kurzweilig aber intensiv
Hundertsiebenundachtzig Tage„187 Tage“ ist kein Buch wie jedes andere, sondern könnte auch autobiografisch sein. Es ist tagebuchartig aufgebaut und die ungewöhnliche Schreibweise mit oft fehlenden Satzzeichen fällt dem Leser direkt ...
„187 Tage“ ist kein Buch wie jedes andere, sondern könnte auch autobiografisch sein. Es ist tagebuchartig aufgebaut und die ungewöhnliche Schreibweise mit oft fehlenden Satzzeichen fällt dem Leser direkt auf. Dies passt alles super zum Inhalt: Es handelt von einem Teenager, dem es von einem Tag auf den anderen nicht mehr möglich ist, das Haus zu verlassen. Er selbst sagt: „Ich bin unfähig, das Haus zu verlassen, unfähig, durch die Tür zu gehen, unfähig, einen Fuß in den Garten zu setzen.“
Was diese Unfähigkeit auslöst, wird im Laufe des Buchs aufgelöst und so sehr gut gezeigt, was Angst bei einem Menschen bewirken kann und welche Folgen diese haben kann. Dass Angst eine Krankheit ist, auch wenn man sie weder sehen noch messen kann und dass man sie eben „nicht einfach“ überwinden und abschütteln kann. Die Angst verändert das komplette Leben – vom Betroffenen, aber auch von den Angehörigen. Es geht um Schuld, Scham und Einblicke in Panikattacken. Die Komplexität psychischer Störungen und deren Heilung sind sehr gut dargestellt.
Ein kurzweiliges, aber sehr intensives Buch, welches noch lange nachwirkt. Für Betroffene, Angehörige oder alle, die sich informieren möchten und offen für sensible Themen sind.