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Veröffentlicht am 14.03.2026

Anstrengend, aber lohnenswert

Alma
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Die Geschichte führt aus der Gegenwart in die Siebzigerjahre in Triest. Dort ist Alma aufgewachsen. Ihre Großeltern mütterlicherseits gehörten zum Geschlecht der Habsburger. So wundert es nicht, dass sie ...

Die Geschichte führt aus der Gegenwart in die Siebzigerjahre in Triest. Dort ist Alma aufgewachsen. Ihre Großeltern mütterlicherseits gehörten zum Geschlecht der Habsburger. So wundert es nicht, dass sie gegen die Verbindung ihrer Tochter waren - mit einem „Grenzgänger aus dem Osten, der immer wieder nach Jugoslawien verschwindet“. Inzwischen ist Alma über fünfzig und kehrt nach vielen Jahren und dem Tod ihres Vaters noch einmal in ihre Heimat zurück.

Ich habe weder genau gewusst, wie weit im Osten Italiens Triest zu finden ist, noch habe ich bisher etwas darüber gelesen, wie die damaligen Ereignisse zur Veränderung im ehemaligen Jugoslawien geführt haben.

Mit dem Buch sehe ich mich vor großen Herausforderungen. Das hat nicht nur mit der Historie zu tun, sondern mit dem nicht einfachen Schreibstil. Ohne irgendwelche Anzeichen wechselt das Geschehen häufig von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück. Dazu kommt, dass Orte nicht namentlich, sondern eher nach ihrer Lage benannt werden.

In meine Überlegungen, ob mir das Buch mit der eigentümlichen Schreibweise gefällt oder nicht, wandern meine Gedanken zu Alma, zu der ich keine besondere Bindung knüpfen konnte, die sich aber wahrscheinlich genauso verloren und hilflos fühlt wie ich.

Wie muss es ihr ergangen sein? Ihre Großeltern durfte sie zwar besuchen, sie waren lieb zu ihr, wollten aber von ihrem Vater nichts wissen. Ihr Vater mochte sie, hat sich mit ihr beschäftigt – wenn er da war. Warum er nie etwas über sich oder über seine Arbeit erzählte, aber immer wieder so plötzlich verschwand, wie er wiederkam, das blieb sein Geheimnis und war für Alma nur schwer zu verstehen.

Trotz der Schwere und dem wenigen Wissen über die politischen Hintergründe hat mir Almas Geschichte gefallen, weil ich dabei lernen konnte. Dafür habe ich zwar zusätzlich meinen Atlas gebraucht, um die Schauplätze von damals im Vergleich zu heute besser kennenzulernen, aber es hat sich gelohnt.

Eine Karte auf den Umschlaginnenseiten wäre für mich von großem Vorteil gewesen.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Sowas von keine Ahnung

Kalt wie die Luft
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So wie die kalte und raue Landschaft nördlich des Polarkreises in der Kleinstadt Bodø, so empfinde ich die gesamte Stimmung. Ich fühle mich wohl, auch wenn gerade die 19-jährige Iselin Hanssen nicht von ...

So wie die kalte und raue Landschaft nördlich des Polarkreises in der Kleinstadt Bodø, so empfinde ich die gesamte Stimmung. Ich fühle mich wohl, auch wenn gerade die 19-jährige Iselin Hanssen nicht von ihrer Joggingtour nach Hause zurückgekehrt ist.
Es sind viele Menschen, die zu Beginn vorgestellt werden, allen voran Kriminalkommissar Jakob Weber und seine neue Kollegin Noora, die von Oslo nach Bodø versetzt wurde. Ich wünsche mir, dass die beiden ein tolles Gespann werden.
Zunächst hat mich die Spannung noch nicht ergriffen, der Schreibstil ist eher ruhig, aber keineswegs langweilig. Dann verschwindet eine weitere Frau und ein Cold Case wird damit in Verbindung gebracht.
Viele Menschen, viele Verdächtige, Spekulationen – und zwischendurch immer wieder Texte in Kursivschrift. Haben sie mit dem Cold Case zu tun? Oder kommt hier der Täter zu Wort?
In relativ kurzen Kapiteln stehen wechselnde Protagonisten im Vordergrund, es wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Ohne irgendeine Idee im Blick auf den Täter lese ich gebannt bis zum Schluss, um dann zu erkennen, dass ich wirklich überhaupt keine Ahnung hatte. Gut gemacht!
Einige Fragen sind noch da. Ob wohl der Folgeband Aufschluss gibt?
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und gebe gern eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Besondere Begabung

Bunt
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Synästhetiker zu sein heißt auch, eine besondere Begabung zu haben. Bevor ich „Bunt“ gelesen habe, war mir der Begriff noch unbekannt.
Mit dem Kennenlernen von Diego und seiner Geschichte habe ich eine ...

