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Veröffentlicht am 29.08.2025

I'm friends with the monster

Ein Cookie für den Dämon
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"Ein Cookie für den Dämon" ist eine Spin Off-Reihe zu Maries Guild Codex: Spellbound-Reihe. Diese Spin Off-Reihe trägt den schönen Beititel "Demonized" und fasst damit gut zusammen, was die Leser*innen ...

"Ein Cookie für den Dämon" ist eine Spin Off-Reihe zu Maries Guild Codex: Spellbound-Reihe. Diese Spin Off-Reihe trägt den schönen Beititel "Demonized" und fasst damit gut zusammen, was die Leser*innen erwartet: Dämonen! Mysteriös, bissig, gefährlich. We love it!
Schon die Hauptreihe habe ich bis zur aktuellen Übersetzung verschlungen. Sie ist humorvoll und abwechslungsreich, trotz der strengen Limitierung, dass da ein Mensch unter den Magiern verweilt. Doch in dieser Reihe hat die Protagonistin Magie - sie nutzt sie lediglich nicht. Nach einem schweren Schicksalsschlag will sie einfach nur weg aus ihrer temporären Unterkunft, doch noch fehlt ihr etwas zu diesem Schritt. Durch ein tollpatschiges Missgeschick hängt ihr nun zudem ein Dämon am Hals.
Wer die Hauptreihe gelesen hat, weiß bereits, dass einige Zauberer sich mit Dämonen verbunden haben. Es wird klar, dass diverse Magiergruppen die unterschiedlichsten Regeln und Lebensweisen haben. Dadurch, dass Protagonistin Robin selbst keinerlei Ahnung hat, lernen wir mit ihr zusammen diesen Zweig der Magie kennen. Es bietet eine wunderbare Ergänzung zur Hauptreihe, ist aber bislang auch ohne Vorkenntnisse gut lesbar. Die Autorin hat jedoch gegen Mitte des Buches einige Anspielungen auf die Hauptreihe gemacht. Die Ereignisse überschneiden sich teilweise und für mich war es aufregend und schön, alte Charaktere wieder zu treffen und Vermutungen aufzustellen, die auch den weiteren Verlauf der Hauptreihe beeinflussen könnten.
Insgesamt ist dieser Band weniger humorvoll als die Hauptreihe und das ist völlig okay, da Robin einen anderen Charakter als Tori hat. Mal auf der "dunklen" Seite der Magie zu stehen, war dennoch spannend zu lesen und genau das, was oft fehlt.
Auch diese Reihe ist bislang eine volle Empfehlung!

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Lebensnah und traumhaft

Ein Herz in der Ferne
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In Büchern auf Reisen zu gehen, lässt mein Herz höher schlagen. Fremde Kulturen, neues Wissen, einzigartige Landschaften. In Gehrigs Roman geht es auf die Insel Bali. Die 43-jährige Martha soll dort in ...

In Büchern auf Reisen zu gehen, lässt mein Herz höher schlagen. Fremde Kulturen, neues Wissen, einzigartige Landschaften. In Gehrigs Roman geht es auf die Insel Bali. Die 43-jährige Martha soll dort in einem Kinderheim aushelfen, auf Wunsch ihrer Tochter. Diese ist aufgeschlossen und motiviert, also genau das Gegenteil von Martha, die in festen Strukturen lebt, viel funktionieren musste und sich nun einen Ruck gibt und sich ins Abenteuer stürzt.

Als sie ankommt, lernt sie direkt den Love Interest Wayan kennen. Ab hier folgt der Roman einer eher ungewöhnlichen Struktur. Die wenigen Wochen auf Bali sind schnell vorbei. Der Leser bekommt erste Einblicke in das Leben in einem Kinderheim in Indonesien, erste Ausflüge werden erzählt, wir lernen Wayan besser kennen und dann geht es überraschenderweise zurück nach Deutschland. Üblicherweise bleibt die Hauptfigur am Ort des Geschehens. Hier fand also eine erfrischende andere Perspektive statt, die viel Raum für Entwicklung bot. Das Buch streckte sich über mehr als ein Jahr insgesamt, doch genau das verleiht dem Buch seinen Charme. Charaktere konnten sich entwickeln, Ideen und Pläne durften reifen und auch persönliche Entwicklungen empfinde ich auf langen Zeitraum authentischer.

