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Veröffentlicht am 15.04.2026

Wenig Kyra Groh-Essenz

The Iced Caramel Coffee Agreement
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Kyra Groh halte ich wirklich schon lange die Treue. Deswegen war es schon etwas seltsam, dass sie inzwischen einer größeren Masse der Buchbubble ein Begriff ist, denn spätestens die Lower Whilby-Reihe ...

Kyra Groh halte ich wirklich schon lange die Treue. Deswegen war es schon etwas seltsam, dass sie inzwischen einer größeren Masse der Buchbubble ein Begriff ist, denn spätestens die Lower Whilby-Reihe hat sie echt durch die Decke schießen lassen und alle haben „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ in die Kamera gehalten. Mehr Leute bedeutet mehr Meinung und so habe ich doch auch einige entdeckt, die von Groh keine Fans sind. Geschenkt, dafür sind Geschmäcker da, aber oh Schreck, hat mich das vielleicht irgendwie beeinflusst?

Ich stelle die Frage so in den Raum, weil mich „The Iced Caramel Coffee Agreement“ leider nicht abholen konnte. Dabei war ich im Vorfeld eigentlich genau auf den Band gespannt. Wir haben Eleanore und Dex beide schon in Band 1 kennengelernt und dementsprechend fand ich die angedeuteten Gegensätze sehr vielversprechend. Ich bin wieder per Hörbuch eingestiegen. Sandra Voss und Jesse Grimm sprechen Eleanore und Dex und ich fand beide nicht passend. Voss klang für mich für Eleanore zu alt und Grimm klang für Dex nicht frech und draufgängerisch genug. Er hat eine schöne warme Stimme, aber für so einen halben Rockstar hätte es das etwas Kantigeres gerne sein können. Grundsätzlich finde ich beide Stimmen für sich gut und sie haben die Vorlage auch gut eingesprochen, aber weil die Geschichte mich schon nicht so wie gewünscht packen konnte, kamen dann die Stimmen noch oben drauf, weil sie eine weitere Barriere waren. Echt schade.

Warum habe ich aber inhaltlich nicht den Einstieg gefunden? Die leichteste Antwort dafür ist wohl vor allem, dass es einfach zu viel Geschichte gab. Aber da war nicht genug Handlung drin, die mich atemlos bei der Stange gehalten hat. Stattdessen fand ich viele der inneren Prozesse von beiden Figuren zu langatmig, dann waren einige Umstände in der Stadt einfach echt absurd und so stapelte sich eins aufs andere. Da ich im letzten Jahr immer mehr Hörbücher hatte, stellt es sich bei mir kaum noch ein, dass beim Hören meine Gedanken wegwandern, aber hier passierte es leider wieder und es hat mich geärgert, weil ich das bei der Geschichte nicht wollte. Was mich aber wohl am meisten enttäuscht hat, dass war auch, dass der Humor für mich nicht überspringen wollte. Groh ist für mich Humor, das ist ihre Stärke und ich war mir auch sicher, dass sich Eleanore bestens eignet, aber es wollte nicht zünden. Jetzt mag es auch daran liegen, dass Eleanore eine Figur ist, die mir echt sehr nah ist. Ich erkenne mich in vielem davon wieder und auch wenn ich manches selbst schon in den Griff bekommen habe, anderes nicht, so sind es natürlich trotzdem Themen, die auch wehtun können und dementsprechend waren manche von Eleanores Gedanken oder auch geäußerten Bemerkungen echt schmerzhaft, weil ich sie am liebsten dafür geschüttelt hätte.

Dem gegenüber wirkte Dex dann viel zu unbedarft. Auch wenn ich ebenfalls glaube, dass so eine Figur wie Eleanore jemanden braucht, der in gewissen Boxen nicht denkt, so ist für mich leider nicht wirklich ein Diskurs darüber entstanden, was Eleanore fühlt. Dex hat zwar nichts falsch gemacht, aber er wirkte dann in seinen Gefühlen zu schnell und zu perfekt. Und weil so die großen Themen, die ich erwartet hätte, nicht so viel Raum bekommen haben, frage ich mich nun natürlich: Worum ging es eigentlich? Und dann wäre wir wieder bei viel Handlung, ohne dass aber wirklich exakt so viel passiert wäre. Man sollte Bücher nicht aufblähen, nur weil immer dickere Bücher immer beliebter werden. Lieber bei der Basis bleiben und die Basis von Kyra Groh habe ich hier einfach viel zu wenig entdeckt.

