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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2025

Männlich geprägt, aber viel Spannung

To Kill A Shadow (Die verfluchten Lande, Band 1)
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"To kill a shadow" ist ein Buch, welches das Rad nicht neu erfindet. Außergewöhnliche Protagonistin wird durch Zufall entdeckt und darf auf ein Elitecollege gehen, auf dem sie für den Krieg ausgebildet ...

"To kill a shadow" ist ein Buch, welches das Rad nicht neu erfindet. Außergewöhnliche Protagonistin wird durch Zufall entdeckt und darf auf ein Elitecollege gehen, auf dem sie für den Krieg ausgebildet wird. Tausend Mal in den letzten Jahren gelesen. Und somit war ich auch zunächst sehr skeptisch, ob mir das Buch den gewissen Kick bieten kann.

Mein größter Kritikpunkt kristallisierte sich schon sehr früh heraus. Protagonistin Kiara wird zum College eskortiert, wo sie auf Männer trifft. Ausnahmslos Männer. Denn das College bildet nur das vermeintlich starke Geschlecht aus, Frauen sind Fehlanzeige. Diese Unausgeglichenheit führte mich vor einige psychologische Probleme. Denn obwohl Kiara die einzige Frau dort ist und die Männer zudem wochenlang keine Frauen sahen, wird sie weder sexuell belästigt, noch angemacht. Völlig okay - wer möchte das schon unbedingt lesen? Aber als realistisch empfand ich das nicht. Der Love Interest betont zudem alle paar Seiten, dass es nicht ihr Geschlecht wäre, was sie so attraktiv macht. Kiara bekommt keinerlei Probleme mit der Aufnahme und wird ausgebildet.

Der positive Aspekt daran: Das College ist nur eine kurze Station in dem Buch. Schnell wird man ins Abenteuer geworfen. Eine Schlacht steht bevor. Unheil und Fabelwesen. Kiara war dabei etwas widersprüchlich. Als doch sehr gute Kämpferin, deren Künste sie als Ausnahmetalent bis in die Armee gebracht hat, trägt sie manchmal doch erstaunlich wenig zu den Kämpfen bei. Und dann wiederum gibt es Kämpfe, die sie quasi alleine regelt. Realistisch dargestellt wurden dabei ihre Gefühle. Beispielsweise nach ihrer ersten Tötung.

Überrascht hat mich das Buch in seiner Entwicklung. Ich mag ein schnelles Tempo und ich liebe es, wenn meine Theorien sich als falsch herausstellen. Unvorhersehbare Ereignisse und schonungsloses Verhalten der Autorin ließen mich durch die Seiten fliegen. Die Spannung war konstant da. Die Herausforderungen trugen letzten Endes doch eine persönliche Signatur und Band 2 wird definitiv bei mir einziehen.

Letzten Endes ist das Buch eine Leseempfehlung, überwiegt doch der grandiose Schreibstil.

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Nordische Mythologie vom Feinsten

Lied des ungezähmten Eises - Zorn der Flammen
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Ein Lesejahr mit einem Lesehighlight zu beenden ist die optimalste Form, um das Jahr zu verabschieden. Ich habe dieses Glück mit Yara Elisons "Das Lied des ungezähmten Eises" gefunden.
Schnell bemerkte ...

Ein Lesejahr mit einem Lesehighlight zu beenden ist die optimalste Form, um das Jahr zu verabschieden. Ich habe dieses Glück mit Yara Elisons "Das Lied des ungezähmten Eises" gefunden.
Schnell bemerkte ich, dass ich in einer gut durchdachten Welt gelangt bin, zu der es gar nicht viele Dörfer, Völker und Wesen brauchte. Es drehte sich alles um die paar ausgewählten Personen und Gruppen, die die Autorin erwählt hat und konzentrierte sich so auf das Wesentliche.
Es war einfach, diesem Buch bis zum Ende zu folgen, denn Elison macht es in jedem Kapitel spannend. Längen sind nicht vorhanden und jede Situation treibt die Geschichte vorwärts. Mit Spannung, mit Informationen, mit Legenden. Ein Mix aus purem, wilden nordischen Leben und mystischer Saga.
Ich gebe zu, zunächst musste ich mich etwas an die Namen gewöhnen, doch das lag nicht am Buch selbst. Natürlich wurden nordische Namen gewählt, welche das Bild authentischer machen, aber ungewohnt für meine deutsche Zunge sind. Aber kein Thema! Denn die wichtigsten Charaktere wurden zudem noch mit wunderschön herausgearbeiteten Charakterzeichnungen dargestellt. So konnte ich meiner Fantasie freien Lauf lassen.
Es gibt mehrere Handlungsstränge, die Elison gekonnt über die Seiten hinweg miteinander verknüpft. Die Autorin schont ihre Charaktere nicht. Es gibt Verwundungen, Blut und Schrecken, aber in keinem übertriebenen Maße. Alles hat die perfekte Dosierung bekommen.
Am meisten hüllten mich die Beschreibungen der Autorin ein. Sie holt viel aus der deutschen Sprache raus, wählt Wörter, die eine klare eigene Handschrift aufweisen. Es lädt zum Träumen ein. Es zeichnet ein klares Bild der Situationen und Gefühle und ist einfach malerisch.
Ich werde der Autorin treu bleiben, denn ich glaube, sie könnte mich mit jeder Geschichte verzaubern! Und noch eins: Diese Geschichte beinhaltet queere Charaktere und leider muss man noch immer betonen, dass dies kein Ausschlusskriterium für Verlage oder Buchhandlungen sein sollte! Lest, liebt und träumt. ♥

