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Veröffentlicht am 30.04.2026

Sog durch erzählerische Mischung

Masked by Nightfall
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Ich habe von Kim Nina Ocker die „One of Six“-Reihe gelesen und auch in Romance hatte ich von ihr mal reingelesen. Meine Wahrnehmung war da immer sehr ambivalent und angesichts des Angebots des Markts gehen ...

Ich habe von Kim Nina Ocker die „One of Six“-Reihe gelesen und auch in Romance hatte ich von ihr mal reingelesen. Meine Wahrnehmung war da immer sehr ambivalent und angesichts des Angebots des Markts gehen manche dann auch einfach verloren. Als ich dann aber über die Reveal Week von Lyx die Ankündigung von Ocker für ihre erste Fantasy-Reihe mitbekommen habe, da hat sie mich so angesteckt, gerade weil die erste Vision so schnell geschrieben war von „Maskes by Nightfall“, da hat mich der Auftakt einfach nicht mehr losgelassen und jetzt konnte ich endlich reinlesen.

Da bald der zweite Teil von „Silver Elite“ nach Dani Francis erscheint, worauf ich auch schon sehr hinfiebere, muss ich schon sagen, dass sich gewisse Parallelen ergeben haben, wobei man auch ohnehin betonen muss, wie hart es ist, ein Genre neu zu erfinden. Aber so Themen wie harte Ausbildung, entweder der Ausbilder oder ein Mitstreiter als Love Interest, das gibt es schon öfters zu lesen und trotzdem muss ich sagen, dass Ocker mich wahnsinnig schnell am Haken hatte. Denn auch wenn sich vieles vertraut anfühlte, so gab es immer Aspekte, die wieder neu waren und vor allem die mich unbedingt weiterlesen lassen wollte. Die Seitenzahl ist echt nicht gering und trotzdem bin ich hindurchgerast, weil ich immer nur wieder wissen wollte, was jetzt als Nächstes passiert. Was ich aber gleich als Kritikpunkt erwähnen möchte. Ocker erzählt den ersten Band extrem eng. Das ist mir im Fantasy-Bereich zuletzt öfters aufgefallen, birgt aber das Risiko, dass die weiteren Bände sich ganz anders lesen lassen, weil die Welt auf einmal geöffnet wird.

Hier wissen wir wirklich extrem wenig. Es gibt einen Bruch, für dort wird ausgebildet. Dazu wissen wir, dass es Erben gibt, die magische Fähigkeiten gibt, ob nun Elementarmagie, aber auch andere Aspekte sind möglich. Es ist aber kein Muss für die Ausbildung. Wie so meistens gibt es verschiedene Schichten in der Gesellschaft, aber das war es dann auch schon wieder. Jetzt haben wir nur die Perspektive von Protagonistin Elodie, das heißt, wir sind auf jeden Fall auf eine Art beschränkt und erkunden mit ihr live vieles. Trotzdem war auch ersichtlich, dass Elodie vieles auch als absurd abgetan und nicht näher hinterfragt hat. Die Welt der „Last Shadows“-Reihe ist nämlich voll von Mythen und Sagen, aber Elodie gibt sich mit einem ganz kleinen Rahmen zufrieden, dementsprechend ist sie nicht die neugierige Figur, die man gerne schon mal hat, um mit ihr alles entdecken zu können. So stellen sich für mich nach dem Auftakt extrem viele Fragen. Ich will Ocker nicht unterstellen, die nicht noch in den Folgebänden (offenbar sind gleich vier geplant) zu beantworten, aber ein bisschen mehr Antworten wären nicht schlecht gewesen. Das war dann nämlich so meine Reise mit dem ersten Band. Erst war ich richtig drin und ich wollte immer mehr und gerade im letzten Drittel schaltete sich mehr die Logik ein und die Erkenntnis, dass ich aber wahrlich nicht alles bekommen habe, woran ich zwischendurch gedacht habe.

Abseits des großen Kontextes muss ich aber echt sagen, dass der erzählerische Sog extrem stark von der Autorin war. Anfangs hat die Mysteriösität gezogen, weil wir so wenig wussten. Wer sind die ganzen Gestalten in der Auslese. Wer sind die Guten, wer die Schlechten? Zudem gab es extrem viele extrem brutale Szenen. Ich mochte das überraschend gerne, weil es den Eindruck erweckte, dass ständig alles passieren kann und dass der Preis für alles sehr hoch ist. In diese brutale Welt passte dann auch, dass Elodie genau recht zwischen erfahren, mutig und hingebungsvoll schwankte. Ihr hat vieles gefehlt, um sie sofort als geeignet für eine Schattensoldatin zu empfinden, aber sie hat Verstand. Sie hat nicht immer die richtigen Schlüsse gezogen, aber sie war keinesfalls kopflos und deswegen mochte ich sie alles in allem gerne. Gerade wenn man wirklich jede einzelne Szene mit einer Figur verbringt, kann es doch schnell passieren, dass es irgendwann zu viel ist, aber es hielt sich bei Elodie echt zurück.