Fazit: „The Iced Caramel Coffee Agreement“ ist für mich das bislang schwächste Buch von Kyra Groh. Ich habe den Kern ihrer Erzählstimme hier zu wenig entdeckt und ich fand vor allem, dass es zwar viele Seiten/Hörstunden gab, aber nicht ebenso viel Inhalt. Ich hatte mich im Vorfeld sehr auf die Liebesgeschichte gefreut, aber sie hat mich in diesem Korsett nicht kriegen können. So hoffe ich einfach, dass mich der Abschluss wieder versöhnen kann.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Zaubert stilistische Schwächen zunehmend weg

When Shadows Darken the Sun
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Für die letzte Vorschau von Lyx wurden gleich mehrere neue deutsche Autorinnen angekündigt und Nina Schiling mit ihrem The Day und Night Duet hat mich dort gleich am meisten angesprochen. Dann zu verfolgen, ...

Für die letzte Vorschau von Lyx wurden gleich mehrere neue deutsche Autorinnen angekündigt und Nina Schiling mit ihrem The Day und Night Duet hat mich dort gleich am meisten angesprochen. Dann zu verfolgen, wie viel am Marketing für das Buch gemacht wurde, hat mich noch neugieriger werden lassen und so habe ich in den Auftakt „When Shadows Darken the Sun“ nun doch sehr gespannt gelesen.

Mein Eindruck ist ein wenig zwiespältig, wobei es eindeutig Richtung positiv ausschlägt, aber es hat mich nicht so restlos mitgerissen, wie ich das gerne gehabt hätte. Gerade in so einer Fantasy-Welt ist es für mich schon sehr wichtig, dass ich gleich emotional oder auf andere Weise an die Handlung gebunden werde. Denn lange beschreibendes World Building zermürbt mich eher, ich brauche da eine gesunde Mischung. Schilling ist das nicht ideal gelungen. Ich würde zwar nicht behaupten, dass ihre beschreibenden Passagen sich nur auf das World Building beziehen, aber egal, ob es auch viel Innenleben einbezieht, aber es war einfach was zu viel. Da ich auch sehr begeisterte Stimmen vernommen habe, habe ich regelrecht damit gerechnet, schnell eingenommen zu werden, aber genau das blieb aus. Ich war fasziniert von der Idee, von den ganzen Kontrasten, aber es war noch kein Rhythmus, bei dem ich das Buch nur ungerne aus der Hand lege.

Zusätzlich ist mir dann auch aufgefallen, dass Schilling in ihrem sehr beschreibenden Stil oft Halbsätze anbietet. Das ist wahrlich nicht mehr ungewöhnlich in Büchern, aber es gibt für mich schon noch das Argument, dass es mal besser, mal schlechter passt. Wenn es so Wortspiele sind, wie beispielsweise bei dem Stil von Merit Niemeitz, dann passt das ideal, aber gerade in beschreibenden Passagen, die die Umgebung etc. betreffen, finde ich das dann etwas seltsam, weil es mich auch rausbringt, wenn inmitten von vollständigen Sätzen Halbsätze kommen. Das ist mir aber auch eher nur im ersten Viertel aufgefallen. Entweder ich habe mich irgendwann dran gewöhnt, oder es war später mehr dieses Emotionale, wo es wieder besser passt.