Auf einem langen Zeitraum kann jedoch auch viel verloren gehen und so war ich oft überrascht über zeitliche Sprünge. Diese hätten vielleicht mit Zeitstempeln versehen werden können. Ehrlicherweise verstand ich nach Marthas erstem Aufenthalt auch nicht so ganz ihre Anziehung zu Wayan. Er ist ein authentischer Charakter, aber genau deswegen aus meiner Sicht eher ein Slowburn. Die Liebe ist zum Glück auch slow, nur das Verlieben nicht. Es war schön zu lesen, wie sich die Liebe langsam entwickelt und wie reale Probleme thematisiert werden, allerdings wäre es so für mich kein Grund, jemandem wieder und wieder für teuer Geld und viel Zeit hinterher zu reisen.

Insgesamt ein sehr schönes Selfpublisher-Buch mit sehr lebensnahen Charakteren, einem traumhaften Setting, nicht überzogen und mit ganz eigenen Strukturen.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

RomCom als Wegweiser

Red Flags
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Mit "Red Flags" halte ich nach langer Zeit mal wieder einen Jugendroman in den Händen und ich habe wohl vergessen, wie herzlich diese Geschichten sein können. Hingegen der momentan gängigen Bücher, geht ...

Mit "Red Flags" halte ich nach langer Zeit mal wieder einen Jugendroman in den Händen und ich habe wohl vergessen, wie herzlich diese Geschichten sein können. Hingegen der momentan gängigen Bücher, geht es in diesem Buch wirklich um den Umgang mit Gefühlen und um das Kennenlernen seiner selbst. Kein Spice wird benötigt, um Red Flags zu einem gelungenen Buch zu machen.
Den Charakter der Protagonistin kann man schon anhand ihres Namens erraten: Poppy. Sie ist spritzig, extrovertiert und hat genaue Vorstellungen von ihrem Traummann. Darüber führt sie sogar Liste. Das sorgt allerdings dafür, dass sie jeden jungen Mann abschießt, der einem Kriterium widerspricht. Nun soll sie wegen einer Wette ganze zwei Monate mit einem Typen aushalten, ohne ihn in den Wind zu schießen!
Cam hingegen will sich nicht so recht binden und ist froh, wenn er einen Grund bekommt, Schluss zu machen. Doch auch seine beste Freundin nagelt ihn auf einer Wette fest: Er soll eine Beziehung solange durchziehen, bis seine Partnerin Schluss macht.
Poppy und Cam treffen aufeinander und hier beginnt der humorvolle Schlagabtausch. Cam versucht extra nervig zu sein, während Poppy extra nett sein möchte. Poppy hat dabei eine sehr eigene Art, die auf einige abschreckend wirken könnte, doch für eine 17-jährige fand ich dies sehr authentisch. Unter anderem machte das ihren Humor aus. Etwas düster und bissig. Ich kann nicht behaupten, herzhaft in diesem Buch gelacht zu haben, aber das entlocken mir die wenigsten Bücher und so war es sicherlich nicht gedacht. Viel mehr fundierte das Buch für mich auf vielen kleinen Schmunzlern. Auf einer Erheiterung, die ich tief in der Brust spürte.
Das Buch behandelte schon zu Beginn vielerlei Themen. Primär ging es um die feinen Unterschiede von extrovertiert zu introvertiert, aber auch um Feminismus und die Wünsche im Leben. Allzu oft ertappte ich mich, wie ich noch heute denke, wie Poppy. Allerdings war auch Feminismus ein Thema, was etwas aneckt, wenn die Protagonistin auf die gängigen Liebesfilme steht und sich das vom Partner erhofft.
Insgesamt eine locker leichte Lektüre, die fröhlich macht und als Wegweiser dienen kann.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Das Leben Jugendlicher in Moskau

Moscow Mule
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Karina und Tonya leben in Moskau und wollen nur eins: Nach Deutschland. Warum ausgerechnet dahin? Dafür gibt es vielerlei guter Gründe, die im Buch aber nicht ganz deutlich werden.
Deutlich wird, dass ...

