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Veröffentlicht am 05.09.2023

Genau meine Welt

Infinity Falling - Mess Me Up
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Von Sarah Sprinz hat mir die letzte Reihe an der Danbridge Academy nicht so ideal wie die Reihe davor gefallen, weil ich schnell den Eindruck gewonnen hatte, dass die Autorin einen Stil für ihre Figuren ...

Von Sarah Sprinz hat mir die letzte Reihe an der Danbridge Academy nicht so ideal wie die Reihe davor gefallen, weil ich schnell den Eindruck gewonnen hatte, dass die Autorin einen Stil für ihre Figuren hat, der einfach erwachsener ist und damit zu Jugendlichen nicht optimal gepasst hat. Die neue Reihe nun handelt von jungen Erwachsenen, also genau perfekt für den Stil und spielt in der Film- und Serienwelt, wo neben den Büchern mein zweites Zuhause ist. Die Voraussetzungen waren also ideal, dass die neue Reihe wieder genau den Sprinz-Charme für mich entwickelt.

Die geschaffene Welt war wirklich großartig. Man hat gemerkt, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat. Da ich beruflich genauer weiß, wie es so bei Produktionen und damit verbundenen Promoauftritten läuft, kann ich wirklich nur festhalten, dass ich alles zwischen den Seiten wiedergefunden habe. Ich finde es auch genau richtig, dass Sprinz eben keine rosarote Welt dazu erschafft, sondern tatsächlich lieber die reale Version, die die Schattenseiten dieses öffentlichen Lebens sehr gut abbildet. Mir haben wirklich viele Details gefallen, wie die Darstellung, warum manche gecastet werden, die Dreharbeiten selbst, das Intimitätscoaching am Set und auch die Veranstaltungen drum herum. Ich fand nichts überzeichnet, somit hat die Autorin angemessen mit der Dramatik gearbeitet, so dass ich eine sehr natürliche Erzählung bekommen habe, bei der ich jetzt schon gespannt bin, wie sie mit den weiteren zwei Bänden fortgesetzt wird.

Nächster Bonus: die ganzen Verbindungen zur „What If“-Reihe. Mit der fing alles an und mit der hat mich die Autorin eingefangen, weswegen es überhaupt nicht wundert, dass mein Herz aufgegangen ist, die lieben Figuren wiederzusehen. Und tatsächlich habe ich auch erst mit diesem Buch begriffen, dass der Cole aus dem angekündigten dritten Band der ist, den ich bereits kenne. Was für eine Idee! Vor allem finde ich diese Verbindungen so passend, weil es eben in der Film- und Serienwelt immer mehr verschachtelte Welten gibt, sogenannte Spin-Offs und die Autorin überträgt das perfekt, indem sie die Welten zweier Reihen von sich miteinander verbindet, aber ohne dass es erzwungen wirkt. Sehr gut!

Kommen wir wieder zurück zum eigentlichen Buch und da muss es jetzt natürlich noch um die Figuren gehen. Ich fand beide wirklich gut gemacht, denn man konnte mit ihnen von Anfang an mitfühlen, denn durch die wechselnden Perspektiven ist man stets in ihrem Innenleben dabei und kann alles nachvollziehen. Die thematischen Inhalte sind natürlich schwer, weswegen es wichtig war, dass die beiden Manager sowie dann eben die Nebenfiguren wie Hope und Scott als Ausgleich da waren, um immer wieder Gemütlichkeit und eine gewisse Zufriedenheit zu erzeugen. Aber Aven und Hayes haben sich natürlich auch gegenseitig viel gegeben, weswegen die Chemie der beiden das A und O war. Grundsätzlich konnte ich mich mehr mit Aven identifizieren, denn ich verstehe den Reiz dieser Welt, kann aber auch gleichzeitig nachvollziehen, dass er privat zu viele Opfer verlangt, weil man sich gefühlt auch nicht mehr selbst gehört. Man hat es deutlich gemerkt, indem sie am Set völlig in ihrem Talent aufgegangen ist, aber dann abseits davon größere Probleme hatte und vor allem nachts von Dämonen heimgesucht wurde. Die Geschichte von Hayes wiederum hat mich mehr mitgenommen, auch wenn mir die entsprechenden Gedanken selbst fremd sind. Zunächst aber Kompliment, das Thema Essstörung mit einem Mann zu behandeln. Sowieso ist generell das Thema erstmal schon ein Risiko, aber die Wahl des Geschlechts ist der Bonus. Ich fand auch die innere Gefühlslage sehr intensiv dargestellt und es hat mich wirklich erschüttert, zumal es eben so konsequent durchgezogen wurde, dass es nicht wie ein Nebenthema wirkte. Richtig stolz hat mich aber gemacht, dass die Autorin keine Wunderheilung dargestellt hat, dass also Hayes mit seinem Problem auch am Ende noch da steht und dass Aven als Gegenstück wirklich gut in vielen Situationen reagiert hat und ihm auch an seinem Tiefpunkt stets mit Liebe begegnet ist. Diese ganze Entwicklung hat mich wirklich tief beeindruckt.

