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Veröffentlicht am 29.05.2025

Bewegender Familienroman zwischen Hoffnung und Schuld

Maikäferjahre
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„Maikäferjahre“ von Sarah Höflich ist ein beeindruckender Familienroman über die Nachkriegszeit und das Leben, die Liebe und die Schuld in einer zerrütteten Welt.
Die Zwillingsgeschwister Anni und Tristan ...

„Maikäferjahre“ von Sarah Höflich ist ein beeindruckender Familienroman über die Nachkriegszeit und das Leben, die Liebe und die Schuld in einer zerrütteten Welt.
Die Zwillingsgeschwister Anni und Tristan haben seit jüngster Kindheit eine tiefe innere Verbundenheit zueinander. Als der 2. Weltkrieg in den Jahren 1944/45 immer gnadenloser voranschreitet, finden sie sich in unterschiedlichen Situationen wieder, in denen sie allein mit den Widrigkeiten des Krieges zurechtkommen müssen.
Anni muss mit ihrer kleinen Tochter Clara aus dem von Bomben zerstörten Dresden fliehen. Begleitet wird sie dabei vom halbjüdischen Geiger Adam, der ihr auf ihrem Weg nach einer sicheren Zuflucht zu einer unerwarteten Stütze wird.
Tristan hingegen kämpft als Luftwaffenpilot über der britischen Küste und stürzt ab. Schwerverletzt kommt er in britische Kriegsgefangenschaft, bei der er der Krankenschwester Rosalie begegnet, die sich trotz heftiger Anfeindungen aufopferungsvoll um den jungen Mann kümmert.
Der Autorin gelingt durch eine sehr einfühlsame und doch authentische Schreibweise, dass man zu den Protagonisten eine tiefe Verbundenheit spürt.
Man verfolgt auf der einen Seite Anni auf ihrer Flucht durch Deutschland, ihre Angst vor Übergriffen und ihre aufkommenden Gefühle für Adam, obwohl ihr Ehemann Fritz womöglich noch am Leben ist und von der Ostfront zurückkehren könnte. Hoffnung und Schuld sind hier jederzeit präsent.
Die Erlebnisse von Anni und Adam zeigen sehr eindrucksvoll, wie es Menschen nach dem offiziellen Ende des Krieges einerseits gelang, sich als Kriegsgewinnler immer wieder den Hals aus der Schlinge zu ziehen und auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen, was mich beim Lesen richtig wütend gemacht hat. Auf der anderen Seite ist es der Autorin sehr gut gelungen, zu zeigen, dass Gedankengut, welches jahrelang verbreitet wurde nicht einfach so aus den Köpfen der Menschen verschwindet.
Der zweite Erzählstrang um Tristan im britischen Königreich hat mich genauso berührt. Dieser zeigte sehr eindrucksvoll, wie tief Feindschaft sitzt, aber auch wie Menschen über diese Dinge hinwegsehen können und den Menschen, nicht die Politik sehen und verzeihen können. Eine sehr wichtige Botschaft – gerade auch in der heutigen Zeit!
Für mich war Maikäferjahre ein sehr emotionales und beeindruckendes Buch, welches authentisch und sehr anschaulich die Zeit zum Ende und nach dem 2. Weltkrieg veranschaulicht und dabei mehrere Seiten beleuchtet.
Das Ende hat mir sehr gut gefallen, denn es ist kein kitschiges Happy End, welches in so einem Roman einfach nicht gepasst hätte. Trotzdem bin ich mit dem Ende sehr zufrieden und es lässt Platz für Spekulationen und vielleicht für eine Fortsetzung.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Wenn der schöne Schein Risse bekommt...

Lecko mio - Amore für Fortgeschrittene
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Mit „Lecko mio – Amore für Fortgeschrittene“ ist Band 2 rund um die Freundinnen Eva, Marina und Carmen aus der Feder von Laura Roth erschienen.
Alle 3 Bände sind unabhängig voneinander lesbar und man begleitet ...

