Profilbild von kaeferchen

kaeferchen

Lesejury Star
offline

kaeferchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kaeferchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2020

lesenswerte Abenteuer-Geschichte mit spannendem Handlungsort

Tatacoa
0

lesenswerte Abenteuer-Geschichte mit spannendem Handlungsort

Im Auftrag seines Onkels, der ein Planetarium in der Wüste besitzt, soll der 19-jährige Daniel eine Reisegruppe durch die Tatacoa-Wüste führen. ...

lesenswerte Abenteuer-Geschichte mit spannendem Handlungsort

Im Auftrag seines Onkels, der ein Planetarium in der Wüste besitzt, soll der 19-jährige Daniel eine Reisegruppe durch die Tatacoa-Wüste führen. Dabei verschwinden mehrere Menschen. Wie sich herausstellt, sind sie nicht die ersten, die vermisst werden. Daniel und der Rest der Gruppe begeben sich auf die Suche, bei der sie auf ein unterirdisches Bergwerk stoßen, in dem sie eine kriminelle Bande und etliche Gefahren erwarten…

Das Setting der kolumbianischen Tatacoa-Wüste finde ich sehr spannend. Bildhafte Beschreibungen der rauen Landschaft erleichtern es, sich die karge Gegend mit ihren Canyons und schroffen Felsen vorzustellen.
Die Kombination mit dem vergessenen unterirdischen Bergwerk, in dem Gauner ihr Unwesen trieben, und alten Mythen, die doch ein Körnchen (oder in diesem Fall eher einen Brocken) Wahrheit enthalten, sorgen für eine vielversprechende Ausgangssituation.

Der Start der Geschichte hat mir gut gefallen. Daniel soll für eine Gruppe die Führung in der Wüste übernehmen. Plötzlich verschwinden einige der Teilnehmer spurlos, mysteriöse Ereignisse häufen sich. Doch die Polizei zeigt wenig Interesse, die Gesuchten wiederzufinden, sodass Daniel und seine neuen Freunde sich selbst auf die Suche machen müssen.
Sie stoßen auf eine kriminelle Bande, die scheinbar Unmögliches von ihnen erwartet, und müssen sich den Gefahren der unterirdischen Anlage stellen.

Im Mittelteil zog sich die Handlung für mich etwas. Es gibt zwar einige Probleme zu bewältigen, teilweise sind den Charakteren aber auch einfach die Hände gebunden. Extrem detaillierte Beschreibungen der Tunnelanlage und spezieller technischer Gerätschaften, die sie dort vorfinden, bremsen die Spannung zusätzlich aus.

Im letzten Drittel konnte mich das Buch dann allerdings komplett fesseln. Die Figuren müssen sich im Wettlauf gegen die Zeit beweisen, denn verschiedene Gefahren und skrupellose Gegner sitzen ihnen im Nacken. Dabei kommt es zu einigen dramatischen Ereignissen in schier aussichtslosen Situationen, die an den Nerven der Charaktere zerren und auch manche die Nerven verlieren lassen – was in ihrer Lage nur allzu verständlich ist.

Allerdings fiel es mir hierbei auch manchmal nicht ganz leicht, mir das Geschehen wirklich vorzustellen: Daniel und seine Freunde bewegen sich in diesem verschachtelten Bergwerk. Zusätzlich zu den vorhandenen Gängen graben sie neue Verbindungen. Trotz diverser Beschreibungen verschiedener physikalischer Vorgänge und der technischen Gerätschaften fand ich die Begebenheiten teilweise unübersichtlich. Welche Gänge und Höhlen wie zueinander liegen, spielt ebenso wie die Beschaffenheit der Gesteinsschichten keine unerhebliche Rolle für den Fortgang der Ereignisse. Doch gerade bei manchen der unterirdischen Szenen, in denen die Figuren sich plötzlich in verborgenen Kammern und vergessenen Tunneln wiederfinden, fiel es mir schwer, mir den genauen Ablauf der Ereignisse vorzustellen.

