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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.07.2025

Mal etwas anderes

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Ich liebe Krimis und ich liebe Dystopien, deswegen war ich auf dieses Buch gespannt.
Mir gefällt das unaufgeregte Cover, dass erstmal gar nicht recht zum Inhalt passen möchte - aber dann irgendwie doch. ...

Ich liebe Krimis und ich liebe Dystopien, deswegen war ich auf dieses Buch gespannt.
Mir gefällt das unaufgeregte Cover, dass erstmal gar nicht recht zum Inhalt passen möchte - aber dann irgendwie doch. Der Farbschnitt ist auch toll, muss aber für mich nicht sein.
Der Plot klang super spannend und ich konnte es kaum erwarten, mit dem Lesen anzufangen.
Deswegen war es dann doch ein kleiner Dämpfer, dass ich nicht von den ersten Seiten an gefesselt war. Ich habe wirklich eine ganze Weile gebraucht, bis ich mich in das Setting hineingedacht habe. Es ist keine klassische "Die Welt ist untergegangen und die letzten Menschen kämpfen ums Überleben"-Geschichte, sondern hat einiges von SciFi. Darauf musste ich mich erstmal einlassen, denn es gibt vieles, was nicht erklärbar ist und hier wurden die Fragen in meinem Kopf immer mehr und mehr.
Aber: Es gab dem Moment, da ist das ins positive gekippt und ich war gefesselt von der Geschichte. Da wollte ich einfach wissen, wie es weitergeht und was hinter allem steckt.
Denn so harmonisch, wie man meint, geht es trotz aller Regeln auf der Insel nicht zu. Und irgendwie wirken die Bewohner auch wie Versuchskaninchen, aber dazu kann ich nicht mehr sagen, ohne zu spoilern.
Der Fall selbst regt dazu an, selbst mitzudenken und zu versuchen, den Mörder zu finden. Das hat mir sehr gut gefallen.
Der Schreibstil wirkt etwas langsam, was natürlich auch an den vielen "neuen" Dingen liegt, die dem Leser vermittelt werden müssen. Das sorgt dafür, dass die Handlung gerade am Anfang sehr langsam voran geht. Das wird aber dann aufgeholt. Das Ende kam fast ein bisschen zu schnell.
Insgesamt wurde ich nach den Startschwierigkeiten gut unterhalten.

Veröffentlicht am 13.05.2025

Winkelmann kann auch lustig

Mord im Himmelreich
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Kann Andreas Winkelmann auch lustig? Man kennt ihn ja vor allem von seinen ernsten und zum Teil sehr brutalen Thrillern.
Jetzt hat er aber einen humorvollen Wohlfühlkrimi geschrieben, der bei Knaur erschienen ...

Kann Andreas Winkelmann auch lustig? Man kennt ihn ja vor allem von seinen ernsten und zum Teil sehr brutalen Thrillern.
Jetzt hat er aber einen humorvollen Wohlfühlkrimi geschrieben, der bei Knaur erschienen ist.

"Mord im Himmelreich" ist der Auftakt einer Reihe rund um den ehemaligen Schauspieler Kupernikus, der auf dem Campingplatz "Himmelreich" Urlaub macht. Dort stolpert er über eine Leiche und übernimmt die Ermittlungen - schließlich hat er mal im Tatort mitgespielt.

Kupernikus als Protagonist fand ich klasse. Er ist sympathisch, hat das Herz am rechten Fleck und weiß, auf die Leute zuzugehen. Deshalb scheinen seine Ermittlungen auch erfolgversprechender als die der Polizei.
Mit dabei ist auch Annabelle. Leider hat sie mich mit ihrer Art ziemlich genervt und ich wurde einfach nicht warm mit ihr. Sie ist Künstlerin und etwas verschroben, das wurde auf jeden Fall gut dargestellt - aber mich konnte sie nicht für sich gewinnen.
Dafür aber umso mehr Kupernikus, deswegen ist davon auszugehen, dass man ihr in den nächsten Bänden wieder begegnet.

Sehr schön fand ich die Darstellung vom Campingplatz. Mich würden zwar keine zehn Pferde ins "Himmelreich" bringen, um dort im Wohnmobil Urlaub zu machen, aber die Darstellung der Camper war einfach herrlich. Hier hat Winkelmann verschiedene Charaktere gezeichnet, zum Teil etwas überzogen, und so eine schöne, anschauliche Atmosphäre geschaffen, die - zumindest für mich als Nicht-Camper - eine überzeugende Darstellung eines Campingplatzes liefert.

Humor kommt auf jeden Fall nicht zu kurz. Vor allem, wenn man die Eigenheiten der vorkommenden Personen zusammen nimmt oder die Unfähigkeit der Polizei, den Mörder zu finden. Ich musste oft schmunzeln und hatte beim Lesen Spaß.

Deswegen hat es mich dann auch überrascht, welch doch ernsten Hintergrund der Mord hat. Das hätte ich an dieser Stelle nicht erwartet. Ich möchte nicht spoilern, nur so viel: Aktueller geht es kaum.

Ansonsten hat es einfach Spaß gemacht, das Buch zu lesen: flüssiger Schreibstil, viele lebendige Dialoge, kurze Kapitel, keine Längen... Deswegen: Ja, Winkelmann kann auch lustig!

Veröffentlicht am 02.04.2025

Tödliches Paradies

The Surf House
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Ich habe schon einige Bücher von Lucy Clarke gelesen und fand sie immer gut, deswegen war ich auf ihr neustes Buch gespannt.