Mir hat auch sehr gefallen, dass die Liebesgeschichte zwar ein präsenter Teil war, aber keinen abrupten Aufbau hatte. Stattdessen war das Hin und Her anfangs frei von intimeren Gedanken. Es hat sich so immer mehr aufbauen können und das hat der Chemie gut getan. Jax gibt auch ein ähnlich ambivalentes Bild wie Elodie ab. Einerseits ist er manchmal einfach süß und unterstützend, dann wiederum spielt er regelrecht mit seiner Macht, weil er jeden Moment alles sein kann. Weil wir ihm nicht in den Kopf gucken können, bleibt er ein ungeschriebeneres Blatt, aber das macht ganz klar neugierig. Auch die zwischengeschalteten Lyrik-Passagen, Handbücher-Auszüge oder Schriftwechsel geben uns einen Blick in die Zukunft. Hier schafft es Ocker als auch, über den Cliffhanger hinaus Neugier zu erzeugen. Generell ist der Handlungsaufbau vorbildlich. Ja, es hätte hinten noch mehr World Building geben dürfen, aber ansonsten ist die Mischung aus ruhigen und aufregenden Szenen genau richtig.

Fazit: „Masked by Nightfall“ ist eine neue Möglichkeit, mich der Autorin Kim Nina Ocker zu nähern und ich finde, dass ihr dieser Fantasy-Ausflug gut steht. Wobei Fantasy schränken wir etwas ein, weil viel World Building war noch nicht drin, aber die Mischung aus Spannung, Action und Ruhigem, die saß ideal. Interessante Figuren und einige Hoffnungen für die Fortsetzungen runden das deutlich positiv überwiegende Bild ab.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Überraschend viel Tiefgang hinten raus

The Unhoneymooners – Sie können sich nicht ausstehen und fliegen gemeinsam in die Flitterwochen
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Christina Lauren ist eine der Autorinnen (korrekt: Autorenduo natürlich), von der ich immer mal wieder was gelesen habe, richtig treu bin ich aber nicht gewesen. Inzwischen ist Christina Lauren aber einem ...

Christina Lauren ist eine der Autorinnen (korrekt: Autorenduo natürlich), von der ich immer mal wieder was gelesen habe, richtig treu bin ich aber nicht gewesen. Inzwischen ist Christina Lauren aber einem Hype unterlegen, da kommt man nicht dran vorbei und so werden einige Bücher wieder neu aufgelegt oder endlich übersetzt. Also Christina Lauren weit und breit und ich werde immer treuer. Deswegen habe ich jetzt auch endlich „The Unhoneymooners“ aufgeholt.

Ich habe mich in der Hauptsache von Sandra Voss als Stimme von Olive durch die Geschichte gleiten lassen, da Jesse Grimm als Ethan nur den Epilog hat. Ich hatte dir Stimme gerade bei einem Hörbuch von Kyra Groh und hatte dort bemängelt, dass mir die Stimme etwas zu ‚reif‘ klang. Ohne jetzt zu wissen, wie alt jeweils die beiden Protagonistinnen aus den Büchern sind, kann ich aber sagen, dass die Stimme hier viel mehr passte. Christina Lauren setzen zwar auch auf Humor und trotzdem ist der Stil anders und da war Voss als Hörbuchsprecherin die viel bessere Wahl. Zumal die Hörbuchschauspielerin mit „The Unhoneymooners“ auch echt viel hat, um sich da auszuleben, weil wir Olive als vermeintlichen Unglücksraben vorgestellt bekommen, sodass es einige Fettnäpfchensituationen gibt, in denen die Erzählweise extrem wichtig ist, um das für uns alle aus so absurd-komisch rüberzubringen.