Insgesamt empfand ich die Figuren für ihr junges Alter zwischen 16 und 19 Jahren etwas zu abgeklärt und kontrolliert. Sie meistern die Situationen unter extremen Bedingungen mit nur wenigen Panikattacken, obwohl sie diverse Verluste und Rückschläge erleiden müssen. Sie denken sehr strategisch und entwickeln komplexe Pläne.
Und nebenbei entwickeln sie teilweise auch noch Gefühle füreinander – wobei diese Gefühlsentwicklung für mich zu schnell und nicht ganz nachvollziehbar war. Dies ist wohl auch ein Stück weit dem Erzählstil geschuldet. Denn obwohl Daniel der Ich-Erzähler der Geschichte ist, habe ich seine Ausführungen als eher distanziert und auch oft emotionslos empfunden. So bekommt auch der Tod wichtiger Menschen nicht genug Raum, bevor die Figuren ihren Weg auch schon fortsetzen, sodass die Gefühle insgesamt etwas auf der Strecke bleiben.

Fazit

Alles in allem eine lesenswerte Abenteuer-Geschichte in einem spannenden Setting: Das unterirdische Bergwerk birgt jede Menge Geheimnisse und Gefahren – nicht nur in Form der Verbrecher, die Daniel und seine Freunde dort gefangen halten. Gleichzeitig hat der Handlungsort mich aber auch an die Grenzen meiner Vorstellungskraft gebracht, denn nicht immer konnte ich die Begebenheiten, wie welche Gänge aufeinandertreffen und welche Auswirkungen dies für Luft und Gestein so weit unter der Erde hat, komplett nachvollziehen. Teilweise gibt es zu ausschweifende technische Erklärungen, die das Tempo ausbremsen. So hatte die Story im Mittelteil für mich einige Längen, das Ende ist allerdings sehr spannend und dramatisch.


Veröffentlicht am 10.09.2020

Vorsicht mit der Altersempfehlung

Adresse unbekannt - Nominiert zum Deutschen Jugendliteraturpreis
0

Der fast 13-jährige Felix wohnt mit seiner Mutter in einem kleinen Bus. Vorrübergehend. Bis es im Job wieder besser läuft. Natürlich sollte möglichst niemand von Felix’ Wohnsituation erfahren. Das ist ...

Der fast 13-jährige Felix wohnt mit seiner Mutter in einem kleinen Bus. Vorrübergehend. Bis es im Job wieder besser läuft. Natürlich sollte möglichst niemand von Felix’ Wohnsituation erfahren. Das ist aber gar nicht so einfach, weil Felix nie Freunde zu sich nach Hause einladen kann. Letztlich sucht Felix nach einem Plan, wie er Geld verdienen kann, damit sie sich wieder eine Wohnung leisten können…

Ich habe das Buch über Vorablesen erhalten, wo als Altersempfehlung „ab 10 Jahre“ angegeben ist. Auf der Verlagsseite ist es ab 11 Jahren eingruppiert.
Beides halte ich für zu früh. Natürlich sind Kinder unterschiedlich reif, aber pauschal finde ich diese Einstufung wirklich schwierig. Die Gründe folgen:

Mit „spannend und voller Situationskomik“ wird das Buch beworben, die Geschichte als „abenteuerliches Versteckspiel“ bezeichnet. Dies weckt bei mir völlig andere Erwartungen.
Nun, spannend ist ein dehnbarer Begriff. Ein paar witzige Szenen gibt es durchaus, meist sind es eher skurrile Situationen, die für die Beteiligten eher unangenehm oder peinlich sind.
Ich fand das Buch vor allem sehr bedrückend. Und auch streckenweise hoffnungslos.
Felix kommt im Großen und Ganzen mit seiner Situation zurecht. Er liebt seine Mutter. Er will ihr glauben, dass die Situation bald besser wird. Und dann wird wieder alles „normal“. Doch die Monate ziehen ins Land, und es wird eben nicht besser. Stattdessen gerät Felix in allerlei komische, für ihn in der Regel aber wenig witzige, Situationen.

Astrid, Felix’ Mutter, lügt. Sie stiehlt. Sie betrügt. Felix will nicht lügen. Aber was bleibt ihm anderes übrig, wenn seine Freunde ihn besuchen wollen. Er will nicht stehlen. Aber er hat dauerhaft Hunger. Und er traut sich nicht, sich jemandem anzuvertrauen, da er Angst hat, von seiner Mutter getrennt und in eine Pflegefamilie gesteckt zu werden. Diese Sorge wird von seiner Mutter stetig geschürt, sodass Felix jedes Mal der Mut verlässt, wenn er sich eigentlich Hilfe suchen möchte.

