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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2025

Keine einfache Lektüre

Junge Frau mit Katze
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Ein Buch, das mich über weite Strecken eher erschöpft als berührt hat. Die Protagonistin Ela steht kurz vor der Verteidigung ihrer Doktorarbeit, als ihr Körper zunehmend streikt. Was folgt, ist eine intensive ...

Ein Buch, das mich über weite Strecken eher erschöpft als berührt hat. Die Protagonistin Ela steht kurz vor der Verteidigung ihrer Doktorarbeit, als ihr Körper zunehmend streikt. Was folgt, ist eine intensive Auseinandersetzung mit Krankheit, Therapien, Selbstzweifeln und der Frage, wie man weitermacht, wenn der Körper nicht mehr mitzieht. Immer wieder kreist die Erzählung um medizinische Details, körperliche Symptome und psychische Belastung.

Das Ende ist versöhnlich, fast etwas zu glatt – tröstlich, ja, aber für mich nicht ganz im Einklang mit der Tiefe und Schwere des Weges dorthin. Vieles wirkt autobiografisch geprägt, was der Geschichte Authentizität verleiht, aber auch eine gewisse Eindringlichkeit, die nicht leicht zu lesen ist.

Die Autorin schreibt präzise und reflektiert, ihre Sprache hat Kraft. Wer sich für autofiktionale Literatur interessiert, in der es um Krankheit, Identität und den Druck des Funktionierens geht, wird hier sicher einiges entdecken können. Für mich persönlich war es keine einfache Lektüre – vielleicht einfach nicht der richtige Moment oder Zugang. Aber das ist ja das Spannende am Lesen: Was die einen überfordert, kann andere genau ansprechen.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Zwischen Gefühl und Gebäck

Glück ist ganz nach meinem Geschmack
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„Kann man sich mit Mitte vierzig noch mal so richtig verlieben - und wenn ja, in wen bitte schön?“

Sam ist 43 und Grundschullehrerin in Hamburg. Ihr Leben ist stabil, aber eintönig – in ihrem Beruf fehlt ...

„Kann man sich mit Mitte vierzig noch mal so richtig verlieben - und wenn ja, in wen bitte schön?“

Sam ist 43 und Grundschullehrerin in Hamburg. Ihr Leben ist stabil, aber eintönig – in ihrem Beruf fehlt die Erfüllung, in der Liebe die Leichtigkeit. Ihre 6-jährige Tochter sowie Freundinnen geben ihr Halt, doch innerlich spürt Sam, dass etwas fehlt.
Beim Klassentreffen in Lüneburg begegnet sie Max, ihrem Jugendschwarm, wieder. Alte Gefühle flammen auf. Und gleichzeitig sorgt der junge, ambitionierte Direktor Finn für Wirbel an ihrer Schule – und in ihrem Leben.
Was Sam wirklich begeistert, ist das Macaron-Backen. In der Küche findet sie Freude und ein Stück Selbstbestimmung. Es wird immer deutlicher: Vielleicht ist es an der Zeit, den sicheren, aber frustrierenden Job hinter sich zu lassen.

Der Roman springt in einzelnen Kapiteln immer wieder zurück in die Vergangenheit. Rückblenden in Sams Jugend zeigen Unsicherheiten, Sehnsüchte und prägende Erfahrungen – sie bilden einen starken Kontrast zu ihrer heutigen Situation.

Es ist eine Lektüre, die mit einem leichten, humorvollen Ton, glaubwürdigen Figuren und einem echten Gespür für das Lebensgefühl von Frauen in der Lebensmitte überzeugt. Besonders Sams Beziehung zu ihrer Tochter und zu engen Freundinnen wirkt lebendig und berührend.

„Glück ist ganz nach meinem Geschmack“ ist ein unterhaltsamer Roman über Neuanfänge, Selbstliebe und den Mut, alte Wege zu verlassen. Eine warmherzige Lektüre, die Lust macht, eigene Träume wieder ernster zu nehmen und sich vielleicht auch mal wieder selbst in den Mittelpunkt zu stellen – perfekt zum Abschalten zwischendurch.
Für alle, die gerne unterhaltsame Frauenromane lesen.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Ein starkes Debüt

Himmel ohne Ende
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Julia Engelmann kann nicht nur Poetry Slam – jetzt erzählt sie zum ersten Mal eine Geschichte. Und die geht ganz leise, aber tief unter die Haut.

Charlie ist zwischen Kindsein und Erwachsenwerden gefangen. ...

Julia Engelmann kann nicht nur Poetry Slam – jetzt erzählt sie zum ersten Mal eine Geschichte. Und die geht ganz leise, aber tief unter die Haut.