Insgesamt ist der Stil von Christina Lauren sehr gut zu erkennen. Das Autorinnenduo erzeugt gerne erzwungen-absurde Situation, hier haben wir eben Flitterwochen, bei denen mit Olive und Ethan zwei Figuren zusammenkommen, die sich vermeintlich nicht ausstehen können. Dementsprechend gab es auf Hawaii doch einige Szenen, die sehr typisch sind, die mich aber dennoch in den Bann des Paares gezogen haben. Mir hat in dem Kontext auch sehr gefallen, dass das Thema Glück/Pech so offensiv angegangen wurde und mir hat die Familienkonstellation rund um Olive sehr gefallen. Auch wenn die beiden alleine auf Hawaii sind, aber die engen Latinx-Strukturen in Olives Familie wurde durchgängig rübergebracht, sodass viele davon gefühlt mit auf der Reise waren. Anderes vor Ort mit Chef und Ex kam aus dem Nichts, hat aber für sehr amüsante Situationen gesorgt.

Für mich sehr überraschend war auf jeden Fall der Konflikt, der sich letztlich immer deutlicher aufgebaut hat, nachdem Olive und Ethan ihren Groove gefunden hatten. Angesichts des Beginns der Buchs habe ich das nicht erwartet, vielleicht habe ich auch einfach Red Flags übersehen. Bei Hörbüchern muss ich immer erst reinkommen, sodass mir dort vielleicht also was entgangen ist, aber vielleicht haben Christina Lauren es auch einfach geschafft, dass es aus dem Nichts kommt. Lob dafür. Ich fand es sogar durch Olives Perspektive belastend nach und nach einiges über eine Nebenfigur herauszufinden, weil es so viele verletzte Gefühle bedeuten. Drama in RomComs gehört zwar dazu, aber es ist oft einfach etwas, was erfüllt werden muss, aber nichts, was mich tief berührt. Da war der Konflikt zwischen Olive und ihrem Zwilling Amy sowie Ethan echt herzzerbrechend. Lange trainierte Beziehungen haben einfach das Potenzial und ich hätte gerne weggeschaut, konnte aber nicht.

Fazit: „The Unhoneymooners“ hat die typischen Christina Lauren-Zutaten. Für mich war das Buch durchgängig unterhaltsam, aber es war doch deutlich zu merken, dass es immer besser wurde. Erst gab es nu viel Humor, aber irgendwann wurde es richtig intensiv und tiefgründig. Da konnte ich keine Pause mehr einlegen.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Ein weiterer wilder Ritt

Royal Fake
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Da Lena Kiefer die Queen of Cliffhanger ist, ist es gut, dass ihre Bücher doch immer relativ schnell hintereinander erscheinen. Nach „Royal Heist“ geht es jetzt also mit „Royal Fake“ weiter und wir tauchen ...

Da Lena Kiefer die Queen of Cliffhanger ist, ist es gut, dass ihre Bücher doch immer relativ schnell hintereinander erscheinen. Nach „Royal Heist“ geht es jetzt also mit „Royal Fake“ weiter und wir tauchen wieder in die fiktive britische Monarchie und die Diebesgang Robbin Hood ein.

Ich war ein riesiger Fan vom ersten Band, was natürlich bedeuten kann, dass in Band 2 die Fallhöhe eintreten könnte. Ich muss aber sagen, dass Kiefer für mich wieder einen wilden Gefühlsmix angeboten hat. Das hat mir schon im ersten Band so sehr gefallen, sodass ich froh bin, dass wir dieselbe Erfolgsmischung wieder haben. Gleichzeitig kann man die Bände aber dennoch nicht miteinander vergleichen, weil sie völlig unterschiedliche Strukturen haben. Das liegt schon daran, wie die einzelnen Figuren fühlen, es liegt daran, wann Linus und die anderen eingebunden werden, es ist auch der Settingwechsel und dass wir so viele neue Charaktere kennenlernen. Dementsprechend bleibt zwar die Erfolgsformel gleich, aber alles andere war ein neuer Ausflug, mit neuen Überraschungen und Wendungen.