Zum Abschluss habe ich noch einen Punkt, der mir weniger gut gefallen hat, aber zum Glück auch nur wenig Raum eingenommen hat. Die Rückblicke waren in einer merkwürdig unpersönlichen Stilistik geschrieben und haben emotional bei mir für eine Barriere gesorgt. Das fand ich etwas schade, denn im Grunde waren diese Szenen der Anfang von Aven und Hayes und da hätte bei mir mehr ankommen müssen. Nicht optimal waren letztlich auch die vermittelten Hinweise auf den Inhalt des Films. Ich kann mir zwar ungefähr vorstellen, in welche Richtung es geht, aber auch hier wären ein paar Details mehr nicht schlecht gewesen.

Fazit: „Infinity Falling“ ist der Auftakt einer Reihe, der schon jetzt richtig Lust auf mehr macht. Die Stärken von Sarah Sprinz kommen hier wieder optimal zur Geltung, denn sie kann sich bestens in andere Welten einfinden und ausgiebige Recherchen zu einem Thema authentisch fiktional rüberbringen. Setting und Figuren haben mich gleichermaßen mitgenommen und hier will ich unbedingt mehr von lesen.

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Veröffentlicht am 29.08.2023

Ungewöhnlicher Handlungsverlauf

A Whisper Around Your Name
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„A Whisper Around Your Name“ von Emma Scott ist bereits sieben Jahre alt und wurde nun im Rahmen der Dreamcatcher-Dilogie in Deutschland veröffentlicht. Ich habe inzwischen wirklich schon viele, viele ...

„A Whisper Around Your Name“ von Emma Scott ist bereits sieben Jahre alt und wurde nun im Rahmen der Dreamcatcher-Dilogie in Deutschland veröffentlicht. Ich habe inzwischen wirklich schon viele, viele Bücher von ihr gelesen und wattebäuschige Liebesgeschichten waren noch nie ihr Fall. Dennoch würde ich diesem Buch eine spezielle Note einräumen, denn die Handlung ist auf jeden Fall höchst ungewöhnlich.

Ich hadere öfters schon mal mit den Triggerwarnungen, da sie in der Masse manchmal übertrieben sind. In diesem Buch finde ich die Warnung aber sehr wichtig, denn es ist wirklich ein düsteres und melancholisches Werk. Es war schwer, unbeschwerte Momente des Glücks zu fühlen, denn Jo und Evan haben wirklich traurige Schicksale. Zunächst geht der Roman für New Adult recht typisch los. Jo ist neu in der Stadt und lernt Evan kennen, der als der Freak der Stadt gilt. Es erfolgt ein langsames Annähern, das von allen in der Kleinstadt kritisch beäugt wird. Dennoch ist es kein süßes Annähern, denn man merkt deutlich, dass die beiden Figuren schon genug erlebt haben. Jo hat eine recht harte Attitüde, obwohl man ihr die ganze Zeit anmerkt, dass sie das Herz auf dem richtigen Fleck hat. Dennoch lässt sie an der neuen Schule nicht alles mit sich machen. Sie sucht aus sich heraus Kontakte, sie konfrontiert die Lehrer und mit ihrer Sexualität geht sie sehr offen und selbstbewusst um. Bei ihr hat man wirklich schnell gemerkt, dass das Leben sie geschliffen hat und sie eine gewisse Nachlässigkeit in Bezug auf die Gesellschaft entwickelt hat. Evan ist immer eine gewisse Sanftheit anzumerken, besonders eben seinem jüngsten Adoptivbruder gegenüber und dann Jo. Es ist schön für die beiden, dass sie etwas Besonderes füreinander sind, weil man schnell merkt, dass sie sich gegenseitig heilen können.

