Cover-Bild Hundertsiebenundachtzig Tage
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: mixtvision
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 112
  • Ersterscheinung: 19.02.2026
  • ISBN: 9783958542549
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Ludovic Lecomte

Hundertsiebenundachtzig Tage

Nadine Püschel (Übersetzer)

Angst vor dem Morgen und davor, dass es kein Morgen geben wird

»Die Hand an die Türklinke legen, die Tür aufmachen
die Schwelle überschreiten
den Garten durchqueren
durch das kleine Tor gehen
auf die Straße treten ...
Dann werde ich es geschafft haben.
Ich werde draußen gewesen sein,
werde ein paar Meter zurückgelegt haben.

Zum ersten Mal
seit sechs Monaten.«

Ein starker Roman über ein sensibles Thema: Was ist, wenn man der Welt nicht mehr begegnen will, nicht mehr kann, aber gar nicht weiß, wie das plötzlich gekommen ist? Dem 16-jährigen Ich-Erzähler ergeht es so, und er spürt alle Augen auf sich. Seine Eltern, seine besten Freunde, seine Therapeutin – sie warten. Darauf, dass er den ersten Schritt zurück in sein altes, »normales« Leben macht. Nur eine Laune? Depressionen? Oder simuliert der Teenager, um nicht in die Schule zu müssen? Der junge Erzähler muss sich vielen Fragen stellen, aber seine eigenen sind die drängendsten. »Was da draußen macht meinem Körper solche Angst?« Stück für Stück findet er Hilfe und Antworten.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2026

Zwischen Türschwelle und Welt

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Mit Hundertsiebenundachtzig Tagen hat Ludovic Lecomte einen leisen Jugendroman geschrieben, der mit voller Wucht trifft. Es ist kein lautes, dramatisches Buch. Es nähert sich vorsichtig, Satz für Satz, ...

Mit Hundertsiebenundachtzig Tagen hat Ludovic Lecomte einen leisen Jugendroman geschrieben, der mit voller Wucht trifft. Es ist kein lautes, dramatisches Buch. Es nähert sich vorsichtig, Satz für Satz, Gedanke für Gedanke.

187 Tage lang verlässt der 16-jährige Ich-Erzähler das Haus nicht. Allein die Vorstellung, die Türklinke herunterzudrücken, löst in ihm eine kaum greifbare Angst aus. Was genau ihn lähmt, weiß er selbst nicht. Und genau das macht es so eindringlich: diese Unsicherheit, dieses „Es ist doch eigentlich nichts – und doch ist es alles“.

Der ungewöhnliche Schreibstil ist gerade deshalb so passend. Fragmentarisch, tagebuchartig, mit Listen, Gedankenfetzen und inneren Monologen entsteht ein sehr unmittelbares Bild seiner Gefühlswelt. Man liest nicht einfach nur, man steckt mittendrin. Die Gedankenspiralen, das Grübeln und das Kreisen um dieselben Fragen werden sprachlich spürbar.

Besonders berührt hat mich, wie differenziert auch das Umfeld dargestellt wird. Die Eltern, die zwischen Sorge, Überforderung und Hilflosigkeit schwanken. Die Therapeutin, die behutsam begleitet. Und die leise Frage, die mitschwingt: Ist das eine Phase? Ist es „nur“ Schulverweigerung? Oder steckt mehr dahinter? Diese Unsicherheit kennen viele Betroffene und Angehörige.

Das Buch zeigt eindrucksvoll, dass Angststörungen keine Laune sind und man sich nicht einfach zusammenreißen kann. Es macht spürbar, wie real körperliche Angst sein kann, auch wenn es keinen sichtbaren Auslöser gibt. Gleichzeitig bleibt die Geschichte nicht hoffnungslos. Schritt für Schritt tastet sich der Erzähler vor – in seinem Tempo.

Es ist kein Buch, das man nebenbei liest. Es ist eines, das man wirken lassen muss. Kurz, aber intensiv. Und gerade deshalb so nachhaltig.

Für mich ist es ein sehr berührender Jugendroman über Angst, Scham, Druck von außen und den Mut, den ersten kleinen Schritt zu wagen. Eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 26.02.2026

Ich bin tief beeindruckt

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Der Autor Ludovic Lecomte hat bisher Kinderbücher geschrieben. Dies ist sein erstes Buch für Jugendliche. Es ist großartig, eigentlich eher ein Büchlein, aber doch ein großes Buch. Mit seinem unverwechselbaren ...

Der Autor Ludovic Lecomte hat bisher Kinderbücher geschrieben. Dies ist sein erstes Buch für Jugendliche. Es ist großartig, eigentlich eher ein Büchlein, aber doch ein großes Buch. Mit seinem unverwechselbaren Schreibstil hat der Autor mich außerordentlich beeindruckt. „Hundertsiebenundachtzig Tage“ sind es, die der 16-jährige Erzähler die Leser an seiner ganz persönlichen Geschichte teilhaben lässt.
Dass es Menschen gibt, die an Ängsten leiden, war mir bekannt und sie haben mein Mitgefühl. Wie es allerdings der Erzähler in der Geschichte von Lecomte beschreibt, das geht ganz nah und tief. Es geht ihm ja nicht nur schlecht wegen seiner Angst, deren Grund er zunächst selbst nicht kennt. Er leidet auch darunter, dass seine Eltern sich Sorgen machen. Die Eltern bewundere ich: nicht, weil sie alles richtig machen, aber doch dafür, wie sie mit der schwierigen Situation umgehen.
Ich möchte noch vieles anmerken, das mir gefallen, was mich besonders beeindruckt und angesprochen hat. Aber weil ich nicht spoilern möchte, empfehle ich besser, das Buch selbst zu lesen. Dann lernt Ihr auch Manon kennen. Manon erwähne ich gern, weil ich sie mag und sie meiner Meinung nach eine besonders wertvolle Rolle auch für den Erzähler spielt.
Meine volle Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Berührendes Buch eines Jugendlichen, der mit einer Angststörung zu kämpfen hat

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Ich habe mir das Buch geholt, weil sowohl mein Sohn als auch ich unter einer diagnostizierten Angststörung leiden. Ich finde das Buch ist sehr realistisch dargestellt. Die Ohnmacht der Bezugspersonen, ...