Nach dieser Kritik, die Stilistik betreffend, lobe ich dann aber ausdrücklich, denn ich mochte die Idee des ersten Bandes echt sehr und ich finde auch, dass man einen klaren Plan erkannt hat. Ich hoffe sehr, dass wir die Sonnenwelt in Band 2 noch kennenlernen werden, denn die Nachtwelt war echt faszinierend und es waren auch coole Ideen, wie sich dort ohne Sonne zu helfen versucht wurde. Auch wenn ich jetzt nicht behaupten würde, dass die Geschichte von krassen Wendungen lebt, aber ich mochte schon, wie Schilling gewisse Enthüllungen verteilt hat. Sie waren vor allem gut auf die emotionale Steigerung des Buchs abgestimmt, denn die gemeinsame Rettungsmission von Cass und Nox hat die Beziehung und die Chemie zwischen den beiden ausdrücklich gesteigert, sodass manche Wahrheiten danach noch viel mehr reingehauen habe. Ich tue mich immer schwerer damit, für Paare in Romantasy mitzufiebern, als wenn ich einen regulären Liebesroman lese, aber hier war ich von Cass und Nox doch sehr eingenommen. Zumal es nicht viel Schnickschnack brauchte. Da war direkt ein Funke, von beiden und es war vor allem eine Entwicklung auf Augenhöhe, was mich angetan hat.

Der letztliche Wettbewerb war in den Prüfungen sehr unterschiedlich gestaltet, sodass es von Geschwindigkeit, Psychologie, Dramatik und Kampf doch eine gute Mischung gab. Da konnte man wirklich nachvollziehen, dass unterschiedliche Fähigkeiten überprüft werden. Ich mochte auch die jeweiligen Figurenzusammenstellungen. Es gab zwar einige Ekel, die man lieber weit auf Abstand hat, aber gerade die jeweiligen Gruppen rund um Cass und Nox hatten echt was, weil sie auch zu den Charaktersierungen der beiden beigetragen haben. In sehr viel Leid, Druck etc. kam da echte Freundschaft und eine Wohlfühloase rüber. Das Ende kam sehr überraschend. Ich hatte mich natürlich gefragt, wie es wohl endet und wie dann der zweite Band aussieht, aber Schilling hat das alles sehr offen gestaltet bekommen, sodass ich selbst mit dem Cliffhanger jetzt keinesfalls den zweiten Band vorzeichnen könnte. Das macht es umso spannender.

Fazit: Nina Schilling hat mich zunehmend mit „When Shadows Darken the Sun“ begeistern können. Meine Kritik liegt vor allem in der Stilistik, weil es zu Beginn zu beschreibend und dadurch zäh war und weil Halbsätze irritierend. Aber auf der inhaltlichen Ebene und bei den Charakteren war all das, was ich gerne habe, sodass ich beim zweiten Band auf jeden Fall dabei sein werde.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Fantasiereiches Spiel mit der griechischen Mythologie

Villains Are Made (1). Der Fluch der Medusa
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Nachdem Julia Holz, die man bei Social Media als julezreads kennt, ihre erste Buchreihe bei arena angekündigt hat, musste ich doch sehr an einige Jahre davor denken, als Anabelle Stehl offiziell zur Autorin ...

Nachdem Julia Holz, die man bei Social Media als julezreads kennt, ihre erste Buchreihe bei arena angekündigt hat, musste ich doch sehr an einige Jahre davor denken, als Anabelle Stehl offiziell zur Autorin wurde. Da war es auch schon echt cool, dass eine Bloggerin, die ich länger verfolgt habe, ihren Traum erfüllen konnte und das ist jetzt hier schon wieder der Fall.

Was zusätzlich wunderbar gepasst hat, „Villains Are Made“ und generell die gesamte Reihe beschäftigt sich mit der griechischen Mythologie. Für die habe ich schon mehr als die Hälfte meines Lebens einen besonderen Platz in meinem Herzen, weil ich zunächst ganz alte Bücher meines Vaters über die griechen Sagen gelesen habe und dann immer mehr Filme/Bücher dazu konsumiert habe. Besonders natürlich auch die „Göttlich“-Reihe von Josephine Angelini, die wohl hier auch eine Rolle für Julia gespielt hat. Dementsprechend war für mich schnell klar, dass ich die Reihe ausprobieren möchte. Ich habe mir das Hörbuch genommen, das von Martha Kindermann eingesprochen wurde. Ich war über die Laufzeit doch erst etwas erstaunt, weil ich es normalerweise am liebsten zwischen zehn bis zwölf Stunden habe. Die gewählte Stimme für Isla war auf jeden Fall wunderbar, zumal ich den Eindruck hatte, dass sie auch sehr variabel mit ihrer Stimme war, um anderen Figuren etwas Einzigartiges mitzugeben. Das Highlight war natürlich Silas, ganz klar, aber auch so hat sie es geschafft, die doch umfangreiche Handlung zu rahmen.

