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Veröffentlicht am 06.10.2021

Zur Hölle mit der Angst

Try & Trust
1

Hast du schonmal etwas richtig Dummes gemacht, obwohl du wusstest, dass es höchstwahrscheinlich eine schlechte Idee ist?
Genau so geht es Matilda, als sie einwilligt, Aktmodell für Anthony zu stehen. Es ...

Hast du schonmal etwas richtig Dummes gemacht, obwohl du wusstest, dass es höchstwahrscheinlich eine schlechte Idee ist?
Genau so geht es Matilda, als sie einwilligt, Aktmodell für Anthony zu stehen. Es wäre die reinste Katastrophe, würde ihre beste Freundin Briony, die Hals über Kopf in den Künstler verliebt ist, von dieser Abmachung erfahren. Denn Matilda ist überaus bewusst, dass sie Briony hintergeht – auch wenn es der einzige Weg ist, den Matilda sieht, wenn sie ihre Freundin beschützen möchte. Und das möchte Matilda, denn Briony ist für sie der wichtigste Mensch auf Erden, seit ihre Familie in Stücke gerissen wurde.
Doch Matilda bleibt bei ihrem Entschluss – bis es wirklich kein Zurück mehr gibt und die Rechtfertigung, es für ihre beste Freundin zu tun, längst nicht mehr zählt.

Aber was ist es dann, dass Matildas Prinzipien durcheinanderwirbelt und auf den Kopf stellt? Gefühle können es schließlich nicht sein – die hat sie sich schon längst abtrainiert. Und dann wäre da noch die Angst, die sie lähmt, wenn sie nur daran denkt, es könnte sich an ihrer kühlen Art etwas ändern…

Nach Band eins der Soho-Love-Reihe geht es nun also in Band zwei um die so selbstbewusste Matilda und den scheinbar selbstverliebten Anthony. Ich habe mich riesig auf ihre Geschichte gefreut, weil ich beide Charaktere schon im ersten Band unfassbar spannend fand.

Doch schnell habe ich beim Lesen gemerkt, dass diese beiden Figuren in Wirklichkeit so ganz anders sind, als man bisher gedacht hat. Seite für Seite blickt man ein bisschen mehr hinter Matildas ebenso kühle wie starke Fassade. Habe ich sie bisher immer für ihr unerschütterliches Selbstbewusstsein bewundert, kam nun auch noch dazu, dass ich sie für ihre Kraft, Stärke und völlige Aufopferungsbereitschaft geliebt habe. Für mich ist Matilda eine der tollsten, mutigsten, beeindruckendsten und am meisten inspirierenden Frauen, die ich bisher in einem Liebesroman kennengelernt habe. Schon alleine daher ist „Try & Trust“ etwas Besonderes.

Aber dann ist da ja noch Anthony. Und Leute, ich bin ernsthaft verschossen, verknallt, verliebt in diesen Kerl. Nein, wartet, ganz ehrlich? Ich LIEBE ihn! Anthony hat mich eindeutig am allermeisten überrascht. Ich hätte nie gedacht, was für ein einfühlsamer, lieber, anhänglicher und niedlicher Typ er tatsächlich ist. Und ich bin absolut begeistert von seiner Kunst. Hach, ich habe es geliebt, wie sehr die Liebe zur Kunst hier hervorgehoben und thematisiert wird – inhaltlich, sprachlich und auch symbolisch. Anthony ist ein sehr gefühlsbetonter Mensch und das hat mich sehr mitgerissen. Wieder einmal.

