Kein Buch für zwischendurch
Der andere Arthur„Der andere Arthur“ beginnt mit einem Brief. Der Ich-Erzähler Arthur Opp schreibt an eine ihm liebgewonnene Frau Charlene Turner, warum er zum „Eremiten“ wurde. Das bedeutet, dass er seit vielen Jahren ...
„Der andere Arthur“ beginnt mit einem Brief. Der Ich-Erzähler Arthur Opp schreibt an eine ihm liebgewonnene Frau Charlene Turner, warum er zum „Eremiten“ wurde. Das bedeutet, dass er seit vielen Jahren sein Haus nicht mehr verließ. Und nicht nur das. Aus Frust stopfte er sich mit Essen voll und die Folge war seine Adipositas. Charlene Turner war eine seiner Schülerinnen. Damals, als er noch als Professor tätig war. Sie trafen sich häufig und verstanden sich bestens. Bis Arthur sich bei seiner Dienststelle gegen falsche Verdächtigungen wehren musste. Er kämpfte nicht. Er resignierte und das Ergebnis dieser Resignation war die völlige Vereinsamung.
Neben den Ausführungen des Arthur Opp gibt es weitere Kapitel, die aus der Sicht von Charlene Turner und ihrem Sohn geschrieben wurden. Anfangs verwirrend aber mit der Zeit dann doch klar, was die Autorin den Lesern vermitteln wollte. Da ist zum Beispiel Charlene, die mit ihrem Leben unzufrieden ist. Sie trauert ihren vergebenen Chancen nach und wird zur Alkoholikerin. Wie sehr sie damit ihrem einzigen Sohn schadet merkt sie erst, als es zu spät ist. Der Junge kämpft ebenfalls mit seinem Dasein und findet Halt bei einer Freundin.
So richtig konnte mich das Buch nicht fesseln. Für mich gab es viele Längen, die nicht zur Klarheit beitrugen. Das Thema lädt allerdings zum Nachdenken ein und die Sprache ist stilvoll und abwechslungsreich. Als Fazit für mich ganz klar, dass sich niemand in sein Schneckenhaus zurückziehen sollte. Es gibt kaum etwas Schlimmeres als Gerüchte über Arbeitskollegen. Aufgeben ist keine Option, sondern dagegen kämpfen wäre die beste Lösung.