Stimmungsvoller Küstenkrimi mit kleinen Schwächen
OstseedämmerungMira Schneider, eine Studentin der Archäologie, verschwindet einfach von der Bildfläche, zusammen mit einer bronzenen Gewand-Fibel aus der Wikingerzeit. Anderthalb Jahre später wird das Artefakt zufällig ...
Mira Schneider, eine Studentin der Archäologie, verschwindet einfach von der Bildfläche, zusammen mit einer bronzenen Gewand-Fibel aus der Wikingerzeit. Anderthalb Jahre später wird das Artefakt zufällig in einem Teich, der zu einem Gutshof gehört, wiedergefunden. Pia Korittki und ihr Team rollen den Cold Case neu auf. Im Rahmen ihrer Ermittlungen stoßen sie bei Verwandten, Freunden und Bekannten auf widersprüchliche Aussagen zu der Verschwundenen. Der Fall erreicht einen dramatischen Höhepunkt, als Miras Leiche gefunden wird, verscharrt in einem nahegelegenen Waldstück.
Das Buch zieht mich vom ersten Kapitel an in seinen Bann. Wie in allen Krimis von Eva Almstädt tauchen eine ganze Reihe von Verdächtigen auf, die sich im Laufe der Handlung nicht ganz korrekt verhalten, aber stichhaltige Beweise gibt es gegen niemanden. Besonders dramatisch finde ich, dass die zehnjährige Trine, die in ihrem Leben noch nicht viel Glück hatte, scheinbar in das Fadenkreuz des Mörders gerät.
Die Auflösung am Ende enttäuscht mich dann allerdings. Ich kann zum Schluss hin auch keinen echten Spannungsaufbau mehr erkennen. Die Motivation des Mörders leuchtet zwar ein, aber ein packendes Finale sieht anders aus. Auch gibt es dramaturgisch im Verlauf der Handlung zwei peinliche Schwachstellen. Da wird erst seitenlang über einen Sachverhalt in aller Ausführlichkeit berichtet, aber die Auflösung des Rätsels kommt dann lapidar in jeweils einem einzigen Satz.
Insgesamt gefällt mir die Atmosphäre dieses Krimis sehr gut, ich mag Pia Korittki und ihre Familie und Kollegen, und der Anfang ist, wie oben erwähnt, mysteriös und spannend. Auch der Mittelteil ist folgerichtig aufgebaut, und der Schreibstil der Autorin überzeugt mich immer wieder. Aber das Ende von Ostseedämmerung passt für mich nicht.
Trotz der genannten Schwachstellen stellt sich bei mir wieder ein angenehmes Gefühl ein. Man fühlt sich wohl im Universum von Eva Almstädt. Ein bisschen heile Welt muss sein.