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Veröffentlicht am 08.11.2016

3 Bände – drei völlig verschiedene Geschichten – neue Überraschungen und viele Emotionen

Nachtblüte. Die Erbin der Jahreszeiten (Buch 3)
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Band 3 der Jahreszeiten-Reihe – kleiner Spoiler zum Vorgänger vorhanden.

Seit Gaia ihren Söhnen erlaubt hat, auf die Erde zu Reisen, um sich eine Frau zu suchen, ist Sol regelmäßiger Gast in Hemera. ...

Band 3 der Jahreszeiten-Reihe – kleiner Spoiler zum Vorgänger vorhanden.

Seit Gaia ihren Söhnen erlaubt hat, auf die Erde zu Reisen, um sich eine Frau zu suchen, ist Sol regelmäßiger Gast in Hemera. Bei seinem jetzigen Besuch möchte er seine Enkeltochter kennenlernen – Ilea Sola Sommerkind. Doch bei seinem Eintreffen geschieht ein Unglück, sodass auch Aviv gezwungen ist, auf die Erde zu reisen – zum aller ersten Mal. Nun nimmt das Schicksal seinen Lauf...

500 Jahre sind vergangen, seit Gaia die Auswahl aufgehoben hat. 500 Jahre, in denen sich Hemera wieder nicht wirklich weiterentwickelt zu haben scheint. Das ist schon ein komisches Stückchen Erde... allerdings ist nicht wirklich Zeit, sich an diesem Gedanken lange aufzuhalten, denn erneut zaubert Jennifer Wolf eine Geschichte, die völlig anders ist als ihre Vorgänger – aber nicht weniger emotional.

Einfaches Glück ist den Figuren nicht vergönnt. Wieder erwarten sie viele Hindernisse und Regeln, die nicht einfach überwunden werden können.

Mit Gaias Eltern kommen neue Figuren hinzu, die einen neuen Blick auf die Welt ermöglichen und neue Gesetzmäßigkeiten ins Spiel bringen.

Wieder bietet die Handlung etliche Überraschungen und Wendungen – man erwartet ja eigentlich schon fast nichts anderes mehr. Die ganze Zeit habe ich spekuliert, wie es weitergehen könnte und wer die Partner für die letzten zwei Götter werden – dabei habe ich meine eigenen Überlegungen während des Lesens mehrfach verwerfen müssen.

Diesmal gibt es zwei Ich-Perspektiven, was ganz neue Einblicke ermöglicht. Zwei Figuren schildern ihre Gefühle, lassen an ihren Gedanken teilhaben, sodass der Leser diesmal aus zwei Sichtweisen den steinigen Weg mitverfolgen kann, den die Figuren gehen müssen.

Schön war auch, dass in diesem Band viele der bekannten Figuren aufeinandertreffen, sodass man sehen konnte, was aus den ersten Paaren geworden ist, und dass die Geisttiere eine etwas größere Rolle bekommen haben, sodass man auch diese näher kennenlernen konnte.

Der Epilog gibt schon einen Ausblick darauf, dass auch der letzte Band seinen Vorgängern in keiner Weise gleichen wird und beendet alle Spekulationen, wer der junge Mann auf dem Cover sein könnte.

Was soll ich sagen? Die Reihe hat mich einfach komplett in ihren Band gezogen und ich bin jetzt schon traurig, dass mich nur noch ein Buch erwartet. Wieder überzeugt die Geschichte mit Überraschungen und ganz viel Gefühl. Allerdings vergebe ich diesmal „nur“ 5 Möhren, da ich das Buch ein gaanz klein bisschen weniger emotional und aufwühlend fand als die Vorgänger.

Veröffentlicht am 08.11.2016

Mein Lieblingsbuch der Reihe – unglaublich emotional

Tagwind. Der Bewahrer der Jahreszeiten (Buch 4)
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4. Band der Reihe, Spoiler in Bezug auf die Vorgänger vorhanden und damit auch ein wenig zu diesem Band

Sol ist auf der Erde geblieben und mit Ileas Kind hat er die Liebe kennengelernt. Doch er ist sehr ...

