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Veröffentlicht am 01.06.2026

Reality versprochen, Versprechen gebrochen

Fever Dream
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Nachdem die letzten Jahre von so vielen Elsie Silver-Büchern begleitet waren, war doch absolut logisch, dass ich bei der neuen Reihe „Emerald Lake“ mit dem Auftakt „Fever Dream“ am Start sein würde. Es ...

Nachdem die letzten Jahre von so vielen Elsie Silver-Büchern begleitet waren, war doch absolut logisch, dass ich bei der neuen Reihe „Emerald Lake“ mit dem Auftakt „Fever Dream“ am Start sein würde. Es ist auch mega, dass sie zeitgleich mit der Originalversion erscheint. Auch wenn ich auf Englisch lesen könnte, aber es ist wie bei Serien oder Filmen, es ist schon cool, wenn alle zeitgleich ins Vergnügen kommen, gerade in Zeiten von fiesen Spoilern dank Social Media.

Ich hatte vorab bei Lyx ein Interview mit Silver gelesen und als ich die Autorin dort „UnREAL“ erwähnen sah, da war ich erst recht richtig gespannt. Aber ehrlich: Ich hätte das Buch ohne dieses Wissen gelesen, denn auch wenn ich wohl nie ein Fan von Silvers Stil bei den intimen Szenen werden, aber alles drum herum ist immer so fürs Herz, gerade auch weil alle Reihen irgendwie miteinander verwoben sind. Emmett Bush bzw. Brandt ist wie Theo Silva aus der Welt der Bullenreiter und wir haben mit Julia auch gleich dessen Schwester als weibliche Protagonistin. Ich konnte gut damit leben, dass Silver uns nicht noch eine Bullenreiter-Geschichte gegeben hat. Es gab natürlich ein paar Ausflüge, aber das Thema ist in der gemeinsamen Geschichte von Theo und Winter deutlich prominenter gewesen und es gehört auch zu ihnen, weswegen eine billige Kopie wahrlich nicht der richtige Schritt gewesen wäre.

Deswegen war für mich schnell klar, dass „Fever Dream“ sich mit dem Reality-Format seine Nische sucht. Aber leider, leider, das hat Silver für mich einfach nicht so gut rübergebracht. Und weil ich mich am meisten darauf gefreut habe und dann eher enttäuscht war, habe ich doch gemerkt, dass ein gewisser Schatten über dem Lesen lag. Also erkläre ich erstmal ausführlich, warum es mich nicht überzeugen konnte. Unabhängig von der tollen Serie „UnREAL“ waren die letzten Jahre von einigen großen Skandalen begleitet, die die Reality-Welt betreffen. Man muss in den Welten nicht zuhause sein, ich kenne auch wahrlich nicht alle Formate, in denen es hochkocht, aber ich schaue auch gerne meinen Anteil an Reality-Formaten. Also habe ich ein gewisses Gespür für die Welt und ich finde, dass die Autorin viel zu viel Potenzial liegen gelassen hat. Nach Beendigung von „Fever Dream“ hatte ich den einen zentralen Gedanken, dass ich Julia lieber nicht als Location Managerin sondern als Kandidatin des „Bachelor“-Verschnitts erlebt hätte. Mit ihrer Rolle war nämlich alles so ernst. Natürlich hat sie ihren Job großartig gemacht, aber sie war eigentlich in die Produktion nicht entscheidend eingebunden und so stand es in einigen Szenen dann ja auch immer wieder, dass sie sich am Set aufhalten wollte, aber nicht musste.

Mit der Rolle des Produzenten und den eingestreuten Memos haben wir sicherlich Aspekte gehabt, die die kritische Seite von Reality beleuchten, aber ich fand Dick Wad einfach auch zu klischeehaft und zu vorhersehbar, um diese Teile fühlen zu können. Letztlich haben wir dann auch von dem klassischen Reality-Format nur wenig mitbekommen, denn Emmett hatte auf nichts Lust. Das hat natürlich seine Verbindung zu Julia gestärkt, aber ich fand es so schade, dass wir da nicht mehr erreichen konnte. Wenn Julia wie gesagt Kandidatin gewesen wäre, das Buch wäre unweigerlich besser geworden, da bin ich fest von überzeugt. Unterm Strich passierte die Action neben dem Reality-Format und das hatte ich mir einfach sehr, sehr anders ausgemalt.