Mit „Lecko mio – Amore für Fortgeschrittene“ ist Band 2 rund um die Freundinnen Eva, Marina und Carmen aus der Feder von Laura Roth erschienen.
Alle 3 Bände sind unabhängig voneinander lesbar und man begleitet jeweils eine der drei Freundinnen auf ihrem Weg ins Liebesglück.
Marina ist die Frau eines Weingutbesitzers und Mutter eines 5-jährigen Sohnes. Ihr Leben als Winzergattin im Burgenland ist geprägt von Luxus und schönem Schein, doch die Ehe zu ihrem Mann Oliver läuft schon seit längerem nicht mehr rund. Als ihr sehnlichster Wunsch nach einem 2. Kind scheinbar nicht mehr in Erfüllung gehen kann, ist auch der letzte Grund, noch gemeinsam das eheliche Bett zu teilen, verschwunden. Da kommt der attraktive italienische Praktikant Luca gerade recht.
Doch auch Oliver scheint plötzlich ganz neue Interessen zu entwickeln und Marina steht vor der Frage, ob sie ihre Ehe noch retten kann und will oder für eine neue Liebe kämpft.
Laura Roth ist auch im zweiten Band dieser Reihe eine perfekte Mischung aus Humor, Freundschaft und Emotionen gelungen.
Marina war mir von Anfang an sympathisch. Ich konnte mich in ihre Gefühlswelt sehr gut hineinfühlen – ob es nun der unerfüllte Kinderwunsch, der fehlende Pepp in der langanhaltenden Ehe oder aber das schlechte Gewissen vor Ehemann und Sohn war, dass sie endlich wieder mehr vom Leben will, als immer nur Hausfrau, Mutter und strahlende Vorzeigegattin an der Seite ihres Ehemannes zu sein.
Sehr schön fand ich wieder die Freundschaft zwischen Eva, Marina und Carmen. Nicht nur, dass die drei sich in allen Lebenslagen zur Seite stehen. Auch ehrliche Worte wurden gesprochen.
Ich konnte während des Lesens immer wieder schmunzeln über den witzigen Schreibstil. Gleichzeitig haben mich die emotionalen Höhen und Tiefen der Protagonisten berührt.
Fazit:
Ein gelungener Roman über die Mitte des Lebens und das Finden neuer Lebens- und Liebeswege.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich freue mich jetzt schon auf Carmens Geschichte!

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Neue Wege an der Nordsee

Pfotenglück und Sommerwellen
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Isalie ist sehr erfolgreich in ihrem Beruf als Unternehmensberaterin. Sie lebt in Hamburg und nimmt ihre zahlreichen Follower auf Instagram mit auf ihre Reisen zu den Unternehmen, die sie wieder auf die ...