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Veröffentlicht am 19.12.2024

Zwischen Überforderung und Lebenslust

Zwischen Ende und Anfang
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Moyes ist bekannt für gefühlvolle, traurige, aber vor allem ehrliche Romane. Mit "Zwischen Ende und Anfang" starten wir vor allem mit dem traurigen Part. Gut die erste Hälfte wirkt der Roman erdrückend ...

Moyes ist bekannt für gefühlvolle, traurige, aber vor allem ehrliche Romane. Mit "Zwischen Ende und Anfang" starten wir vor allem mit dem traurigen Part. Gut die erste Hälfte wirkt der Roman erdrückend und dabei so unglaublich nachvollziehbar. Protagonistin Lila ist überfordert mit der Trennung ihres Partners, den Kindern, ihrer Arbeit und den Pflichten als Nachbarin und Mutter. Ihr Stiefvater wohnt nach dem Tod ihrer Mutter bei ihr und als Lilas richtiger Vater auftaucht, ist das Chaos perfekt. Es ist eine leicht chaotische Konstellation mit zahlreichen Facetten und einem Widerspiegeln der Realität. Wie viele Kleinigkeiten sich zu einer großen Überforderung auftürmen und wie man mit Situationen umgeht, aus denen es kein entrinnen gibt. Ich konnte Lilas Wutausbrüche und Trotzhandlungen teils nachvollziehen, teils nicht. Dennoch ist mir immer die Begründung wichtig und Moyes versteht sich drauf, ihre Charaktere transparent darzustellen. Ihnen Raum für Erklärungen zu bieten.

Lilas Geschichte bietet für den Leser keinerlei großen Überraschungen. Schnell weiß man, was passieren wird. Welche Wege das Buch einschlagen wird und nur wenig konnte mich wirklich überraschen. Doch das tut dem Inhalt keinen Abbruch, denn primär geht es um die Vermittlung von Gefühlen, von sozialen Strukturen und vielleicht auch einem Spiegel für den/die Leser*in. Eine Chance zu reflektieren.

Zusätzlich zu Lilas Sichtweise, bekommt auch ihre Tochter Celie Raum. Eine wohltuende Ergänzung, denn oft geht die Perspektive der Kinder und Teenager verloren. Sie wirken nervig, bockig, kritikresistent. Doch hinter diese Mauer zu schauen und die Beweggründe und Probleme der Jüngeren mal zu reflektieren, das bedarf einer Offenheit, die ich in diesem Buch sehr wertschätzte. Kein Stadium des Lebens ist wirklich locker und leicht. Jede Station bringt ganz eigene Probleme und vor allem Lösungsansätze mit. Das Leben ist nicht stringent, das Leben hat keinen zweifelsfreien Kompass, das Leben passiert und zu Lernen, sich dabei nicht selbst zu verlieren, ist eine Kunst. Eine Empfehlung für alle Leser, die es etwas ruhiger und vor allem ehrlich mögen.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Ernste Themen authentisch aufgearbeitet

Forbidden Truth - Vor uns das Licht
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'Forbidden Truth' ist ein Buch mit ernsten Themen. Es geht um Angststörungen und Identitätsfindung. Um all die kleinen und großen Probleme, die sich rund um diese Schwierigkeiten im Leben aufbauen. Die ...