Durch diesen riesigen Kritikpunkt ist es dann schon so, dass die Liebesgeschichte mich nicht umgehauen hat. Ich fand sie keinesfalls schlecht und ich kann auch zu den Figuren nichts Schlechtes sagen, aber es kam einfach nicht das auf, was ich von anderen Liebespaaren von Silver kenne. Trotzdem macht die eingeführte Welt schon richtig Lust auf mehr. Sicherlich finden noch die anderen Brandt-Geschwister ihr Happyend, sodass wir auf der Ranch verweilen werden. Da ist mit den Großeltern schon ein süßes Vorbildpärchen parat, aber auch die drei Halbgeschwister von Emmett haben mich schon neugierig gemacht. Da werden auch sehr unterschiedliche Geschichten erzählt werden können, was immer gut ist. Da so wenig Reality im Vordergrund stand, ist das Heimische der Brandt-Familie schon gut rübergekommen. Die komplexe Familiensituation hat auch schon für emotionale Momente gesorgt. Natürlich war die Einbindung von Theo, Winter und der Silva-Mama auch ein großes Highlight. Da merkt man dann wieder ganz deutlich, dass Silver ein Händchen für familiäre Bande hat, in die man immer gerne wieder zurückkehrt.

Fazit: „Fever Dream“ wollte mir Reality-Portion geben und hat die Aufgabe für mich leider nicht erfüllt. Es war so eine coole Idee, aber die Umsetzung war mir einfach zu lahm, gerade angesichts des Potenzials, was mir vorab schon in den Sinn kam. Dadurch hat die Liebesgeschichte auch nicht strahlen können. Aber übertrieben enttäuscht bin ich nicht, denn ich habe schon die Lust auf die anderen Bände geweckt bekommen, denn das kann Silver immer: direkt ein heimisches und verheißungsvolles Gefühl zu erzeugen.

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Ähnlich, aber wieder neu

Sie kann dich hören
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Bis zur zweiten Adaption aus der „Housemaid“-Reihe nach Freida McFadden ist es zwar noch was hin, aber ich wollte „Sie kann dich nicht hören“ jetzt doch lieber schnell nachziehen, nachdem ich ohnehin schon ...

Bis zur zweiten Adaption aus der „Housemaid“-Reihe nach Freida McFadden ist es zwar noch was hin, aber ich wollte „Sie kann dich nicht hören“ jetzt doch lieber schnell nachziehen, nachdem ich ohnehin schon spät in den Hype eingestiegen bin. Sowohl Band 1 als auch der Film haben ja deutlich gemacht, dass Millie noch etwas zu erledigen hat und da war ich doch sehr gespannt, wie das aussehen könnte und vor allem ob die Autorin eine Struktur findet, damit es nicht zu wiederholend wirkt.

„Sie kann dich nicht hören“ macht einen größeren Zeitsprung und wir erleben Millie, die ihre Nebenbeschäftigung offenbar schon wieder an den Nagel gehängt hat. Das fand ich zum Einstieg auf jeden Fall interessant, weil es nicht wie erwartet war und weil es vielleicht auch zu offensichtlich in der Gestaltung gewesen wäre. Auch wenn Millie mit Sozialarbeit einen neuen Traum hat, so finden wir uns mit ihr schnell in einer repetitiven Situation wieder, weil sie wieder nah an pleite ist und weil sie einen Job als Hausmädchen annehmen muss. Diesmal bei den Garricks. Ich möchte zunächst aber noch einen anderen Aspekt herausheben, denn Millies neue Beziehung zum Anwalt Brock war für mich ein Element der Handlung, was ich nervig fand. Ich glaube nicht, dass es diese Figur wirklich gebraucht hätte, zumal es um ihn herum keine Wendung gab. Stattdessen war er einfach nur nervig und ich habe nicht verstanden, was sich Millie da in Bezug auf ihn immer einreden wollte, ihre Enttäuschung wegen Enzo hin oder her. Das war ein wirklich lahmes Element.

