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Veröffentlicht am 29.06.2022

Mystery, Magic & Identity

Yadriel und Julian. Cemetery Boys
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Thomas Aiden ist mit „Yadriel und Julian“ ein schöner queerer YA Roman gelungen, der wichtige Identitätsfragen in Verbindung mit einer magischen Story und ansprechendem Setting verhandelt.
Man wird zu ...

Thomas Aiden ist mit „Yadriel und Julian“ ein schöner queerer YA Roman gelungen, der wichtige Identitätsfragen in Verbindung mit einer magischen Story und ansprechendem Setting verhandelt.
Man wird zu Anfang direkt in die Geschehnisse hineingeworfen und kann bereits nach wenigen Seiten mit dem Protagonisten Yadriel sympathisieren. Obwohl dieser in einer engen und liebenden Gemeinschaft aufwächst, fällt es seinem Umfeld sehr schwer ihn vorbehaltlos zu akzeptieren. Die Verwendung seines Deadnames oder falscher Pronomen kommt sehr häufig vor und mich hat es immer wieder geschmerzt zu erleben, wie Yadriel darunter leiden muss, während seine Familie nicht merkt, wie sehr sie ihm damit zusetzten.
Enge Verbündete findet er in dem Geist Julian und seiner Cousine Maritza. Julians witzige, verständnisvolle und liebenswürdige Art lassen ihn einem sehr ans Herz wachsen. Seine Loyalität gegenüber den Leuten, die ihm wichtig sind, ist wirklich schön zu erleben und ich hätte mir noch mehr Seiten mit ihm und seiner „chosen family“ gewünscht (- mehr von Maritza hätte mir auch noch gut gefallen).
Die Verflechtung der lateinamerikanischen Kultur mit dem Aspekt der Bruderschaft, den Geistern und der damit zusammenhängenden Magie hat mich sehr angesprochen und für eine schöne Geschichte gesorgt, in deren Verlauf wichtige Identitätsfragen behandelt werden.
Leider war die Story teilweise etwas zu vorhersehbar und auch das überstürzte Ende hat mich ein wenig gestört. Dennoch halte ich den Debütroman von Aiden Thomas mit seiner Bandbreite an Themen und der Darstellung einer anderen Kultur für absolut Lesenswert.

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Veröffentlicht am 19.06.2022

mehr als eine Highschool Romanze

Falling in love was not the plan
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Der Einstieg in die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Eliza scheint sehr ich-bewusst zu sein, sodass der Erzählstil (aus ihrer Perspektive) durch eine gewisse Ehrlichkeit und leicht trockenen Humor ...

Der Einstieg in die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Eliza scheint sehr ich-bewusst zu sein, sodass der Erzählstil (aus ihrer Perspektive) durch eine gewisse Ehrlichkeit und leicht trockenen Humor geprägt wird, was das Ganze sehr angenehm zu lesen macht.
Bereits in den ersten paar Kapitel wird deutlich, dass das Buch eine diverse Repräsentation aufweist und wichtige Themen anspricht, die in YA Romanen eher seltener thematisiert werden. Die Autorin hat selber einen vietnamesisch-chinesischen Hintergrund, wodurch die Darstellung von Elizas Familienleben – die asiatische Repräsentation in ihrem Roman generell – authentisch wirkt (wobei ich als weiße Deutsche, nicht behaupten will, sagen zu können ob das Ganze wirklich gut oder schlecht dargestellt wurde).
Obwohl einem Eliza als unsympathische Protagonistin vorgestellt wird, habe ich schnell Gefallen an ihr gefunden. Ihren Ärger über das Ergebnis der Wahl ist nach der ganzen Arbeit und Zeit, die sie in die Schülerzeitung investiert hat, absolut nachvollziehbar, wobei mich ihre stellenweise „Ich bin nicht wie andere Mädchen“-Einstellung etwas gestört hat. Sie macht im Verlauf des Romans jedoch eine unglaubliche Charakterentwicklung durch (wie auch andere Nebenfiguren), die deutlich macht, dass niemand gegen internalisierte Misogynie gefeit ist, man seinen Blickwinkel ändern und manchmal eine andere Einstellung einnehmen muss.
Auch wenn das Buch keine sonderlich neuen Erkenntnisse für mich persönlich offenbart hat, denke ich, dass viele der Leser*innen etwas Neues erfahren und davon profitieren können. Michelle Quach macht deutlich, wie schädlich das Patriarchat bereits „im kleinen Rahmen“ für bestimme Personen sein kann und jeden auf die eine oder andere Art beeinflusst – aber auch, dass man sich nicht mit dieser Situation abfinden muss.
Was die Liebesgeschichte angeht, muss ich sagen, dass ich etwas enttäuscht wurde. Die Entwicklung zwischen Eliza und Len hat mir zunächst wirklich gut gefallen (vor allen der Rivals to Lovers Trope), leider nahm das Ganze dann zu plötzlich an Fahrt auf und erschien mir weniger realistisch. Die beiden passen meiner Meinung nach zwar gut zueinander, die Dynamik wird durch die schnelle Entwicklung jedoch etwas kaputt gemacht.