4. Band der Reihe, Spoiler in Bezug auf die Vorgänger vorhanden und damit auch ein wenig zu diesem Band

Sol ist auf der Erde geblieben und mit Ileas Kind hat er die Liebe kennengelernt. Doch er ist sehr unsicher mit dem kleinen Säugling. Da Yannis viele jüngere Geschwister hat, steht er ihm hilfsbereit zur Seite.
Und seine Unsicherheit mit dem Baby ist nicht der einzige Grund, der Sols Herz höher schlagen lässt...

Während zwischen den anderen Bänden mehrere hundert Jahre lagen, setzt Tagwind nun nahtlos an die Ereignisse des Vorgängerbandes Nachtblüte an.
Auch diesmal ist die Geschichte völlig anders als die bisherigen Bände.

Yannis und Sol sind diesmal die Ich-Erzähler ihrer Geschichte, wobei Sols Passagen, vor allem zu Beginn, sehr kurz ausfallen.
Diesmal sind nicht Gaias Regeln das Problem für die Protagonisten, sondern sie selbst und die gesellschaftlichen Normen. Denn in Hemera wird aus einer Beziehung mindestens ein Kind erwartet. Kinderlose Ehen werden verachtet, eine gleichgeschlechtliche Beziehung bedeutet Schande für die Familie...
Und so kämpfen beide mit sich und ihrem Gefühlschaos, wobei unglaublich viele sehr süße und witzige Szenen entstehen, denn fast jedes Aufeinandertreffen hat mindestens einen peinlichen Moment für Yannis oder Sol zu bieten. Und wenn dann noch kleine Geschwister Geheimnisse ausplappern, kann es richtig unangenehm werden ... und unglaublich lustig.

Aber die Geschichte hat nicht nur witzige Momente zu bieten, sondern vor allem ganz viele berührende Szenen. Schon in der Mitte des Buches haben mich die emotionalen Ereignisse zu Tränen gerührt. Gut, dass ich die Taschentücher dann bereits zur Hand hatte – ich brauchte sie auch später noch.
Auch hier gelingt es Jennifer Wolf wieder, mich mit unerwarteten Wendungen zu überraschen.

Sol war mir in den ersten zwei Bänden nur bedingt sympathisch. Erst in Nachtblüte konnte man eine ganz neue Seite an ihm erahnen, die hier nun durchbricht und den unnahbaren, arroganten Schönling in ganz neuem Licht zeigt.
Doch es ist vor allem Yannis, an den ich mein Herz verloren habe. Er ist so unglaublich sympathisch, immer freundlich, hilfsbereit und selbstlos. Sein Umgang mit seinen kleinen Geschwistern und auch sämtlichen anderen Kindern des Ortes ist bezaubernd. Daher hoffe ich ganz besonders auf ein Wiedersehen mit ihm in dem Oktober erscheinenden Spin-Off.

Dies ist mein Lieblingsband der Reihe, weil beide Figuren sich so süß und ungeschickt anstellen und die Handlung, die wieder allerlei unerwartete Wendungen zu bieten hat, mich insgesamt am meisten berühren – zu Tränen rühren – konnte ;)

Veröffentlicht am 08.11.2016

fast noch berührender als der erste Band

Abendsonne. Die Wiedererwählte der Jahreszeiten (Buch 2)
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2. Band einer Reihe. Inhaltliche Spoiler dürften aber nicht vorhanden sein.

Zum ersten Mal wählt Gaia keine Hütern für ihre Söhne – eine Tochter Hemeras soll es sein. So werden alle jungen Frauen zu ...

2. Band einer Reihe. Inhaltliche Spoiler dürften aber nicht vorhanden sein.

Zum ersten Mal wählt Gaia keine Hütern für ihre Söhne – eine Tochter Hemeras soll es sein. So werden alle jungen Frauen zu einer Sichtung gerufen. Nur wiederwillig begibt sich Dahlia dort hin, sieht sie sich doch längst bei ihrem Onkel im Grenzland. Doch ausgerechnet sie wird von Gaia gewählt... und nun muss Dahlia sich für einen ihrer Söhne entscheiden...