Karina und Tonya leben in Moskau und wollen nur eins: Nach Deutschland. Warum ausgerechnet dahin? Dafür gibt es vielerlei guter Gründe, die im Buch aber nicht ganz deutlich werden.
Deutlich wird, dass Karina mitgeschleift wird, von den Träumen ihrer Freundin. Sie hat nicht sehr liebevolle Eltern, die wilde, unberechenbare Natur Russlands ist sie satt und sie wünscht sich anzukommen. In einem Land, in einer Stadt, in der sie frei sein darf: Berlin. Hier gibt es nicht so viele Regeln, wie in Russland. Hier wird man nicht eingesperrt, weil man etwas falsches gesagt hat. Hier wird man nicht mit Mitgliedschaften im Fitnessstudio geködert, um einer Partei beizutreten. Die Autorin zeichnet Karina als rastlos. Sie hangelt sich von Liebhaber, zu Fototerminen, zu anderen Events und Parties, nur um nicht die zwei Stunden Hin- und Rückfahrt von ihrer Uni zu ihrer Oma und zurück in Kauf nehmen zu müssen. Sie lebt zwischen den Welten, ist zwar eine fleißige Studentin, aber hat sonst wenig Ambitionen.
Durch die verschiedenen Kulissen erschafft sich Autorin Rosa die Möglichkeit, mit Moskau - repräsentativ für Russland - stark ins Gericht zu gehen. Sie weist auf, was falsch läuft, aber auch, woher der Charme dieser Kultur kommt. Andersherum zeichnet sie Berlin - repräsentativ für Europa - als einen Traum. Als ein Ziel, an das man ankommen müsse, aber das unerreichbar bleibt. Ich hatte schon vorab oft gehört, dass es für Russen schwierig ist, aus ihrem Land herauszukommen. Durch dieses Buch bekam ich einen Eindruck von dem 'Warum', ohne, dass Rosa zu tief in die politischen Debatten eintaucht.
Die Kapitel sind alles Momentaufnahmen. Eine Situation folgt der nächsten. Es ist kein Ineinandergreifen der Ereignisse, sondern auch der Leser lebt - wie Karina - von einem Moment in den anderen. Der Sprachstil hat mich immer wieder fasziniert. Rosa kann gut mit Worten Bilder weben und hinterlässt einen gut verständlichen, gut recherchierten Roman, der sicherlich auch auf eigenen Erfahrungen basiert. Gerne hätte ich noch mehr aus Deutschland gelesen.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Ungerechtigkeiten, die Wut hinterlassen

Wohin du auch gehst
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Bücher über die dunkelhäutige Gesellschaft lösen bei mir oft einen Kulturschock aus – im negativen Sinn. Für mich. Als weiße Frau. Es erschreckt mich, wie selbstverständlich wir andere Kulturen eingliedern ...

Bücher über die dunkelhäutige Gesellschaft lösen bei mir oft einen Kulturschock aus – im negativen Sinn. Für mich. Als weiße Frau. Es erschreckt mich, wie selbstverständlich wir andere Kulturen eingliedern wollen, obwohl sie ganz eigene Lebensweisen haben. Manches muss moralisch hinterfragt werden, dennoch eignen wir uns Zuviel an. Klar ist: Es braucht mehr Aufklärung. Bücher wie „Wohin du auch gehst“ bringen uns diese Welt – und hoffentlich auch das Verständnis – näher.

Nun zur Geschichte: Bijoux lebt mit ihrer Tante in London, seit sie ein Teenager ist. Doch versucht sie, sich zu finden und kommt gleichzeitig dem Geheimnis ihrer Tante näher. Zu großen Teilen erfährt man dieses Geheimnis als Leser bereits, was in die Irre führen kann. Bis zum Schluss konnte ich Tante Mira zwar verstehen, aber meine Sympathien konnte sie nicht erlangen. Durch das Buch hinweg war eine Wut in mir, die sich nicht zügeln lies und die die Ungerechtigkeit auf vielen Ebenen widerspiegelte.

Durch die beiden Perspektiven gibt es Zeitsprünge. Bijoux’ Part ist nah an unserer Zeit – umso erschreckender sind die Vorurteile, mit denen sie kämpft. Diese kommen aus Familie, Glauben und weißer Gesellschaft. Der Roman zeigt, dass gesetzliche Anerkennung von Homosexualität keine gelebte Freiheit bedeutet und dass sich Generationen zwar weiterentwickeln, aber immer mit einem Kampf verbunden sind.

Ich brauchte einige Zeit, um in die Geschichte einzutauchen. Die Autorin nutzt Wörter und Bezeichnungen in Lingala. Eine Verkehrssprache im Kongo. Einmal eingelesen, lässt sich die Geschichte sehr flüssig lesen und hat einen angenehmen Schreibstil. Auch geschichtliches Wissen blieb nicht auf der Strecke. Leicht, aber nicht überwältigend, erlebt man im Hintergrund die Entwicklung des Kongo.

Durch das Buch hinweg dachte ich, das große Geheimnis schon zu kennen, doch das Ende des Buches erfolgt nochmal durch einen Knall, der alles abrundet und final eine weitere Ungerechtigkeit der Sitten dort aufweist.

Insgesamt ein sehr gelungenes Debüt. Es regt zum Nachdenken und selbst reflektieren ein und bietet authentische Charaktere.

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