Da war die eigentliche Hausmädchen-Anstellung doch deutlich spannender. Auch wenn es eine ähnliche Ausgangssituation ist, so habe ich mich doch sofort dabei erwischt, dass mir klar war, es wird nicht dasselbe sein. Also habe ich andere Theorien angestellt und wild mitgefiebert, was für so einen zweiten Band schonmal genial ist. Auch wenn bei manchen Hinweisen offensichtlich war, dass da was nicht stimmen kann, so muss ich doch sagen, dass mich McFadden mit Band 2 trotzdem in einige Irren führen konnte. Auch wenn ich am Ende bei einer Auflösung doch sagen muss, dass ich sie sehr unrealistisch fand und viel zu hoch gepokert, so hat für mich umgekehrt gestimmt, dass ich keine Wetten für den Ausgang hätte eingehen können. Ich hätte verloren.

Ein wichtiges Casting für den zweiten Film ist ja schon bekannt und das finde ich sehr genial. Viel mehr kann ich dazu auch gar nicht sagen, aber es ist ein wichtiges Casting, eben weil McFadden für Band 2 eine andere Struktur gefunden hat, bei der ich sehr gespannt bin, wie sie umgesetzt wird. Denn diese Perspektive war einfach absurd-herrlich.

Fazit: „Sie kann dich hören“ ist zwar strukturell sehr nah an Band 1 und trotzdem ist es McFadden in meinen Augen gelungen, noch einmal neue Seiten und Wendungen zu finden. Vorhersehbarer war die Handlung für mich keinesfalls. Es gab zwar nervige und etwas zu hoch gepokerte Elemente, aber ich lasse unterm Strich stehen, dass ich wieder gut unterhalten wurde.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Suspense-Anteil als Highlight

Pure Grace Academy (Band 1) - The Final Bow
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Jennifer Bright und die „Pure Grace Academy“ habe ich zuletzt sehr oft in Social Media gesehen. Mir kam der Name der Autorin auch sehr bekannt vor, aber richtig Klick machen wollte es nicht. Also habe ...

Jennifer Bright und die „Pure Grace Academy“ habe ich zuletzt sehr oft in Social Media gesehen. Mir kam der Name der Autorin auch sehr bekannt vor, aber richtig Klick machen wollte es nicht. Also habe ich mal genauer recherchiert und dann war da auf einmal doch wieder eine Verbindung. Ich habe vor fünf Jahren von ihr schon „Everything I Had“ gelesen. Aber da ich einen sehr zwiegespaltenen Eindruck von dem Buch gewonnen habe, habe ich die Autorin dann leider nicht weiterverfolgt. Aber jetzt hat sie sich wieder aufgedrängt und da habe ich Band 1, „The Final Bow“ doch gerne mal näher angeschaut.

Ich habe dem Geschehen durch ein Hörbuch gefolgt. Ich habe da so einige Stimmen zu hören bekommen, vor allem Hannah Schepmann und Kai Hochhäusler in den zentralen Rollen als Aurélie und Lucian. Ich fand es toll, dass den verschiedenen anderen Rollen, die eine eigene Perspektive bekommen, bzw. einmal den Schlagzeilen so eine Bedeutung eingeräumt wurde, sodass wir dann auch noch drei weitere beteiligte Stimmen haben. So habe ich Hörbücher am liebsten. Ich fand auch die Stimmauswahl gelungen und bin dem Geschehen gerne gefolgt.