Meine Sorge bezüglich der Laufzeit hat sich in Teilen bewahrheitet. Ich würde schon sagen, dass Julia sich etwas zu sehr ausgetobt hat. Es geht auch gar nicht um viel, weil sie keinesfalls repetitiv erzählt hat, aber wenn ich mir vor Augen führe, was letztlich an aktiver Handlung passiert ist, dann hätte man es durchaus etwas knapper halten können. Manche Medusa-Einblicke hätte man vielleicht kürzen können und auch in der Gegenwart gab es verzichtbare Szenen, aber zum Glück war es in der Gesamtsumme nichts, was mich in die Gefahr gebracht hätte, das Buch abbrechen zu wollen (was ich nie tue, aber schon drüber nachzudenken ist kein gutes Zeichen).

Abgesehen davon habe ich eigentlich von der angekündigten Handlung genau das bekommen, was ich wollte. Ich mochte das Retelling der griechischen Mythologie wirklich sehr. Medusa in der Vergangenheit und Isla in der Gegenwart haben mich als zwei Personen mit einer Geschichte doch sehr berührt. Medusa war zwar für mich nie eine der faszinierenderen Persönlichkeiten, aber sie wird gerne gewählt, um andere Sichtweisen auf ihre Geschichte zu ermöglichen. Das habe ich bislang aber nicht verfolgt, sodass Julias Perspektive darauf sich für mich sehr neu anfühlte und es war interessant, richtig tief in die alten Sagen-Fakten einzutauchen, mehr zu erfahren und dann eben das gesponnen zu bekommen, was ganz alleine Julias Fantasie ist. Medusas Geschichte kann da nur tragisch sein und es tat mir in der Gegenwart weh, so eine eingeschüchterte und belastete junge Frau kennenzulernen, die die Welt für sich noch einmal ganz neu erkunden muss.

Genauso spannend war es aber auch, die ganzen Figuren um sie herum kennenzulernen. Thea und Silas als enge Gefährten, die werden in ihrer Identität nicht verschleiert und es war schön, die Beziehungen zu ergründen. Wendungsreicher waren da dann andere Charaktere wie Grace, Quinn und natürlich Adrian und wen sie wohl darstellen. Es war schon völlig klar, dass Adrian kein menschlicher Love Interest war, aber die Spekulationen hätten echt überall hinführen können, zumal ich auch eher immer bei den oberflächlicheren Basics zur griechischen Mythologie geblieben bin, sodass Julia mich hier gut hätte austricksen können. Die Wendungen und die Enthüllungen der Identitäten haben für mich sehr gut gepasst und es waren echte Richtungswechsel, sodass sich die Handlung dadurch immer mehr von einer vermeintlichen typischen College-Geschichte zu einer Fantasy-Geschichte entwickelt. Natürlich haben auch schon Medusas Kapitel eine andere Tonart, aber Islas Geschichte ist länger eher harmlos, bis dann eben auch dort das Tempo angezogen wird.

Da sich Julia ab da auch alle Freiheiten der Welt erlauben konnte, war für mich die Handlung in keiner Weise vorhersehbar. Ich war schon sehr gespannt, wie Isla ihren Fluch in den Griff bekommen kann, wie sie dann einen richtig sozialen Kreis aufbaut und wie der Plan der Gruppe umgesetzt wird, sich endlich vom Schicksal zu befreien. Ich finde vor allem auch, dass die Autorin schon einen guten Umriss gibt, wie die ganze Reihe funktionieren wird. Die Ankündigungen zu Pandora und Cassandra klingen da echt vielversprechend, zumal es ebenfalls nicht die allerbekanntesten Figuren der griechischen Mythologie sind. Da wird Julia ihre Ideen dann weiter sprudeln lassen können.