Ich hatte in Band 1 als kleinen Kritikpunkt angebracht, dass ich gerne mehr von der Dynamik von Robbin Hood mitbekommen würde, um vor allem neben Linus und Darcy auch die anderen besser kennenzulernen. Da hat mir „Royal Fake“ lange keinen Gefallen getan und da habe ich schon zwischendurch vermehrt kritische Gedanken gehabt. Es ist vor allem eine Liebesgeschichte, das ist mir klar, aber ich gehöre einfach zu dem Teil der Leserschaft, der gerne ein pralles Gerüst drum herum hat. Indem sich Darcy zunächst von allem fernhält und indem Tristan auch eine Mitarbeit ablehnt, ist die Crew mir zu lange außen vorgewesen. Nur gut, dass Kiefer sie als Ass jederzeit aus dem Ärmel ziehen kann. Am Ende war es da genau die richtige Mischung. Zwar geht immer noch mehr, aber ich habe viel Neues kennengelernt und gerade die gemeinsame Planung war voll von coolen Szenen. Gleichzeitig muss ich auch den Hut vor der Autorin ziehen, denn das letzte Fünftel war ein echter Actionfilm. Wenn man schon ein paar Heist-Serien oder -Filme gesehen hat, dann weiß man, das ist das Herzstück und Kiefer hat es wie ein Drehbuch angeboten. Vielleicht war es mir ein Ticken zu lang, weil ich gerne mal durchgeatmet hätte, aber mein Respekt ist echt riesig.

Nachdem ich jetzt schon so viel über das Ende angedeutet habe, kehren wir aber mal wieder zu davor zurück. Ich fand den Handlungsaufbau eigentlich fast noch besser als im ersten Band. Ich hatte mir im Auftakt einiges etwas anders vorgestellt, hier habe ich schon gar keine Vorstellungen mehr entwickelt und war deswegen durchgängig überzeugt. Am besten hat mir natürlich die Zusammenarbeit zwischen Darcy und Tristan gefallen, weil es auf Augenhöhe war und nur noch wenig Geheimnisse gab. Das hat alles zwischen ihnen auch echter erscheinen lassen. Aber auch die Idee, warum Tristan Darcy um Hilfe bittet, hat sich für mich sehr organisch angefühlt und hat viele Figuren ideal eingebunden. Aber auch der Handlungsortwechsel nach Mallorca passte für mich echt ideal und ich fand die Geschehnisse vor Ort romantisch und spannend gleichermaßen. So haben wir zwar einige Charaktere zurückgelassen, die dann im finalen Teil noch einmal wichtiger werden müssen, aber es ist schon richtig, denn bei den ganzen Figuren, die sich Kiefer da gestaltet hat, die kann man nicht alle gleichzeitig bedienen.

Am Ende haben wir wieder einen bodenlosen Cliffhanger, aber das war zu erwarten. Ich finde, dass er sehr an die „Westwell“-Reihe erinnert, aber ich kann auch verstehen, dass so ein Ende eine große Signalwirkung hat. In den dritten Band gehe ich auf jeden Fall auch wieder mit der Einstellung, dass ich wenig erwarten werden. Wenn das so aufgeht, wie hier in Band 2, dann ist meine Taktik ideal.

Fazit: „Royal Fake“ hat definitiv die Erfolgszutaten vom ersten Band im Gepäck und ist trotzdem eine ganz eigene Geschichte. Lena Kiefer spricht im Dank selbst davon, dass sie Mittelbände meist am liebsten schreibt. Mittelbände sind aber oft eher verschrien, aber das kann man hier keineswegs behaupten. Die Handlung hat sich unerwartet entwickelt, die Gefühle waren wieder intensiv und gerade das Ende war filmreif. Ab in die letzte Wartephase!

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Lahmer Ausflug nach Quincy

Garnet Flats | Die Edens 3 |
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Im deutschen Sprachraum ist mit „Garnet Flats“ nun der dritte Band rund um die Eden-Familie erschienen und bei drei Büchern vertieft sich das Fazit, dass der Suspense-Anteil aus dem Auftakt wohl nur eine ...

Im deutschen Sprachraum ist mit „Garnet Flats“ nun der dritte Band rund um die Eden-Familie erschienen und bei drei Büchern vertieft sich das Fazit, dass der Suspense-Anteil aus dem Auftakt wohl nur eine Ausnahme war. Da Band 2 mich dennoch überzeugen konnte, war mir der gravierende Unterschied auch egal. Doch hier in „Garnet Flats“ habe ich mir dann doch manches Mal erhofft, dass wir doch wieder zurückkehren könnten, um die Geschichte mehr anreichern zu können.