Ich hatte zu Brights anderem Buch geurteilt, dass sie Trauma schreiben kann, aber ansonsten mir zu oft oberflächlich war. Jetzt kann man „The Final Bow“ kaum mit „Everything I Had” vergleichen, weil wir in ihrem neuen Buch einen hohen Suspense-Anteil haben, weil Aurélie herausfinden will, wer ihre Mutter getötet hat, denn an einen Selbstmord möchte sie nicht glauben. Es sind also sehr unterschiedliche Ausgangsgeschichten, bei denen auch verschieden gearbeitet werden muss. Ich bleibe dann hier zunächst bei dem Suspense-Anteil, weil der für mich im Zusammenhang mit der Autorin neu ist. Ich fand ihn alles in allem gelungen. Da habe ich schon Thriller gelesen, bei denen alles früher klar war. Bright hat es in meinen Augen geschickt hinbekommen, Zwischenergebnisse zu liefern, aber dorthin mit vielen falschen Fährten zu arbeiten. Mir war zwar oft klar, dass es falsche Fährten sein müssen, weil noch so viel Laufzeit vor mir war, aber ich fand es trotzdem geschickt, dass sich die richtige Lösung nicht sofort aufgedrängt hat. Die Autorin hat auch nicht mit naheliegenden Ideen gearbeitet. Manches war echt außergewöhnlich und da lobe ich mir den Mut, zumal es keinesfalls unlogisch war. Auch wenn ich eine gewisse Ahnung hatte für die Endlösung, so hat Bright auch da wieder geschafft, dass sie es eigentlich zuvor für mich ad acta gelegt hatte. Also geschickt war die Autorin allemal. Das war durchgängig spannend gestaltet.

Kommen wir jetzt zu dem anderen Anteil und das ist Trauerbewältigung, Akademiealltag mit Ballettunterricht und Liebesgeschichte. Der Akademiealltag kam rüber und ich fand auch, da kann ich die Ballett-Reihe von Anna Savas gut als Vergleich hinzuziehen, dass dem Sport hier viel Bedeutung zukam. Gleichzeitig waren Aurélie und Lucian jetzt beides keine Charaktere, die für Ballett brennen, weil sie damit zu viele Schattenseiten verbinden und trotzdem kam die Konkurrenz untereinander und andere Faktoren gut rüber. Die anderen beiden Aspekte hängen dann für mich eng zusammen. Die Liebesgeschichte war mir nämlich leider zu dominant. Aurélie und Lucian und der Suspense-Anteil, das passte schon okay, aber mit anderen Baustellen war es mir zu viel. Mir ging es auch zu schnell. Die beiden waren Freunde bei der letzten Begegnung und schwupps ist es Anziehung hoch tausend. Das war mir zu übertrieben. Zudem haben wir am Anfang Lucians Perspektive sehr selten, sodass ich auch zu ihm nur schleppend eine Beziehung aufbauen konnte. Letztlich gab es dann auch zu viele intime Szenen, die für mich eine emotionale Anziehung überschattet haben. Da habe ich meine Kritik an Bright dann wiedererkennen können.

Fazit: „Pure Grace Academy – The Final Bow” hat zum Glück mehr Licht- als Schattenseiten, aber bei Jennifer Bright fühle ich die Liebesgeschichte einfach nicht so. Aber die Thematik mitsamt Setting und dann Suspense-Anteil, das war gut, überzeugend und spannend gestaltet. Ich werde Band 2 hier bestimmt auch lesen.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Wissenschaft attraktiv gemacht

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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Ich bin wahrlich noch keine Ali Hazelwood-Expertin und habe noch wenig gelesen, aber ich bin mir natürlich bewusst, welcher Hype rund um ihre Bücher existiert. Angesichts von riesiger Auswahl ist es dann ...

Ich bin wahrlich noch keine Ali Hazelwood-Expertin und habe noch wenig gelesen, aber ich bin mir natürlich bewusst, welcher Hype rund um ihre Bücher existiert. Angesichts von riesiger Auswahl ist es dann immer gut, einen doppelten Grund zu haben, um endlich zuzugreifen. Und so ging es jetzt mit „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“, die es diesen Sommer nämlich mit einer Adaption als Film zu Prime Video schafft.