Ich habe mir das Buch geholt, weil sowohl mein Sohn als auch ich unter einer diagnostizierten Angststörung leiden. Ich finde das Buch ist sehr realistisch dargestellt. Die Ohnmacht der Bezugspersonen, die Schuld die der Hauptprotagonist bei sich selbst sucht und auch die Abwendung von Bezugspersonen. Die gängige Meinung von Nichtbeteiligten : Sich doch mal nicht so zu haben, dass kann ja nicht so schwer sein, wird hier finde ich auch ganz nebenbei thematisiert ohne wirklich explizit ausgesprochen zu werden. Die Ursache zu finden ist oft der Schlüssel zur Heilung und auch das wird im Buch treffend thematisiert. Die Monologe des Hauptprotagonisten fand ich sehr nachvollziehbar und eindringlich. Die Not wurde sehr gut dargestellt. Es wird aber auch gezeigt wie wichtig es ist, dass man jemanden findet, der einen versteht und an die Hand nimmt wie die andere Betroffene im Buch. Das Buch war mal etwas ganz anderes und ich finde es toll, dass auch ein Tabuthema wie psychischer Erkrankungen von Jugendlichen hier ausführlich thematisiert wird. Ich bin der Meinung das die Zahl von Betroffenen auch immer mehr steigen wird, weil die Welt nicht mehr als ein sicherer Ort wahrgenommen wird. Mich hat das Buch sehr berührt daher 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

kurzweilig aber intensiv

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„187 Tage“ ist kein Buch wie jedes andere, sondern könnte auch autobiografisch sein. Es ist tagebuchartig aufgebaut und die ungewöhnliche Schreibweise mit oft fehlenden Satzzeichen fällt dem Leser direkt ...

„187 Tage“ ist kein Buch wie jedes andere, sondern könnte auch autobiografisch sein. Es ist tagebuchartig aufgebaut und die ungewöhnliche Schreibweise mit oft fehlenden Satzzeichen fällt dem Leser direkt auf. Dies passt alles super zum Inhalt: Es handelt von einem Teenager, dem es von einem Tag auf den anderen nicht mehr möglich ist, das Haus zu verlassen. Er selbst sagt: „Ich bin unfähig, das Haus zu verlassen, unfähig, durch die Tür zu gehen, unfähig, einen Fuß in den Garten zu setzen.“
Was diese Unfähigkeit auslöst, wird im Laufe des Buchs aufgelöst und so sehr gut gezeigt, was Angst bei einem Menschen bewirken kann und welche Folgen diese haben kann. Dass Angst eine Krankheit ist, auch wenn man sie weder sehen noch messen kann und dass man sie eben „nicht einfach“ überwinden und abschütteln kann. Die Angst verändert das komplette Leben – vom Betroffenen, aber auch von den Angehörigen. Es geht um Schuld, Scham und Einblicke in Panikattacken. Die Komplexität psychischer Störungen und deren Heilung sind sehr gut dargestellt.
Ein kurzweiliges, aber sehr intensives Buch, welches noch lange nachwirkt. Für Betroffene, Angehörige oder alle, die sich informieren möchten und offen für sensible Themen sind.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Sehr intensive und ehrliche Geschichte

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In der Geschichte geht es um einen 16-jährigen Ich-Erzähler, der unter dem sogenannten Höhlen-Syndrom leidet. Er spürt alle Augen auf sich und die Erwartungen, die seine Eltern, seine Freunde und seine ...

In der Geschichte geht es um einen 16-jährigen Ich-Erzähler, der unter dem sogenannten Höhlen-Syndrom leidet. Er spürt alle Augen auf sich und die Erwartungen, die seine Eltern, seine Freunde und seine Therapeutin haben. Sie warten daraus, dass er den ersten Schritt zurück in sein altes Leben macht. Der Erzähler stellt sich viele Fragen. Aber seine größte Frage ist: "Was da draußen macht meinem Körper solche Angst?"

Alles in allem ist es eine starke Geschichte über ein sensibles Thema und ich habe mich selbst auch angesprochen gefühlt, denn ich kann selbst der Welt auch nicht mehr begegnen. Ich fühle mich aber noch einigermaßen wohl, wenn ich alleine im Wohnzimmer sitze, meine Lieblingsmusik höre und einen Stapel Bücher vor mir liegen habe, das ist sozusagen meine Lesetherapie, das ist das Einzige, was mir hilft. Aber ich habe tatsächlich selbst auch Angst, dass es kein Morgen geben wird und jeden Tag Angst vor dem Morgen, weil ich nur bis Mittag überhaupt was machen kann und dann geht erstmal für mindestens zwei Stunden überhaupt nichts mehr und das Wetter versetzt mich momentan in ein Dauertief und bei dem Schnee hätte ich noch dazu gerne wieder Weihnachten, da würde dann kurzzeitig meine Depression wieder verschwinden. Aber ich habe tatsächlich auch schon die ein oder andere Antwort auf meine Fragen erhalten. Mir geht nur manchmal die Geduld aus. Aber gelernt habe ich durch diese Geschichte auf jeden Fall etwas. In diesem Sinne vergebe ich sehr gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die etwas lernen wollen und sich vor allem zutrauen es zu lesen, denn in Teilen ist die Geschichte ganz schön hart.

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