Nach Band 1, der Geschichte von Noah & Liv (übrigens würde ich wirklich empfehlen, die Reihe chronologisch zu lesen und Noah und Livs Geschichte nicht zu überspringen – einfach weil die beiden auch hier wieder eine große Rolle spielen), da war ich total begeistert. Einfach wow. Das geht gar nicht mehr zu toppen, ein zweiter Band kann sowieso oft nur schwer mithalten, dachte ich mir. Aber wisst ihr was? Ich habe mich so extrem getäuscht, das glaubt man gar nicht. Denn das Unfassbare ist eingetreten: „Try & Trust“ finde ich noch viel großartiger als seinen Vorgänger. Einfach absolute Liebe für dieses Buch! Die Emotionen hier sind krass aufwühlend und absolut rührend. Sowohl Matildas, als auch Tonys Geschichten sind an sich schon erschütternd. Doch wenn die beiden zusammen sind, da kommen noch viel tiefere Gefühle und Emotionen hoch. Klar gibt es viele Szenen, die - vor allem dank Matildas direkten, unverblümten Worten - drollig sind. Aber all die bedrückenden, traurigen und so authentischen anderen Szenen zerreißen einem beim Lesen fast das Herz. Und so schräg, wie sich das jetzt anhören mag, genau dafür habe ich das Buch mega geliebt.

Darüber hinaus darf der raffinierte, wunderschöne Schreibstil, ebenso wenig wie der flüssige Handlungsverlauf vergessen werden. Letzterer fand ich besonders überzeugend, da ich in Band eins doch hier und da Längen entdeckt habe. Man konnte zwar leicht darüber hinwegsehen, doch die dauerhaft spannende, prickelnde Stimmung hier ist einfach noch viel gelungener.

Fazit:
„Try & Trust“ ist ein absolutes Highlight für mich- zuerst einmal wegen den extrem besonderen Protagonisten. Ein Teil meines Herzens wird immer Anthony gehören und wann immer ich von Unsicherheit ergriffen werde, habe ich mir für die Zukunft vorgenommen, an Matilda und ihre mentale Stärke zu denken. Aber auch der gesamte Plot konnte mich mitreißen und den letzten Schliff hat der Roman durch die wunderschönen Worte, die aus der Geschichte ein beeindruckendes Werk gemacht haben, bekommen.
In meinen Augen ist dieses Buch sowas von ein Must-Read und hätte noch mehr als die vollen 5 Sterne verdient, die ich ihm geben werde ;)

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2021

Eine Geschichte zwischen Schwarz & Weiß

Right Here (Stay With Me)
4

Lucys größter Albtraum scheint wahr zu werden, als sie beim Eiskunstlauf-Training stürzt. Ein kleiner Junge war ihr ungeschickt vor die Füße gefahren und so ziemlich das Letzte, was Lucy sich im Moment ...

Lucys größter Albtraum scheint wahr zu werden, als sie beim Eiskunstlauf-Training stürzt. Ein kleiner Junge war ihr ungeschickt vor die Füße gefahren und so ziemlich das Letzte, was Lucy sich im Moment leisten konnte, war eine Trainings-Pause. Seit einem Jahr, seit sie das ungeliebte Studium abgebrochen hat, arbeitet sie schon auf einen Wettkampf hin, der in vier Wochen anstand. Das Problem: Dieser Wettkampf würde entschieden. Würden ihre Eltern sie weiter unterstützen? War sie gut genug?
Doch entgegen aller Erwartungen soll diese Begegnung Lucys Alltag, ihr Leben verändern. Der kleine Junge, Mika, hat nämlich einen großen Bruder – Jules. Die beiden begleiten Lucy ins Krankenhaus und werden zu einem Halt für Lucy, den sie nie erwartet hätte. Zwischen ihren Selbstzweifeln und Zukunftsängsten schafft Lucy es mit Jules an ihrer Seite wieder Vertrauen in sich selbst zu haben und lernt, dass es neben Druck, hohen Erwartungen und Spannungen noch etwas anderes im Leben gibt…
Doch auch Jules sucht Halt bei Lucy. Er ist nur 6 Jahre älter als sie, aber trägt schon viel Last auf seinen Schultern herum, die ihm immer wieder Steine in den Weg legt.

Es fällt mir recht schwer, hier den Inhalt des Buches in Worten zu fassen. Zum einen, weil er gleichzeitig sehr vielschichtig und doch so klar ist: Es geht um Selbstfindung und jegliche Art von zwischenmenschlichen Beziehungen. An Lucy sieht man sehr schön die Ratlosigkeit vieler jungen Menschen: Wer will man sein? Was wünscht man sich vom Leben? Was und wen wünscht man sich dafür auf oder an seiner Seite? Es geht aber auch darum, sich einzugestehen, wenn man sich zu sehr in etwas verrannt hat. Anne Pätzold zeigt mit „Right Here“, dass es völlig okay ist, einfach mal stehenbleiben und durchatmen zu müssen. Und genau dafür ist dieses Buch da: Es schenkt dem Leser Mut!

