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Veröffentlicht am 14.06.2026

Leider nicht so gut

Der Gesang der See
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Seit Generationen hat die Familie von Kristiane den Posten eines Lotsen besetzt, leider kann sie als Frau die Schiffe nicht geleiten, was sich als problematisch erweist, als ihr Mann in einem Sturm ums ...

Seit Generationen hat die Familie von Kristiane den Posten eines Lotsen besetzt, leider kann sie als Frau die Schiffe nicht geleiten, was sich als problematisch erweist, als ihr Mann in einem Sturm ums Leben kommt und ihr deswegen das Lotsenmandat entzogen werden soll. Zurückgelassen mit Mutter und Schwester sowie schwanger von ihrem verstorbenen Mann fasst sie einen gewagten Plan.

Die Autorin Trude Teige ist weltweit berühmt geworden mit ihrer Großmutter-Reihe, der erste Teil der großartigen Trilogie stand seinerzeit monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und auch die Folgebände waren in den Top Ten und sehr erfolgreich. Das vorliegende Buch der Autorin ist der erste Teil der durch die Ururgroßmutter der Autorin inspirierten Erzählung über das Leben einer jungen Frau in einer männerdominierten Gesellschaft der nordischen Gestade. Der zweite Teil mit dem Titel »Hinaus in den Wind« erscheint in einigen Wochen.

Voller Vorfreude begann ich das Debüt einer meiner Lieblingsautorinnen der letzten Jahre zu lesen und bleibe am Ende enttäuscht zurück. Man merkt dem Buch an, dass es ein Erstlingswerk ist, die Handlung springt mal hierhin, mal dahin und wieder zurück. Tage oder Wochen liegen zwischen den Sprüngen, zumindest glaube ich das, denn folgen kann ich die meiste Zeit leider nicht. Oft habe ich das Gefühl, dass ein gewisses Wissen meinerseits vorausgesetzt wird, das mir jedoch fehlt, ich verstehe meistens nicht, warum die Protagonistin irgendwo landet und auch nicht, warum sie ist wie sie ist. Weder zu ihr, noch zu den anderen Figuren kann ich eine Verbindung aufbauen, kein Gefühl regt sich bei mir, die Story nimmt mich nicht mit, und zwar wirklich kein Stück. So erinnere ich mich lieber an mein Leseerlebnis davor und denke sehnsüchtig zurück.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Mega spannend

Nebelbeute
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Mila Weiss begibt sich auf die Jagd. Nachdem sie endlich den entscheidenden Hinweis bekommen hat, fährt sie in die Berge, um endlich ihr vor langer Zeit gegebenes Versprechen einzuhalten. Bald nach ihrer ...

Mila Weiss begibt sich auf die Jagd. Nachdem sie endlich den entscheidenden Hinweis bekommen hat, fährt sie in die Berge, um endlich ihr vor langer Zeit gegebenes Versprechen einzuhalten. Bald nach ihrer Ankunft wird eine grausam zugerichtete Leiche gefunden und kurz darauf ist Mila verschwunden. Die Gruppe 4 macht sich geschlossen auf, um nach ihr zu suchen, findet stattdessen aber Hinweise darauf, dass ein Serienmörder rund um das Bergdorf sein Unwesen treibt. Und er scheint noch lange nicht fertig zu sein.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den dritten Teil der Buchreihe rund um Mila Weiss, Jakob Krogh und das restliche Team. Um die Hintergründe für die Suche von Mila Weiss besser verstehen zu können, empfehle ich, die Reihenfolge einzuhalten, denn auch wenn hier einige Informationen wiederholt werden, fehlen wichtige Hinweise darauf, warum Mila so verbissen ist. Hinzukommt, dass die einzelnen Teammitglieder in den vorherigen Bänden genauer vorgestellt werden, was zu besserem Verständnis dafür führt, wie die Dynamik im Team ist und warum. Letztendlich sind die ersten beiden Bücher einfach so toll gewesen, dass man sich diese nicht entgehen lassen sollte.

Der dritte Fall ist für Mila Weiss der persönlichste und so verwundert es nicht, dass sie im ersten der drei Abschnitte, in die das Buch eingeteilt ist, eine Hauptrolle spielt. Nach ihrem Verschwinden drängt ihr Partner Jakob Krogh im mittleren Teil in den Vordergrund, dicht gefolgt vom restlichen Team, bevor es in den Showdown geht. Mir hat diese Fortsetzung wieder sehr gefallen, die grausamen Taten waren genau nach meinem Geschmack, wenn es um gute Thriller geht. Obwohl es mir der Autor nicht leicht gemacht hat, hatte ich früh einen Verdacht, der sich bestätigt hat und auch nicht. Wer dies verstehen will, macht sich am besten ein eigenes Bild. Es lohnt sich!

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Ungewöhnlich erzählt

Kala
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Vor fünfzehn Jahren verschwand Kala spurlos, nun treffen ihre Freunde von damals erstmals wieder aufeinander. Als menschliche Überreste im Wald gefunden werden, ist das Entsetzen groß. Die drei verbliebenen ...