Halten wir fest: Bislang ein recht typischer Beginn mit potentiell interessanten Figuren. Dann erfolgt aber ein Bruch nach dem ersten Teil, der diesem Buch eine überraschende Wendung beschert. Zeitsprünge nach einer längeren Trennung sind zwar nicht ungewöhnlich für das Genre, aber die ganzen Inhalte, die deswegen folgten, damit habe ich nicht mal ansatzweise gerechnet und mir fällt es auch jetzt noch schwer, dies richtig einzuordnen. Die größte Herausforderung ist sicherlich für mich die Entwicklung von Evan. Er war wie gesagt immer schon eine sanfte Seele und bei ihm wurde eben angedeutet, dass er übersinnliche Fähigkeiten hat. Das will ich erstmal nicht kritisieren, weil ich es auch nicht für unmöglich halte. Dennoch ist sowas natürlich ein Wagnis und ich hatte den Eindruck, das mit zunehmendem Fortgang der Handlung es Evan mysteriöser und unnahbarer werden ließ. Wäre ich an Jos Stelle gewesen, ich hätte seine ganze Art irgendwann suspekt gefunden. Ich fand, dass Evans Persönlichkeit nicht mehr richtig ausgearbeitet wurde, stattdessen hat er nur noch nach den Bruchstücken seiner Bilder im Kopf gehandelt und das wirkte zunehmend so, als wäre er von einer anderen Macht übernommen worden. Ich habe wirklich kein Gefühl mehr für ihn bekommen, was wenig überraschend dann auch der Liebesgeschichte geschadet hat.

Natürlich finde ich es schön, dass mit einer solchen Geschichte bedingungsloses Vertrauen, innige Liebe und Schicksal miteinander verwoben werden, aber dann muss ich das auch wirklich fühlen können. Jo hat mit Evan die schönste Zeit ihres Lebens gehabt und es ist durchaus verständlich, dass er für etwas steht, wo sie alle Hoffnungen drin setzen kann. Dennoch gab es einige Stellen, wo selbst sie eine gewisse Skepsis hatte, die ich ihr nicht verdenken konnte, denn Evan wirkte wie aus einem anderen Universum. Zum Rest der Handlung fällt es mir nun schwer, meine Gedanken dazu richtig auszuschreiben, denn es wäre wohl ein großer Spoiler. Andeuten kann ich aber, dass ich in New Adult so eine Geschichte noch nie gelesen habe. Das ist erstmal mutig, ja, aber ich habe für mich auch schnell feststellen können, dass es bitte kein Trend werden soll. Es hatte sicherlich etwas, aber nichts, was mich emotional vollkommen abholen konnte.

Fazit: „A Whisper Around Your Name“ ist von Emma Scott schon vor einigen Jahren geschrieben worden. Da sie ohnehin immer recht eigenwillige Wege geht, passt eine solche Geschichte wohl ganz gut zu ihr, aber ich habe mich mit dem Handlungsverlauf sowie Evan als Figur doch schwerer getan, weswegen ich dieses Buch nicht als Highlight bezeichnen kann.

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Veröffentlicht am 25.08.2023

Große Gefühle in Paris

Heartstopper Volume 3 (deutsche Hardcover-Ausgabe)
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Nachdem ich durch die süße Serie „Heartstopper“ auf Netflix auf Alice Oseman aufmerksam geworden bin, habe ich von ihr bislang nahezu alles gelesen. Nur die Graphic Novels wollte ich nicht schon vorablesen, ...

Nachdem ich durch die süße Serie „Heartstopper“ auf Netflix auf Alice Oseman aufmerksam geworden bin, habe ich von ihr bislang nahezu alles gelesen. Nur die Graphic Novels wollte ich nicht schon vorablesen, da mir die Serie so gut gefallen hat, dass ich mich mehr überraschen lassen wollte. Nun ist Staffel 2 angelaufen, weswegen ich die Volume 3 jetzt gelesen habe.

Während mir bei Volume 1 aufgefallen war, dass Charlie und Nick sehr präsent sind und andere Figuren gar nicht so viel Raum wie in der Serie haben, hat es mir gut gefallen, dass sich Volume 3 mehr aufgeteilt anfühlt. Es ist immer noch in der Hauptsache die Liebesgeschichte von Charlie und Nick, aber immer wieder angereichert durch andere Ereignisse, die ihnen auch selbst eine Erkenntnis verschaffen. Die beiden Jungs sind aber auch wirklich süß und immer wieder muss ich feststellen, wie echt ihre Geschichte wirkt und dass sie so auch bei mir nur durch Bilder unterstützt ankommt. Durch die Serie war ich ja auch schon vorgewarnt, aber ich finde es wirklich toll, dass Oseman so viel Tiefe einbringt und sich auch an komplexere Themen, angelehnt an mentale Gesundheit, heranwagt. Schließlich hat die Serie die Herzen der Fans durch das Süße und Unbeholfene erobert. Dementsprechend war es ein Risiko, besonders Charlie näher zu begutachten und somit auch Triggerwarnungen zu benötigen. Diese sind aber auch in der Stilistik der Graphic Novel sehr gut rübergekommen, wobei mir speziell auch die Recherchen zu den einzelnen Themen, die stichpunktartig zumindest zu lesen sind, gefallen haben. Im Grunde also triggern und anschließendes Helfen in einem. Das ist eine gute Sache, weil sich die Thematik besonders an Jugendliche richtet, die einen sensiblen Umgang hierzu brauchen.

Ich habe die Volume 3 aber auch so gerne gelesen, weil sie der Serie wirklich sehr ähnlich ist. Genau deswegen ist mir aber auch wieder aufgefallen, dass die Serie zuerst schauen eine clevere Wahl ist, weil ich so bei der Graphic Novel noch mehr entdecken und mich konzentrierter fokussieren kann, weil ich nicht übertrieben verführt werde, schnell schnell weiter zu lesen. Denn die einzelnen Seiten sind wirklich von so vielen Details gespickt, dass man sich die Graphic Novel wirklich gut mehrfach durchlesen kann, weil man immer etwas Neues entdecken wird. Speziell hat mir natürlich der Anteil mit Paris gefallen, weil ich selbst schon öfters vor Ort war, auch im schulischen Umfeld, und so vieles wiedererkennen konnte. Aber auch so haben Schulausflüge immer eine besondere Stimmung, und das ist atmosphärisch gut aufgefangen worden. Aber auch beim Rest habe ich viel wiedererkennen können. Kleinere Unterschiede gab es natürlich, aber da konnte ich rückblickend auch verstehen, warum die Serie einen anderen Weg eingeschlagen hat. Das Positive ist auf jeden Fall, dass Abweichungen in Graphic Novel und Serie dennoch für beide Seiten Sinn ergeben.

Alles in allem zeigt sich mir wieder, dass Oseman eine Autorin ist, die inhaltlich viel anzubieten hat. Sie hat mit ihren Graphic Novels etwas geschaffen, das die Menschen berührt und mit der Serienadaption fängt man einfach noch mehr Menschen ein. Dadurch dass sich jetzt auch Volume drei weiter für die Nebenfiguren öffnet, können auch immer mehr ihre eigene Geschichte entdecken. Auch wenn mir manches mal ein wenig die Vorstellungskraft fehlt, lösen diese Geschichten ein Bild und Schrift festgehalten etwas in mir aus.

Fazit: Volume 3 von "Heartstopper" zeigt eine Weiterentwicklung an, weil sich Oseman auch anderen Figuren vermehrt widmet, so dass die präsentierten Geschichten immer vielfältiger werden. Serienfans werden vieles wiedererkennen, aber sie bekommen auch viele nette Gimmicks hinten drauf, was es zu einem besonderen Leseerlebnis macht.

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Veröffentlicht am 25.08.2023

Chinesische Tee-Magie

A Magic Steeped in Poison – Was uns verwundbar macht
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Als „A Magic Steeped in Poison“ angekündigt worden ist, ist mir das Cover vielfältig online begegnet. Ich fand es auch sofort reizvoll, dass ersichtlich war, dass es um die chinesische Kultur gehen würde. ...

Als „A Magic Steeped in Poison“ angekündigt worden ist, ist mir das Cover vielfältig online begegnet. Ich fand es auch sofort reizvoll, dass ersichtlich war, dass es um die chinesische Kultur gehen würde. Ich liebe es nämlich sehr, andere Kulturen über spannende Romane kennenzulernen. Vielleicht habe ich unbewusst mit dem Lesen gewartet, weil eine Dilogie angekündigt wurde. Band Zwei ist nun erschienen, so dass ich die beiden relativ zeitnah hintereinander weg lesen kann. Aber wie hat mir der Auftakt gefallen?

Zunächst einmal finde ich die gesamte Idee der Tee-Magier sehr spannend. Tee kann man bekanntlich viel aus England und eben aus China, so dass die Verbindung wirklich sehr gut passt. Ich musste auch daran denken, dass sich Schulmedizin und andere Bereiche, die eher über die Heilkräfte der Natur kommen, sich oft so unwiderruflich gegenüberstehen. Ich glaube selbst, dass sich diese gegenüberliegenden Seiten nicht ausschließen müssen und dass es oft auch auf einen selbst ankommt, ob man für Heilung bereit ist und daran glaubt. Natürlich sind hier die Heilkräfte der Natur durch Fantasy noch einmal betont, aber ich fand es dennoch nicht unrealistisch, sondern eher als sanfte Übertreibung, die tief in der chinesischen Kultur verwurzelt ist. Zwar hätte ich mir auf jeden Fall gewünscht, dass die einzelnen Fähigkeiten der Magier und ihre Möglichkeiten etwas systematischer vorgestellt worden wären, aber ich fand die einzelnen Ideen, wie man mit verschiedenen Pflanzen verschiedene Tees mit verschiedenen Wirkungen erzeugen kann und wie der Magier dadurch sinnbildlich eine Beziehung zu seinem Patienten eingeht. Die einzelnen Bilder dazu fand ich sehr aussagekräftig und ich habe dazu auch nirgendwo schon was ähnliches gelesen. Da es bekanntlich noch einen zweiten Band gibt, bin ich sehr gespannt, was wir von dieser Welt noch lernen können, denn sie hat wirklich großes Potenzial.

Positiv war sicherlich auch der schnelle Einstieg, denn ehe wir uns versehen, stürzt sich Ning ins große Abenteuer, indem sie in die Hauptstadt reist. Die Entscheidung ist sicherlich etwas impulsiv und wäre unter anderen Umständen vielleicht gar nicht passiert, aber wo sie ihre Schwester leiden sieht, da setzt sich in ihr die Überzeugung fest, dass sie nur die entsprechenden Leute oder Möglichkeiten kennenlernen muss, um Shu retten zu können. Nings Mutter war eine begnadete Magierin, ist aber getötet worden, was die Situation doppelt persönlich macht. Dadurch habe ich mich sehr schnell mit Ning identifizieren können, weil sie eben großen Schmerz empfindet und das irgendwie verarbeiten muss. Es blitzt auch durch, dass sie nie selbst so recht an ihre Fähigkeiten geglaubt hat, obwohl sie immer schon genug Fähigkeiten in sich hatte. Ich mag solche Protagonisten, die in sich viel Potenzial haben, aber nicht selbst an sich glauben und erst durch eine extreme Situation sich selbst kennenlernen. Das ist eine sehr realistische Darstellung, da es den meisten so geht.

In solchen Romanen sind Wettkämpfe immer ein interessantes Setting, weil sie viel Spannung, Herausforderung und Überraschungen bieten. Aber es war gut, dass das nicht der einzige Fokus des Buches ist, weil die Geschichte so reicher an unterschiedlichen Handlungen ist. Mit den einzelnen Herausforderungen hat man deutlich gemerkt, dass Ning immer wieder über sich hinauswachsen und auch viel Mut beweisen musste, weil sie sich mit dem Leben in der Großstadt nicht auskennt und daher in diverse Fettnäpfchen getreten ist. Da hat mir dann speziell auch gefallen, dass Ning nie verschüchtert wirkte, sondern eine bodenständige innere Einkehr hat, für die sie bedingungslos eintritt. Weiterer Pluspunkt ist sicherlich auch, dass es mit Kang - nennen wir es vorsichtig - eine Liebesgeschichte gib, die sich dennoch nicht unangenehm in den Vordergrund drängt. Das ist ja leider öfters das Problem, dass die Frau etwas kopflos wirkt, wenn sie sich verliebt hat. Hier war es eher gleichberechtigt: beide fanden sich auf Anhieb interessant, beide haben sich aber auch misstraut, so dass manches impulsiv und anderes wiederum sehr rational war. Am Ende würde ich sogar sagen, dass all die Beziehungen, die Ning zu dem ersten Band eingeht, relativ gleichberechtigt sind. Das macht einen abwechslungsreichen Roman aus, der immer wieder überraschen kann.

Im Grunde gibt es einen großen Hauptzweig der Handlung, doch viele kleine Aspekte spielen da zusammen rein. Das finde ich geschickt gemacht, weil eben nicht nur in der Hauptstadt alles auf dem Spiel steht, sondern weil es das gesamte Reich betrifft und alle irgendwie damit zu tun haben. Dadurch gibt es natürlich mit den Verbindungen viel zu entdecken. Parallel ist aber auch der Einfluss des Politischen sehr groß und es ist deutlich zu merken, dass die entscheidenden Machtspielchen erst im zweiten Band richtig zur Geltung kommen werden. Da bereitet der erste Band gut vor, ohne aber nur diese Funktion zu haben. Denn es passiert eben auch so schon genug an Abenteuern und Herausforderungen, die gut durch den Roman treiben. Daher finde ich es auch gut, dass es nur noch einen weiteren Band geben wird, weil ich schon jetzt den Eindruck habe, dass es ein gut durchdachtes Konzept gibt, was zu einem zufriedenstellenden Ende führen wird. Schon der Ausgang dieses Bandes ist recht offen und absolut spannend angelegt, sogleich gibt es immer noch viele Möglichkeiten, wie die Erzählung weitergehen kann.

Fazit: „A Magic Steeped in Poison“ ist auf eine unterhaltsame Art und Weise ein guter Einblick in die chinesische Kultur, wo ich mich schon fast scheue, wirklich von Fantasy zu sprechen, weil es sich sehr natürlich und überzeugend anfühlt. Das Thema des Buches ist sehr interessant und mit einer starken Protagonistin an der Hand hat sich das Buch toll weglesen lassen. Ich freue mich schon auf den Abschluss.

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Veröffentlicht am 14.08.2023

Der Bessere der Mixtape-Reihe

Denn ohne Liebe werden wir zerbrechen
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Die Mixtape-Dilogie geht mit „Denn ohne Liebe werden wir zerbrechen“ auch schon wieder zu Ende. Ursprünglich hatte ich mich sehr über diese beiden Bände gefreut, denn Musik mag ich einfach gerne und bin ...

Die Mixtape-Dilogie geht mit „Denn ohne Liebe werden wir zerbrechen“ auch schon wieder zu Ende. Ursprünglich hatte ich mich sehr über diese beiden Bände gefreut, denn Musik mag ich einfach gerne und bin dann immer gespannt, wie es umgesetzt wird. Im ersten Band, der mit diesem übrigens keine Überschneidungen aufweist, also völlig unabhängig voneinander gelesen werden kann, war mir Musik schon zu unterschwellig, und das ist in „Denn ohne Liebe werden wir zerbrechen“ zwar verbessert, aber insgesamt konnten beide Bände da eigentlich nicht erfüllen, was ich mir ursprünglich mal so erhofft hatte.

