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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2019

Fantasyabenteuer mit ernstem Unterton

Emmi & Einschwein 1. Einhorn kann jeder!
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Emmis 10. Geburtstag steht bevor. In Wichtelstadt bekommt jedes Kind zu diesem Tag ein eigenes Fabelwesen. Emmi glaubt ganz fest daran, dass sie ein Einhorn bekommt. Nicht nur, weil Einhörner toll und ...

Emmis 10. Geburtstag steht bevor. In Wichtelstadt bekommt jedes Kind zu diesem Tag ein eigenes Fabelwesen. Emmi glaubt ganz fest daran, dass sie ein Einhorn bekommt. Nicht nur, weil Einhörner toll und grazil sind, sondern weil sie dadurch bei ihren Mitschülern beliebter werden würde. Doch das Tier, welches Emmi an ihrem Geburtstag begrüßt, ist definitiv kein Einhorn. Nun hat Emmi ein Problem…

Ich fand den Einstieg ins Buch nicht ganz einfach. Das Setting ist super fantastisch, es wurden die ungewöhnlichsten Wesen erfunden. Alles wirkt sehr schräg und teils auch etwas überzogen. Viele Begebenheiten werden einfach als Tatsache hingestellt, Erklärungen sucht man vergeblich. Die Welt ist einfach so, punkt.
Viele kleine Illustrationen veranschaulichen die fantastischen Bewohner.

Klappentext und Aufmachung des Buches versprechen eine witzige Geschichte. Nach der erste Hälfte des Buches war ich allerdings noch ziemlich skeptisch, da ich die Handlung bis zu diesem Zeitpunkt statt lustig eher als bedrückend empfunden habe.
Denn Mobbing ist für Emmi ein zentrales Thema. Sie wird von Mitschülern fies geärgert. Dass sie Probleme in der Schule hat, äußert sie auch gegenüber ihrer Familie, aber leider geht niemand wirklich darauf ein.
Daher ist Emmis größter Traum ein Einhorn, welches ihre Beliebtheit steigern würde – ein nachvollziehbarer Wunsch.

In der zweiten Hälfte wandelt sich die Stimmung allerdings. Emmi ist mir ihrem Fabeltier alles andere als glücklich und überlegt sich die verrücktesten Dinge, um das beste daraus zu machen – was zu einigen witzigen Momenten führt und letztlich auch die Beziehung zwischen ihr und Einschwein verändert.
Zum Ende hin wird die Handlung sehr ereignisreich und immer spannender, allerdings auch ein wenig gruselig.

Das Thema Mobbing ist auch im zweiten Teil präsent, wird aber letztlich gut zuende gebracht. Im ersten Moment drohte die Stimmung nochmal komplett zu kippen, doch Emmi gelingt es, für sich und ihre Mitschüler eine gute Lösung zu finden, sodass man auch als Leser positiv aus der Geschichte hinausgeht.
Dennoch empfiehlt sich meiner Meinung nach gerade bei jüngeren Leser/innen eine begleitete Lektüre, da Emmi wirklich ziemlich heftig attackiert wird und stark darunter leidet.

Fazit

Nachdem ich in der ersten Hälfte des Buches über die bedrückende, ernste Atmosphäre des Buches überrascht war, konnte mich die zweite Hälfte mit deutlich mehr Witz, spannenden Szenen und einer Protagonistin, die trotz allem, was sie erleben muss, große Stärke beweist, überzeugen.
Der Einstieg ist nicht ganz leicht, da man ohne viele Erklärungen in die sehr fantastische Welt geworfen wird.
Das Thema Mobbing zieht sich durch die ganze Handlung und wird erst auf den allerletzten Seiten zufriedenstellend aufgelöst. Dennoch oder gerade deshalb halte ich eine begleitet Lektüre für angebracht.

Veröffentlicht am 09.06.2019

spannende Welt mit facettenreichen, geheimnisvollen Figuren

Der Kuss der Krähe 1: Zarenthron
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Zarentochter Vasilisa steht kurz davor, den Thron zu übernehmen, als ihr von ihrer angeblichen Schwester der Körper geraubt wird. Plötzlich findet sich die angehende Zarin im Kerker wieder, während eine ...

