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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2023

Verliert viel

Es war einmal in Brooklyn
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Dieses Buch zeigt mal wieder sehr anschaulich, weshalb man sich nie auf Klappentexte verlassen kann und sollte. Lass dich vom Cover einfangen und unvoreingenommen in die Geschichte hineinfallen, aber bitte ...

Dieses Buch zeigt mal wieder sehr anschaulich, weshalb man sich nie auf Klappentexte verlassen kann und sollte. Lass dich vom Cover einfangen und unvoreingenommen in die Geschichte hineinfallen, aber bitte nicht von falschen Erwartungen beeinflussen.

Die Geschichte der Nachbarskinder Juliette und David ist eigentlich eine herzerwärmende, wären da nicht Pizzabote Rico und Davids Erkrankung.

Mehr zu sagen ist gar nicht notwendig, denn traurigerweise kann man sich ab da eigentlich schon denken, in welche Richtung sich das Buch entwickeln wird.

Die Figuren bekommen eine herzerwärmende Backgroundstory verpasst, ein bisschen Lokalkolorit darf auch nicht fehlen. Leider liegen genau hier aber auch die Schwächen des Buches.

Der rote Faden der Handlung verliert sich in vielen Rückblicken und Nebenschauplätzen. Das Lokalkolorit entfaltet kaum seine Wirkung. Ich meine, mit Brooklyn hat man eigentlich einen unheimlich interessanten handlungsort, aber eigentlich hätte die Story auch sonstwo spielen können, die Wirkung wäre die gleiche gewesen.

Die Figuren wirken leider teilweise zu unsympathisch und erreichen mich kaum, sodass mir ihr Schicksal überhaupt nicht nahegeht.

Fazit: Das Buch hätte großartig sein können, verliert aber leider zu viel an Wirkung auf dem Weg zum Finale.

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Veröffentlicht am 12.06.2023

Spannendes Konzept

Der weiße Fels
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Wer hier einen fließenden Roman erwartet mit durchgehendem roten Faden, wird das Buch letzlich vermutlich enttäuscht zuklappen. Wer es mit experimentierfreude aufschlägt und sich unvoreingenommen hineinfallen ...

Wer hier einen fließenden Roman erwartet mit durchgehendem roten Faden, wird das Buch letzlich vermutlich enttäuscht zuklappen. Wer es mit experimentierfreude aufschlägt und sich unvoreingenommen hineinfallen lässt, könnte positiv überrascht werden.

Anna Hope betrachtet vier verschiedene Einzelschicksale, getrennt durch die Jahrzehnte bzw -hunderte, verbunden durch den Handlungsort. Sie alle werden von einem weißen Felsen vor der Küste Mexikos angezogen, für alle hat dieser eine vollkommen unterschiedliche Bedeutung.

Spannend fand ich, dass die Figuren weniger Persönlichkeiten als Leinwand für das jeweilige Schicksal darstellen. Unterstützt wird dieser Eindruck dadurch, dass die Figuren mehr oder weniger namenlos bleiben.

Dadurch werden ihre Erlebnisse aber umso eindrücklicher. Die Schirftstellerin, die mit einer Pandemie und der Angst um ihre Tochter kämpfen muss; der Sänger, der vor der Presse, seinen wild gewordenen Fans und dem Leben im Rampenlicht flüchtet; zwei junge Mädchen aus dem indigenen Stamm der Yoemem, die gefangen und deportiert werden sollen und zu guter Letzt der Kapitän, der mit seiner Rolle als Kolonialist hadert.

Jedes Einzelschicksal für sich liest sich schon sehr spannend und ergreifend, aber die Mischung ist es, die aus einem guten Roman ein herausragendes Leseerlebnis macht.

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Veröffentlicht am 04.06.2023

In Wissenschaft erstickt

Babel
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An diesem Buch kam man in den letzten Wochen kaum vorbei und ich kann mir vorstellen, dass sich daran auch in der näheren Zukunft nichts ändern wird. Denn "Babel" schafft, was vorher kaum ein Fantasyroman ...

An diesem Buch kam man in den letzten Wochen kaum vorbei und ich kann mir vorstellen, dass sich daran auch in der näheren Zukunft nichts ändern wird. Denn "Babel" schafft, was vorher kaum ein Fantasyroman geschafft hat: Fans sowohl in den Reihen der Fantasy-Liebhaber zu finden als auch Begeisterung bei Literatur-Enthusiasten auszulösen. Und ich kann das sehr gut nachvollziehen.

R.F. Kuang verankert ihre Geschichte im England des frühen 19. Jahrhunderts und gibt ihr mit dem Silberwirken einen Touch Magie- und schon hat man das schönste Historical Fantasy-Setting.

In diese Welt wird Robin hineingeboren, als er in ärmlichen Verhältnissen in Kanton aufwächst, bis er von Professor Lovell nach England geholt wird, um am berühmten Sprachen-Kolleg Babel zu studieren. Schnell findet er in seinen Komilitonen Ramy, Letty und Victoire Freunde und gemeinsam bewältigen sie den Universitätsalltag.

