Gefühle im Scvhwimmsport
You Are My AnchorDer erste Ausflug an die Fairview University mit „Your are my Hurricane“ von Emily Aves hat mir gut gefallen, sodass ich jetzt froh war, „You Are my Anchor“ zu entdecken. Ich war doch etwas überrascht, ...
Der erste Ausflug an die Fairview University mit „Your are my Hurricane“ von Emily Aves hat mir gut gefallen, sodass ich jetzt froh war, „You Are my Anchor“ zu entdecken. Ich war doch etwas überrascht, wie unabhängig man Band 1 und Band 2 voneinander lesen kann, weil Hinweise auf Band 1 extrem marginal ausfallen, aber das hat letztlich nichts an der Qualität gefunden.
Aves hat sich für die Reihe verschiedene Sportarten überlegt und ich finde das cool, zumal sie sich mit dem Sport dann auch wirklich auseinandersetzt und ihn einbindet und nicht nur als Verkaufsargument für Sports Romance nutzt. Nach dem Klassiker Football geht es nun ans Schwimmen und das sieht man doch eher selten. Schwimmen ist auch ein Sport mit einer gewissen Faszination bei größeren Wettkämpfen, weswegen ich es als Hintergrund für die gemeinsame Geschichte von Isla und Cyrus gerne genommen haben. Ich finde zusammenfassend auch, dass Schwimmen mit vielen Aspekten sinnig eingebunden wurden. Sowohl die Ernährung war ein Thema, aber auch Trainingsmethoden, psychische Belastung, die Darstellung, wie man entfernt Richtung Olympia kommt, da steckte viel drin. Da ich jetzt im Schwimmen und den vielen Trainingsgruppen, die es in den USA gibt, nicht zuhause bin, hat mir der Umfang hier gut gefallen und ich war sehr zufrieden.
Weniger zufrieden war ich mit dem Einstieg ins Buch. Die ganze Sequenz im Club fand ich sehr befremdlich. Es hat mir erstmal viele Charaktere versaut und ich fand die Selbstverständlichkeit des Ganzen echt seltsam. Ich habe es aber durchgezogen, weil ich den Stil von Aves kannte und Hoffnung hatte, dass es wieder anders wird und das hat sich bewahrheitet. Aber der Einstieg war wirklich überhaupt nicht mein Fall und obwohl es für die gemeinsame Geschichte von Isla und Cyrus so wichtige Momente schon beschert hat, konnte ich da noch nicht groß etwas für die beiden als Paar fühlen. Das hat sich dann mit Cyrus‘ neuem Job erheblich geändert. Die gemeinsamen Szenen der beiden hatten immer eine Chemie und ich fand es reizvoll, wie das im Grunde auch erzeugt wurde, ohne dass es ständig intim werden musste. Die beiden haben sich wirklich an die Regeln gehalten, auch wenn mal schwach werden wollte, aber gerade weil sie so an den Grenzen gewandelt haben, kam eine Spannung rüber, die durchgängig toll erhalten wurde.
Ich fand auch die individuellen Reisen der beiden sehr ansprechend. Sie scheinen sich auf eine Art sehr ähnlich, aber es war gut zu ergründen, dass sie im Grunde doch sehr unterschiedlich sind und sich deswegen auch so viel mitgeben konnten. Sie haben sich durchs Schwimmen verstanden, aber alles andere kam über Ergänzungen. Wir haben auch ein Rätsel, das uns durchgehend begleitet. Ich habe mir die Auflösung irgendwann gedacht, aber es hat dennoch reingehauen, weil es eine emotionale Gewichtung hat, die nur funktioniert, weil es der Autorin bis dahin gelungen ist, gute Charakterstudien zu erzeugen, die über Isla und Cyrus hinausgehen. Ich muss zwar auch sagen, dass es manche Momente gab, in denen Isla mir sehr verändert erschien, vielleicht etwas zu selbstbewusst, aber das war dann der große Vergleich zum Anfang, dort passte noch nichts zusammen, hier tut es das und deswegen sind so kleine Dinge schnell zu verzeihen.
Auch wenn die Geschichte bewusst auch mit charakterlichen Stolperstellen gearbeitet hat, aber ich habe am Ende die ganze Gruppe echt ins Herz geschlossen. Mal wurde das Drama nicht über die Familien erzeugt, was funktioniert hat und stattdessen hatten wir die kleine Schwimmfamilie und die ist mir sehr wichtig geworden.
Fazit: Aves entführt uns mit „You Are My Anchor” in den Schwimmsport, was noch relativ selten ist und sie hat den freien Raum sehr gut besetzt. Auch wenn der Beginn nicht mein Fall war, aber die Geschichte hat von Kapitel zu Kapitel mehr Groove entwickelt und am Ende hätte ich noch ewig weiterlesen können. Weiter so!