Schon bei meinen ersten Hazelwood-Büchern fand ich gut, dass sie einen so wissenschaftlichen Bezug haben. Es sind zwar vor allem die Naturwissenschaften, die nicht mein Steckenpferd sind, aber trotzdem findet man das im Romance-Genre wenig und so ist es einfach anders und neu. Ich habe dieses Werk als Hörbuch gehabt und wurde durch die Stimme von Viola Müller begleitet. Sie hat ja auch etwas sehr Zartes, woran ich mich immer wieder neu gewöhnen muss, gerade wenn die von ihr gesprochene Figur auch mehr Stärke ausstrahlen sollte. Aber das ist dann einfach Gewöhnungssache, denn irgendwann entscheiden vor allem die Taten, wie man eine Figur einschätzt und da hat OIive von Müller genug Raum erhalten.

Ich fand es hier super, dass der wissenschaftliche Kontext sich sehr vertraut anfühlte. Ich glaube, dass es allgemeingültig ist, dass die Krebsforschung als Grundlage sicherlich clever war. Es ist ein Thema, dem jeder mal begegnet und auch wenn die Autorin sehr viel eingebaut hat, was man nicht verstehen konnte, so war das Anliegen von Olive, warum sie zu Bauchspeicheldrüsenkrebs forscht, sehr emotional und hat man immer den Antrieb verstanden. Ich finde es bei diesem Themenbereich aber auch wichtig, dass sich Hazelwood nicht zurückhält, sondern dann muss es auch tatsächlich wie eine Fremdsprache rüberkommen und das ist gelungen. Für mich persönlich war es dann noch zusätzlich vertraut, weil es ums Promotionsstudium ging. Es ist weit von meinem eigenen Studiengang entfernt und trotzdem waren da viele Parallelen zu erkennen und ich habe mich doch echt in vielem wiederentdeckt und wenn es anders war, dann fühlt es sich dennoch sehr vertraut an. Ich habe mich also richtig dabei erwischt, Olive vor allem auf wissenschaftlicher Basis richtig anzufeuern.

Aber mehr als Wissenschaftssprech ist dieses Buch natürlich eine Liebesgeschichte. Hazelwood arbeitet ja gerne mit Age Gap und das haben wir auch hier, weil Olive und Adam nicht nur unterschiedlich alt, sondern auch beruflich an sehr verschiedenen Punkten sind. Wir haben also ein Missverhältnis und trotzdem war es durchgängig schön, dass es nicht durchkam. Auch wenn immer wieder beschrieben wurde, wie Adam mit anderen Studierenden umging, aber die beiden hatten immer etwas von Augenhöhe und Respekt, was auch durch die allererste Begegnung unterstrichen wurde. Ansonsten war aber die allererste Szene der Gegenwart schon echt eine Hausnummer. Ich war versucht, nochmal zurückzugehen, weil ich nicht glauben konnte, dass es so losgeht. Aber so hat man direkt ein Ausrufezeichen, was neugierig macht. Clever! Fake Dating ist als Trope auch immer beliebt und ich fand es auch gut, wie lange es Hazelwood durchgezogen hat, ohne dass etwas größeres passiert wäre. Ich find es immer schade, wenn Tropes nur für die Vermarktung genutzt werden, aber dann nur ganz kurz eine Rolle spielen. Hier haben wir wirklich ausgiebig diesen Trope ausgearbeitet. Es gab auch sehr lustige Szenen und bin schon gespannt, ob dieser Ton in der Adaption rüberkommt.

Ich hätte gerne manches Mal Adams Perspektive gehabt, um besser verstehen zu können, warum bei ihm der Unterschied, wie er mit anderen umgeht, so gravierend unterschiedlich ist. Generell hätte ich ihn gerne besser kennenlernt, aber da Hazelwood nur Olives Perspektive nutzt, ist es ihr zumindest gelungen, dass viel von seinem wahren Wesen rauskam, wie er mit Olive umgegangen ist. Man hat die unterschiedliche Erfahrung auch gemerkt, weil Olive öfters naiver und spontaner rüberkam, aber es passte immer ideal zusammen. Ich mochte auch, wie mit ihren Erfahrungen umgegangen wurde, das war respektvoll. Ich fand auch die Themenauswahl, warum es zwischen Olive und Adam nochmal schwierig wird, sehr gelungen, weil sie in das Wissenschaftsfeld in jedem Fall passt, gerade in den MINT-Fächern.

