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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2017

nicht langweilig, aber auch nicht richtig spannend

The Promise - Der goldene Hof
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Cover und Klappentext des Buches hatten mich direkt angesprochen. Nachdem dann auf anderen Blogs immer mehr kritische Rezensionen mit durchschnittlichen Bewertungen auftauchten, wurde ich umso neugieriger. ...

Cover und Klappentext des Buches hatten mich direkt angesprochen. Nachdem dann auf anderen Blogs immer mehr kritische Rezensionen mit durchschnittlichen Bewertungen auftauchten, wurde ich umso neugieriger. Leider kann ich die vielen Kritikpunkte nun aber gut verstehen.

Die Geschichte geht spannend los. Um einer Zwangshochzeit zu entgehen, flieht Elizabeth von zuhause. Der Goldene Hof verspricht, Mädchen auszubilden und ihnen im entfernten Adoria ein gut situiertes Leben zu bieten – und wird damit zum perfekten Ziel für die junge Aristokratin.
Einerseits ist Elizabeth’ Flucht sehr mutig. Ihr zukünftiger Ehemann macht nicht gerade den sympathischsten Eindruck und dessen Mutter scheint ein Biest zu sein. Ein rosiges Leben erwartet Elizabeth daher wohl eher nicht. Doch auch mit der Flucht weiß sie nicht, was sie erwartet, sie muss ihre Identität verstecken und sich dumm stellen.
Andererseits lässt sie mit ihrem Wunsch nach eigenen Entscheidungen ihre Großmutter und die Hausangestellten im Stich, schickt sie möglicherweise in ein noch schlimmes Schicksal und nimmt selbst in Kauf, dass der neue Ehemann noch garstiger sein könnten.
Der ersten Eindruck von Elizabeth ist also zwiespältig. Da sie am Hof allerdings beginnt, sich für andere Einzusetzen und die Zicken in ihre Schranken zu weisen, überwiegt mit der Zeit die Sympathie.
Da sie die Ich-Erzählerin der Geschichte ist, enthält man intensive Einblicke in ihre Gedanken und Gefühlen zu ihrem neuen Leben.

Doch nun beginnt die Geschichte, sich zu ziehen, obwohl man gleichzeitig das Gefühl bekommt, es würde im Zeitraffer erzählt. Das eine Jahr am Goldenen Hof wird nur ausschnittartig und vergleichsweise knapp geschildert. Dabei gibt es zwar lustige Momente, aber so richtig spannend wird es nicht.

Und schon befinden sich die Mädchen in Adoria. Hier nimmt die Spannung dann nochmal ein wenig zu. Es gibt einige unerwartete Vorfälle und viele verborgene Taten. Das Land ist nicht in allen Bereichen so prächtig, wie die Mädchen es sich ausgemalt haben, sodass sie noch ganz neue Fähigkeiten erwerben müssen.
Hinzu kommen politische Machtkämpfe, religiöse Konflikte und simple Rachgelüste, sodass die Geschichte nun immer wieder aufregende, dramatische Szenen zu bieten hat, aber weiterhin auch eher zähe Passagen, in denen nicht allzu viel passiert.

Das Buch hat mich zu keinem Zeitpunkt wirklich gelangweilt, es konnte mich aber auch nicht so richtig mitreißen. Erst beim ereignisreichen Ende konnte ich es dann nicht mehr aus der Hand legen. Hier werden zudem auch einige weitere Handlungsstränge um befreundete Figuren angedeutet, deren Geheimnisse werden aber noch nicht gelüftet, sodass ich nun doch neugierig auf den nächsten Band geworden bin.

Schicke Kleider, Brautschau, politische Intrigen. Richtig Schwung kommt nur selten in die Handlung, dennoch hat es mir größtenteils Spaß gemacht, den Weg der jungen Aristokratin, der immer wieder mit neuen, unerwarteten Steinen gepflastert ist, zu verfolgen.