Einige hundert Jahre sind seit Mayas Auswahl vergangen. Nun steht eine neue Entscheidung bevor.
Es ist auf jeden Fall sinnvoll, den ersten Band der Reihe und mit ihm die Figuren und Regeln von Gaias Welt zu kennen, auch wenn die wichtigsten Fakten noch mal aufgefrischt werden. So dient besonders Mayas Aufzeichnung als Rückblick über die vergangenen Ereignisse.

Erwartet habe ich, dass die Geschichte einen ähnlichen Verlauf nimmt – Mädchen wird ausgewählt und verbringt Zeit mit den vier Jahreszeiten. Doch Pustekuchen. Die Geschichte ist völlig anders als Morgentau. Wieder erwarteten mich etliche Überraschungen und unerwartete Wendungen.
Auch hier ist der Verlauf sehr emotional – vielleicht sogar noch ein wenig aufwühlender als im ersten Band. Denn auch diesmal machen es Gaias Regeln den Liebenden schwer.

Dahlia ist die Ich-Erzählerin der Geschichte, die in einer anschaulichen und jungen Sprache von ihren Erlebnissen berichtet. Sie ist keine Hütern, daher wiederstrebt es ihr, zu Auswahl zu gehen. Stillsitzen liegt Dahlia nicht – sie ist auf dem Lavendelfeld aufgewachsen, sehnt sich aber danach, als Grenzerin zu arbeiten. Sie ist abenteuerlustig, höflich – und ein bisschen dickköpfig, was sie sehr sympathisch macht.
Schnell ahnt sie, dass Gaia sie nicht ohne Grund ausgewählt hat. Aufgrund der Perspektive kann der Leser an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben, die diese Erkenntnis bei ihr auslösen. Aber nicht nur sie fechtet einen inneren Kampf aus – auch ihr Auserwählter muss die Wahrheit erst akzeptieren und macht es damit beiden schwer. Als dann noch Gaias Regeln greifen, nimmt die Geschichte einen sehr emotionalen und dramatischen Verlauf.

Der Schluss ist sehr überraschend und weckt bereits Erwartungen an den Folgeband. Zwar ist auch Dahlias Geschichte in sich abgeschlossen, aber zwei Söhne sind ja noch übrig...

Eine weitere Reise in Jennifer Wolfs zauberhafte Welt, die so völlig anders war als erwartet. Auch Abendsonne überzeugt mit Überraschungen und tiefen Emotionen. Die Liebenden müssen erneut unerwartete Hindernisse überwinden. Nicht zuletzt dank der bildhaften, flüssigen Sprache macht das Lesen einfach Spaß.

Veröffentlicht am 08.11.2016

bewegende Familiengeschichte mit tollen Naturbeschreibungen

Im Land der weiten Fjorde
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Nach dem Tod ihrer Eltern erfährt Lisa, dass ihre Mutter als Kind adoptiert wurde. Ein altes Medallon weist auf eine Vergangenheit in Norwegen hin. Unter Vortäuschung falscher Tatsachen macht sich Lisa ...

Nach dem Tod ihrer Eltern erfährt Lisa, dass ihre Mutter als Kind adoptiert wurde. Ein altes Medallon weist auf eine Vergangenheit in Norwegen hin. Unter Vortäuschung falscher Tatsachen macht sich Lisa auf die Suche nach ihrer wahren Herkunft und findet sich inmitten der idyllischen norwegischen Fjordlandschaft wieder...

"Im Land der weiten Fjorde" schildert die Geschichte von Lisa und ihrer Großmutter Mari. Abwechselnd wird aus den verschiedenen Zeiten, 1940 und 2010, berichtet, sodass sich nach und nach die Ereignisse zusammenfügen. Interessant ist dabei, dass man durch Lisas Nachforschungne bereits Details erfährt, die in der Vergangenheit noch bevorstehen, und man neugierig bleiben muss, was genau passieren wird.

Die Geschichte ich spannend und vor allem gefühlvoll. In beiden Erzählsträngen erhält der Leser tiefe Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt der beiden Protagonistinen.