Fazit: „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ hat mir sehr gut gefallen, weil Fake Dating lange ausgespielt wird, weil trotz Altersunterschied immer Respekt zu vernehmen war, weil die wissenschaftliche Thematik konsequent durchgezogen wurde und weil auch Humor nicht zu kurz kam. Es war zwar keine restloses Ausrufezeichen, aber bei dem Buch freue ich mich echt schon auf die Adaption.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

One Pot - vielfältige Ideen

One Pot
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One Pot ist kein neues Konzept. Es gibt auch Foodketten, die sich darauf spezialisiert haben und trotzdem ist es ein Prinzip, der sich bei mir privat im Kochen nicht wirklich durchgesetzt hat, außer es ...

One Pot ist kein neues Konzept. Es gibt auch Foodketten, die sich darauf spezialisiert haben und trotzdem ist es ein Prinzip, der sich bei mir privat im Kochen nicht wirklich durchgesetzt hat, außer es sind einfache Pfannengerichte, weil dann auch alles früh zusammenkommt. Ansetzen setze ich aber eher auf viele Töpfe/Pfannen. Dementsprechend war ich bei dem Kochbuch, das sich komplett dem Thema widmet, durchaus neugierig. Schon der Blick ins Buch hat mir verraten, dass One Pot sehr breit gedacht wird und das hat mich erst recht gereizt.

Das Kochbuch ist thematisch klar gegliedert. Wir haben zunächst Basiswissen, wobei es auch um Tricks geht, um selbstständig aus Resten ein One Pot-Gericht kochen zu können. Da wird dann darauf hingewiesen, was man wie beachten muss, welches Gemüse länger braucht, wie es sich für Nudeln, Reis etc. unterscheidet. Ich koche selten ohne Rezept, weil ich das immer gerne im Rücken weiß, aber gerade für intuitive Köche wird da sicherlich einiges interessantes dabei gewesen sein. Danach sind die Rezepte dann in fünf Sektoren sortiert. Zunächst kommen die Rezepte, die Nudeln als Basis haben, dann folgen die mit Reis und Körner, dann wird nochmal zwischen Gemüse/Kartoffeln und Fleisch/Fisch unterschieden und auch die Süßmäuler (wie ich) kommen voll auf ihre Kosten. Stilistisch haben wir die typische Struktur für Dr. Oetker Bücher. Ein klares Rezeptdesign, was dann immer von einem Bild des Gerichts begleitet wird. Clean ist hier die Maßgabe und das ist mir genau recht.

Es gibt wirklich viel Rezepte zu entdecken und für mich persönlich wichtig, dass auch viele vegetarische Rezepte dabei sind. Manche Kochbücher sind da schon kleine Fallen, weil der Titel gar nicht sofort an Fleischrezepte denken lässt und dann hat man doch viel zu viel davon im Angebot. Das ist hier deutlich ausgewogener, auch jenseits von Gemüse und Fleisch/Fisch. In den Rezepten sind auch viele vegane Zutaten verwendet, was mir nicht wichtig ist, aber wenn man erfahren ist, kann man ja problemlos ersetzen, wie man es am liebsten hat. Ich war bei manchen Anleitungen etwas skeptisch, muss ich gestehen, weil mir die Art des Rezepts vertraut war, ich es aber noch nie als One Pot-Konzept umgesetzt habe. Bei manchen Sachen wird One Pot auch sehr frei gedacht, was okay ist, normaler Standard ist es deswegen dennoch nicht.

