Profilbild von lisbethsalander67

lisbethsalander67

Lesejury Star
offline

lisbethsalander67 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit lisbethsalander67 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2021

Eine Frau zwischen Liebe und Kunst

Die Bildhauerin
0

Bereits die Leseprobe des Romans "Die Bildhauerin" aus der Reihe "Außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe" erschienen im Aufbau Verlag hatte mir ausgesprochen gut gefallen! Im Buch geht es ...

Bereits die Leseprobe des Romans "Die Bildhauerin" aus der Reihe "Außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe" erschienen im Aufbau Verlag hatte mir ausgesprochen gut gefallen! Im Buch geht es um Teile des Lebens der Bildhauerin Camille Claudel, die Ende des 19. Jahrhunderts lebte und als Bildhauerin Großes leistete, was in der damaligen Zeit für eine junge Frau alles andere als selbstverständlich war. Die Autorin nimmt uns von Anfang an direkt mit in die Geschichte, der Schreibstil ist ungeheuer flüssig und angenehm, die einzelnen Figuren sehr anschaulich geschildert. Es hat mich entsetzt, auch wenn man es natürlich vorher bereitis wusste, wie viele Steine jungen Frauen in den Weg ihrer Selbstverwirklichung gelegt wurden. Das Selbstbesusstein Camilles, die tatsächlich bereits von Kindesbeinen an wusste, dass sie einen Weg in die Künstlerlaufbahn einschlagen will, u. vor allem, was sie nicht wollte, nämlich lediglich als Anhängsel einen für sie auserwählten Ehemanns fungieren, hat mich fasziniert. Zwar hat mich auch ihre Rücksichtslosigkeit teilweise ein bisschen geschockt, als sie beispielsweise das Dienstmädchen der Familie aus deren Kammer verweist, da sie diese als Atelier nutzen möchte, aber vermutlich war es anders nicht möglich, um sich auch nur ansatzweise durchzusetzen. Die Exentrik und Schwierigkeit Camille Claudels, mit anderen Menschen wirklich erfüllend umzugehen, zog sich offenbar durch ihr gesamtes Leben. Allerdings wurden ihr auch durch Gesellschaft sowie die eigene Mutter immer wieder Repressalien auferlegt. Einzig ihr Vater hielt dauerhaft zu ihr. Camille schafft es trotzdem, ihren Weg zu gehen, mietet mit anderen Studentinnen eine Wohnung an, wo sie ihre Kunst gestalten können. Die junge Frau lernt Auguste Rodin kennen und lieben, der sie in der Bildhauerei unterrrichtet. Die beiden verbindet eine tiefe Beziehung, u. doch bleibt Claudel in seinem Schatten.
Die Geschichte insgesamt hat mich überzeugt, ich wusste vorher so gut wie nichts über die beiden Künstler u. konnte hier einige Lücken füllen. Allerdings war das Ende nicht 100%ig befriedigend, mir hat ein Nachwort gefehlt mit näheren Angaben, oder wird es eine Fortsetzung geben? Auch hätte das allgemeine Leben der Boheme in Paris einen noch größeren Teil einnehmen könen für meinen Geschmack, das Buch hätte gut und gerne noch etwas länger sein dürfen. Trotz der kleinen Kritikpunkte gibt es von mir eine Leseempfehlung, ich fühlte mich gut und kurzweilig unterhalten und konnte ebenfalls auf eine spannende Art und Weise ganz nebenbei einige Wissenslücken füllen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2021

Lady Churchill - nicht nur die Frau an Winstons Seite

Lady Churchill
0

Zwar wusste ich natürlich einiges über den Politiker und Staatsmann Winston Churchill, aber über die Frau an seiner Seite nichts. So kam mir das Buch sehr gelegen, um diese Bildungslücke zu schließen. ...

Zwar wusste ich natürlich einiges über den Politiker und Staatsmann Winston Churchill, aber über die Frau an seiner Seite nichts. So kam mir das Buch sehr gelegen, um diese Bildungslücke zu schließen. Marie Benedict hat hier in meinen Augen eine tolle Romanbiographie über Clementine Hozier, spätere Churchill verfasst, die mich komplett überzeugt hat. Der flüssige sehr sehr angenehme Schreibstil ließ einen von Anfang an in der Geschichte drin sein. Als Leser fühlte ich mich durch die authentische Schilderung der Charaktere den vorkommenden Personen nahe. Die Handlung beginnt am Hochzeitstag des Paares Churchill und gibt kurze Rückblicke auf das Kennenlernen der beiden jungen Leute, Winston 11 Jahre älter als seine Frau Clementine. Im Gegensatz zum von der damaligen Gesellschaft erwarteten Bild gibt sich die Protagonistin nicht mit dem Anhängsel und Hintergrund, der ihr zugedachten Rolle zufrieden, sondern sie bringt sich Zeit ihres Lebens überall ein, möchte mitmischen in der Politik, so weit es ihr möglich ist. Obwohl sie Ehefrau und Mutter ist, überlässt sie die Kindererziehung größtenteils dem Personal. Wir erfahren viel über politisches Geschehen in Großbritanien, für mich war das Buch eine gelungene Kombination aus Zeitgeschichte und persönlichen privaten Einblicken in das Leben von Clementine Churchill und ihrer Famile. Von mir die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung, für alle, die diese Art von Bücher schätzen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2021

Gelungener Krimi

Die siebte Zeugin
0

Da ich bisher kein Buch des Autorenduos kenne, weder vom einen noch vom anderen, hatte ich eigentlich keinerlei Erwartungen und wurde demzufolge spannend unterhalten. Die Handlung beginnt in Berlin, im ...