Mich hat an diesem dritten Band wohl am meisten gestört, was für eine relativ absurde Geschichte sich ausgedacht wurde, um die zweite Chance für Talia und Foster erzählen zu können. Es gibt sicherlich einiges auf der Welt, was man nicht genauer durchdenken möchte, aber hier kam es für mich einfach zu dicke zusammen, vor allem vor dem Hintergrund, dass gleich mehrere Figuren sich so zum Spielball haben machen lassen, ohne aktiv mal einen Weg heraus zu suchen. Second Chance ist in der Buchbubble auch ein Trope, der nicht unbedingt zu den beliebtesten gehört. Für mich ist das eigentlich nicht so, aber das Buch hat mich sehr zweigeteilt darüber denken lassen. Anfänglich fand ich Foster echt abstoßend. Er hat keine Grenzen respektiert, er war sehr aufdringlich und stellenweise fühlte es sich an, als wolle er runterspielen, was Talia erlebt hat und dadurch fühlt. Auch wenn es natürlich Szenen geben musste, in denen die nach wie vor vorhandene Anziehung präsent wurde, aber da hätte ich mir dann Talia aktiver gewünscht, gerade wegen der Vorgeschichte.

Auch wenn ich als Leserin irgendwann genau wusste, was passiert ist, aber ich konnte auch in der Nachschau Fosters Verhalten nicht rechtfertigen. Er hätte definitiv mehr Geduld und Verständnis haben können. Gleichzeitig wird die gemeinsame Liebesgeschichte irgendwann natürlicher und gerade durch die Ergänzung um Cadence hat Foster noch andere Seiten bekommen, die ihn immer sympathischer gemacht haben. Auch sein Respekt vor der Eden-Familie hat mich berührt. Erst später kamen dann wieder Momente, wo ein Tritt nicht schlecht gewesen wäre, weil Foster echt stur und dabei auch schon mal ungerecht ist. Aber ich habe mich definitiv mehr für ihn erwärmen können, als ich das zwischendurch erwartet hätte.

Talia mochte ich eigentlich echt sehr. Ich fand ihr Gefühlsleben sehr nachvollziehbar. Ich fand ihre Präsenz in der verrückten Familie sehr ausgleichend und ich habe ihr einfach durchgängig das Beste gewünscht. Da wir schon vorher wussten, dass Talia Ärztin ist, hatte ich mir schon ausgemalt, wie man das sinnvoll einbinden kann und muss da echt sagen, dass Perry da einiges hat liegen lassen. Während Fosters Beruf sehr präsent war, haben wir bei Talia einen größeren Szenenverlauf, aber auch nicht richtig aktiv. Hätte man Talia zur Hausärztin gemacht, dann hätte man es wieder anders gestalten können, aber wir haben sie an der vordersten Front im Krankenhaus und da hätte ich mir einfach mehr Spannung gewünscht. Gerade weil bei Talia ein großes Thema ist, dass sie sich wegen den Einflusses ihrer Familie nicht richtig ernst genommen fühlt, hätte ich gerne mitverfolgt, wie sie sich richtig beweist. Und man hätte ja doch etwas verweben können, um Talia an die Grenzen zu treiben. So war das einfach echt verschenkt.

Zumal Band 3 für mich nach hinten raus auch kein Ausrufezeichen mehr hat. Band 1 war am Ende ein einziges wildes Spektakel und auch Band 2 hat es geschafft, einen klaren inhaltlichen Höhepunkt aufzubauen. Das war hier aber nicht. Es hätte noch spannend werden können, aber es gab nur einen kleinen Puff. Man merkt also deutlich, dass Perry sich bei dieser Reihe viele Freiheiten nimmt und das kann dann einfach nach hinten losgehen. Die gemeinsame Geschichte von Talia und Foster wird mir jedenfalls nicht bedeutend lange in Erinnerung bleiben.

Fazit: „Garnet Flats“ erführt uns bereits zum dritten Mal nach Quincy, doch diesmal war der Ausflug nicht so schön oder spannend wie zuvor. Der Aufbau der Second Chance-Romance war doch arg übertrieben und hat der Figurenzeichnung nicht gut getan. Es geht zwar danach aufwärts, aber am Ende wird es kaum spannend. Also ein durchschnittlicher Eden-Ausflug.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Erfolgsformeln kopiert

Summer Heat
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Willkommen zu „Summer Heat“ von Solveig-Marie Kastner. Es ist das Debüt der deutschen Autorin, das als geeignet für White Lotus-Fans beworben wurde. Ich habe die preisgekrönte HBO-Serie noch nie gesehen, ...

Willkommen zu „Summer Heat“ von Solveig-Marie Kastner. Es ist das Debüt der deutschen Autorin, das als geeignet für White Lotus-Fans beworben wurde. Ich habe die preisgekrönte HBO-Serie noch nie gesehen, aber ich habe natürlich schon viel über sie mitbekommen. Aber das war für mich ohnehin nicht das Verkaufsargument, es war eher das Cover, das wirklich gut zum Titel passt. Auch wenn der Sommer noch nicht unmittelbar vor der Tür steht, aber die einzelnen schon schönen Tagen haben definitiv Lust darauf gemacht, sodass ich gerne mal reingelesen habe.