Zarentochter Vasilisa steht kurz davor, den Thron zu übernehmen, als ihr von ihrer angeblichen Schwester der Körper geraubt wird. Plötzlich findet sich die angehende Zarin im Kerker wieder, während eine andere ihr Land regiert. Doch Vasilisa erhält unerwartete Hilfe, muss dafür aber all ihre Prinzipien verraten.

Den Einstieg ins Buch fand ich etwas schwierig, weil zwischen der personalen Sicht verschiedenster Figuren gewechselt wird, die man alle erst mal kennenlernen muss, um dann festzustellen, dass manche von ihnen im Verlauf nur noch eine kleine Rolle spielen und auch nicht mehr selbst zu Wort kommen.

Danach entwickelt sich aber eine spannende Handlung, in der es etliche unerwartet Wendungen gibt.

Vasilisa ist eine sympathische Figur. Nach außen muss sie Stärke demonstrieren, auch wenn ihr die Rolle als Thronfolgerin viel abverlangt. Doch als ihr der Körper geraubt wird, ist sie keinesfalls erleichtert. Sie kämpft für ihr Land. Dabei muss sie feststellen, dass ihr bisher einiges verschwiegen wurde, was Vasilisa nur noch entschlossener macht.

Juran sieht Vasilisa eigentlich als Feind an. Nur wiederwillig lässt sie sich von ihm helfen. Dabei fand ich gerade den wortkargen Attentäter total spannend. Zwar wird schnell klar, dass er nicht ehrlich zu Vasilisa ist, aber es dauert lange, bis alle überraschenden Zusammenhänge aufgedeckt werden

Die Geschichte steckt voller Magie, Geheimnisse und dunkler Intrigen. Die ganze Welt ist anschaulich und facettenreich gestaltet. Einzig die komplizierten Namen störten hin und wieder meinen Lesefluss ?
Am Ende bleiben noch viele Fragen offen.

Fazit

Die zahlreichen Perspektiven machen es anfangs nicht leicht, einen Überblick zu gewinnen, doch die Handlung, die sich dann entwickelt, konnte mich mit ihren zahlreichen Wendungen, Intrigen und unberechenbaren Figuren fesseln.

Veröffentlicht am 09.06.2019

Drama, Drama, Drama

Bloody Marry Me 2: Rache schmeckt süßer als Blut
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Achtung: 2. Band der Reihe. Inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden. Vorwissen ist zum Lesen erforderlich, da die Handlungsstränge nahtlos fortgesetzt werden.

Nach dem ersten Band war ich ja etwas ...

Achtung: 2. Band der Reihe. Inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden. Vorwissen ist zum Lesen erforderlich, da die Handlungsstränge nahtlos fortgesetzt werden.

Nach dem ersten Band war ich ja etwas hin- und hergerissen, weil ich die Story einerseits mochte, andererseits aber ziemlich von Holly und ihren Stimmungsschwankungen genervt war.

In diesem Band fand ich Holly nun gedanklich etwas aufgeräumter. Sie schwankt nicht mehr ununterbrochen zwischen Abneigung und Faszination. Stattdessen ist sie eher mit ihren Gefühlen beschäftigt, schließlich kann es doch nicht sein, dass sie sich zu einem Vampir hingezogen fühlt.
Hinzu kommen spannende Ereignisse innerhalb der Handlung und unerwartete Wendungen, sodass die Seiten nur so dahinfliegen.

Doch dann schlägt es um. Auf den letzten Seiten gibt es Drama, Drama, Drama…
Holly reagiert mal wieder völlig übertrieben und auch innerhalb der Handlung gibt es eine dramatische Wendung. Zwar kam diese komplett unerwartet für mich, trotzdem empfand ich das alles als etwas too much. Zu viel Drama, zu viel Herzschmerz…

Am Ende sind die wichtigsten Handlungsstränge abgeschlossen. Zwar bleiben noch ein paar Fragen offen, die ersten zwei Bände hätten aber durchaus für sich stehen bleiben können.