Auf unterhaltsame Weise wird gezeigt, dass Feminismus unterschiedliche Gesichter haben und ein jeder sich für Gleichberechtigung einsetzen kann. Schöne YA Story, die wichtige Themen aufgreift.

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Veröffentlicht am 29.05.2022

zu geheimnisumwoben

Four Houses of Oxford, Band 1 - Brich die Regeln
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Die Grundidee, sowie das Setting haben mich sehr angesprochen, auch der Schreibstil war angenehm zu lesen, sodass man gut durchs Buch kam. So richtig abgeholt wurde ich leider dennoch nicht.
Die Geschichte ...

Die Grundidee, sowie das Setting haben mich sehr angesprochen, auch der Schreibstil war angenehm zu lesen, sodass man gut durchs Buch kam. So richtig abgeholt wurde ich leider dennoch nicht.
Die Geschichte wird sowohl aus Harpers als auch aus Finleys Perspektive geschildert (was mir immer sehr gut gefällt), aber dennoch habe ich hier zu beiden keine richtigen Zugang gefunden. Ich konnte das Verhalten der zwei an einigen Stellen überhaupt nicht nachvollziehen, was zum großen Teil wahrscheinlich daran lag, dass keine wirkliche Beziehungsentwicklung vorhanden ist. Als Leser erlebt man nicht mit, wie Harper und Finley bereits in der Vergangenheit ihr enges Band knüpfen, sodass es in der Gegenwart einfach an Dynamik zwischen den Protagonisten fehlt, die die immense Anziehungskraft nachvollziehbar erklären würde. Das Hin und Her zwischen den beiden hat das Ganze nicht besser gemacht, genauso wie deren naives Verhalten – besonders im Hinblick auf die Regeln des Spiels. Dafür haben mir Lexie und Cece sehr gut gefallen. Beide waren recht ansprechende Nebenfiguren, über die ich gerne noch mehr erfahren hätte.
Die Vier Farben und alle daran hängenden Themen fand ich wirklich interessant, nur leider war mir alles etwas zu geheimnisvoll. Sinn der Sache ist zwar, dass den Protagonisten nicht viel gesagt wird und sie dementsprechend versuchen die Geheimnisse zu lüften, aber mir wurde es als Leser irgendwann zu anstrengend überhaupt nicht zu wissen, wie das Spiel funktioniert und was genau hinter alledem steckt. Genauso wenig wird die Frage geklärt, was es mit Harpers Antagonisten im Haus der Diamonds auf sich hat. Es ist natürlich sinnig, dass man Spannung für den nächsten Band aufrechterhalten will, aber hier wird einfach zu viel offen gelassen. Ich persönlich finde es angenehmer, wenn einige Dinge geklärt werden und dann ein paar neue Fragen und Probleme auftauchen. Hier kommen zwar auch immer wieder neue Fragen auf, aber ansonsten wird einfach zu vieles gar nichts aufgeklärt.

Recht unterhaltsam und angenehm zu lesen, leider aber nicht ganz ausgefeilt.