Nachdem ich „Summer Heat“ nun beendet habe, bin ich etwas konsterniert. Obwohl ich doch einige Kritikpunkte habe, muss ich dem Buch doch zugute halten, dass ich es fix gelesen habe. Das hätte auch sehr zäh werden können, war es aber nicht. Das mag aber auch daran liegen, dass sich Kastner sehr viel woanders abgeguckt hat, sodass sie viele gut funktionierende Stile zwar parat hat, die aber nicht richtig zueinander passten, sodass eine löchrige Handlung zusammengekommen ist. Für mich sind am meisten Anleihen an Freida McFadden zu erkennen. Da geht es vor allem um die Entscheidung, zunächst nur eine Perspektive anzubieten, um es dann später auszuweiten. Und natürlich würde ich generell die Motivation von Protagonistin Mia sowie die Darstellung der Geschlechter noch nennen, die starke Parallelen evozieren. Das Setting wiederum passt dann eher zu anderen Thrillerautoren, da würde ich vor allem an Lucy Clarke denken. Man sieht also, hier sind einige gute Erfolgsformeln im Blick, aber durch verschiedene Aspekte hat sich die Geschichte von Kastner so nicht nach einer eigenen Erzählstimme angehört.

Ihre eigene Stimme hätte die Autorin vor allem in der Gestaltung der Figuren finden können. Aber es ist schon etwas stressig mit Mia in die Handlung zu starten. Ich fand sie zwar nicht unsympathisch, zumal wir mit ihr in einem Boot sitzen und so das Mobbing und andere Rückschläge mitbekommen, was Empathie erzeugt, aber sie war auch auf eine Art sehr anstrengend. Gleichzeitig hat sich Kastner natürlich bemüht, nicht alles über Mia zu teilen. So gab es erstmal nur Andeutungen, die auch tatsächlich gewisse falsche Annahmen bei mir ausgelöst haben (das war gut!). Aber es war kein Bild, was in der Darstellung von Mia geholfen hätte. Irgendwann ließ dann auch die Empathie nach, denn das was Mia widerfahren hat, so ging sie selbst durch die Welt. Sie war an vielen Stellen sehr voreingenommen und so wurde eine sehr toxische Atmosphäre erzeugt. Das kann sogar genau Kastners Absicht gewesen sein, aber ich brauche gerade für das Nachhallen und Mitfiebern etwas Emotionales, Familiäres und da gab es hier nichts von.

Nachdem sich die Geschichte mit den Perspektiven geweitet hat, wurde es aber auch nicht reicher, denn Yanis ist als Figur schwer zu ertragen. An der Stelle hat dann sehr geholfen, dass die Autorin zunehmend auf kurze Kapitel setzt. Damit war der Schrecken zu ihm dann wenigstens auch schnell vorbei. Zudem setzen aber hier dann für mich auch gewisse logische Lücken ein. Gerade bei vielen Nebenfiguren war überhaupt nicht ersichtlich, warum sie was tun, warum sie was fühlen. Zumal auch keine Person richtig aktiv ist, die man hinter alles vermutet. Manches wirkt einfach nur zufällig, aber da bin ich mir nicht sicher, ob es überhaupt so beabsichtigt war. Irgendwann offenbart sich dann endlich das Hauptanliegen der Geschichte, aber da hat mich die Handlung dann leider endgültig verloren. Denn warum Mia sich in solche Gefahr begeben hat, warum sie generell manche Sichtweisen hatte und warum so ein Himmelfahrtskommando uns logisch erscheinen sollte, alles unklar. Dass quasi am Ende noch alles ‚gut‘ ausgeht, das wirkt dann unrealistisch.

Fazit: Ich hatte wirklich Lust auf „Summer Heat“ und ich gebe neuen Autoren, gerade aus Deutschland, gerne eine Chance. Aber hier hat sich das nicht gelohnt. Es war ein wilder Mischmasch gut funktionierender Stile, aber die passten nicht ideal zusammen und Solveig-Marie Kastner hat es in meinen Augen verpasst, ihre eigene Stimme zu finden. Mir ist bewusst, dass der Buchmarkt oft nach Trends abläuft und man nur so Verträge bekommt, aber auch einem Trend kann man seinen eigenen Stempel aufdrücken.

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