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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2025

Macht Lust aufs Leben

Von hier aus weiter
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Ein neuer Roman von Susann Pásztor, das bedeutete für mich, den muss ich unbedingt lesen. Als das Buch dann bei mir ankam, hatte ich eigentlich noch eine andere Lektüre zu beenden. Somit wollte ich nur ...

Ein neuer Roman von Susann Pásztor, das bedeutete für mich, den muss ich unbedingt lesen. Als das Buch dann bei mir ankam, hatte ich eigentlich noch eine andere Lektüre zu beenden. Somit wollte ich nur kurz in „Von hier aus weiter“ reinblättern. Aus dem Blättern wurde dann allerdings ein Schmökern. Ich war gleich mittendrin in der Geschichte und konnte nicht mehr aufhören. Kurz und gut: Ich habe das Buch innerhalb eines Tages fertig gelesen, was natürlich absolut für die Lektüre spricht. Und ich kann sie wirklich von ganzem Herzen empfehlen. So eine schöne Geschichte.

Wir lernen Marlene kennen, die nach 30 Jahren Ehe ihren Mann Rolf verliert. Nach dessen Tod möchte die resolute Witwe selbst auch nicht mehr leben. Wie sich allerdings ihr Alltag durch den Klempner Jack und die junge Ärztin Ida verändert, ob Marlene wieder ins Leben zurückfindet, davon erzählt „Von hier aus weiter“.

Ein Buch, das trotz der ernsten Thematik so leicht daherkommt, das so hoffnungsvoll stimmt und das Lust aufs Leben macht.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Berührender Coming-Of-Age-Roman

Klapper
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„BÄR, offline seit 4198 Tagen“ - diese Zeile springt Klapper ins Auge, als er im April 2025 in seiner Einzimmerwohnung am Laptop sitzt. Und sie lässt ihn nicht mehr los…

Wir blicken zurück ins Jahr 2011. ...

„BÄR, offline seit 4198 Tagen“ - diese Zeile springt Klapper ins Auge, als er im April 2025 in seiner Einzimmerwohnung am Laptop sitzt. Und sie lässt ihn nicht mehr los…

Wir blicken zurück ins Jahr 2011. Es ist August, die Sommerferien sind zu Ende.
Thomas, dessen Gelenke nach einem Wachstumsschub knackende Geräusche von sich geben, und der daher von allen Klapper genannt wird, kommt in die elfte Klasse. Er ist ein Außenseiter, ein Gamer, der seine Freizeit in seinem Zimmer am PC verbringt und sich gerne verkriecht.
In diesem Schuljahr kommt Vivi, genannt Bär, neu in die Klasse. Auch sie fällt auf, ist anders als die anderen. Und sie sucht sich im Klassenzimmer ausgerechnet den Platz neben Klapper aus.
So verschieden die beiden doch sind, so perfekt passen sie zueinander. Und es entwickelt sich eine ganz besondere Freundschaft.

Kurt Prödels Debüt-Roman hat mich ab der ersten Seite erreicht. Die Lektüre ist herrlich schräg und amüsant geschrieben, gleichzeitig aber auch so anrührend und traurig. Für mich kommt „Klapper“ ganz klar auf meine Highlight-Liste.
Ein sehr empfehlenswerter Coming-Of-Age-Roman. Gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Absolut gelungenes Debüt

Das Leben fing im Sommer an
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Wir haben das Jahr 2006. Es ist ein heißer Sommer mit Rekordtemperaturen, der Sommer, in dem in Deutschland ein Fußballmärchen stattfindet. Die WM im eigenen Land.

Der Fußballprofi Christoph Kramer war ...

Wir haben das Jahr 2006. Es ist ein heißer Sommer mit Rekordtemperaturen, der Sommer, in dem in Deutschland ein Fußballmärchen stattfindet. Die WM im eigenen Land.

Der Fußballprofi Christoph Kramer war damals 15 und schon absolut fußballbegeistert. Aber dieses Thema steht bei dem Buch gar nicht so im Vordergrund. Denn es geht viel mehr ums Erwachsenwerden, um Freundschaft und um die erste große Liebe.

Wir begegnen dem jungen Chris und seinen Freunden. Begleiten ihn ins Freibad, erleben mit ihm wilde Partys und sind dabei, als Debbie, der Schwarm aller Jungs in der Schule, sich mit ihm verabredet.
Mit viel Leichtigkeit erzählt Christoph Kramer aus Sicht des 15-jährigen Chris. Und auch wenn es nur vier Tage sind, an denen sich der Großteil dieser Erzählung abspielt, so passiert doch so viel.

„Das Leben fing im Sommer an“ ist ein Coming-Of-Age-Roman voller jugendlicher Lebenslust und Melancholie. Wunderschön geschrieben.
Was nun bei der Geschichte fiktiv ist, was autobiografisch, das darf sich beim Lesen jeder selbst überlegen. Die Danksagung am Ende des Buches ist auf jeden Fall sehr aufschlussreich und absolut berührend.

