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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2024

Das ist ein Thriller nach meinem Geschmack

Stumme Knochen
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Benjamin und Raphael arbeiten gemeinsam an einem wichtigen Auftrag. Raphael sitzt auf dem Bagger und Benjamin passt unten auf, dass die Schaufel nichts zerstört. Doch plötzlich wird er hektisch und versucht ...

Benjamin und Raphael arbeiten gemeinsam an einem wichtigen Auftrag. Raphael sitzt auf dem Bagger und Benjamin passt unten auf, dass die Schaufel nichts zerstört. Doch plötzlich wird er hektisch und versucht durch lautes Rufen seinen Bruder zum Stoppen des Baggers zu bringen. Der springt aus der Maschine und beide schauen auf einen Knochen. Eigentlich kein Grund zur Aufregung aber an diesem hängt ein Stiefel mit Plateauabsatz. "Stumme Knochen" sind eigentlich gar nicht so stumm.

Die Ermittlerin Jane freut sich, dass sie den Fall übernehmen darf. Ihr Chef gibt ihr also noch eine Chance, dass sie Fehler der Vergangenheit wiedergutmachen kann. Dass selbst nach 47 Jahren die Knochen berichten, wer der oder die Toten sind, das ist unglaublich. Zumal die Ausführungen der Autorin der Wahrheit entsprechen und sie sehr gut recherchiert hat. Auch die Aussagen, welche den medizinischen Bereich betreffen, stimmen.

Neben der guten Recherche war ich beeindruckt von der Story. Viele Wendungen gab es, und ja, zuweilen gingen mir die ausführlichen Erzählstränge auf die Nerven. Aber dieser Ablauf musste sein. Nur so konnte der Spannungsbogen gespannt bleiben. Und nein, alle Vermutungen von meiner Seite, wer wohl Täter oder Täterin sein konnte, waren falsch. Mein Fazit ist, dass die Autorin einen Thriller schrieb, der dieser Bezeichnung auf jeden Fall gerecht wird. Wer Spannung und unvorhersehbare Wendungen mag, sollte das Buch lesen.

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Veröffentlicht am 02.12.2024

Ein berührendes Buch

Ein Lied für den Feind
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Es ist eine wahre Geschichte, die bis heute immer wieder erzählt wird. Im Jahr 1914 standen sich erbitterte Feinde an der Westfront gegenüber. Junge Soldaten zitterten vor Kälte und Angst. Sie fürchteten ...

Es ist eine wahre Geschichte, die bis heute immer wieder erzählt wird. Im Jahr 1914 standen sich erbitterte Feinde an der Westfront gegenüber. Junge Soldaten zitterten vor Kälte und Angst. Sie fürchteten sich vor dem Feind und das auf beiden Seiten. "Ein Lied für den Feind" ist eine Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten werden sollte.

Fred und sein jüngerer Bruder leiden unter der Brutalität ihres Vaters. Immer dann, wenn er Alkohol getrunken hat, wird er aggressiv. Er schlägt seine Söhne so heftig, dass sie ernsthaft verletzt werden. Es geht so weit, dass sich freiwillig zum Dienst an die Front melden. Obwohl ihnen bewusst ist, dass sie ihre liebe Mutter mit dem brutalen Vater alleine lassen.

Die Erzählung wechselt zwischen der Vergangenheit im Haus der Eltern und der Gegenwart an der Front. Die Angst der jungen Soldaten in den Schützengräben, ihr Hunger und ihr Heimweh wurde von der Autorin gut dargestellt. Immer wieder erleben die Hauptpersonen, dass auch in größter Not, eine Verbindung zu Gott ihnen hilft. Selbst wenn das Leben für sie zuweilen kaum erträglich ist, sie meistern ihr Schicksal. Ein kindlicher Glaube bringt Ruhe und Zuversicht, wenn das Leben so gar nicht lebenswert erscheint.

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Veröffentlicht am 02.12.2024

Und wieder konnte mich der Autor überzeugen

Das Haus der Bücher und Schatten
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Kommissar Cornelius Frey wurde entlassen. Er wollte den nun herrschenden Nationalsozialisten nicht folgen und schon gar nicht, dass er Falschaussagen für sie macht. Seine Versetzung war abzusehen und der ...

Kommissar Cornelius Frey wurde entlassen. Er wollte den nun herrschenden Nationalsozialisten nicht folgen und schon gar nicht, dass er Falschaussagen für sie macht. Seine Versetzung war abzusehen und der Wechsel als Nachtwache in eine Bibliothek für ihn nicht tragisch. Als er eines Abends, nach Feierabend, einer lebensmüden, jungen Frau das Leben rettet, beginnt für ihn ein Abenteuer der besonderen Art.

Erst in diesem Jahr entdeckte ich den Autor Kai Meyer für mich. Seine Bücher rund um die Bücherstadt Leipzig zogen mich sofort in ihren Bann. "Das Haus der Bücher und Schatten" überzeugte mich ebenfalls. Wieder einmal ist es das graphische Viertel, das eine Hauptrolle spielt. Ein weiterer Ort des Geschehens befindet sich im Baltikum. Zwischen erstem und zweitem Weltkrieg entwickelt sich ein Spannungsbogen, der vom Anfang bis zum Ende des Buches straff gespannt bleibt.