Zum anderen habe ich die Befürchtung, dass meine Worte hier nie dem gerecht werden können, was das Buch mir bedeutet und wie wundervoll es geschrieben ist. Ich hoffe, ich kann zumindest ansatzweise beschreiben, wie sehr ich jedes winzige Detail, die Figuren, den Schreibstil und insgesamt die Stimmung im Buch geliebt habe.

Die Charaktere sind einfach unfassbar herzlich, wirken authentisch und man kann nicht anders, als sie zu lieben. Lucy habe ich so gern, weil ich mich immer wieder selbst in ihr entdeckt habe. Seitenweise inneren Monologe, ihr aufgewühlt sein, das Gedankenkarussell sprachen mir als Leserin direkt aus der Seele und ich konnte mich sehr gut in Lu hineinversetzen.
Die Autorin hat Lucy außerdem unfassbar vielschichtig gestaltet und jede Seite an der Protagonistin, die ängstliche, die mutige, die wütende, die enttäuschte, die leidenschaftliche und verzweifelte, die humorvolle, unbekümmerte… ist authentisch. Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr Detail kamen hinzu und halfen mir, mich immer weiter darin zu verlieren.
Der Antagonist, Jules ist für mich einfach der Inbegriff eines Book-Boyfriends, absolut liebenswert und zuckersüß. Ich habe mich wirklich sehr in den Kerl verliebt – ein Talent, dass Anne mit jeder ihrer Geschichten aufs Neue beweist: Sie erschafft wahre Traummänner. Jules ist gleichzeitig so erwachsen und vernünftig, und im nächsten Moment wieder unglaublich witzig, dass er mir total ans Herz gewachsen ist.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Nebencharakteren. Die einen, mindestens genauso niedlich und lieb, wie die Protas - die Anderen, gezielt komplex und etwas… abstoßend, runden die Story toll ab und hauchen ihr eine Art Lebendigkeit und ehrlichen Realismus ein.

Ganz besonders gefallen hat mir einmal mehr der wunderbare Schreibstil von Anne Pätzold. Es beeindruckt mich mit jeder weiteren Geschichte, die ich von ihr lese, mehr, was sie mit Worten alles ausdrücken kann. Sie wählt ihre Worte mit Bedacht und Fingerspitzengefühl und schafft auf diese Weise ein ganz eigenes Kunstwerk. Dabei erzeugt sie eine unverkennbar-typische Stimmung, die einzigartig und genau der Stil dieser Autorin ist: Eine Wohlfühlatmosphäre, die zugleich von der Melancholie und all den unterschwelligen Emotionen etwas getrübt wird und den Leser daher umso stärker ergreift. Jede weitere Seite nimmt einen noch ein Stückchen mehr ein, als die vorangegangene. Man liest zugleich mit einem seligen Lächeln auf den Lippen und einen Tränenschleier vor den Augen. Obwohl man total getroffen ist, ist man so sehr gerührt, dass man sich wohlfühlt. Jedes weitere Wort zu lesen ist ein Genuss, und es zergeht einem auf der Zunge, als würde man, wie früher als kleines Kind, Schneeflöckchen mit der Zunge aufzufangen versuchen.

Und wenn ich schon bei Thema Schnee und Eis bin, lasst mich noch ein paar Worte zum Eiskunstlauf sagen, denn vielleicht mag einen dieses Thema abschrecken, wenn man bisher nichts damit zu tun hatte – so ging es mir nämlich auch. Die Thematiken in Anne Pätzolds Büchern sind immer solche, zu denen ich anfangs keinerlei Bezug habe. Aber sie schafft es, den Leser dafür zu begeistern, bzw. es so darzustellen, dass es zwar spezifisch ums Eislaufen geht, aber man alles verallgemeinern kann und deswegen jeder seinen ganz eigenen, persönlichen Zugang zu der Geschichte findet.