Das ganze Thema der Wohnungslosigkeit – dafür zu sensibilisieren, dass Obdachlosigkeit nicht immer sofort ersichtlich ist – finde ich als Thema für ein Kinderbuch total interessant.
Eindrucksvoll und anschaulich wird dargestellt, mit welchen Tricks Felix arbeitet, um morgens frisch und sauber in der Schule zu erscheinen, aber auch welche Schwierigkeiten die Abwesenheit von Wasser oder einer Toilette ihm bereiten können. Und wie problematisch es ist, aus diesem Kreislauf wieder herauszukommen, da Vermieter einen Jobnachweis wollen, während Arbeitgeber eine Adresse benötigen.

Als wäre dieser Aspekt aber nicht schon genug schwere Kost, schwingen noch ganz viele andere ernste Themen in der Geschichte mit:
Depressionen, Prostitution, Trauer und Verlust… nicht alles wird explizit angesprochen, aber hier werden extrem viele Themen angedeutet, die dann kaum weiter bearbeitet werden.
[Ab hier einige Spoiler]
So erinnert sich Felix, wie er einst einen Anwalt zuhause angetroffen hat, während seine Mutter für diesen Geschäftstermin nur mit einem Bademantel bekleidet war. Diesen Anwalt erpresst Astrid später.
Felix schläft in der Bibliothek. Als er aufwacht, wird er von einem Mann beobachtet, der „sein Teil rausgeholt“ hatte.
Astrids Bruder wird mit 16 zuhause rausgeworfen, nachdem er sich geoutet hat. Um Geld zu verdienen, muss er Dinge tun, die er nicht möchte. Letztlich stirbt er an einer Überdosis.
Eines nachts rütteln betrunkene Männer am Bus, weil sie mit Astrid eine Party feiern wollen, um … ja was wollen sie wohl…

Als wäre die Situation der Wohnungslosigkeit und Astrids psychischer Zustand, der es ihr so schwer macht, wieder auf die Füße zu kommen, nicht schon genug, werden hier unglaublich viele kleine andere Themen am Rande angeschnitten und machen Felix’ ganze Lebenssituation umso brenzliger. Sicher mag hier auch ein Stück weit die Realität abgebildet werden. Astrid scheint in ihrem Umfeld und ihrer Vergangenheit allerdings ausnahmslos jedes Übel mitgenommen zu haben, das nur geht. Viele der Themen werden nur in kurzen Absätzen oder Nebensätzen erwähnt und finden dann keinerlei Beachtung mehr. Und die kleinen Leser/innen müssen dann mit diesen Infos, Andeutungen und Schrecken allein zurechtkommen.

Aber natürlich – oder zum Glück – ist in der Geschichte nicht alles negativ. Es geht auch um Freundschaft und Zusammenhalt. Um Nächstenliebe und Hoffnung. Und so hat die Geschichte, in der es einige Wendungen und noch andere kleine Dramen gibt, ein schönes Ende, das einen positiven Abschluss schafft.

Ich sehe das Buch eher als Jugendbuch ab 13/14 statt als Kinderbuch. Dafür spricht auch die regelmäßige Verwendung von Fremdwörtern (Antrophologie, Pseudojournalismus, investigativ…) sowie die teils komplexen Satzstrukturen. Hinzu kommen durch Felix’ schwedische Abstammung ein paar schwedische Ausdrücke, die zwar erklärt werden, sich aber dann auch durch die Geschichte ziehen, sodass das Buch nicht schwierig, aber eben auch nicht so ganz leicht zu lesen ist.
Zudem sind die 280 Seiten für ein Kinderbuch auch vergleichsweise klein bedruckt.