Veröffentlicht am 19.12.2017

ereignisloser als die Vorgänger

Die Gabe der Auserwählten
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Achtung – 3. Band der Reihe, inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden!

Die Handlung setzt nahtlos an die Ereignisse des Vorgängerbandes an, Rückblicke gibt es dabei nur wenige, sehr knapp gehaltene. ...

Achtung – 3. Band der Reihe, inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden!

Die Handlung setzt nahtlos an die Ereignisse des Vorgängerbandes an, Rückblicke gibt es dabei nur wenige, sehr knapp gehaltene. Dennoch ist mir der Wiedereinstieg nicht schwer gefallen.

Leider empfand ich diesen Band nicht ganz so stark wie seine zwei Vorgänger.
Grundsätzlich ist die Handlung total spannend. Nach ihrer Flucht müssen Lia und Rafe Verfolger fürchten. Doch ihre Verletzungen erlauben keine so schnell Reise, wie nötig wäre. Die Zeit sitzt ihnen im Nacken, die angespannte Stimmung wird durchweg deutlich. Diese führt letztlich aber auch dazu, dass ich das Buch als stellenweise anstrengend empfunden habe. Die Figuren sind noch lange nicht am Ziel ihrer Reise angekommen, müssen währenddessen aber viele Entscheidungen treffen. Dabei sind Lia und Rafe sich allerdings nicht immer einig. Streitigkeiten, Diskussionen und Grundsatzfragen stehen einige Zeit im Mittelpunkt und bringen das Tempo dabei fast beinahe zum Erliegen.
Allerdings zeigen dabei alle Figuren nochmal neue Seiten ihrer Persönlichkeit – wenn auch nicht nur die guten...

Erst der Schluss wird dann wieder ereignisreicher und spannender. Dabei endet das Buch wieder an einer sehr spannenden Stelle, an der die Weichen für die Figuren neu gestellt werden müssen.
Rückblickend fühlt es sich in diesem Moment aber so an, als sei insgesamt über die Seiten hinweg nicht so richtig viel passiert, wirklich vorangekommen sind die Figuren – nicht zuletzt aufgrund ihrer Unstimmigkeiten – nicht.
Auch bezüglich der Gabe und der Legende um Lia gibt es kaum neue Informationen.

Mittelband, in dem vergleichsweise wenig passiert, sodass die Handlung kaum vorankommt. Dafür sind die Charaktere viel mit sich und miteinander beschäftigt. Dennoch gibt es einige gefühlvolle und aufregende Passagen. Vor allem macht das Buch – nicht zuletzt aufgrund des wieder sehr offenen Endes – neugierig, wie es für die liebgewonnenen Figuren weitergeht.

Veröffentlicht am 19.12.2017

schöne Hintergrundinformationen zur Reihe „Melody of Eden“

Vampires of Eden: Bluterwachen (Der Spin-off zur romantischen Vampir-Reihe Melody of Eden)
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Ein halbes Jahr nach Blutrache, dem Finale der Reihe um die sympathischen Vampire der Nachtpolizei, erscheint mit Vampires of Eden – Bluterwachen nun noch das Spin-off, das auch die letzten offenen Fragen ...

Ein halbes Jahr nach Blutrache, dem Finale der Reihe um die sympathischen Vampire der Nachtpolizei, erscheint mit Vampires of Eden – Bluterwachen nun noch das Spin-off, das auch die letzten offenen Fragen der Reihe beantwortet.

Eingebettet in die Rahmenhandlung um Melody und Eden, die nur kurze Zeit nach den vergangenen Ereignissen spielt, schildert Eden die Verwandlung verschiedener Freunde.
Die Einzelnen Kapitel werden dabei aus der jeweiligen Ich-Perspektive der Charaktere (Scott, Ivy, Rich...) geschildert. Obwohl natürlich klar ist, dass jede dieser Geschichten mit der Verwandlung enden muss, waren es dennoch spannende Einblicke in das Leben der sehr unterschiedlichen Figuren. Manche Wesenzüge dieser Vampire sind nun verständlicher geworden. Dabei führt Sabine Schulter ihre Leser in verschiedene Länder zu verschiedenen Zeiten – und in sehr unterschiedliche gesellschaftlichen Schichten. Einige Hintergründe habe ich so nicht vermutet.