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Veröffentlicht am 18.05.2022

absoluter Feel-Good-Roman

A Place to Love
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Der Schreibstil der Autorin ist sehr ansprechend, man wird direkt in das Farm- und Familienleben der Protagonistin reingeworfen und kommt unglaublich gut durch die Geschichte.
June wirkt wie eine starke ...

Der Schreibstil der Autorin ist sehr ansprechend, man wird direkt in das Farm- und Familienleben der Protagonistin reingeworfen und kommt unglaublich gut durch die Geschichte.
June wirkt wie eine starke und eigenständige Frau mit vielen Facetten und einem interessanten Leben, das gutes Material für eine schöne Story bietet. Henry scheint zu Beginn etwas unnahbar, wird im Verlauf des Romans aber auf jeden Fall sympathischer. Ich hätte es zwar toll gefunden, die Geschehnisse auch aus seiner Perspektive erzählt zu bekommen, seine Gefühle gegenüber June wurden jedoch auch so deutlich und hat einen als Leser für die beiden auf ein glückliches Ende hoffen lassen.
Die Nebenfiguren und dargestellten Beziehungsdynamiken haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Junes Schwestern, ihre Mutter und Flynn wachsen einem extrem ans Herz. Das Familienleben scheint mir sehr realistisch gestaltet. Trotz einiger (üblicher) Meinungsverschiedenheiten und sehr unterschiedlicher Charaktereigenschaften, hält die Familie zusammen und unterstützt einander.
Leider hat mich das Hin und Her der verschiedenen Probleme und das etwas zu schnelle Ende leicht gestört. An der Stelle hätte ich mir etwas mehr Raum für das tatsächliche Beziehungsleben von June und Henry gewünscht und eher einen einzigen größeren Konflikt, den die beiden überwinden müssen.

Ansonsten bietet der Roman jedoch sehr schöne (wenn auch nicht sonderlich `innovative´) Unterhaltung für zwischendurch mit einem wundervollem Setting und Lust auf mehr.

Freue mich auf die Folgebände.

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Veröffentlicht am 28.03.2022

extrem faszinierend

Die sieben Männer der Evelyn Hugo
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Taylor Jenkins Reid ist mit "Die sieben Männer der Evelyn Hugo" ein dynamisches, einnehmendes Wunderwerk gelungen. Bereits nach wenigen Seiten nimmt einen die Story gefangen und bietet mit Evelyn Hugo ...

Taylor Jenkins Reid ist mit "Die sieben Männer der Evelyn Hugo" ein dynamisches, einnehmendes Wunderwerk gelungen. Bereits nach wenigen Seiten nimmt einen die Story gefangen und bietet mit Evelyn Hugo eine extrem anziehende Protagonistin mit faszinierender Persönlichkeit dar.
Der angenehme Schreibstil macht es einem leicht, sich in dem Roman zu verlieren und die zwischengestreuten kurzen Artikel stellen eine angenehme Abwechslung dar.
Es ist interessant zu erleben, wie sich Evelyns Vergangenheit vor einem entfaltet und gewissermaßen mit Moniques Geschichte verwebt. Ungeachtet der Tatsache, dass das Leben der Journalistin und ihre persönliche Weiterentwicklung ebenfalls recht interessant sind, war ich froh darüber, dass ihre Story nur sehr wenig Platz im Roman einnimmt. Evelyns Persönlichkeit, ihr Dasein als Hollywood Ikone und das gezeichnete Bild der Schauspielwelt im 20. Jahrhundert wirken einfach reizvoller und lassen einen nach mehr verlangen.
Als Leser erfährt man die komplette Bandbreite an Gefühlen, die möglich sind - von extremer Faszination und Verwunderung bis hin zu Trauer, Wut und Überraschung. Reid ist eine diverse Repräsentation gelungen, mit komplex gestalteten Charakteren, die aufzeigen, dass nicht alles einfach schlecht oder gut sein muss - sowohl an einem selbst, als auch an den Dingen, die einem im Leben widerfahren.

Ich muss gestehen, dass ich jeden beneide, der dieses Buch in die Hand nimmt und Evelyn Hugos Geschichte zu ersten Mal erleben darf.

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