Vor fünfzehn Jahren verschwand Kala spurlos, nun treffen ihre Freunde von damals erstmals wieder aufeinander. Als menschliche Überreste im Wald gefunden werden, ist das Entsetzen groß. Die drei verbliebenen Mitglieder der Clique von damals sind gezwungen, die Ereignisse aufzuarbeiten und sich ihrer Schuld zu stellen.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven und auf zwei Zeitebenen erzählt, und als würde dies nicht reichen, bemüht eine Person die Du-Form, wobei ich nicht schlau geworden bin bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wer mit „Du“ gemeint ist; die Lesenden oder die Person selbst, weil sie mit sich spricht. Dies machte es mir nicht leicht, folgen zu können, auch weil diese Erzählweise - versehentlich oder absichtlich - ein paar Mal verwechselt wird. Die Story selbst kommt nur sehr, sehr langsam in Fahrt, eine ganze Zeit lang passiert kaum etwas erwähnenswertes, was dazu führt, dass ich irgendwann ein bisschen abschalte und auf Autopilot umstelle. Dies ändert sich zwar in dem Moment, als die sterblichen Überreste identifiziert und die Sprünge in die Vergangenheit länger und interessanter werden, aber trotzdem will bei mir nicht so wirklich der Funke überspringen, was bedauerlicherweise bis zum Schluss so bleibt. Das Debüt von Colin Walsh konnte bei mir insgesamt leider nicht punkten, es wird Leserinnen und Leser von Spannungsromanen, die in Irland spielen, aber sicherlich gut unterhalten können.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Wunderbarer Roman

Unterwasserblau
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»Wann wurden wir mehr als das, was unsere Eltern aus uns gemacht haben?« (Seite 252)

Mitten in einen Kurzurlaub mit ihrer Schwiegerfamilie erreicht Jessica ein Anruf ihrer älteren Halbschwester Sandra, ...

»Wann wurden wir mehr als das, was unsere Eltern aus uns gemacht haben?« (Seite 252)

Mitten in einen Kurzurlaub mit ihrer Schwiegerfamilie erreicht Jessica ein Anruf ihrer älteren Halbschwester Sandra, ihr Vater sei gestorben. Auf dem Weg zur Beerdigung fängt Jessica an, gedanklich in die Vergangenheit zu reisen, zurück ins Elternhaus, das voller Schweigen gefüllt war und ist, wo sie sich immer unsichtbar glaubte, damals als Kind.

»Das Treppenhaus hallte mit jedem Schritt und roch nach Gemüsesuppe. Vielleicht saß weiter oben ein einsames Mädchen auf den Stufen und wartete darauf, dass seine Mutter mit Schweißgeruch in den Klamotten und der Unzufriedenheit der Welt im Gesicht nach Hause kam.« (Seite 159)

Die Ich-Erzählerin Jessica ist ein spezieller Mensch, schüchtern und voller Ängste marschiert sie durch die Welt, versteckt sich hinter ihrem Mann und verschließt die Augen vor fast jedem Problem. Erst der Tod des Vaters bringt etwas ins Rollen, das sie wohl am meisten überrascht und mich als Leserin gleich mit. In schöner Sprache lässt Petra Hucke ihre Figur in der Vergangenheit schwelgen, die plötzlich anders erscheint, als bisher gedacht. Erste zaghafte Versuche folgen, aus alten Mustern auszubrechen, bis der Wille erwächst, auch die Gegenwart zu ändern, bevor es zu spät ist. Ein leises Buch, das zum Lachen und Weinen einlädt, aber auch amüsiert und nachdenklich macht. Ein toller Roman über Familie und Liebe sowie die eigene Kraft, die in uns ist.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Wieder genial!

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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In einem Video werden skandalöse Einzelheiten über eine angebliche Affäre des Bundeskanzlers veröffentlicht. Das Gesicht der jungen Frau im Videoclip wurde unkenntlich gemacht, dennoch gibt es genug Hinweise ...

In einem Video werden skandalöse Einzelheiten über eine angebliche Affäre des Bundeskanzlers veröffentlicht. Das Gesicht der jungen Frau im Videoclip wurde unkenntlich gemacht, dennoch gibt es genug Hinweise auf die Orte, von denen sie spricht. Kurz darauf verschwindet Kanzler Henrik Westphal spurlos. Die BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski stoßen im Zuge der Ermittlungen auf eine Leiche, die vermuten lässt, dass es sich um die Frau aus dem Video handelt. Bald mischen weitere staatliche Stellen mit und Art Mayer selbst gerät ins Visier der Behörden.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den vierten Teil der Reihe mit Art Mayer und seiner Partnerin Nele Tschaikowski. Man kann es zwar unabhängig von den vorherigen Büchern lesen, wird dann aber oft das Gefühl haben, dass einzelne Puzzleteile fehlen, da diese Geschichte auf allen drei vorhergehenden Teilen aufgebaut ist. Ich würde empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten, denn obwohl vieles wiederholt und erklärt wird, gibt es trotzdem fehlende Details, die wichtig für den Gesamtzusammenhang sind. Da alle Teile großartig, um nicht zu sagen phänomenal gut sind, dürfte dies für die interessierten Leserinnen und Leser eine Bereicherung sein.

Wie bei Marc Raabe üblich, bin ich sofort in der Story drin, die mich innerhalb weniger Minuten so fesselt, dass ich alles um mich herum ausblende und vergesse. Dies bleibt bis zur letzten Seite so, keine einzige der insgesamt 576 Seiten ist zu viel - im Gegenteil könnte der nächste Band gerne doppelt so dick sein. Die Geschichte begeistert mich, auch wenn ich einige Male tief graben muss, weil die Vergangenheit wieder eine große Rolle spielt, die vorherigen Teile sich perfekt in die Story einfügen und ich gezwungen bin, mir die abgeschlossenen Ermittlungen erneut ins Gedächtnis zu rufen. Routiniert führt mich der Autor durch verschiedene Erzählstränge, erzeugt Nebenstrecken und fügt diese am Ende perfekt zusammen, ohne dass Fragen offen bleiben. Ich suche, ich rate, ich ahne und bin im Finale dennoch verblüfft, welcher Ausgang sich mir bietet, die Überraschung ist wirklich riesig. Dies war spannend, dies war phantastisch, dies war großes Kino auf hohem Niveau. Genial!

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