Darüber hinaus war es einfach schön, Melody und Eden noch einmal miteinander zu erleben, die im Verlauf der Reihe beide eine riesige Entwicklung durchgemacht haben.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr anschaulich.

Fazit
Romantisch, dramatisch, berührend – die Verwandlungen der Freunde von Melody und Eden verliefen sehr unterschiedlich. Dieses Spin-off bietet spannende Einblicke in die Vergangenheit der verschiedenen Charaktere, sodass nun kaum noch Fragen offen bleiben.

Veröffentlicht am 19.12.2017

packende (Liebes-)Geschichte in faszinierender Fantasywelt

Bird and Sword
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Als kleines Kind muss Lark mit ansehen, wie ihre Mutter stirbt. Von da an ist das Kind stumm, denn Larks Worte haben große Macht. 13 Jahre später wird sie die Geisel vom Sohn des Mannes, der einst ihre ...

Als kleines Kind muss Lark mit ansehen, wie ihre Mutter stirbt. Von da an ist das Kind stumm, denn Larks Worte haben große Macht. 13 Jahre später wird sie die Geisel vom Sohn des Mannes, der einst ihre Mutter getötet hat. Doch die Gefangenschaft ist nicht, wie Lark sie sich vorgestellt hat. Und Trias auch nicht der König, den sie erwartet hätte...

Bereits mit dem grausamen Prolog konnte mich die Geschichte fesselnd. Die Handlung ist durchweg spannend. Ein drohender Krieg, regelmäßige Angriffe und politische Intrigen lassen Trias’ Reich zu einem unkalkulierbaren Pulverfass werden. Da ist so manche Überraschung vorprogrammiert.

Die beiden Hauptfiguren haben mir gut gefallen.
Obwohl Trias’ Geheimnis sich schnell andeutet, ergeben sich um seine Situation einige dramatische Szenen. Er macht über die Geschichte hinweg eine große Entwicklung durch. Auch wenn er manchmal ein paar mehr der Worte benutzen könnte, die Lark so sehr fehlen, war mir der junge König schnell sympathisch.

Auch Lark verändert sich im Verlauf. Schnell wird ihre Zerrissenheit deutlich: Einerseits wurde sie verschleppt und sollte sich daher nicht wohl fühlen, andererseits bietet der Hof ihr ganz neue Möglichkeiten, die ihr zuhause verwehrt blieben.
Die langsame Annährung der beiden - von Hass zu Vertrauen - ist spannend zu beobachten.

Ich habe bereits Bücher mit blinden Protagonistinnen gelesen. Doch dies war meine erste stumme Figur. Die Ich-Perspektive ermöglicht interessante Dialoge – denn Lark antwortet ihren Gesprächspartnern im Kopf, und erwidert dabei hin und wieder auch Dinge, die sie wohl eher nicht laut aussprechen würde. Ihr Gegenüber interpretiert ihre Reaktionen aber wiederum oft anders, als Lark sie beabsichtigt hätte.

Die Geschichte ist durchweg spannend. Auch wenn gerade keine unmittelbare Gefahr droht, ist es interessant, die Entwicklung der zwei Figuren und das neue Leben, dass sich durch die Anwesenheit des anderen ergibt, zu beobachten. Die Handlung bietet immer wieder unerwartete Wendungen. Dabei gibt es einige actionreiche und dramatische Szenen und viele gefühlvolle Passagen.

Da der Epilog die Geschichte eigentlich gut abrundet und nur wenige Fragen offen lässt, bin ich bereits jetzt neugierig, welches neue Abenteuer die für Sommer angekündigte Fortsetzung zu bieten hat.