Fazit: Ich mochte „Villains Are Made” echt gerne und das Wichtigste ist: Es war gut, dass Julia Holz ihren Traum verfolgt hat, denn sie kann definitiv schreiben und überzeugt gleich mit einer komplexen Geschichte, die viele Facetten hat. Ja, es gab Längen, in der Kürze liegt manchmal die Würze und ich habe den Band auch lieber für seine Vielfalt anstatt für die Liebesgeschichte gelesen, aber das passt für so ein Erstlingswerk, denn es gab so viel zu entdecken und dabei auch noch so viel Gutes. Weiter so!

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Zusammengebogenes Ende

Kiss of the Broken – Seine Liebe ist ihre Verdammnis
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Mit „Kiss of the Broken“ endet schon wieder die Romantasy-Reihe von Julia Pauss, die ich im vergangenen Herbst entdeckt habe. Da ich die männliche Hörbuchstimme für Ren nicht so passend fand, habe ich ...

Mit „Kiss of the Broken“ endet schon wieder die Romantasy-Reihe von Julia Pauss, die ich im vergangenen Herbst entdeckt habe. Da ich die männliche Hörbuchstimme für Ren nicht so passend fand, habe ich diesmal zur Buchausgabe gegriffen. Es war ungewöhnlich, ein paar der Namen ausgeschrieben zu sehen, dafür hatte ich aber noch viel vom Inhalt präsent, sodass ich schnell in einen Lesefluss gekommen bin. Wie war der Abschluss?

Abgesehen von der Hörbuchstimme war für mich die größte Kritik an Band 1 das World Building, das ich als sehr knapp empfunden habe, weil wir uns nur in Lethia befinden und weil klar ist, dass darüber hinaus noch viel in der Fantasywelt los sein muss. Das wird hier natürlich etwas aufgefangen, weil wir mit den Enthüllungen rund um Scar/Ophelia in eine andere Welt eintauchen: Tenebria. Es ist dann eher die Fantasy-typische Welt, weil es nicht die Menschenwelt ist, sondern die der Dämonen. Es war hier auch doppelt clever, dass ich zum Buch gegriffen habe, denn es gibt ein Glossar und so konnte ich die verschiedenen Wesen besser sortieren. Gleichzeitig muss man aber auch wieder sagen, dass wir nicht übertrieben intensiv in diese Welt eintauchen. Diesmal haben wir das Geschehen zweigeteilt, weil Ren und Scar lange getrennt voneinander sind. Während wir bei ihm also auf altbekannte Figuren vertrauen können, gäbe es bei Scar wesentlich mehr zu entdecken, aber es war doch eher wenig. Neben Aurelian, der in Band 1 schon seinen Auftritt hatte und nun natürlich mehr beleuchtet werden kann, haben wir dann Evadne und Nymara, die für mich rausgestochen haben, aber das ist für eine neue Welt doch eigentlich wenig.

Ich habe auch unweigerlich gemerkt, dass ich mich mit Lethia mehr identifiziert habe, obwohl es dort ebenso Vorurteile wie auf der anderen Seite gibt. Aber wir haben eben einen vollen ersten Band in Lethia und da ist was entstanden, was Tenebria hier nicht auffangen kann, aber ich hatte auch nicht den Eindruck, dass Pauss das überhaupt wollte. Ein großer Teil des Geschehens spielt dann auch in der Schattenwelt und ich muss gestehen, dass ich hier nicht immer inhaltlich folgen konnte, was wie möglich ist. Weiterhin ist mir immer mehr aufgefallen, dass die Autorin es sich einfach macht. Immer mehr Sachen gingen zu einfach. Zwar wurde Leerlauf so vermieden, aber gleichzeitig fühlte es sich auch immer mehr zurechtgebogen an. Vor allem weil irgendwann klar war, wie Pauss die Dilogie beenden will. Bei verfeindeten Reichen ist das immer schwierig, denn wir müssen nur in unsere aktuelle Welt blicken, da ist auch keine Diplomatie zu entdecken. Also klar, es war eine Aufgabe, aber herschenken muss man es deswegen noch lange nicht.