Fazit

Falls das bis hierhin nicht so geklungen haben mag: ich fand das Buch gut.
Das Thema der Wohnungslosigkeit ist interessant umgesetzt. Das Buch sensibilisiert für die verschiedenen Formen der Obdachlosigkeit und zeigt die kleinen Hinweise, die nicht sofort ins Auge springen, sowie die zahlreichen Schwierigkeiten und Notlügen, die die Situation für die Betroffenen mit sich bringt.
Ich habe oft mit Felix mitgelitten und mitgehofft, dass seine Situation sich bessert. Diesen Aspekt finde ich auch halbwegs kindgerecht, auch wenn ich Felix’ Lebensumstände insgesamt als recht bedrückend empfunden habe und auch in den vermeintlich witzigen Momenten Mitleid mit ihm hatte. Weil die Situationen auch für ihn eben in den wenigsten Momenten tatsächlich spaßig ist.
Meine Hauptkritik gilt vor allem der Altersempfehlung, die ich aufgrund zu vieler ernster Themen, die zwar teilweise nur angedeutet werden, aber dennoch mitschwingen, zu niedrig angesetzt finde.
Dafür ist das Buch allerdings auch für Erwachsene definitiv lesenswert.

Veröffentlicht am 30.08.2020

spannend, aufregend & brutal

Love is all we crave
0

Achtung: 3. Band. Die Rezension enthält inhaltliche Spoiler zu den Vorgängerbänden.

Eigentlich liegt Band 2 noch gar nicht so lange zurück, aber es ist bisher schon sooo viel passiert, dass ich tatsächlich ...

Achtung: 3. Band. Die Rezension enthält inhaltliche Spoiler zu den Vorgängerbänden.

Eigentlich liegt Band 2 noch gar nicht so lange zurück, aber es ist bisher schon sooo viel passiert, dass ich tatsächlich ein paar Einstiegsschwierigkeiten hatte.
In den ersten zwei Bänden kam es immer wieder vor, dass Charaktere plötzlich verborgene Absichten offenbart haben und vermeintliche Feinde sich als Verbündete herausstellten – oder andersherum. Vorwissen ist daher zwingend notwendig. Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt. Es gibt nur kurze Rückblicke.

Obwohl ich nach dem spannenden zwei Büchern und dem fiesen Cliffhanger auf das Finale hingefiebert habe, konnte mich das Buch nicht ganz so fesseln wie seine Vorgänger. Dabei kann ich gar nicht genau sagen, woran dies lag, denn eigentlich ist die Story wieder super spannend.

Der entscheidende Kampf steht bevor. Kai und Abby stecken in einer nahezu ausweglosen Situation. Immer wieder wurden sie verraten oder ausgetrickst. Wird es ihnen und ihren Freunden diesmal gelingen, ihre Pläne geheim zu halten, um den Sieg gegen Abbys fiesen Vater davonzutragen? Wie viele Verluste müssen sie noch hinnehmen? Und sind ihre Freunde wirklich Freunde oder befinden sich erneut Verräter in den eigenen Reihen? Sicher können sie sich zu keinem Zeitpunkt sein – vor allem nach den bisherigen Erfahrungen.

Wieder gibt es allerhand Ungeheuerlichkeiten: Missbrauch, Gewalt, Drohungen und Mord sind in der Welt der Elite an der Tagesordnung.
Im letzten Band habe ich kritisiert, dass ich das Buch an einigen Stellen extrem grausam und frauenverachtend fand – Dark Romance hin oder her. Zwar gibt es auch hier wieder etliche erschreckende Momente, insgesamt habe ich es aber, abgesehen von ein, zwei Szenen, nicht als soooo extrem empfunden. Abartig ist das Verhalten einiger Charaktere aber definitiv.

Die Geschichte steckt voller Wendungen und Überraschungen. Allerdings ist auch alles unglaublich verworren und verstrickt. Manche Pläne einzelner Charaktere wurden schon vor Jahren geschmiedet. Immer wieder erweisen sich Annahmen als falsch. Was bisher die Wahrheit war, kann sich jederzeit als Trugschluss herausstellen. Neue Figuren kommen ins Spiel und neue Hintergründe kommen ans Licht. Das Netz aus Lügen, Intrigen und Plänen wird immer größer, sodass ich es teilweise schon unübersichtlich fand, welche der zahlreichen Figuren in welche Aktionen verstrickt sind, wer in welche Pläne eingeweiht ist oder wer wen hintergangen hat.