Fazit
Beide Hauptfiguren machen eine große, nachvollziehbare Entwicklung durch. Die Handlung ist durchweg spannend, emotionsgeladen und überraschend. Dank des bildhaften, flüssigen Schreibstils fliegen die Seiten nur so dahin. Die Geschichte ist weitestgehend abgeschlossen und könnte auch für sich allein stehen.

Veröffentlicht am 31.10.2017

spannender, abwechslungsreicher Auftakt

The Chosen One - Die Ausersehene
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Skai ist eine Ausersehene. Dies bedeutet, dass sie eine der wenigen fruchtbaren Frauen ist, die in einer Burg im Luxus leben und deren Aufgabe es ist, der Gesellschaft Kinder zu schenken. Doch die 17-jährige ...

Skai ist eine Ausersehene. Dies bedeutet, dass sie eine der wenigen fruchtbaren Frauen ist, die in einer Burg im Luxus leben und deren Aufgabe es ist, der Gesellschaft Kinder zu schenken. Doch die 17-jährige beginnt, dieses ihr aufgezwungene Leben zu hinterfragen...

Die Ausersehene ist ein spannender Auftaktband. Von Beginn an wirft die Handlung Fragen auf, sie ist ereignisreich und wird mit der Zeit immer spannender.

Skadi ist eine sympathische Protagonistin. Aufgrund einer schaurigen Beobachtung legt sie einen Teil ihrer kindlichen Naivität ab. Der Teenager muss auf der Flucht erwachsen werden und lernen, zu überleben.
Da die Geschichte aus ihrer personalen Sicht geschildert wird, erhält der Leser tiefe Einblicke in ihre Gedanken und wechselnden Gefühle auf ihrer Reise.
Sie trifft sehr unterschiedliche Reisegefährten, die sich ihr nicht alle sofort öffnen. So wächst nicht nur in Skadi der Wunsch, deren Geheimnisse zu lüften.

In den Schriebstil musste ich mich erst hineinfinden, dann liest sich der Text sehr flüssig. Bildhafte Beschreibungen helfen, sich das Geschehen besser vorzustellen.

Der dystopische Weltentwurf hat mir gut gefallen. Nach einer Seuche sind die meisten Frauen unfruchtbar. Diejenigen, die Kinder bekommen können, führen ein Leben in Luxus, doch sobald sie alt genug sind, haben sie viele Jahre lang ihre Aufgabe zu erfüllen. Nach anfänglicher Vorfreude beschließt Skadi, aus dem System zu flüchten.
Allein dieses Setting hatte für mich schon ganz viel Potential und ich war gespannt darauf, mehr über die Welt, die Vergangenheit und das Leben der Frauen nach der Gebärtätigkeit zu erfahren.
Allerdings entwickelt sich die Geschichte dann in eine völlig andere Richtung und plötzlich wird aus der Dystopie ein Fantasyroman. Neben der Magie mit ihrer ganze eigenen Vergangenheit gibt es auch ungewöhnliche Wesen. Nun war ich etwas zwiegespalten, denn beide Aspekte wollten sich zunächst nicht so recht zusammenfügen. Auch diese neue, magische Welt ist total faszinierend und auch hier gibt es noch viel zu erforschen, sodass es mir schon fast zu viele Anätze für diese eine Geschichte waren.
Am Ende bleibt noch vieles offen und ich bin neugierig darauf, hoffentlich mehr über beide Seiten – Magie und das Müttergeschäft – zu erfahren.

Fazit: Abwechslungsreiche Handlung mit spannenden und emotionalen Passagen. Anfangs liest es sich wie eine Dystopie, doch dann wird es fantastisch – für mein Empfinden nach dem faszinierenden dystopischen Start schon fast zu fantastisch. Die facettenreichen Figuren haben mir gut gefallen und ich freue mich bereits auf den zweiten Teil, da noch viele Fragen offen bleiben.