Auf jeder Seite dieses Buches spürt man, mit wieviel Liebe fürs (historisch korrekte) Detail die Autorin an ihre Geschichte heran gegangen ist. Teilweise liest es sich wie eine theoretische Abhandlung über Sprachen und ihre historische Entwicklung.

Man merkt, dass sie sich unheimlich viele Gedanken über diese von ihr geschaffene Welt gemacht hat. Dadurch hat man aber auch oft das Gefühl, dass ihr diese knapp 700 Seiten beinahe nicht ausreichen, um diese vielen Ideen unterzubringen.

Der Text liest sich unheimlich dicht und man (oder zumindest ich) musste mich beim Lesen sehr konzentrieren, damit ich ja kein Detail überlese (denn man weiß ja nie, ob das nicht nochmal für die folgende Handlung relevant sein könnte- Spoiler: ist es oft nicht).

In dieser Dichte gehen leider nicht nur die Figuren unter, sondern auch die Spannung ganz schnell flöten. Nun könnte man meinen, dass Spannung für einen guten Roman nicht zwingend notwendig wäre. Dem könnte ich zustimmen, wenn mich dafür die Figuren überzeugen würden.

Aber hier liegt die/ eine große Schwäche des Buches. Die Figuren wirken blass und unispiriert. Auf emotionaler Ebene erreichen sie mich überhaupt nicht und ihre Entscheidungen und Handlungen sind für mich oft unlogisch und einfach nur ihrer Position am oberen Ende der Intelligenz-Skala nicht angemessen.

Da der Plot des Buches in direkter Abhängigkeit von den handelnden Figuren steht, kommen wir damit auch gleich zur zweiten großen Schwäche. Ist der Plot zu Beginn noch nachvollziehbar und fesselnd, wandelt er sich ab ca der Hälfte zu etwas unlogisch bis teilweise sehr vorhersehbar.

Alles in allem kann ich mir vorstellen, dass das Buch noch viele begeisterte Leser um sich versammeln wird, da es eine überraschende Mischung aus Fantasy und Realismus darstellt. Allerdings kann ich mir genauso gut vorstellen, dass es die Geister sehr stark spalten wird, da sich mit Sicherheit viele Lesende an den vielen kleinen Schwachpunkten stören werden.

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Nicht auszuhalten

Siegfried
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Eine Frau und Mutter fährt eines morgens in die Notaufnahme der Psychiatrie, um ihren Problemen zu entfliehen. In Rückblenden in ihre Kindheit erfährt man nach und nach, woraus ihre Probleme eventuell ...

Eine Frau und Mutter fährt eines morgens in die Notaufnahme der Psychiatrie, um ihren Problemen zu entfliehen. In Rückblenden in ihre Kindheit erfährt man nach und nach, woraus ihre Probleme eventuell resultieren.

Die Story klang wirklich interessant und der Anfang las sich auch recht vielversprechend. Allerdings hat sich dieser Eindruck nach der ersten Rückblende komplett geändert.

Die Figuren waren einfach unerträglich, sowohl die namenlose Hauptfigur als auch ihre Mutter, Stiefvater und Großmutter Heidi (die natürlich nicht Großmutter oder geschweige denn Oma genannt werden möchte).

Die Rückblenden ufern zu sehr aus, dadurch verliert die Story schnell an Drive und Spannung.

Der Umgang der Figuren miteinander waren dabei so unmöglich, dass ich nach 100 Seiten abbrechen musste. Ich hätte dem Buch gerne eine Chance gegeben, aber auch ich habe meine Grenzen.

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Ohne alles

Ohne mich
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Die namenlose Ich-Erzählerin (die für meinen Geschmack ziemlich viel Ähnlichkeit mit der Autorin aufweist) hat jung geheiratet und sich nach nur einem Jahr auch jung wieder getrennt. Hautnah darf man als ...

Die namenlose Ich-Erzählerin (die für meinen Geschmack ziemlich viel Ähnlichkeit mit der Autorin aufweist) hat jung geheiratet und sich nach nur einem Jahr auch jung wieder getrennt. Hautnah darf man als Leser das erste Jahr nach der Trennung mitverfolgen und erleben wie die Frau dieses einschneidende Erlebnis verarbeitet.

Ich weiß wirklich nicht, was ich von diesem Roman erwartet habe, aber die Erwartungen wurden noch kräftig unterwandert.

Esther Schüttpelz hat eine Folge an Belanglosigkeiten aneinandergereiht, verbunden durch massiven Alkohol- und Drogenkonsum. Anfangs konnte mich ihr Schreibstil noch ein wenig begeistern, aber auch eine gute Form kann nicht vollkommen über mangelnden Inhalt hinwegtrösten.

Ja, es geht um eine junge Frau, die offensichtlich mit Depressionen zu kämpfen hat. Man sieht leider hautnah, wie man mit solch einer psychischen Erkrankung nicht umgehen sollte.

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