war für mich überraschend und irgendwie brutal, erklärt aber meines Erachtens noch deutlicher, warum sie ist, wie sie ist.

Ich war von der ersten Seite an begeistert. Das Ende lässt auch hoffen, dass es nochmal weitergeht. Darüber würde ich mich auf jeden Fall freuen.

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Veröffentlicht am 04.08.2020

Das Kindermädchen ist zurück...

Die Nanny
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Bevor man mit dem ersten Teil des Buches startet, gibt es zwei kurze Szenen, von denen man nicht weiß, wer sie erlebt. Aber eins wird deutlich: Es ist nicht alles eitel Sonnenschein...

Anschließend ist ...

Bevor man mit dem ersten Teil des Buches startet, gibt es zwei kurze Szenen, von denen man nicht weiß, wer sie erlebt. Aber eins wird deutlich: Es ist nicht alles eitel Sonnenschein...

Anschließend ist der Roman so aufgebaut, dass er hauptsächlich in der Gegenwart spielt, aber es immer mal wieder Rückblenden in die Vergangenheit gibt. Außerdem wechseln sich drei Perspektiven ab: die der Protagonistin Jo, die ihrer Mutter Virginia und die von Detective Andy Wilton, wobei er eine eher untergeordnete Rolle spielt. Gerade der Perspektivwechsel zwischen Mutter und Tochter hat mir sehr gut gefallen. Sie haben kein gutes Verhältnis miteinander, was hier dadurch noch deutlicher wird. Darüberhinaus sorgt das auch für Spannung.

Denn das Buch ist kein Thriller oder Krimi, aber dennoch ein richtiger Pageturner. Ich habe es kaum aus der Hand legen können und die 440 Seiten an zwei Tagen durchgelesen.
Die Autorin schafft es hier, durch kleine Kniffe immer eine gewissen subtile Spannung aufrechtzuerhalten. Das liegt unter anderem auch daran, dass man als Leser den Figuren im Buch immer einen Schritt voraus ist. Man ist allwissend und sieht so Gefahren voraus. Man wartet förmlich darauf, dass die Bombe platzt und fiebert mit.
Im Mittelpunkt steht natürlich die Familiengeschichte, die von Misstrauen, Vorwürfen und Geheimnissen geprägt ist. Das wirkt wie aus dem Leben gegriffen, auch wenn man sich das für die eigene Verwandtschaft nicht wünscht.

Über allem liegt auch eine große Unheimlichkeit. Dazu trägt auch das Setting bei: Ein alter englischer Landsitz, das Haus eigentlich viel zu groß für drei Personen, ein vor sich hin verrottendes Bootshaus und ein See, den man besser nur vom Ufer betrachtet.

Insgesamt hat mir das Buch richtig gut gefallen, ich habe mitgefiebert und vor allem die eigentliche Anti-Protagonistin, Jos Mutter Virginia, in mein Herz geschlossen.

Von mir gibt es 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für lange Sommerabende!

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Veröffentlicht am 03.08.2020

Selbermachen statt kaufen

Do it yourself! #Einfach plastikfrei leben: Selbstgemacht statt gekauft
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Zuerst einmal gefällt mir sehr gut, dass die Produktion des Buches genauso zum Thema passt wie der Inhalt selbst. Es ist nicht in Plastik eingeschweißt und wurde auf Apfelpapier gedruckt, was ich noch ...

Zuerst einmal gefällt mir sehr gut, dass die Produktion des Buches genauso zum Thema passt wie der Inhalt selbst. Es ist nicht in Plastik eingeschweißt und wurde auf Apfelpapier gedruckt, was ich noch nicht kannte, aber sehr nachhaltig ist, da hierfür ein Abfallprodukt verwendet wird. Das zeigt, dass es der Autorin mit ihrem Anliegen ernst ist. Auch das Format ist gelungen. Es ist etwas größer als ein normales Paperback, liegt aber sehr gut in der Hand.

Inhaltlich beginnt das Buch erstmal mit den "Basics" rund um ein plastikfreies Leben. Das ist nett gemacht und fasst das Wichtigste nochmal zusammen. Wer sich ganz frisch in das Thema einliest, wird hier gut herangeführt. Wer sich allerdings so wie ich schon länger damit beschäftigt, kennt die angesprochenen Aspekte schon. Deshalb war dieser Teil für mich nicht so interessant.

Anschließend kommt dann das Hauptthema, nämlich das Selbermachen. Hier unterteilt die Autorin ihre Ideen, Anleitungen und Rezepte in die Bereiche Bad, Haushalt, Lebensmittel und Unterwegs. Dadurch ist alles sehr übersichtlich und man kann sich den Aspekt heraussuchen, der einen gerade am meisten interessiert. Das fand ich gut.