Bleiben wir aber zuvor noch bei einem positiven Aspekt. Die gemeinsame Chemie zwischen Scar und Ren hat in Band 1 so gut funktioniert, also war ich gespannt, wie es mit der Enthüllung zwischen ihnen steht. Es gibt natürlich viel verbrannte Erde, aber man hat dennoch gemerkt, wie viel sich zwischen ihnen entwickelt hat, sodass Missverständnisse gut ausgeräumt werden konnte. Und wenn sie beieinander waren, da war da viel Innigkeit, auch Necken war drin, aber es fühlte sich ehrlich tief an, ohne aber den Inhalt des Buchs zu bestimmen. Doch ich muss auch sagen, dass Scar mich im letzten Viertel doch sehr verloren hat. Ich verstehe, dass sie wegen ihrer Geschichte nur wenig Verantwortung empfinden wollte, aber dadurch wirkte sie umgekehrt so egoistisch. Dass ihr das nicht mehr zum Verhängnis geworden ist, lag dann nur an dem einfach gestrickten Ende, denn für sie ging alles gut aus, obwohl sie das Schicksal eigentlich gar nicht wollte.

Fazit: Julia Pauss hat mit „Kiss of the Broken” für mich klar nachgelassen. Obwohl wir eine zweite Welt hätten kennenlernen können, kam da wenig. Auch wenn die Chemie des zentralen Paares stimmt, aber irgendwann war sehr offensichtlich, dass es sich die Autorin zu einfach gemacht hat, um einen Abschluss zu finden. Es über die Ziellinie zu schaffen, ist die allergrößte und schwierigste Aufgabe und die hätte ich mir hier größer erhofft und gewünscht.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Qualitative Zweiteilung

The Night We Met
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Nachdem zuletzt vor allem Neuauflagen von Abby Jimenez den Buchmarkt überschwemmt haben, gibt es mit „The Night We Met“ tatsächlich aktuellen Nachschub und ich fand es im Nachwort dann sehr interessant, ...

Nachdem zuletzt vor allem Neuauflagen von Abby Jimenez den Buchmarkt überschwemmt haben, gibt es mit „The Night We Met“ tatsächlich aktuellen Nachschub und ich fand es im Nachwort dann sehr interessant, dass das Buch ursprünglich vor „Say You’ll Remember Me“ erscheinen sollte. Ja, das sind so die kleinen, ehrlichen Infos, die eine Autorin dann auch sehr nahbar machen, denn nicht jedes Buch geht so leicht von der Hand, wie man es sich wünschen würde. Aber auch Bücher, an denen man lange sitzt, können echte Herzensprojekte werden, wie ist es bei „The Night We Met“?

Ich muss sagen, dass „The Night We Met” für mich sehr komplex und schwierig gestartet ist, um dann gerade im letzten Viertel aber einen absoluten Sog zu entfalten. Das hat mich schon länger darüber nachdenken lassen, wo es vielleicht für Jimenez gehakt hat und ob ich vielleicht genau die Stellen dann so holprig fand. Wissen werde ich es nicht. Das Erste, was mich aber sehr gestört hat, das ist eigentlich der Titel gepaart mit dem Inhalt. Es ist schon klar, worauf der Titel anspielt, aber im Grunde wird diese Nacht nie wirklich erzählt. Stattdessen bekommen wir nur von beiden Hauptfiguren, Chris und Larissa, erzählt, was da war und wie es gelaufen ist, aber es wird uns nicht als die bedeutungsvolle Nacht inszeniert, wie es der Titel hätte vermuten lassen. Die Nacht war bedeutungsvoll, denn ja, sie hat die Geschichte völlig verändert und für beide genannte Figuren etwas entstehen lassen, was sie sich in der folgenden Zeit gerne anders gewünscht hätten, aber genau deswegen wäre ich in dieser Nacht gerne intensiv dabei gewesen.