Synästhetiker zu sein heißt auch, eine besondere Begabung zu haben. Bevor ich „Bunt“ gelesen habe, war mir der Begriff noch unbekannt.
Mit dem Kennenlernen von Diego und seiner Geschichte habe ich eine Menge gelernt über seine besondere Art der Wahrnehmung. Vieles verbindet er mit Farben. So zum Beispiel das Lachen seiner Mitschülerin Hayda, das für ihn ein hellgrünes Brausepulverlachen bedeutet. Das hört sich für mich richtig schön an. Es gibt aber auch andere Beispiele. So empfindet er Jennis Klackern mit dem Bleistift als unangenehm. Es entstehen bunte Wirbel in seinem Kopf. Oft fühlt er sich einfach überfordert und möchte am liebsten wegrennen, um sich zu verkriechen.
Mit seinen Gefühlen ist Diego ziemlich allein. Wie soll er auch beschreiben, was in seinem Kopf los ist? Wenn er es versucht, dann verstehen nicht einmal seine Eltern, was er empfindet und was an ihm besonders, was anders ist als bei den meisten anderen Menschen.
Die Autorin Cornelia Franz hat über Diego und das, was ihn von anderen Menschen unterscheidet, eine Geschichte geschrieben, die seine Empfindungen deutlich werden lässt. Mit Ismael findet Diego einen Freund, der ihn versteht. Ob es daran liegt, dass auch Ismael weiß, was Anderssein bedeutet?
Mit Herz und Humor ist das Buch geschrieben, in dem es nicht nur ums Anderssein, sondern auch um Freundschaft, um Notlügen und um eine Klassenfahrt geht, auf die Diego und Ismael eigentlich so gar keine Lust haben.
Mit Interesse und Empathie habe ich das Buch verschlungen, mir meine eigenen Gedanken gemacht zu Lehrkräften im Allgemeinen und zu Herrn Rohde im Besonderen, nur um festzustellen, dass man sich auch manchmal täuschen kann.
Ich empfehle diese Geschichte, die so bunt ist wie das Cover und die Umschlaginnenseiten, wie sie das Buch aus dem Gerstenberg Verlag zeigen.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Das Buch ist ein Juwel

Sommer auf Perigo Island
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Der Debütroman von Perry Chafe ist einfach grandios. Vom Anfang bis zum Ende macht die Geschichte ohne Unterbrechung Spaß.

Dass es sich bei dem Schauplatz Perigo Island um einen fiktiven Ort handelt, ...

Der Debütroman von Perry Chafe ist einfach grandios. Vom Anfang bis zum Ende macht die Geschichte ohne Unterbrechung Spaß.

Dass es sich bei dem Schauplatz Perigo Island um einen fiktiven Ort handelt, mag ich kaum glauben. Es fühlt sich einfach alles echt an. Chafe beschreibt Perigo Island so bildhaft und unglaublich detailliert, dass ich mittendrin bin und auch gar nicht mehr fort möchte.

Vier Freunde verbringen ihre Ferien gemeinsam auf der Insel. Dass das junge Mädchen Anna verschwunden ist, zu dem der zwölfjährige Pierce eine besondere Verbindung hatte, wirft einen großen Schatten auf die Idylle. Da gibt es aber auch noch diesen Meeresbiologen, der sich sehr merkwürdig und verdächtig verhält. Hat er Anna auf dem Gewissen?

Ein weiterer Erzählstrang beschäftigt sich mit dem Fischfang, von dem die meisten Menschen hier leben. Sehr spannend ist alles, was der Autor zum Leben der Fischer, aber auch zum schwindenden Fischfang zu erzählen weiß. Da ist dann nicht mehr alles fiktiv, sondern brandaktuell. Besonders gebannt war ich, als es um die Arbeit der Kinder ging, die mit dem Zungenschneiden von Kabeljau Geld verdienen. Die Erzählung dazu macht so neugierig, dass ich gleich nach dem Beenden des Buches nach weiteren Informationen suchen muss.

Perry Chafe: ein Name, den ich mir unbedingt merken werde. Ich gebe aus vollem Herzen eine uneingeschränkte Leseempfehlung und hoffe, bald einen weiteren Roman des großartigen Autors zu lesen.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Ich bin tief beeindruckt

Hundertsiebenundachtzig Tage
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Der Autor Ludovic Lecomte hat bisher Kinderbücher geschrieben. Dies ist sein erstes Buch für Jugendliche. Es ist großartig, eigentlich eher ein Büchlein, aber doch ein großes Buch. Mit seinem unverwechselbaren ...

Der Autor Ludovic Lecomte hat bisher Kinderbücher geschrieben. Dies ist sein erstes Buch für Jugendliche. Es ist großartig, eigentlich eher ein Büchlein, aber doch ein großes Buch. Mit seinem unverwechselbaren Schreibstil hat der Autor mich außerordentlich beeindruckt. „Hundertsiebenundachtzig Tage“ sind es, die der 16-jährige Erzähler die Leser an seiner ganz persönlichen Geschichte teilhaben lässt.
Dass es Menschen gibt, die an Ängsten leiden, war mir bekannt und sie haben mein Mitgefühl. Wie es allerdings der Erzähler in der Geschichte von Lecomte beschreibt, das geht ganz nah und tief. Es geht ihm ja nicht nur schlecht wegen seiner Angst, deren Grund er zunächst selbst nicht kennt. Er leidet auch darunter, dass seine Eltern sich Sorgen machen. Die Eltern bewundere ich: nicht, weil sie alles richtig machen, aber doch dafür, wie sie mit der schwierigen Situation umgehen.
Ich möchte noch vieles anmerken, das mir gefallen, was mich besonders beeindruckt und angesprochen hat. Aber weil ich nicht spoilern möchte, empfehle ich besser, das Buch selbst zu lesen. Dann lernt Ihr auch Manon kennen. Manon erwähne ich gern, weil ich sie mag und sie meiner Meinung nach eine besonders wertvolle Rolle auch für den Erzähler spielt.
Meine volle Leseempfehlung!

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