Allerdings wurde ich auch hier inhaltlich enttäuscht. Der Schwerpunkt wird hier eindeutig auf die Kategorie Bad gesetzt, was an sich nicht falsch ist, aber eben auch ein Thema, mit dem ich mich schon lange auseinander gesetzt habe. Neu war für mich deswegen nur der Bereich der dekorativen Kosmetik, allerdings hat mich das nicht besonders interessiert, da ich mich nur zu sehr wenigen Gelegenheiten schminke. Selbermachen lohnt sich da nicht, weil man ja auch immer bedenken muss, dass diese Produkte nicht so lange halten wie industriell gefertigte.
Schade fand ich auch, dass im Bereich Lebensmittel nur bereits weit verbreitete Ideen aufgegriffen wurden oder Dinge, für die ich kein Buch brauche (zum Beispiel "Infused Water"). Dinge, bei denen ich bisher keine plastikfreien Alternativen gefunden habe wie Frischkäse oder Quark, wurden gar nicht erwähnt. Dieser Bereich kam meines Erachtens eh viel zu kurz.

Nichtsdestotrotz ist das Buch gut gestaltet. Die Rezepte und Anleitungen sind übersichtlich, man bekommt alles Schritt für Schritt erklärt und es gibt immer wieder Platz, um sich eigene Notizen zu machen.

Insgesamt ist das Buch für Menschen geeignet, die in das Thema einsteigen und erste Ideen und Tipps brauchen. Wer sich schon etwas auskennt oder bereits in Teilbereichen plastikfrei lebt, dem wird hier leider kaum etwas neues geboten. Deswegen gibt es von mir nur 3 Sterne - auch wenn mir das Thema weiterhin sehr am Herzen liegt.

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Veröffentlicht am 22.07.2020

Tödliches Frankfurt

Blutmain
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Das Buch beginnt genau da, wo auch der Klappentext ansetzt: Melinda, ein junges Model, erwacht ohne Erinnerung aber dafür mit Verletzungen auf einer Yacht auf dem Main. Was passiert ist, kann sie nicht ...

Das Buch beginnt genau da, wo auch der Klappentext ansetzt: Melinda, ein junges Model, erwacht ohne Erinnerung aber dafür mit Verletzungen auf einer Yacht auf dem Main. Was passiert ist, kann sie nicht sagen - aber schnell wird klar, dass viel mehr dahinter steckt.

Danach macht das Buch einen Zeitsprung zurück, was ich nicht erwartet habe, aber gerade deswegen ein genialer Plottwist war. An dieser Stelle möchte ich nicht weiter darauf eingehen, weil ich sonst zu viel vom Inhalt vorwegnehmen würde und der Überraschungseffekt wäre dahin. Nur so viel: Es war irgendwie skurril, aber dennoch nachvollziehbar und spannend.

Dazu passt auch der sehr unaufgeregte Schreibstil. Es wird keine künstliche Spannung erzeugt, die Handlung wird eher nüchtern erzählt - und das passt perfekt dazu, denn die Sprache unterstreicht nochmals die Abgebrühtheit und Gefühllosigkeit der Protagonisten. Für mich hat das erst recht für Gänsehaut gesorgt.

Gegen Ende des Buches trifft sich der zweite Handlungsstrang der Vergangenheit dann mit der Gegenwart. So wird die Geschichte rund und in sich schlüssig.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen zu dem Vorfall mit Melinda steht nicht unbedingt die Polizei, sondern viel mehr ihre Nachbarin und Freundin Karla Senkrecht. Die Privatdetektivin war einfach super. Mit ihrer unbedarften Art und ihrem Hang zu Verkleidungen sowie den unkonventionellen Ermittlungsmethoden hat sich mich sofort auf ihre Seite gezogen.

Leider kann man das von Melinda nicht sagen. Ihre Figur konnte mich leider gar nicht überzeugen. Von Anfang an kam mit das Model äußerst naiv vor, ihre Handlungen waren für mich zum Teil gar nicht nachvollziehbar und außerdem wirkt sie durchweg wie das schwache Opfer, das man bemitleiden muss. Hier hätte ich mir eine stärke und vor allem selbstsicherer Protagonistin gewünscht.

Nichtsdestotrotz hatte ich viel Spaß beim Lesen. Wer sich ein bisschen in Frankfurt auskennt, der wird viele Handlungsschauplätze wiedererkennen. Das macht für mich einen Regionalkrimi aus, wobei die Örtlichkeiten hier nicht zu sehr im Mittelpunkt standen.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten und ich bin gespannt, was Privatermittlerin Karla Senkrecht noch so zu bieten hat. Von mir gibt es 4 Sterne!

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