Es sind einige Punkte, die ich an Büchern dieses Autors mag. Er kennt sich mit Literatur sehr gut aus. Auch die Stadt Leipzig ist ihm wohl bekannt und hier nicht nur die Situation in der Gegenwart. Besonders gefällt mir die Beschreibung der Historie. Denn viele Stätten wurden im zweiten Weltkrieg zerstört. Aber nicht nur das machen den Autor so einzigartig. Er hat einen Stil, der mich anspricht. Die gehobene Sprache, der subtile Humor und die vielen nachvollziehbaren Wendungen. Das macht ihn aus.

Da ich das Buch hörte, möchte ich auch die Sprecher erwähnen. Beide, sowohl Luise Helm als auch Johann von Bülow ließen mich völlig versunken ihrem Vorlesen lauschen. Klar, dass es eine Hörempfehlung von mir gibt.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Aufregende Erlebnisse in Baden-Baden

Kasino
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Claire Engel war zum ersten Mal in Baden-Baden. Sie bezog ein Zimmer bei der Witwe Seiboldt und wurde bei ihrer Ankunft zeternd begrüßt. Die Wirtin legte besonderen Wert auf Pünktlichkeit und akzeptierte ...

Claire Engel war zum ersten Mal in Baden-Baden. Sie bezog ein Zimmer bei der Witwe Seiboldt und wurde bei ihrer Ankunft zeternd begrüßt. Die Wirtin legte besonderen Wert auf Pünktlichkeit und akzeptierte nicht, dass Straßen zuweilen nur recht langsam passiert werden konnten. Die Frau war nicht nur neugierig und fordernd. Da das Zimmer aber preiswert war, hielt Claire sich zurück. Der Zorn brodelte zwar in ihr, aber sie wusste gut, dass sie momentan kleine Brötchen backen musste. Sie zog sich um und machte sich auf den Weg zum „König von Baden-Baden“, dem „Roi de Bade“. Sein Name: Jean Jacques Bénazet. Das Projekt „Herzenswunsch“ konnte beginnen.

Im Jahr 1847 gab es keine Gleichberechtigung der Frauen. Sie gehörten an den Herd und sollten ihre Kinder zu rechtschaffenen Bürgern Preußens erziehen. Dass eine Frau arbeitet, galt damals noch als außergewöhnlich. Für sie kamen nur Arbeitsstellen als Bedienung oder Hausdame in Betracht. Dass Claire als weibliche Concierge arbeiten wollte war kaum nachzuvollziehen. Wer wollte denn eine Frau im Kasino? Eine, die den Männern den Kopf verdrehte und auf Liebeleien mit betuchten Männern aus war? Wie gut, dass ein Mann des Teams am Roulettetisch ausfiel und Claire ihre Chance bekam.

Das Buch lässt sich angenehm lesen. Es beschreibt das Leben zur damaligen Zeit recht gut. Die Autoren haben den Ort Baden-Baden detailliert beschrieben und ihre Recherche war wohl umfangreich. Es gibt etliche Wendungen und ein wenig Spannung. Obwohl für mich die Ereignisse dann doch vorhersehbar waren. Eine gute Bewertung mit vier Sternen gebe ich aus vollem Herzen. Ich freue mich auf den zweiten Band der Geschichte um das Kasino in Baden-Baden.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

"Ein ewiges Symbol der Hoffnung und des Lebens

Das Wunder der Tannenbäume
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Völlig verschreckt durch eine Bache mit ihren Frischlingen, scheute das treue Pferd und es bäumte sich auf. Der vollbeladene Wagen, den es zog, kam ins wanken und die schweren Baumstämme krachten auf den ...

Völlig verschreckt durch eine Bache mit ihren Frischlingen, scheute das treue Pferd und es bäumte sich auf. Der vollbeladene Wagen, den es zog, kam ins wanken und die schweren Baumstämme krachten auf den durchweichten Waldboden. Der Vater konnte seine beiden Kinder noch zur Seite schubsen. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Anneliese und ihr jüngerer Bruder musste mit ansehen, wie der Vater unter den schweren Stämmen begraben wurde. Die eilig herbeigerufenen Helfer konnten nur noch den Tod feststellen. Mutter und Kinder mussten den Ernährer ersetzen und Arbeiten erledigen, die viel zu schwer für sie waren.

Nicht nur die schwere Arbeit machte das Leben für die drei Hinterbliebenen so anstrengend. Das Gerede der Dorfbewohner war für sie viel schlimmer. Sie mochten die Witwe nicht und versagten ihr und den Kindern jegliche Hilfe. Anneliese musste nun zum großen Teil für den Lebensunterhalt sorgen. Regelmäßig fuhr sie mit ihrem Bruder zum Markt nach Freiburg. Aber auch hier verkauften sie nicht genug, um Schulden zu tilgen und Essen für alle kaufen zu können.

„Das Wunder der Tannenbäume“ ist das optimale Vorweihnachtsbuch. Die Hauptperson Anneliese muss durch Höhen und Tiefen gehen, lässt sich aber nicht unterkriegen. Auf welche Weise sie mit dem „Gabenbaum“ in Berührung kam und wie der sie vor zeitweise vor Hunger bewahrte, das hat die Autorin spannend umgesetzt. Nein, es ist kein historischer Roman, der auf Tatsachen beruht. Lässt sich aber gut lesen und stimmt angenehm auf die Vorweihnachtszeit ein.

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