Fazit:
Dieses Buch zu lesen, war wie Balsam für sie Seele, wirksamer als jede Meditation und gemütlicher, als jede Couch. Einfach total entspannt und entspannend. Entschleunigend.
Statt dem für New-Adult typischen sexy Knistern setzt Anne Pätzold voll und ganz auf Tiefgang und bleibt stets auf der emotionalen Ebene von Anziehung. Das macht dieses Buch sehr einzigartig und mag vielleicht nicht jedermanns Fall sein. Für mich jedoch macht dies „Right Here“ zu einem ganz, ganz besonders Liebesroman. Er ist ein Herzensbuch und definitiv ein 5-Sterne-Roman für mich – und ganz bestimmt für ganz viele andere Leser ebenfalls. Wer nach einem Buch zum Abschalten sucht, dem perfekten Buch für gemütliche Lesestunden an kühlen Tagen, sollte nicht zögern, „Right Here“ zu lesen.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
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  • Gefühl
Veröffentlicht am 21.09.2021

Spielchen spielen ist nicht schwer – sie zu gewinnen dagegen sehr!

Wen immer wir lieben (Immer-Trilogie, Band 1)
0

Liebe – nichts weiter als eine Illusion, findet Lina. Die Literaturstudentin glaubt nämlich die Masche der Männer längst durchschaut zu haben. Besonders Bad-Boys ticken doch alle gleich! Deshalb hat Lina ...

Liebe – nichts weiter als eine Illusion, findet Lina. Die Literaturstudentin glaubt nämlich die Masche der Männer längst durchschaut zu haben. Besonders Bad-Boys ticken doch alle gleich! Deshalb hat Lina auch ein Prinzip entwickelt, um sich von ihnen nicht das Herz brechen zu lassen, sondern die harten Kerle sozusagen mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Weil ihr niemand glauben will, am wenigsten ihre liebesverrückte kleine Schwester, für die das Prinzip eigentlich gedacht ist, macht Lina daraus einfach eine Challenge für sich.
Ben, den sie über Tinder kennenlernt, scheint die richtige Testperson zu sein. Und als sich die Challenge auch als perfektes Thema für Linas anstehende Hausarbeit, ihren Blog und den nächsten Artikel für das Stadtmagazin herausstellt, hängt sich Lina voll und ganz in dieses Projekt rein.
Aber vielleicht verrennt sie sich dabei etwas zu sehr…

Ich habe schon das ein oder andere Buch gelesen, das eine ähnliche Thematik wie „Wen immer wir lieben“ behandelte. An sich finde ich dieses Thema, also Bad-Boys mehr oder weniger zu bekehren, mega interessant und am Anfang hat auch dieses Buch es geschafft, mich dafür zu begeistern. Das Prinzip klang recht logisch, wenn auch etwas verrückt.
Doch mir wurde recht schnell klar, dass mich irgendwas an der Geschichte stört. Am Ende habe ich zudem erkannt, dass mir etwas fehlt. Deshalb muss ich leider sagen, dass „Wen immer wir lieben“ mich ziemlich enttäuscht hat.
Dabei möchte ich drei grundlegende Aspekte ansprechen, die unter anderem dafür sorgten, dass ich einfach nicht mit der Geschichte warm wurde. Ich möchte dennoch klarstellen, dass es meine ganz persönliche Meinung ist, und ich dennoch davon überzeigt bin, dass andere Leser es ganz anders empfinden, als ich und vielleicht sogar meinen Kritikpunkten etwas abgewinnen können.
Zunächst einmal ist der Schreibstil nicht mein Fall. In den meisten Fällen, kann ich bis zum Ende eines Buches mit dem Erzählstil warm werden. Aber eine Geschichte hauptsächlich in Form von Dialogen zu erzählen trifft einfach gar nicht meinen Geschmack. Mir fiel es durch die viele wörtliche Rede total schwer, all die Figuren kennenzulernen, mich vielleicht sogar in sie hineinversetzen zu können. Ich fühlte mich stets distanziert und mir fehlten diese längeren Passagen, in denen man einfach mal einen inneren Monolog, wie man es so schön nennt, der Protagonistin zu verfolgen. Es fehlten längere Textpassagen, in denen nicht geredet wird, und die eigentlich für die Stimmung sorgen. Zumindest mir fehlten sie.
Die Protagonistin Lina war bei mir ein weiterer Knackpunkt. Ich bin nicht nur nicht mit ihr warm geworden. Sie hat mich einfach genervt. Bei manchen Büchern finde ich, die Figuren sind zu naiv. Doch das war es nicht einmal, was mich an Lina störte. Ich konnte teilwiese sogar nachvollziehen, wieso sie sich komisch verhielt. Aber mich störte enorm, wie ignorant sie war und dass sie sich über hunderte von Seiten nicht merklich verändert hat. Ich hatte das Gefühl, auf der Stelle zu stehen. Als würde sich das Buch im Kreis drehen. Man hatte das Gefühl, dass es jetzt weitergehen würde, aber am Ende stand man doch wieder am selben Ausganspunkt: Lina, die sturköpfig, ohne nach links oder rechts zu schauen, ihre Challenge fortsetzte.
Und dieser Starrsinn, ihre stetigen Manipulationsversuche & das vollkommen analytische Verhalten zerstörten für mich in jeglicher Hinsicht jeden Ansatz von Gefühlen und einer Romantischen Stimmung. Manchmal hat es zwar ein wenig geknistert, aber dafür, dass ich einen Liebesroman gelesen habe, war es mir zu wenig. Man kann sagen, es handele sich bei „Wen immer wir lieben“ um einen andersartigen Liebesroman: Eine NA-Geschichte, die in Deutschland spielt, eine Protagonistin, die selbst die Initiative ergreift, eine strukturierte Liebesgeschichte.
Aber in meinen Augen war es einfach keine LIEBESgeschichte. Dafür fehlte die Liebe.