Die Geschichte bietet ein paar witzige Momente, viele emotionale Szenen, aber auch etwas Action und jede Menge Dramatik. Dabei habe ich durchweg mitgefiebert, ob der Plan aufgeht und mitgelitten, wenn neue Schwierigkeiten aufgetreten sind.
Die Charaktere um Abby und Kai sind alle irgendwie speziell, aber auf ihre Art sympathisch. Und Kai und Abby selbst sind zusammen unglaublich süß, manchmal fast schon anstrengend kitschig.

Das Ende des Buches fand ich sehr gelungen. Es ist super spannend und bietet nochmal einige Überraschungen.
Aber: So ganz alle Fragen sind am Ende nicht geklärt. Drei, vier kleinere Punkte bleiben (in Bezug auf verschiedene Nebenfiguren) noch offen.
Zwar wurde das Buch in Deutschland als Trilogie beworben. Im Englischen gibt es aber bereits fünf Rydeville-Bücher. Ich hoffe daher, dass auch hier noch mehr kommt…

Fazit

Nach den zwei unglaublich packenden, aber auch oft erschreckenden Bänden war ich gespannt auf Teil 3: Auch diese Geschichte punktet mit viel Spannung und etlichen unerwarteten Wendungen. Allerdings konnte mich das Buch nicht ganz so sehr mitreißen wie seine Vorgänger. Dies mag auch an dem unglaublich verworrenen Netz aus Lügen und Intrigen gelegen haben, das aufgrund der Vielzahl an Plänen, Geheimnissen und agierenden Figuren etwas unübersichtlich wurde. Dennoch löst sich am Ende alles nachvollziehbar mit einem großen Knall auf.
Da noch ein paar kleine Aspekte offen bleiben, hoffe ich auf weitere Bände der Rydeville Elite.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2020

superspannende Fortsetzung

Kingdoms of Smoke – Dämonenzorn
0

Achtung – 2. Band, Rezension enthält inhaltliche Spoiler zum Vorgänger

Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt, Vorwissen ist zwingend Notwendig. Im Verlauf der Geschichte gibt es immer wieder kleine Rückblicke. ...

Achtung – 2. Band, Rezension enthält inhaltliche Spoiler zum Vorgänger

Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt, Vorwissen ist zwingend Notwendig. Im Verlauf der Geschichte gibt es immer wieder kleine Rückblicke. Zudem enthält das Buch eine Übersicht über die Länder und zugehörigen Figuren sowie eine Karte.

In den letzten Wochen hatte ich die Verschwörung von Brigant nochmal gehört, um wieder alle Details präsent zu haben. Das war aufgrund der vielen agierenden Figuren und verschiedenen, verwobenen Handlungsstränge hilfreich, da ich schnell in die Geschichte gefunden habe.

Der Erzählstil wird beibehalten: In der personalen Erzählweise wechselt die Perspektive zwischen sechs verschiedenen Charakteren, die sich im ersten Band jeweils auf eine Reise begeben haben, die ihre Schicksale letztlich verbunden hat. Nun erwarten sie neue Schwierigkeiten, die ihre Wege teilweise wieder trennen. Pitoria droht der Krieg, Edyon wird weiterhin wegen Mordes gesucht, und Catherine wird vor schwere Entscheidungen gestellt. Die Kapitel sind jeweils recht kurz. Diese schnellen Wechsel fand ich super, weil man so immer nah an allen Figuren und Orten dranbleibt. Auch wird es in der Vielzahl der Figuren nicht unübersichtlich.

Alle Handlungsstränge sind total spannend. Sämtliche Hauptfiguren, die mir durchweg sympathisch sind, werden immer wieder vor neue Probleme gestellt, sei es die Verfolgung durch Soldaten, die Begegnung mit Dämonen oder Verräter in den eigenen Reihen. Vorhersehbar ist das Geschehen dabei nur sehr selten, sodass ich förmlich durch die Seiten gerauscht bin. Es gibt viele dramatische, aufregende Passagen, brutale Action mit einigen Verlusten und auch viele Emotionen, wodurch die Geschichte nicht langweilig wird.