'Forbidden Truth' ist ein Buch mit ernsten Themen. Es geht um Angststörungen und Identitätsfindung. Um all die kleinen und großen Probleme, die sich rund um diese Schwierigkeiten im Leben aufbauen. Die Autorin möchte Aufmerksamkeit schaffen und zeigt dies in einer ruhigen und doch aufregenden Art. Mittmanns Roman scheint wiederzuspiegeln, wie sich betroffene Personen fühlen.

Kim ist Anfang 20 und sollte eigentlich ihr Leben genießen. Doch ihre Realität sind Angstschübe in den alltäglichsten Situationen. Selbst Einkaufen stellt sie vor ein Problem. Doch wie viele Betroffene versucht sie dies zu verheimlichen und hört sich Vorurteile anderer Menschen an, während sie selbst stumm leidet. Sie findet Trost und Halt in einer Online-Bekanntschaft. Finn, der charismatische und lustige Basketballer, scheint Kim wirklich zu sehen. Doch Kim weiß nichts von Finns Job, denn auch er kämpft mit seinen Dämonen. Eine kardiologische Krankheit lässt ihn sein Leben hinterfragen und wichtige Entscheidungen treffen. Kim ist die Einzige, die ihn wirklich zu sehen scheint. Beide Charaktere sind so liebevoll gestaltet und völlig authentisch in ihrem Charakter und ihrem Umgang mit ihren Problemen. Das Buch wird aus beiden Perspektiven erzählt und beide mochte ich gleich. Die beiden Hunde sind süße, quirlige Sidekicks, die das Buch gerne mal auflockern.

Obwohl es sicherlich die ein oder andere Stelle gab, wo die beiden sich schon früher und besser hätten austauschen können, wirkte der finale Konflikt authentisch und nicht an den Haaren herbei gezogen. Die Entwicklung beider überzeugte mich und kann Betroffenen, sowie auch nicht Betroffenen sicherlich eine Stütze, ein kleiner Faden sein.

Durch die Angststörung spielt sich viel in den eigenen, sichereren vier Wänden ab. Obwohl die Schauplätze überschaubar waren, gab es doch immer spannende oder emotionale Kapitel. Es gibt durchaus noch weitere Orte und auch Personen und alle waren etwas besonderes und um die Charaktere zeichnet sich, trotz weniger Auftritte, ein recht klares Bild. Auf diesen 350 Seiten wird alles wichtige erzählt und das ist eine Kunst.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Herzerwärmend und schön gestaltet

Die Katze, die nach Weisheit sucht
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Eine Katze, die auf der Suche nach dem Baum des Friedens ist. Viele kleine Leben, die ihr auf diesem Weg begegnen. James Norbury erschafft einen weiteren Roman voller Frieden und Weisheit. Schon ab der ...

Eine Katze, die auf der Suche nach dem Baum des Friedens ist. Viele kleine Leben, die ihr auf diesem Weg begegnen. James Norbury erschafft einen weiteren Roman voller Frieden und Weisheit. Schon ab der ersten Seite erkennt man, wie viel Liebe und Frieden in diesem Buch steckt. Um diese Art von Botschaften zu vermitteln, muss auch der Autor in sich ruhen. Besagte Katze geht auf Reisen. Sie trifft viele Freunde. Rabe, Wolfsjunges, Affe, Tiger, Schildkröte und letztlich das Kätzchen. Für sie alle hatte die Katze eine Botschaft. Sie alle waren in einem Gebiet des Lebens im Unreinen, doch Katzen beherbergen bekanntlich die Weisheit und so half sie allen, den Blick auf die Dinge zu verändern. Ganz alltäglich, fast banal wirkend und doch so wichtig für jedermann. Die Katze möchte alleine sein, möchte in sich ruhen, doch mit einem jungen verspielten Kätzchen ist das nicht so einfach. Und so hat auch ein Tier der Weisheit noch eine Lektion zu lernen. Denn nie hat man ausgelernt und diese Botschaft kann sicherlich viele inspirieren ein neues Projekt in die Hand zu nehmen, oder das eigene Verhalten zu reflektieren. Ich kann dieses schöne Buch jedem empfehlen. Die Bilder sind detailreich und ich liebte die Anspielungen auf Norburys Bilderroman "Großer Panda und kleiner Drache". Wer einen kurzweiligen Moment Seelenfrieden und innere Ruhe sucht, der setzt sich genau mit diesem Buch abends auf die Couch.

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