Ein ganz wunderbares Debüt, das mich sehr positiv überrascht und sehr begeistert hat.
Gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 22.01.2025

Kein Highlight, aber trotzdem lesenswert

In einem Zug
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„Die Vorstellung lebt von der Fantasie, die Erfahrung macht sie zunichte.“ S. 31

Eine Zugfahrt von Wien nach München, zu zweit im Viererabteil - das gestaltet sich für Eduard Brünhofer als nicht ganz ...

„Die Vorstellung lebt von der Fantasie, die Erfahrung macht sie zunichte.“ S. 31

Eine Zugfahrt von Wien nach München, zu zweit im Viererabteil - das gestaltet sich für Eduard Brünhofer als nicht ganz angenehm, denn mit ihm im Abteil sitzt Catrin Meyr. Und die will reden. Allein das kann ja schon anstrengend sein, aber sie will über die Liebe reden.
Der nicht mehr so junge Eduard Brünhofer hat als Autor schon viel und oft über die Liebe geschrieben in seinen Büchern, reden möchte er darüber mit einer Fremden eigentlich nicht wirklich - eigentlich.
Aber er kann es nicht verhindern. Sein Gegenüber ist da nämlich ziemlich penetrant und hartnäckig, sodass es Eduard nicht gelingt, dem Ganzen zu entgehen.

Wir sind dabei im Abteil und können, dürfen, müssen dem Gespräch lauschen.
Bekommen mit, wie Eduard nach und nach viel preisgibt, was die Liebe und die langjährige Beziehung zu seiner Frau Gina betrifft.
Anfangs fand ich das noch sehr amüsant und unterhaltsam, aber nach einiger Zeit hat es mich eher etwas genervt und auch irritiert.
Als Mitreisende im Abteil hätte ich mir gedacht: „Wo seid ihr beide denn falsch abgebogen?“
Bei der Hälfte des Buches angekommen überlege ich mir: Was wird das noch?
Geht das jetzt so weiter?
Irgendwann hatte ich dann aber so eine Ahnung, worauf die Geschichte hinauslaufen könnte. Und annähernd lag ich richtig. Ab da hat mir das Buch dann doch gefallen, auch wenn es meiner Meinung nach nicht an „Die spürst du nicht“ und „Gut gegen Nordwind rankommt“. Aber Daniel Glattauer hat einen klasse Schreibstil, den ich sehr mag.
Somit kann ich sagen, der Roman war für mich jetzt kein Highlight, hat sich aber gut lesen lassen.

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Veröffentlicht am 26.10.2024

Zwei Frauen in den 1970er Jahren

Zwei Leben
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„In das Land waren die Familiengeschichten eingeschrieben, und es konnte sie nur lesen, wer hier aufgewachsen war.“

Wenn ein neues Buch von Ewald Arenz erscheint, kann man davon ausgehen, dass es ein ...

„In das Land waren die Familiengeschichten eingeschrieben, und es konnte sie nur lesen, wer hier aufgewachsen war.“

Wenn ein neues Buch von Ewald Arenz erscheint, kann man davon ausgehen, dass es ein Bestseller wird. Und so ist es auch diesmal. Der neue Roman des Autors ist Mitte September erschienen und steht seitdem auf der Spiegel-Bestsellerliste. Verdient, wie ich finde, auch wenn mein persönliches Highlight von Ewald Arenz nach wie vor „Alte Sorten“ ist.

Der neue Roman spielt Anfang der 70er Jahre in Franken und erzählt die Geschichte zweier Frauen - zweier Leben sozusagen.
Da haben wir Roberta. Sie kommt nach einer Schneiderlehre in der Stadt zurück in ihr Heimatdorf. Als Einzelkind soll sie irgendwann den Bauernhof ihrer Eltern übernehmen. Doch Roberta träumt insgeheim von einer ganz anderen Zukunft.
Und dann ist da Gertrud. Sie ist Mitte 40 und stammt ursprünglich aus Hamburg. Ihr Mann ist der Pfarrer in der kleinen Gemeinde, und Gertrud ist somit die Pfarrfrau. Auch sie träumt von einem anderen Leben, fühlt sich eingeengt in dem Dorf und sehnt sich nach der Großstadt.
Beide Frauen verbindet Wilhelm. Er ist Robertas Freund seit ihrer Kindheit und er ist Gertruds Sohn. Und er ist der Grund, der beide Frauen im Dorf bleiben lässt.

Wie immer bei einem Roman von Ewald Arenz kann man wunderbar in die Geschichte eintauchen. Es ist eine Geschichte voller Tragik, melancholisch und schmerzlich schön.

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