Während die Dämonen im ersten Band noch recht kurz kamen, gibt es nun interessante Einblicke in deren Welt und Lebensweise. Hier bin ich besonders gespannt, wie es im nächsten Teil weitergeht.
Überhaupt mag ich die detailliert ausgearbeitete Welt. Die verschiedenen Traditionen der einzelnen Länder sind sehr spannend, die Charaktere vielseitig und facettenreich.

Ein paar Zwischenschritte sind am Ende dieses Buches erreicht. Manche Figuren konnten die ihnen gestellte Aufgaben erfüllt, andere schweben noch in großer Gefahr oder haben eine ungewisse Zukunft vor sich, sodass ich sehr gespannt auf den nächsten Band bin.

Fazit

Vielseitige Welt, facettenreiche Charaktere und eine Handlung voller Spannung und Überraschungen. Ich mag alle Hauptfiguren sehr, sodass ich sämtliche Handlungsstränge gern verfolgt habe. Dabei haben mir besonders die kurzen Kapitel und schnellen Perspektivwechsel gefallen, die der Geschichte eine besondere Dynamik geben.

Veröffentlicht am 09.08.2020

Interessante Idee, aber mit Längen

Jadewein 1: So golden wie Stroh
0

Ayjana ist die Tochter eines mächtigen Magiers, der Opfer der machtgierigen Königin wurde, nachdem er sie gerettet hatte. Nun versteckt Ayjana ihre Identität und ihre Kräfte, um nicht, wie so viele andere ...

Ayjana ist die Tochter eines mächtigen Magiers, der Opfer der machtgierigen Königin wurde, nachdem er sie gerettet hatte. Nun versteckt Ayjana ihre Identität und ihre Kräfte, um nicht, wie so viele andere magisch Begabte, hingerichtet zu werden.
Doch als Kind einer Heilerin ist sie gezwungen, jeden Tag an den Hof zu gehen, nachdem die Königin erkrankt ist. Dort wird der junge Prinz Nicholas auf sie Aufmerksam. Doch er darf auf keinen Fall erfahren, wessen Tochter sie ist…

Wie hätte Rumpelstilzchen anders laufen können? Wie hätte die Geschichte weitergehen können? Einst hat Ayjanas Vater für die Müllerstochter Stroh zu Gold gesponnen. Doch von dem hilflosen Mädchen ist nichts mehr übrig. Nun regiert sie mit harter Hand das Königreich und verachtet die Magie…
Diesen Ansatz der Märchenadaption fand ich total spannend. Die Umsetzung konnte mich allerdings nicht durchweg überzeugen. Die Handlung zieht sich leider nach einem interessanten Start immer wieder. Erst das dramatische Ende konnte mich wieder mehr fesseln.

Zudem fand ich Ayjanas Verhalten nicht immer nachvollziehbar. Sie agiert oft sehr naiv. Obwohl sie ihre Identität schützen muss, vertraut sie verschiedenen Fremden sehr schnell, wofür sie letztlich auch die Konsequenzen tragen muss… Sie sinnt auf Rache an der Königin, durchdenkt ihre Pläne aber nicht bis zum Ende. Auch mit ihrer Magie geht sie teilweise leichtfertig um.
Und auch manche Handlungen ihrer Mutter empfand ich teilweise als unlogisch. Viel zu selten suchen die zwei das Gespräch, um einander ihre Absichten zu erklären, obwohl sie sich in einer gefährlichen Situation befinden.

Gefallen haben mir die vielen Wendungen innerhalb der Handlung. Vorhersehbar war das Geschehen für mich zu keiner Zeit. So hat mich auch der Wandel einiger Figuren komplett überrascht und der Geschichte plötzlich eine ganz andere Richtung gegeben.

Aufgrund des offenen Cliffhangers bin ich gespannt auf den zweiten Teil.

Fazit

Rumpelstilzchen 2.0 Die Tochter des mächtigen Magiers muss ihre Identität verstecken, um ihre Pläne zu verwirklichen. Interessante Idee mit Längen in der Umsetzung. Ayjana handelt oft sehr impulsiv und oft zu naiv, wodurch sie sich in Schwierigkeiten bringt. Zwar ist die Handlung selten vorhersehbar, durchweg packen konnte mich das Geschehen aber nicht.