Fazit:
„Wen immer wir lieben“ hat mich angesprochen, weil ich die Thematik interessant fand. Das war sie auch, aber die Geschichte entwickelte sich in eine ganz andere Richtung, als erwartet und konnte mich damit nicht überzeugen. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber der Roman hat mich enttäuscht und ich werde ihm daher nur 2,5 von 5 Sternen geben. Diese sind für den unterhaltsamen Humor, den interessanten Einstieg und das nette Ende. Aber das, was einen Liebesroman ausmacht, sprich die Liebe, habe ich vergeblich gesucht.

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Knisternd bis romantisch, lustig bis ergreifend

Dear Enemy
1

Seit ihrem Abschluss vor zehn Jahren haben Macon und Delilah sich nicht mehr gesehen – worüber Delilah auch heilfroh ist. Macon war während der Highschool nicht nur der Freund ihrer Schwester Sam, sondern ...

Seit ihrem Abschluss vor zehn Jahren haben Macon und Delilah sich nicht mehr gesehen – worüber Delilah auch heilfroh ist. Macon war während der Highschool nicht nur der Freund ihrer Schwester Sam, sondern auch Delilahs größter Feind. Beide haben sich gegenseitig das Leben zur Hölle gemacht und Delilahs Wunden sind bis heute nicht verheilt.
Dann aber taucht ihr größter Albtraum wieder in ihrem Leben auf. Denn Sam hat wie schon so oft Chaos angerichtet, um dann einfach unterzutauchen. Und nun hat sie Schulden bei Macon, der inzwischen ein erfolgreicher Schauspieler ist.
Aber Delilah hat Sam schon immer aus der Patsche geholfen, und sei es nur wegen der Familie. Obwohl sich alles in ihr dagegen sträubt, trifft sie ihren alten Feind Macon wieder und arbeitet ein Jahr als Köchin und Assistentin für ihn, um Sams Schulden abzuarbeiten.
Niemals hätte sie gedacht, dass sich die beiden dabei näherkommen und ihren größten Ängsten stellen müssen…