Christina Kabus überzeugt mit ihren flüssigen, bildhaften Schreibstil, der einen zum Träumen bringt. Auch wenn man noch nicht in Norwegen war, wird man nach der Lektüre dorthin reisen wollen. Die Naturbeschreibungen sind sehr anschaulich und damit gut vorstellbar.

Besonders dramatisch sind zudem die Kriegsbeschreibungen, die ein eindrucksvolles Bild vom Leben und Leiden der Menschen zu dieser Zeit geben und den Leser anhand Maris Schicksal das Kriegsgeschehen miterleben lassen.

"Im Land der weiten Fjorde" ist ein lesenswertes Debüt für alle, die sich für Familiengeschichten und Kriegsbeschreibungen interessieren und sich in die traumhaften Weiten Norwegens entführen lassen wollen.

Veröffentlicht am 08.11.2016

Die perfekte Mischung aus Spannung, Action und Gefühl!

Luc - Fesseln der Vergangenheit
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Auf dem Rückweg von einem Afghanistan-Einsatz geraten US-Navy-SEAL Luc DeGrasse und sein Team in einen Hinterhalt. Luc wird dabei schwer verletzt und entführt. Er gerät in einen Machtkampf zwischen zwei ...

Auf dem Rückweg von einem Afghanistan-Einsatz geraten US-Navy-SEAL Luc DeGrasse und sein Team in einen Hinterhalt. Luc wird dabei schwer verletzt und entführt. Er gerät in einen Machtkampf zwischen zwei Talibanführern.
Während er noch darüber nachdenkt, seiner scheinbar ausweglosen Situation zu entfliehen, entwickelt er Gefühle für die amerikanische Ärztin Jasmin, die – selbst auf der Flucht vor der amerikanischen Regierung – die medizinische Versorgung eines abgelegenen Bergdorfes sicherstellt. Damit die beiden eine Chance haben können, gilt es, den Taliban erfolgreich zu entkommen und viele weitere Hindernisse zu überwinden...

Die Geschichte ist von Anfang an total spannend und bleibt dies auch bis zum Ende – an keiner Stelle wird das Buch langatmig. Im Gegenteil, aufgeworfene offene Fragen und viele dramatische Szenen zwingen einen geradezu, immer weiterzulesen.
Dabei gelingt es Stefanie Ross eindrucksvoll, ein sehr differenziertes Bild des Lebens in Afghanistan zu zeichnen. Taliban sind nicht prinzipiell die „Bösen“, wie sie gern dargestellt werden, sondern auch unter ihnen gibt es verschiedene Lager, die sehr unterschiedliche Interessen verfolgen. Wie vielfältig die Hintergründe von Anschlägen und Terrorakten sein können, zeigt sie durch das umfangreiche Netz aus Intrigen und Personen, die in „Luc – Fesseln der Vergangenheit“ entsponnen werden müssen.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und flüssig und sorgt dafür, dass die Geschichte wie ein Film im Kopf ablaufen kann. Dies gilt für die beeindruckenden Naturbeschreibungen, ebenso wie für die Charaktere, die sehr liebevoll und facettenreich dargestellt werden, sodass man sich gut in sie heineinversetzen, mitleiden oder auch mitlachen kann. Da die Geschichte immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird, kann man das Geschehen an allen Orten verfolgen und bekommt abwechselnd tiefere Einblicke in das Leben und die Gedanken einzelner Personen - besonders von Luc und Jasmin.
Die Liebesgeschichte ist romantisch und leidenschaftlich, nimmt aber auf keinen Fall zu viel Raum ein. Die dramatischen Ereignisse um Jasmins Vergangenheit und die Machtkämpfe in Afghanistan stehen klar im Vordergrund.

Die Geschichte ist von Beginn an absolut fesselnd und lässt den Leser bis zum Schluss nicht mehr los. Besonders der sehr angenehme Schreibstil überzeugt und macht das Lesen zu einem Vergnügen. Das Thema ist aktuell, interessant aufgearbeitet und regt zum Nachdenken an.