Charlie ist zwischen Kindsein und Erwachsenwerden gefangen. Ihr Vater ist weg, ihre Mutter hat einen neuen Partner, und in der Schule läuft längst nicht alles rund. Selbst ihre beste Freundin distanziert sich, und dann verliebt sich ausgerechnet diese in den Jungen, den Charlie mag.

Der Sommer fühlt sich schwer an, bis Kornelius – genannt Pommes – in ihre Klasse kommt. Mit ihm kann Charlie wieder offen reden und spürt, dass sie nicht allein ist.

Der Roman ist schmerzlich schön – ehrlich und mit viel Herz erzählt, ohne zu dramatisch zu werden. Zwischen traurigen Momenten gibt es immer wieder auch humorvolle und lebensnahe Szenen, die das Ganze mit einer angenehmen Leichtigkeit tragen. Man möchte Charlie einfach in den Arm nehmen und ihr zeigen, dass alles gut wird. Es ist eine Geschichte über Selbstzweifel, Freundschaft und den Mut, sich auf Neues einzulassen. Ein stiller Roman voller Wärme und ehrlicher Gefühle, der lange nachklingt.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Zwischen Idyll und Abgrund

Schattengrünes Tal
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Wie gut kennst du die Menschen um dich herum wirklich?
Kristina Hauff nimmt uns in „Schattengrünes Tal“ mit in ein abgelegenes Dorf im Schwarzwald – ein Ort, an dem jeder jeden kennt. Oder zu kennen glaubt.

Worum ...

Wie gut kennst du die Menschen um dich herum wirklich?
Kristina Hauff nimmt uns in „Schattengrünes Tal“ mit in ein abgelegenes Dorf im Schwarzwald – ein Ort, an dem jeder jeden kennt. Oder zu kennen glaubt.

Worum geht’s konkret?
Lisa lebt mit ihrer Familie im Schwarzwald und arbeitet im Hotel ihres Vaters. Als eine fremde Frau zu Gast dort ist, verändert sich die Stimmung – im Dorf und in Lisas Umfeld. Was als Neuanfang wirkt, bringt alte Spannungen ans Licht und stellt vieles infrage.

„Schattengrünes Tal“ ist spannend und mitreißend erzählt – von der ersten Seite an gelingt es Kristina Hauff, eine dichte Atmosphäre aufzubauen, die einen regelrecht in die Geschichte hineinzieht. Die Figuren sind sehr plastisch gezeichnet, sodass man sie sich mühelos vorstellen kann – mit all ihren Ecken und Kanten. Besonders bleibt mir Daniela im Gedächtnis, wenn auch im negativen Sinn: Ihre Art ist extrem unangenehm, fast beängstigend.

Der Roman lebt stark von der Dynamik zwischen den Charakteren und der unterschwelligen Bedrohung, die sich nach und nach entfaltet.

Insgesamt ist die Lektüre ein intensives Leseerlebnis mit psychologischem Feingefühl und fesselnder Stimmung.
Lediglich das Ende wirkt auf mich etwas abrupt und lässt mich leicht unbefriedigt zurück – hier hätte ich mir mehr Tiefe oder einen runderen Abschluss gewünscht.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Wenn das Meer zur Bühne wird

Blaue Tage
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Heiße Sommertage, Segelboote im Wind, das Blau der Ägäis – und darunter brodeln unausgesprochene Spannungen.

Zum 60. Geburtstag lädt Christian seine erwachsenen Töchter Leo und Emma mit ihren Partnern ...

Heiße Sommertage, Segelboote im Wind, das Blau der Ägäis – und darunter brodeln unausgesprochene Spannungen.

Zum 60. Geburtstag lädt Christian seine erwachsenen Töchter Leo und Emma mit ihren Partnern zu einem zehntägigen Segeltörn durch Griechenland ein. Es ist ein Wiedersehen nach langer Zeit. Doch schon zu Beginn wird klar: Die Stimmung an Bord ist alles andere als unbeschwert. Als Skipperin Alex noch kurzfristig dazustößt, verschieben sich die Rollen – und längst Verdrängtes kommt ans Licht.

In elf Kapiteln erzählt die Autorin eindrucksvoll von Nähe und Distanz, von alten Mustern und stillen Sehnsüchten. Vom Druck, zu funktionieren – und vom Wunsch, einfach man selbst sein zu dürfen. Ein Roman über das, was wir sagen. Und das, was wir verschweigen.

Blaue Tage ist ein starker Sommerroman über Familienbande, Selbsttäuschung und den Mut zur Veränderung.
Mich hat das Buch von Beginn an gefesselt und sehr gut unterhalten. Wirklich absolut empfehlenswert!

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