Zunächst einmal gefällt mir sehr, dass der Klappentext bei diesem Buch absolut zutreffend ist und ich genau die Geschichte lesen durfte, die ich erwartet und auf welche ich mich riesig gefreut habe. Ich halte es an der Stelle also schon einmal fest: „Dear Enemy“ hat mir wirklich sehr gefallen.
Die Autorin konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite durchgehend abholen, überzeugen und fesseln. Dabei fielen mir vor allem der überaus angenehme, bildliche Schreibstil, der grandiose Humor und die extrem durchdachte Handlung auf. Das Buch umfasst knapp über 500 Seiten und ist dabei vollgepackt mit allen möglichen Handlungssträngen und Geheimnissen, die am Ende aber alle zusammenlaufen und die Geschichte abrunden.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich der Stelle jedoch. Zurückblickend finde ich den Roman tatsächlich ein wenig vollgepackt und der ein oder andere Aspekt wurde in meinen Augen zu einfach abgehandelt.
Gleichzeitig sorgten die vielen Themen dafür, dass mich das Buch oft überraschen konnte und die Liebesgeschichte nicht zu schnell zu heftig wurde. Vielmehr haben sich die Gefühle zwischen Delilah und Macon realistisch, nach und nach entwickelt und man konnte jede weitere Entwicklung voll nachvollziehen und der Story stets gut folgen.
Außerdem wirkten alle Charaktere absolut authentisch auf mich. Es waren Charaktere dabei, die ich abgrundtief gehasst habe, andere habe ich wirklich absolut ins Herz geschlossen und werde sie daher ein wenig vermissen. Mir gefällt an der Art, wie die Autorin ihre Charaktere geschaffen hat, dass sie ganz offensichtlich nichts vom Mainstream hält und auch gerne mit Vorurteilen oder Ähnlichem spielt. Die Protagonisten haben ganz bewusst ihre Ecken und Kanten und darauf weist Kristen Callihan deutlich hin.

Fazit:
„Dear Enemy“ ist eine umwerfende Second-Chance-Romance und konnte mich absolut überzeugen. Ich habe die perfekt unperfekten Charaktere geliebt, bin von den Geheimnissen und Tragödien mitgerissen worden und habe mich dank dem Humor der Story stellenweise kaputtgelacht. Gefehlt hat dabei an keiner Stelle das berühmte Knistern bei Liebesromanen. Tatsächlich war es nämlich von Anfang bis Ende durchweg da und das macht für mich noch das i-Tüpfelchen aus.
Ich kann die Liebesgeschichte also voll und ganz weiterempfehlen und bewerte sie selbst mit 4,5 Sternen.

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Veröffentlicht am 11.09.2021

Liebe, als gäbe es keine Mauern!

Royal Blue
0

„Manchmal springt man einfach und hofft, dass es keine Klippe ist.“

Was zwischen Präsidentinnensohn Alex und Prinz Henry ist, das kann man nicht wirklich benennen. Konnte man noch nie. Seit sie sich das ...

„Manchmal springt man einfach und hofft, dass es keine Klippe ist.“

Was zwischen Präsidentinnensohn Alex und Prinz Henry ist, das kann man nicht wirklich benennen. Konnte man noch nie. Seit sie sich das erste Mal als Teenager trafen, können sie kein normales Gespräch führen. Ob nun Konkurrenz oder fehelende Sympathie dahinter steckt… jedenfalls kommen sie ohne Sticheleien nicht aus. Dies gipfelt bei der königlochen Hochzeit schließlich darin, dass die beiden sich gegenseitig in die 75.000 Doller teure Hochzeitstorte schubsen.
Das war’s dann wohl mit gepflegter Feindschaft… Um die internationalen Beziehungen nicht weiter zu belasten, müssen sie sich in der Öffentlichkeit als beste Freunde ausgeben. Widerwillig reist Alex also nach England und entdeckt dabei eine Seite an Henry, die er nie vermutet hätte: Der Thronerbe ist bei weitem nicht so perfekt, wie er sich zeigt.
Alex‘ Neugier ist geweckt und Stück für Stück lernen er und der Prinz sich besser kennen. Als es dann jedoch zu einem Kuss kommt, müssen sie sich darüber klar werden, wie wichtig ihnen das ganze ist. Ist es wert, die Wiederwahl seiner Mutter zu riskieren und das britische Königshaus gegen sich aufzubringen?