Da ich bisher kein Buch des Autorenduos kenne, weder vom einen noch vom anderen, hatte ich eigentlich keinerlei Erwartungen und wurde demzufolge spannend unterhalten. Die Handlung beginnt in Berlin, im Bezirk Charlottenburg, geschildert mit viel Lokalkolorit, da ich hier vor über 30 Jahren meine erste Wohnung bezog, fühlte ich mich noch mehr mitten drin. Ein ganz normaler Mann, Familienvater, -was ist schon normal?- schießt in einer Bäckerei beim morgendlichen Brötchen holen wild um sich, was steckt dahinter? Anhand dieser Ausgangslage entwickelt sich eine spannende Krimihandlung, nicht übertrieben reißerisch nach Thriller Manier, aber zunehmend spannend, ich habe mitgefiebert, wie alles zusammen hängt. Was anfangs noch als sinnlose nicht nachvollziehbare Tat erscheint, kommt durch eine klitzekleine Entdeckung einiges ins Rollen, und man gewinnt viele Einblicke hinter die Kulissen. Über einen relativ langen Zeitraum wird der Leser in die Ermittlungen mit einbezogen, ich fand dies spannend, nachvollziehbar, unaufgeregte Krimiunterhaltung genau nach meinem Beuteschema! Sehr flüssiger Schreibstil, gut geschilderte Charaktere, von mir dafür die volle Punktzahl.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2021

Anrührend und philosophisch

Die Mitternachtsbibliothek
0

Wir lernen Nora, eine junge Frau kennen, die ihres Lebens überdrüssig ist; als sie ihren Job verliert, und ihre Katze stirbt, gibt ihr das den Rest. Matt Haig hat anhand seiner Protagonistin einen Roman ...

Wir lernen Nora, eine junge Frau kennen, die ihres Lebens überdrüssig ist; als sie ihren Job verliert, und ihre Katze stirbt, gibt ihr das den Rest. Matt Haig hat anhand seiner Protagonistin einen Roman mit Fantasy Elementen geschrieben, dessen Plot davon ausgeht, dass wir im Jenseits die Möglichkeit haben, in einer Art Bibliothek viele Bücher zu finden, die uns unterschiedliche Lebensläufe bieten, die wir hätten wählen können, sollten wir denn an wichtigen Stellen andere Entscheidungen getroffen haben. Mir hat dieser Gedanke wahnsinnig gut gefallen, eine interessante Idee. Der Autor bietet philosophische Denkansätze, allerdings sollte man in einer psychisch stabilen Situation sein, sonst halte ich die Geschichte für etwas bedenklich. Nora tat mir von Anfang an leid, ich hätte sie aufgrund ihrer Lebensmüdigkeit am liebsten in den Arm genommen und gesagt, "hey, das Leben ist schön!" Die Frage ist, bringt so etwas viel? Sind wir tatsächlich unseres Glückes Schmied? Ist das Leben von äußeren Einflüssen abhängig, oder liegt der Schlüssel in uns selbst? Ich mochte das Buch von der ersten Seite an, der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm, Matt Haig hat mich komplett überzeugt, ich werde auf jeden Fall noch mehr von ihm lesen. Es gibt von mir die volle Punktzahl und eine unbedingte Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2021

Kurzgeschichten über Katzen

Das Geschenk eines Regentages
0

Es handelt sich hier nicht wirklich um einen Roman, wie ich finde, sondern um vier irgendwie miteinander zusammenhängende Kurzgeschichten über Katzen und deren Menschen, bei denen sie leben, oder mit ihnen ...

Es handelt sich hier nicht wirklich um einen Roman, wie ich finde, sondern um vier irgendwie miteinander zusammenhängende Kurzgeschichten über Katzen und deren Menschen, bei denen sie leben, oder mit ihnen in irgendeiner Beziehung stehen. Erzählt wird abwechselnd - aus der Sicht der "vermenschlichten" Katzen und deren "Besitzern", alle haben in irgendeiner Form Berührungspunkte. Die Idee fand ich recht originell, anfangs mochte ich auch, dass die Katzenperspektive wie aus Menschensicht erzählt wurde, doch nach und nach nervte es mich zunehmend. Es beginnt mit Miyu, einer jungen Frau, die eine ausgesetzte junge Katze findet und bei sich aufnimmt. Diese Katze, Chobi, lernt eine andere Katze kennen, deren Besitzerin wiederum Berührungspunkte zu Miyu hat. Über die Tiere lernen wir einen Teil der Lebensgeschichten ihrer Menschen kennen. Hierzu gibt es teilweise tatsächlich poetische fast schon philosophische kleine Weisheiten, aber alles bleibt irgendwie angerissen und wirkte auf mich etwas oberflächlich. Es bleiben eben Kurzgeschichten, für mich hat es sich an keiner Stelle zu einem Roman verdichtet, und die einzelnen Episoden gehen nicht in die Tiefe. Man hätte meines Erachtens viel mehr daraus machen können. Hinzu kommt, dass ich nicht wirklich warm werden konnte mit der japanischen Mentalität. Momentan habe ich das Gefühl, wird der Markt etwas überschwemmt mit Büchern von japanischen Autoren. So richtig gepackt hat mich bisher keines davon, die Protagonisten bleiben immer seltsam distanziert, die asiatische Mentalität gibt dies vielleicht vor? Eine Frage, die ich mir noch nicht abschließend beantworten konnte. Dadurch, dass ich einen Roman erwartet hatte, und nur recht oberflächliche Geschichten bekommen habe, außerdem im Laufe des Buches die Erzählperspektive aus der Sicht der Katzen immer seltsamer fand, gibt es von mir drei gut gemeinte Sterne. Vielleicht können echte Katzenliebhaber, zu denen ich mich als "Hundebesitzer" nicht rechne, damit mehr anfangen?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere