Ältere Devney Perry-Werke nicht zu empfehlen
Coach - Gegen alle RegelnDevney Perry gehört auch zu den Autoren, die wahrlich nicht mit dem Erstlingswerk den internationalen Durchbruch hatte. Das bedeutet nach ihrer Liebesromanreihe und ihrer Fantasy, dass sie noch einiges ...
Devney Perry gehört auch zu den Autoren, die wahrlich nicht mit dem Erstlingswerk den internationalen Durchbruch hatte. Das bedeutet nach ihrer Liebesromanreihe und ihrer Fantasy, dass sie noch einiges Älteres im Köcher hat, das nun auf den deutschen Buchmarkt gebracht werden kann. Dazu gehört auch die Treasure State Wildcats-Reihe, die jetzt mit „Coach“ gestartet ist.
Ich habe „Coach“ als Hörbuch konsumiert und war da nicht ideal zufrieden. Pia Rhona-Saxe habe ich schon echt öfters als Stimme gehabt und mal passt sie für mich besser, mal schlechter. Hier war es nun so, dass ich die Stimme von Frederic Böhle das erste Mal gehört habe und ich fand den Unterschied einfach zu gravierend. Bei Böhle habe ich mir eine deutlich ältere Person im Kopf gehabt, bei Rhona-Saxe eine deutlich jüngere, dabei ist es keine Age Gap-Geschichte. Das hat mich beim Hören schon sehr gestört, weil ich dachte, ich höre zwei Liebesgeschichten in einem. Ich halte hier aber eher zu Rhona-Saxe, aber im Grunde ist mein Kritikpunkt, dass die beiden Stimmen nicht zueinander passten.
Zeitlich gesehen ist es so, dass „Coach“ vor „Garnet Flats“ erschienen ist und so könnte man meinen, dass Perry ein wenig bei sich selbst abgekupfert hat, denn ich hatte schon das Gefühl, dass die beiden Bücher einiges miteinander gleich haben. Single Dad, komplizierte Vergangenheit mit der Mutter des Kindes, viele verletzte Gefühle und eine erhoffte zweite Chance. „Coach“ ist nur in einer Sports Romance gebettet, während „Garnet Flats“ das Kleinstadtgefühl hervorhebt. Natürlich waren es keine völligen Kopien, aber die hohe Vergleichbarkeit hat für mich auch deutlich gemacht, dass Perry sich als Autorin verbessert hat. Sie hat auch heute noch Bücher, in denen mir nicht alles immer gleich gut gefällt, aber sie hat sich insofern entwickelt, dass mir ihre Geschichte inzwischen emotional etwas geben. „Coach“ hat mir nämlich nichts gegeben, ich fand es einfach nur langweilig. Und das lag sicherlich nur bedingt an den miteinander kombinierten Hörbuchstimmen.
Ich finde auch den Klappentext nicht clever, weil er gewisse Dinge andeutet, die für mich mit der Handlung dann wenig bis gar nichts zu tun hatte. Zudem fand ich Ford relativ trottelig. Als Single Dad hat er gut funktioniert, weil er da auch gegenüber seine Ex leichtes Spiel hat, aber als Partner für Millie passte das nicht. Sie wiederum mochte ich eigentlich und ich fand auch ihren Weg, sich langsam da an der Uni zu etablieren, auch bei den Männern, beeindruckend. Aber kaum ging es um Ford war sie mir dann zu kindisch und hormongesteuert. Also habe ich mich über beide mehr geärgert als mitgefiebert. Ich habe auch Tiefgang vermisst, weil alles etwas vor sich hinplätscherte. Als Hindernisse fielen offenbar nur Ex-Partner ein, aber die Figuren hatten nicht wirklich etwas, was sie entscheidend geprägt hat.
Fazit: Ich werde wohl eher nicht mehr die Übersetzungen von alten Devney Perry-Büchern verfolgen. „Coach“ war nämlich Welten von ihrer heutigen Arbeit weg. Auf allen Ebenen belanglos und gerade als Hörbuch leider nicht zu empfehlen, weil die gewählten Sprecher für mich nicht zusammenpassten.