Das Zweite, was mich doch arg genervt hat, das ist definitiv der Hund. Es passiert extrem selten, dass ich in Literatur dargestellte Tiere nicht leiden kann, aber hier war es soweit. Ich fand diesen Hund viel zu extrem, ich fand die beschriebenen Szenen zu ihm und seiner Art oft regelrecht ekelhaft und wie die Figuren dann auch noch entspannt und mit Lachen darauf reagiert haben, nein, das fand ich nicht schön. Ja, es ist alles Natur, aber im domestizierten Bereich kann es doch anders laufen. Und ich muss einfach sagen, dass solche Szenen für mich nicht in ein solches Buch passen. Anderes Genre und ich hätte es wohl anders aufgenommen. Dann ist für die Contra-Seite noch zu nennen, dass es einige sehr seltsame Figuren in diesem Buch gibt und es sind wieder mal zwei Mutterrollen. Also man kann echt zur Annahme kommen, dass Jimenez ein Mutterkomplex hat, weil bei ihr viele Mütter sehr extrem und seltsam sind. Hier waren es dann vor allem Larissas Mutter und die von Mike. Letztere hatte eine doch sehr kleine Rolle, aber ich habe mir sie weit weg gewünscht. Larissas Mutter wiederum war für mich irgendwo zwischen Wärme und Wahnsinn. Sie ist sehr wichtig für Larissa und wie sie Beziehungen für sich definiert, aber die Frau war manchmal so furchtbar ichbezogen, nur um dann doch wieder sinnvolle Einschätzungen abzugeben. Aber das waren alles zusammengenommen Faktoren, die mich doch lange nicht so richtig haben einsteigen lassen, vor allem auf der emotionalen Ebene nicht.

Mit der Liebesgeschichte sind wir im Freundeskreis von Xavier und Chris, Mike und Jesse sowie Becca haben wir natürlich schon kennengelernt. Da es in „Say You’ll Remember Me“ aber viel in Kalifornien spielte, war es jetzt cool, diese Freundesgruppe besser kennenzulernen. Mike ist da sicherlich der, der die komplexeste Charakterentwicklung bekommt. Ich fand das stark, weil er beispielsweise im Gegensatz zu Larissas Mutter mehr Profil hatte. Ich habe ihn oft weggewünscht und verurteilt, aber er war so dominant in der Handlung, dass ich sehr viel zu ihm gelernt habe. Zudem ist er existentiell wichtig dafür, wie sich die Liebesgeschichte von Larissa und Chris entwickelt. Wäre er nur eine von beiden Seiten gewesen, dann hätte ich das Buch an die Wand gepfeffert, aber so war er sehr entscheidend, dass ich am Ende Frieden gefunden habe. Denn Bro Code, Girl Code, das ist ein Thema, was man doch eher selten liest, weil man sich daran echt die Finger verbrennen kann. Ich bin auch ein sehr loyaler Mensch, aber ich bin auch oft bei dem Motto dabei „was das Herz will, das will es“. Die Balance dazwischen wurde hier anschaulich erzählt und zum Glück war die Chemie von Larissa und Chris auch so stark, denn ich wollte den Erhalt der Freundesgruppe genauso wie das Happyend für die beiden. Dementsprechend war irgendwann der Sog da, denn ich musste unbedingt wissen, wie Jimenez das löst und sie hat es gut gelöst.

Fazit: „The Night We Met“ hat für mich zwei Gesichter. Gerade am Anfang habe ich an ungewöhnlichen Stellen eingehakt. Einiges war falsch gewichtet, ein Tier hat mich in den Wahnsinn getrieben und auch sonst gab es zu viele unsympathische Zeitgenossen. Aber letztlich waren es die Thematik, die sensible Art von Jimenez und die Chemie zwischen Chris und Larissa, die mich doch mitgerissen haben.

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