Ich habe einige Rezepte auch schon nachgekocht. Da wäre im Bereich Nudeln beispielsweise „Schinkennudeln mit Erbsen“. Ein gern gesehener Klassiker, aber wie gesagt bei mir eher separat hergestellt. Hier habe ich es aber im Topf alles auf einmal ausprobiert. Man muss schon beistehen, denn die zugegebene Flüssigkeit zieht aufgrund der ganzen Zutaten dann auch ein und dann muss man echt aufpassen, dass unten nichts anbrennt. Das sind dann so die Fallen, die One Pot bereit hält, aber da macht Übung den Meister. Letztlich hat das Rezept aber funktioniert und es ist auch sehr cremig gelungen. Auch die „Brokkoli-Pasta“ habe ich aus dem Bereich nachgeguckt. Hier muss man auch mit dem Anbrennen aufpassen und den Brokkoli wirklich klein schneiden, aber wieder ein schnelles Gericht, das auch mehr als nur Nudeln mit Tomatensauce beinhaltet. Ein kleines Highlight war dann für mich das Rezept „Ofen-Ravioli“. Auch hier wieder große Skepsis, weil die Ravioli aus dem Kühlregal einfach auf das Gemüse gelegt wird, ein bisschen stückige Tomaten und Béchamel-Sauce drum herum und sie sind tatsächlich wunderbar gar geworden. Mit den Zucchini unten drunter war das auch eine tolle Kombination. Das wird hier sicherlich öfters gekocht.

Im Bereich Gemüse habe ich „Gerösteter Blumenkohl mit Süßkartoffelstampf“ ausprobiert. Das war eine Kombination, die ich so noch nicht hatte, aber auch ein Rezept, dass ich intuitiv nie als One Pot interpretiert hätte, weil es zunächst dem Konzept Ofengemüse entspricht. Aber egal, die Kombination war wirklich lecker und auch die Erdnüsse als Topping eine feine Idee, die Raffinesse reinbringt. Ein weiterer Geheimtipp ist dann die „Quesadilla mit Baked Beans“. Ich habe da schon immer mal wieder Varianten gemacht, mal im Waffeleisen oder schnöde alles rein und dann ab in die Pfanne. Aber die Falttechnik war hier sehr clever und so entstehen auch mehr Platz, um es in der Pfanne parallel zu braten. Es ist auch ein extrem schneller Rezept und das ist ja oft auch ein wichtiges Argument. „Smashed Potatoes“ ist seit einigen Jahren ein Trendrezept und auch ich habe es schon in einigen Varianten ausprobiert. Hier bietet das Buch eine Alternative mit Ziegenkäse an und da bin ich doch immer dabei. Smashed Potatoes mit Schinkenwürfel ist Standard, aber der Ziegenkäse hat es toll aufgepeppt.

Aus dem Bereich Fleisch/Fisch will ich noch die „Kartoffel-Hack-Pizza“ aufgreifen. Hier müssen die Kartoffeln zwar kurz vorgekocht werden, aber danach kommt alles zusammen in den Ofen. Auch hier wieder ein super einfach nachzumachendes Rezept, das sicherlich auch für Kinder super ist und das auch nicht langweilig daherkommt. Im Bereich Süß habe ich noch einige Rezepte, die ich ausprobieren möchte, weil da echt viel ist, was ich so in der Richtung noch nie gegessen habe. Aber man soll ja nicht so viel süß essen, deswegen kann ich hier nur „Milchreisauflauf mit Früchten“ anbieten. Das habe ich für mich abgewandelt und es klassisch mit Kirschen gemacht. Im Rezept selbst stand getrocknetes Obst, wie Aprikosen oder Cranberrys. Das war auch eins dieser Rezepte, wo ich skeptisch war und hier auch erstmals zurecht. Der Milchreis wollte zwar gar werden, aber die angegebene Menge Flüssigkeit wollte nicht aufgesogen werden. So war es sehr flüssig und das konnte kaum der Sinn der Sache sein. Hier habe ich dann Mondamin eingebunden und es war schnell im Griff. Das war aber das einzige Rezept, was nicht ideal funktioniert hat.

Fazit: „One Pot“ von Dr. Oetker hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Konzept macht zwar manchmal skeptisch und man muss mehr beachten, gerade im Nudelbereich, aber es gab viele tolle Rezepte, eine breite Mischung und auch meistens mit absoluter Gelinggarantie. Da werden doch einige Rezepte in den gewöhnlichen Gebrauch wandern.

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