Fazit

Ich mochte die Geschichte bis kurz vor Schluss sehr. Es gab Spannung und Überraschungen. Doch der Schluss war mir insgesamt zu extrem, es wirkte auf mich einfach übertrieben überdramatisiert – in vielerlei Hinsicht.

Veröffentlicht am 09.06.2019

leiderschaftlicher Kampf für einen kleinen Buchladen

Das Glück hat viele Seiten
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Hannah erbt von ihrer Tante einen kleinen Buchladen in ihrem Heimatdorf, welches sie vor 10 Jahren verlassen hat. Am liebsten möchte sie den Laden so schnell wie möglich wieder loswerden, zu viele Erinnerungen ...

Hannah erbt von ihrer Tante einen kleinen Buchladen in ihrem Heimatdorf, welches sie vor 10 Jahren verlassen hat. Am liebsten möchte sie den Laden so schnell wie möglich wieder loswerden, zu viele Erinnerungen sind damit verbunden. Gut, dass ein potentieller Käufer – Geschäftsmann Ben – bereits vor der Tür steht. Doch dann ist Hannah sich gar nicht mehr so sicher, ob sie die Vergangenheit einfach hinter sich lassen kann.

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen. Es gibt viele gefühlvolle oder lustige Momente, allerdings habe ich mit Protagonistin Hannah auch ein wenig gehadert.

Was wirklich toll ist, ist die Leidenschaft, mit der viele Einwohner den Buchladen verteidigen. Wie sie schildern, was das Lesen ihnen gibt. Welchen Gewinn sie aus Büchern und der Reise in fremde Welten ziehen können. Jeder Bücherwurm wird sich sicher in dem ein oder anderen Argument (oder allen) wiederfinden.

Hannah, 26, lebt in Köln. Die Rückkehr in die Eifel behagt ihr nicht. Nach und nach gibt sie Einblicke, welche schmerzhaften Erinnerungen mit ihrer Heimat verbunden sind, sodass ihr Widerwille durchaus verständlich wird. Und auch der Wandel ihrer Einstellung zum Buchladen ist nachvollziehbar dargestellt.
In anderen Bereichen konnte ich ihr Verhalten nicht immer verstehen. Einerseits ist es bewundernswert, wie verbissen sie bis zum letzten Moment kämpft, aber andererseits hatte ich das Gefühl, dass sie die Fehler nur bei ihrem Gegenüber sucht und die Einsicht ihrer eigenen Dummheit fehlt. Klar, sie wurde in gewisser Weise getäuscht und ist wütend darüber. Aber sie handelt ziemlich unüberlegt, schließlich hat sie blauäugig einen Vertrag unterschrieben, ohne vorher mit jemandem darüber zu reden, ist sogar vor Menschen, die ihr helfen wollten, weggelaufen. Und dann versucht sie mit recht zweifelhaften, teils wirklich naiv-sinnlosen Lösungsansätzen die Situation zu retten.

Dennoch hat mir die Liebesgeschichte zwischen Hannah und Ben gefallen. Beide sind hin- und hergerissen zwischen Anziehung, Wut und Enttäuschung. Erst kommen sie sich näher, dann stehen ihnen die Probleme im Weg. Es ist ein stetiges Hin und Her der Gefühle. Dafür dass Hannah Ben sabotiert, reagiert dieser oft noch recht gelassen, während Hannah zur Zicke mutiert. Immer wieder liefen die zwei sich Wortgefechte und Kleinkämpfe, die zu manch witziger Situation führen. Letztlich sind beide aber auch leidenschaftlich für ihre Sachen engagiert.

Erzählt wird die Handlung in der personalen Sicht der zwei Hauptfiguren, wobei der überwiegende Teil aus Hannas Perspektive geschildert wird. Daher empfand ich gerade die wenigen Passagen, die auch Einblick ins Bens Gefühlswelt und seine Motive geben, sehr spannend, da er dabei weit mehr preisgibt, als er Hannah gegenüber zugibt.

Der Schluss des Buches hat mir gut gefallen und lässt nur wenig Fragen offen.