Für "The Surf House" wurde ein in meinen Augen sehr cooles Setting gewählt, ...

Ich habe schon einige Bücher von Lucy Clarke gelesen und fand sie immer gut, deswegen war ich auf ihr neustes Buch gespannt.

Für "The Surf House" wurde ein in meinen Augen sehr cooles Setting gewählt, denn die Handlung spielt in Marokko und alles dreht sich rund ums Surfen. Da kommt sogar ein bisschen Urlaubsstimmung auf, auch wenn die Leichtigkeit natürlich durch die Ereignisse überschattet werden.

Ich bin sehr leicht in das Buch hineingekommen. Man lernt direkt die Protagonistin Bea kennen, die ihren Modeljob hinschmeißt und ihr Leben neu sortieren möchte. Durch einige Umwege landet sie dann im "Surf House" und scheint dort angekommen zu sein - aber es ist nicht alles so, wie es scheint.

Mir hat es richtig Spaß gemacht, durch Beas Augen zu blicken. Ich habe mitgezittert und mitgehofft, dass sie ihre Probleme lösen kann. Denn es gibt Geheimnisse im "Surf House", die sie versucht aufzudecken.
Das steht im krassen Gegensatz zu der Stimmung, die die Autorin erschafft, in dem sie von der Leichtigkeit des Surferlebens erzählt, bei dem alles was zählt die nächste tolle Welle ist.
Wie hier Schwarz und Weiß verbunden wurde, war wirklich toll.

Ich würde das Buch jetzt nicht unbedingt als Thriller bezeichnen. Klar, Spannung liegt in der Luft und später im Buch gibt es - wie im Klappentext bereits verraten wird - auch eine Leiche, aber es ist nicht blutrünstig. Die Spannung wird eher subtil aufgebaut und aufrecht erhalten, weil es immer wieder kleine Hinweise darauf gibt, dass das Paradies nicht das ist, was es scheint. Dadurch will man immer einfach weiterlesen, denn man möchte hinter die Geheimnisse kommen.

Am Ende wird es dann richtig rasant und hier konnte ich das Buch dann gar nicht mehr in die Hand legen. Die Entwicklungen spitzen sich zu und enden in einem großen Finale, das eine wirklich überraschende Auflösung hat.

Ich bin begeistert und hatte tolle Lesestunden!

Veröffentlicht am 24.02.2025

Schönes Kinderbuch zum Mitmachen

Mach mit, Mausi Maus!
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Simone Sommerland läuft mit ihren Kinderliedern bei uns rauf und runter, deshalb waren wir sehr auf das Buch gespannt.
Es handelt von Mausi Maus, der beim Konzert der Waldtiere mitmachen möchte, aber aufgeregt ...

Simone Sommerland läuft mit ihren Kinderliedern bei uns rauf und runter, deshalb waren wir sehr auf das Buch gespannt.
Es handelt von Mausi Maus, der beim Konzert der Waldtiere mitmachen möchte, aber aufgeregt ist und auch etwas Angst davor hat.
Deshalb übt er mit seinen Freunden (Fröschen, Hasen, Bienen), die ihn zusammen mit den anderen Tieren des Waldes beim Konzert unterstützen.
Die Geschichte ist super süß und es wird kindgerecht das Thema "Angst" und "Nervosität" angesprochen. Dass der Hauptcharakter seine Angst schließlich überwindet und viel Spaß beim Singen hat, ist für kleine Kinder durch die Geschichte nachvollziehbar.
Uns hat auch gefallen, dass hier das Thema Zusammenhalt thematisiert wird. Auch "Teilen" kommt kurz darin vor.
Die Zeichnungen sind super süß und die einzelnen Tiere gut zu erkennen. Natürlich sind sie nicht maßstabsgetreu, so ist der Bär nur unwesentlich größer als die Maus, aber das ist ja in vielen Kinderbüchern so.
Schön ist, dass das Buch zum Mitmachen anregt. Durch den QR-Code am Anfang des Buches kann man das Lied von Mausi Maus abrufen und gemeinsame anhören. Außerdem wird das Kind immer wieder aufgefordert, mit zu machen, zum Beispiel zu summen oder zu trommeln. Das war für unsere Zweijährige nicht ganz so leicht, hat aber beim wiederholten Lesen langsam geklappt.
Wir hätten uns nur einen anderen Namen für die Hauptfigur gewünscht. Mausi Maus ist doch ein wenig einfach.
Außerdem hätte es ruhig noch ein bisschen ausführlicher um das Konzert selbst gehen können.
Insgesamt ist es ein schönes Kinderbuch, unaufgeregt mit einer schönen Botschaft, das man gut mit seinem Kind lesen kann. Es ist allerdings auch nicht so einprägsam, dass es bei uns zu den absoluten Favoriten gehört.

Veröffentlicht am 13.02.2025

Miss Merkel ermittelt wieder

Miss Merkel: Mord in der Therapie
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Ich verfolge die Reihe von Anfang an und habe mich auf den mittlerweile vierten Teil sehr gefreut.
Ich bin leicht in die Geschichte hineingekommen, da man die Personen und ihre Eigenheiten schon kennt.
Der ...

Ich verfolge die Reihe von Anfang an und habe mich auf den mittlerweile vierten Teil sehr gefreut.
Ich bin leicht in die Geschichte hineingekommen, da man die Personen und ihre Eigenheiten schon kennt.
Der Mord und die Ermittlung ist in meinen Augen etwas in den Hintergrund gerückt, dafür war privat bei Familie Merkel mehr los.
Ich fand es war eine schöne Unterhaltung und es war witzig.