Zwar geht es natürlich wieder um Musik, da Oliver Berufsmusiker ist und mit seinem Zwilling ein erfolgreiches Duo gebildet hat, aber mir hat einfach gefehlt, mehr an den Prozessen der Musikentstehung beteiligt zu sein und auch zu den Lyrics mehr Input zu bekommen. Natürlich fand ich die Idee süß, dass Mixtapes hier doppeldeutig verwendet wurden, einmal eben als Möglichkeit, um Songs zu sammeln und sich dadurch zu unterhalten und dann eben aus psychiatrischer Sicht als Sinnbild für die Songs des Lebens, die einen jeweils ausmachen und die man ergründen kann. Das fand ich schon schön und eine tolle Idee, aber Oliver als Musiker ist mir ferner geblieben. Beim ersten Band hatte ich mich etwas mit dem Einstieg schwer getan und überraschenderweise war auch diesmal der Einstieg für mich der schwierigere Teil. Oliver kennenzulernen war erstmal keine Offenbarung. Auch wenn man natürlich aufgrund der Umstände Mitgefühl mit ihm entwickelt hat, so war es gleichzeitig ein Verhalten und eben ein Zusammenbruch der mehr eklig als alles andere war und das hat es mir doch sehr erschwert, mich da wirklich erstmal emotional einzufinden.

Das war später natürlich kein Problem mehr, weil Emery und Oliver einfach tolle Menschen sind, die viel Herz, die viel Seele und viel Traurigkeit in sich haben, aber sich bestens gegenseitig heilen können. Die Chemie war toll und mir hat auch das Behutsame gefallen. Reese hat das ganze mit ihrer Art natürlich auch noch erheitert und sie hat mit ihrer kindlichen Offenheit alles unterhalten. Ob es unbedingt das Verhalten einer 5-Jährigen ist, lassen wir das mal als zweifelhaft stehen, aber ohne Reese wäre das Buch nur halb so unterhaltsam gewesen. Neben diesem tollen Part hat das Buch aber auch wirklich hässliche Charaktere und vorhersehbare Wendungen. Letzteres habe ich dem Buch eigentlich auch schnell verziehen. Selbst wenn ich mir die Geschichte in zwei entscheidenden Punkten selbst erzählen konnte, wenn die Emotionalität stimmt, dann verlange ich von Romance kein Thriller-Niveau. Wenn ich dann aber auf die Charaktere blicke und ich würde mal dreieinhalb Charaktere als sehr zweifelhaft bezeichnen, dann haben sie mit ihrer Art zu viel von der Geschichte eingenommen. Zumal es eben auch zwei unabhängige Geschichten waren, so dass es sich noch geballter anfühlte und ich fand es echt anstrengend, weil viele hässliche Dinge gesagt wurden, die zu lesen auch nicht so angenehm sind. Das macht Emery und Oliver als Charaktere natürlich noch angenehmer, aber anstrengend und an den Nerven zehrend war es dennoch.

Was sich „Denn ohne Liebe werden wir zerbrechen“ noch ankreiden lassen muss, das ist dann wohl die Unvollständigkeit der Geschichte in einigen Aspekten. Denn neben den schwierigen Nebenfiguren gab es auch sehr nette Menschen noch, wo es am Ende Andeutungen gab, aber eben keine Antworten. Auch die Geschichten der Widerlinge waren nicht alle sauber zu einem Ende gebracht. Speziell die Rufzerstörung/Cancel Culture wäre als Thema doch sehr interessant gewesen, wurde aber eigentlich völlig unter den Tisch gekehrt.

Fazit: Der Mixtape-Reihe hätte mehr Musik definitiv gut gestanden, aber „Denn ohne Liebe werden wir zerbrechen“ hatte süße Ideen und war auch im Vergleich die nahbarere Geschichte, auch wenn eine gewisse Vorhersehbarkeit und widerliche Charaktere das Erlebnis umgekehrt auch geschmälert haben.

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