Fazit

Die Leidenschaft, mit der für den Buchladen gekämpft wird und mit der all die positiven Erfahrungen rund ums Lesen geschildert werden, hat mir unglaublich gut gefallen.
Auch die Handlung an sich konnte mich gut unterhalten, da ich die Entwicklung der zwei Streithähne recht spannend fand. Allerdings hadere ich mit Protagonistin Hannah bzw. der grundsätzlichen Ausgangssituation, dass Hannah versucht einen blauäugig geschlossenen, aber dennoch rechtskräftigen Vertrag mit fragwürdigen Mitteln zu sabotieren und dabei die Schuld bevorzugt auf andere schiebt.

Veröffentlicht am 09.06.2019

Raubtierspaß für klein und groß

Die wilde Baumhausschule, Band 1: Raubtierzähmen für Anfänger
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Greta ist neu in der Stadt und geht zum ersten Mal in eine Schule. Zumindest war das der Plan, doch leider stürzt das Schulhaus ein, als sie auf ihrem Elefanten angeritten kommt. Kurzerhand nimmt Greta ...

Greta ist neu in der Stadt und geht zum ersten Mal in eine Schule. Zumindest war das der Plan, doch leider stürzt das Schulhaus ein, als sie auf ihrem Elefanten angeritten kommt. Kurzerhand nimmt Greta ihre ganze Klasse mit in den Zoo ihrer Eltern, um den Unterricht ins dortige Baumhaus zu verlegen. Eine aufregende Zeit für die ganze Klasse bricht an, denn ständig geht im Zoo irgendwas schief.

Die Aufmachung des Buches ist super süß. Im Einband befinden sich farbige Illustrationen zu den Figuren. Die Geschichte selbst ist mit zahlreichen schwarz-weiß Abbildungen versehen, die schön anzusehen sind und den Inhalt des jeweiligen Kapitels unterstreichen.

Der Schreibstil ist kindgerecht einfach und anschaulich. An vielen Stellen ist die Geschichte sehr witzig, was vor allem an der speziellen Darstellung einiger Zoobewohner liegt.

Auch die Handlung empfinde ich für die Altersgruppe als passend.
Die Haupthandlung dreht sich um den verrückten Zoo, in dem jeden Tag andere ungewöhnliche Dinge passieren, sodass es für die Schulklasse eine Art kleinen Kriminalfall zu lösen gibt.
Zwar deutet sich die Auflösung früh an, dennoch können die Leser/innen ein wenig miträtseln, wer, was und warum es passiert. Die Motive des „Täters“ sind dann ein wenig schräg, finde ich für eine Kindergeschichte aber ok.

Allerdings ist das Buch nicht nur witzig und abgedreht, sondern hat auch einen ernsten Unterton.
Da hätten wir zum einen Greta, deren Eltern immer nur arbeiten, sodass das Mädchen sich eine etwas normalere Familie wünscht. Dieser Punkt kommt in diesem Band noch etwas kurz – vielleicht wird das Thema in den Folgebänden noch bearbeitet?
Und dann gibt es Theo, der im letzten Schuljahr als Klassenclown galt und nun den Druck verspürt, seinem Ruf wieder gerecht zu werden. Theo glaubt, dass ihn niemand mag, wenn er nicht witzig ist, sodass er nicht wiederspricht, als die Kinder ihm die Streiche im Zoo zuschreiben. Doch als die Ereignisse vor Ort immer weniger witzig werden, weiß Theo nicht, wie er aus der Nummer wieder herauskommen soll. Seine Mitschüler beginnen sauer zu werden, weil sie „seine Streiche“ langsam gefährlich werden. Theo muss also irgendwas tun, um seine Unschuld zu beweisen. Letztlich läuft es natürlich darauf hinaus, dass Theos Freunde ihn auch mögen, wenn er keinen Unsinn anstellt und er einfach so sein soll, wie er ist. Das Thema ist über die komplette Handlung eingewoben, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen.

Fazit

Wild-zahme Tiere und eine kleine Detektivgeschichte rahmen eine Handlung voller lebensnaher Themen wie Freundschaft, Mut oder den Wunsch, gemocht zu werden, ein. Aufmachung, Schreibstil und Handlung finde ich für die Altersgruppe absolut passend.