Stürmisch und mitreißend
Wild wuchernWow - was für eine mitreißende, wuchtige Geschichte!
Da ist Marie, die Goldmarie sozusagen, immer anständig und hilfsbereit.
Sie lässt das Luxusleben in der Stadt hinter sich und flüchtet vor ihrem gewalttätigen ...
Wow - was für eine mitreißende, wuchtige Geschichte!
Da ist Marie, die Goldmarie sozusagen, immer anständig und hilfsbereit.
Sie lässt das Luxusleben in der Stadt hinter sich und flüchtet vor ihrem gewalttätigen Mann zu ihrer Cousine Johanna auf eine Alm in den Bergen.
Johanna war schon als Kind ganz anders als Marie. Konnte besser mit Tieren als mit Menschen kommunizieren, fühlte sich in der Natur wohler als in der Stadt. Hat kaum mit jemanden geredet. Seit vielen Jahren lebt sie ganz alleine Auf einer Alm in Tirol.
Dass sie nun ihre Cousine bei sich hat, davon ist sie nicht begeistert.
Ob und wie die beiden Frauen miteinander zurechtkommen, wie sie aneinandergeraten, sich zusammenraufen, wie sie sich umkreisen, abstoßen, annähern, wie die Zweisamkeit Johanna verändert und die Einsamkeit Marie, das erfahren wir in Katharina Köllers Roman „Wild wuchern“.
Wie eine Naturgewalt, wie ein Gewitter in den Bergen, so mitreißend ist dieses Buch. Ich habe es innerhalb eines Tages regelrecht verschlungen, konnte nicht mehr aufhören, musste mich zwingen, langsam zu lesen. Der Roman hat nur 200 Seiten und lässt sich sehr leicht lesen. Katharina Köhlers Schreibstil hat mir sehr gut gefallen.
Eindringlich und schnörkellos, aber doch sehr detailliert beschreibt sie das Geschehen. Die Autorin schreibt geradlinig und direkt, wobei der Satzbau stellenweise einen österreichischen, besonders tirolerischen Einfluss aufweist. Das passt gut zur Erzählweise und unterstreicht den realistischen Charakter der Geschichte
Ganz große Leseempfehlung!