Eines ist klar: Ein schwuler Thronerbe und der Sohn der ersten Präsidentin Amerikas, der dazu noch einen Migrationshintergrund hat, das bedeutet Chaos…

Beim Lesen ist mir außerdem mit jeder weiteren Seite klargeworden, dass Alex und Henry zusammen die beste Unterhaltung überhaupt abgeben. Ich liebe das lose Mundwerk von beiden, dass in so großem Kontrast zu ihrem autoritären Aufträten in der Öffentlichkeit steht.

Ich bin schon länger ein riesiger Fan von Gay-Romance-Lovestorys und habe mich einfach unglaublich auf eine süße Lovestory gefreut. Das rosarote Cover, ein Märchenprinz - alles einfach krass romantisch. Das war das Buch auch, aber es ging noch weit darüber hinaus.
Die Lovestory an sich wärmt einem wirklich das Herz und ist mega niedlich aber zusätzlich auch extrem sexy. Mir ist bei Liebesromanen immer wichtig, dass der Funke, das Knistern und Prickeln auf den Leser überspringt. Und Casey McQuiston hat das mit „Royal Blue“ definitiv geschafft.

Die Thematik an sich war ebenfalls weitaus tiefgründiger, als ich zu Beginn vermutet habe. Beide Männer haben bereits viel Leid erlebt und sind sehr facettenreich. Es geht also um deutlich mehr, als ein mögliches Outing, das Königshaus und die amerikanische Politik. Dennoch werden diese Punkte sehr ausführlich behandelt und das verleiht der Geschichte noch einen ganz eigenen Touch. Gleichzeitig werden die politischen Themen besonders clever für mögliche Intrigen genutzt, was viel Spannung erzeugt.

Das Setting ist irgendwo zwischen Realität und Fiktion. Viele Persönlichkeiten, aktuelle politische Themen werden aufgegriffen, aber gleichzeitig sind die Präsidentin, ihre Familie, die aktuelle Königsfamilie rein fiktiv und stellen daher sozusagen ein Paralleluniversum dar. Beim Lesen hat man außerdem immer das Gefühl, dass die Autorin sich zu hundert Prozent sicher ist, was sie schriebt und das gestaltet die halb-ausgedachte Welt des Romans in jeglicher Hinsicht dreidimensional, überlegt, einleuchtend und absolut greifbar.

Ein kleines Fragezeichen stellt für mich dagegen der Schreibstil dar. Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, wie ich ihn denn nun finde. Einerseits liest er sich eher langsam und verhältnismäßig schwierig. Die langen Sätze und ungewohnten Worte lassen den Erzählstil recht komplex erscheinen. Andererseits passte dies perfekt zum Setting und eine etwas „anspruchsvollere“ Lektüre ist eindeutig mal was anderes. Zugleich bin ich aber auch immer was skeptisch gegenüber der dritten Person als Erzählperspektive. Bis zum Ende hin konnte ich mich zwar daran gewöhnen, aber das hat mir eben nicht so ganz zugesagt. Außerdem fand ich es schade, dass die Übersetzung stellenweise zu wünschen übriglässt und die Worte an unpassenden Stellen eins zu eins ins Deutsche übertragen wurden.

Ein dickes Plus beim Erzählstil stellt dagegen dieser außerordentlich grandiose Humor im Buch dar. Der trockene Schreibstil, die einzigartigen, teils verrückten Charaktere und ihr Handeln… ich habe mich köstlich amüsiert und ständig beim Lesen gelacht.

Fazit:
Ich habe mich zwar schon riesig auf die Story gefreut, und doch hat sie mich and Ende noch weitaus mehr begeistert, als ich es je gedacht hätte. Ich liebe den Scharfsinn der Autorin ebenso wie die außergewöhnliche Art der Story und vor allem natürlich die Protagonisten Alex und Henry. Die Geschichte konnte mich gefühlstechnisch absolut mitreißen und die Emotionen in der Geschichte sind geradezu überwältigend.
Ich kann das Buch daher definitiv weiterempfehlen und vergeben volle 5 Sterne. Es gibt nicht viele Bücher, über die ich dies sagen, aber „Royal Blue“ ist wirklich ein Roman, den ich sicherlich wieder und wieder lesen und lieben werden.

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