Isalie ist sehr erfolgreich in ihrem Beruf als Unternehmensberaterin. Sie lebt in Hamburg und nimmt ihre zahlreichen Follower auf Instagram mit auf ihre Reisen zu den Unternehmen, die sie wieder auf die richtige Spur bringt. Doch als sie eine Anfrage von einem Bauernhof an der Nordsee annimmt, begibt sie sich auf völlig ungewohntes Terrain. Die Landluft, die Tiere und nicht zuletzt der schlecht gelaunte Auftraggeber Max sind für Isalie eine Herausforderung. Doch sie ist nicht umsonst so erfolgreich geworden, würde sie sich jetzt von den paar kleinen Hindernissen aufhalten lassen. Noch dazu strahlt dieser übellaunige Landwirt eine ungeahnte Attraktivität auf sie aus. Ob Isalie ihn davon überzeugen kann, dass mehr in ihr steckt, als eine naive Influencerin aus der Stadt?
Mit „Pfotenglück und Sommerwellen“ ist bereits der 8. Band aus der Lichterhaven-Reihe von Petra Schier erschienen und wieder entführt uns die Autorin in das kleine Küstenörtchen Lichterhaven an der Nordsee mit alten Bekannten, neuen Geschichten und natürlich einem neuen Hund!
Petra Schier gelingt es mit ihrer flüssigen leichten Schreibweise mich wieder genau da abzuholen, wo sie mich im letzten Lichterhaven-Roman zurückgelassen hat. Ich habe mich sofort wieder in Lichterhaven wohlgefühlt und mich gefreut, zurückzukehren. Die Atmosphäre ist immer, als ob man alte Freunde besucht.
Isalie als Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Sie ist selbstbewusst, aber nicht unnahbar.
Max als alleinerziehender Vater und Mann, der vor den Scherben seiner Existenz steht, nachdem seine Ex-Frau ihm fast alles genommen hat, war sehr authentisch in seinen Reaktionen.
Wie die beiden miteinander umgegangen sind und dass die Liebesgeschichte eher einen langsamen Rhythmus hatte, fand ich sehr passend.
Mein absoluter Liebling war natürlich der Neufundländer Samson, der eine furchtbare Geschichte hinter sich und zu Beginn an großer Traurigkeit gelitten hat, aber im Laufe der Geschichte wieder lernt, dass das Leben und das Zusammenleben mit Menschen Spaß machen kann. Einfach schön zu lesen!
Fazit:
Petra Schier ist es erneut gelungen, einen absoluten Wohlfühlroman zu schreiben, den ich mit einem Lächeln auf den Lippen schließe und mich jetzt schon auf Band 9 dieser Reihe freue!

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Eine spannende Welt unter der Erde Londons

Verlorene Städte (Die Lichter unter London 1)
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Mit „Verlorene Städte“ ist Band 1 der neuen Dilogie „Lichter unter London“ von Anne Herzel erschienen. Beide Bände bauen aufeinander auf und sind nicht unabhängig voneinander lesbar.

Unter den Straßen ...

Mit „Verlorene Städte“ ist Band 1 der neuen Dilogie „Lichter unter London“ von Anne Herzel erschienen. Beide Bände bauen aufeinander auf und sind nicht unabhängig voneinander lesbar.

Unter den Straßen Londons erstreckt sich die weitverzweigte Kanalisation. Hier findet man den Eingang in die Unterwelt, ein Höhlensystem jenseits der U-Bahn-Tunnel, das Tausende Meter in die Tiefe reicht.
Maeve O´Sullivan studiert an der Universität, um später einmal Mudlark zu werden – eine Tiefenschürferin, die nach den Schätzen und Geheimnissen in den Tiefen unter der Erde Londons sucht. Aufgrund einer Wette wagt sie sich jedoch bereits vor ihrem offiziellen Abschluss hinab in die Tunnel und verirrt sich. Verfolgt von skurrilen Wesen und ohne Chance zu überleben, wird sie von Blaise gerettet. Gemeinsam müssen sie vor dem Wächter fliehen – einem Wesen, welches die Mudlarks fürchten und das Tunnelsystem fest im Griff hat. Doch Maeve wird bei einer Auseinandersetzung vom Wächter gezeichnet und dazu verdammt, nie wieder an die Oberfläche zurückkehren zu können. Gemeinsam mit Blaise versucht sie, einen Weg zur Heilung zu finden, doch diese scheint nur in den unendlichen Tiefen der Unterwelt zu finden zu sein.

Bereits das Cover des Romans ist mysteriös und magisch aufgebaut. Es hat mich sofort auf dieses Buch aufmerksam werden lassen.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und bildhaft. Ich war sofort mit Maeve in den unheimlichen Katakomben, habe mir die verschiedensten fantasievollen Pflanzen und Kreaturen vorstellen können und war über die Ausgestaltung der verschiedenen Ebenen immer wieder begeistert. Was mir besonders gefallen hat, war, dass es nicht nur gefährliche Kreaturen gab, sondern auch sehr liebenswürdige Wesen und man immer wieder wunderbare Momente miterleben durfte.

Die Story war sehr schnelllebig, man hatte kaum Atempausen und es ist immer wieder etwas Neues passiert.

Im Roman werden Neopronomen verwendet. Was mir in anderen Büchern oft den Lesefluss zerstört, war hier nicht der Fall, da es der Autorin sehr gut gelungen ist, den Hintergrund von deren Verwendung in die Storyline zu integrieren und somit für den Leser greifbar zu machen.

Alles in allem war es ein spannender Auftakt für diese Dilogie und ich bin sehr froh, dass Band 2 nicht lange auf sich warten lässt.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Herzerwärmende Fantasy

Spellshop
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„Spellshop – Vom Zauber der kleinen Dinge“ ist ein Fantasyroman aus der Feder von Sarah Beth Durst.
Kiela ist eine Bibliothekarin und liebt Bücher viel mehr als Menschen. Sie lebt zurückgezogen und ohne ...

„Spellshop – Vom Zauber der kleinen Dinge“ ist ein Fantasyroman aus der Feder von Sarah Beth Durst.
Kiela ist eine Bibliothekarin und liebt Bücher viel mehr als Menschen. Sie lebt zurückgezogen und ohne Kontakt zur Außenwelt in der Bibliothek von Alyssium, der Hauptstadt des Sichelmondreiches. Doch als im Zuge einer Revolution gegen das Kaiserreich fast die gesamte Bibliothek in Flammen aufgeht, kann Kiela nur noch die Flucht ergreifen. Zusammen mit ihrem Gehilfen Caz, einer sprechenden Zimmerpflanze, rettet sie so viele Zauberbücher wie sie kann und flüchtet auf eine entlegene Insel. In einem kleinen gemütlichen Cottage fängt sie noch einmal von vorn an und entgegen ihren Erwartungen, sich vor aller Welt zu verstecken und unterzutauchen, erfährt sie schnell, dass auf dieser Insel die Menschen anders sind und sie die Freundschaft und Liebe zueinander gar nicht so unangenehm findet wie anfangs gedacht.
Doch kann Kiela ihr Geheimnis wahren, dass sie verbotenerweise Zauberbücher aus der großen Bibliothek entnommen hat und wie können die Probleme der Inselbewohner gelöst werden, ohne dass Kiela in Schwierigkeiten gerät?
Sarah Beth Durst ist ein wirklich herzerwärmender zauberhafter Roman gelungen, der mich von Beginn bis Ende zum Lächeln gebracht hat. Wie sie selbst in ihrem Nachwort erwähnt, ist es ihr gelungen, ein Buch zu schreiben, dass sich wie eine warme Umarmung anfühlt.
Kiela und ihr Gehilfe Caz sind mir sofort ans Herz gewachsen. Sie sind ein wenig naiv, aber auch gleichzeitig so hilfsbereit und herzensgut, dass man ihnen alles Glück der Welt wünscht. Ihre witzigen Dialoge und ihre innige Freundschaft ist einfach nur zum Dahinschmelzen.
Die Beschreibungen der Flora und Fauna auf der Insel, die vielen kleinen Einzelheiten haben für mich eine heimelige Atmosphäre geschaffen.
Gleichzeitig fehlte es der Geschichte nicht an der nötigen Hintergrundgeschichte, die einem Höhepunkt entgegenfieberte, auch wenn dieser nicht wie in anderen Romanen mit großem Tamtam daherkam, sondern eher gemütlich, aber das war in diesem Fall genau richtig.
Fazit:
Mir hat dieses Buch richtig gut gefallen und mir wohlige Lesestunden bereitet. Am liebsten würde ich noch mehr Geschichten von Kiela und den anderen Inselbewohnern lesen.

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