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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2026

Leider nicht mein Geschmack

Junge Frau mit Katze
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Ela ist verzweifelt, kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion ist sie dem Zusammenbruch nahe, ihr Körper lässt sie im Stich. Hin und her gerissen zwischen der Suche nach einer Ursache und der akademischen ...

Ela ist verzweifelt, kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion ist sie dem Zusammenbruch nahe, ihr Körper lässt sie im Stich. Hin und her gerissen zwischen der Suche nach einer Ursache und der akademischen Tätigkeit muss sie sich fragen, ob der Weg, den sie geht, der richtige für sie ist.

Selten sind mir die Zusammenfassung eines Buches und die darauf folgende Rezension so schwer gefallen, wie es hier der Fall ist. Der Roman von Daniela Dröscher mit dem Titel »Lügen über meine Mutter« aus dem Jahr 2022 ist mir noch gut in Erinnerung, er hat mich seinerzeit mehr als begeistert, sodass meine Freude riesig war, als ich erfuhr, dass es mit Ela weitergeht. Gerne würde ich schreiben, dass die Fortsetzung nicht schlecht war, aber leider ist diese einfach nicht gut genug, um eine solche Aussage zu treffen. Es geht um Krankheiten, die Suche nach einer Diagnose und die Mutter von Ela kommt auch drin vor. Ach ja, um Prüfungsangst geht es ebenfalls und natürlich gibt es eine Katze, wie der Titel es suggeriert. Am schönsten finde ich übrigens das Cover, das tatsächlich sehr passend für den autofiktionalen Roman gewählt wurde. Ich hoffe, das nächste Buch holt mich besser ab und freue mich drauf.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Sensationeller Reihenstart

Minnesota
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Seit dem Unfalltod seiner kleinen Tochter ist für Ermittler Bob Oz das Leben wenig lebenswert. Als ein Unbekannter einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse und Waffenhändler in Minneapolis startet, stürzt ...

Seit dem Unfalltod seiner kleinen Tochter ist für Ermittler Bob Oz das Leben wenig lebenswert. Als ein Unbekannter einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse und Waffenhändler in Minneapolis startet, stürzt er sich voller Eifer in die Ermittlungen, denn nur die Polizeiarbeit lässt ihn alles vergessen, auch den Umstand, wie einsam er geworden ist. Der Täter spielt indes ein Katz- und Maus-Spiel mit den ermittelnden Beamten, scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein, sodass bald unklar ist, wer hier eigentlich wen jagt.

»Sind Sie sich sicher, dass es nicht die Gefühle sind, die letztlich zu unseren Taten führen, und dass wir im Nachgang unseren Intellekt nutzen, um die Entscheidungen zu rationalisieren, bis wir wirklich daran glauben, alles sachlich abgewogen zu haben?« (Seite 113)

Braucht es einen weiteren Ermittler, der gebrochen ist, durch Frauengeschichten glänzt, dem Alkohol zugetan ist und was Freunde angeht, definitiv mehr auf der Minusseite vorweisen kann? Ich gebe zu, dass ich mit Harry Hole nie warmgeworden bin und deswegen anfangs skeptisch war, obwohl ich ansonsten jedes Buch des Autors gelesen, um nicht zu sagen verschlungen habe. Dennoch konnte ich aber nicht widerstehen, von Anfang an dabei zu sein, wenn Jo Nesbø eine neue Reihe startet und kann nun mit gutem Gewissen sagen, dass Bob Oz der Ermittler ist, auf den ich nur gewartet habe. Meine Frage kann ich also, zumindest für mich persönlich, mit einem lauten und begeisterten JA beantworten!

Eine ungewöhnliche Erzählweise, ein problembehafteter, aber dennoch charmanter Ermittler, ein zu allem entschlossener, intelligenter Täter und ein Plot voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen, all dies hat den vorliegenden Kriminalroman zu einem Lesehighlight werden lassen, der mich nach dem Beenden des Buches bereits sehnsüchtig auf eine Fortsetzung warten lässt. Schon der erste Teil der neuen Buchreihe hat diese auf die vorderen Plätze meiner absoluten Lieblingsbücher katapultiert. Lesen!

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Fatale Entscheidung

Kopflos
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»Er hat anderthalb Stunden, um sich zu entspannen, ich anderthalb Stunden, um Mutter zu sein.« (Seite 22)

Mitten in einem Sorgerechtsprozess gefangen, verliert Lisa irgendwann die Nerven, nachdem sie ...

»Er hat anderthalb Stunden, um sich zu entspannen, ich anderthalb Stunden, um Mutter zu sein.« (Seite 22)

Mitten in einem Sorgerechtsprozess gefangen, verliert Lisa irgendwann die Nerven, nachdem sie das Umgangsrecht mit ihren Söhnen verloren hat und sich dem Haus der Familie nicht mehr nähern darf. Ihre Söhne sieht sie einmal im Monat an einem neutralen Ort, allein zu sein mit ihnen wird ihr nicht erlaubt. Völlig kopflos trifft Lisa eine fatale Entscheidung und schlittert unausweichlich auf eine Katastrophe zu.

»Wenn die Angst die Seite wechselt, ist das Gerechtigkeit. Keine Anhörung in Sicht, auch keine Antwort vom Gericht, keine Strategie, keine Gegenüberstellung. Dieser Moment, in dem alles kippt, wo kann ich hinkommen und sie mitnehmen?« (Seite 46)

Für diese Erzählung hat die Autorin einen ungewöhnlichen Stil bevorzugt, das Buch liest sich nicht flüssig, es ist chaotisch und wirr. Dies passt zur Gemütslage der Erzählerin, die mich davon überzeugen möchte, nein, überzeugen will, dass es richtig ist, was sie getan hat. Ihre Erinnerungen vermischen sich mit Wahrheit und Lüge, eine passende Realität wird geschaffen, die zuweilen dazu führt, dass ich Situationen nicht einschätzen und auch nicht erkennen kann, was wahr ist und was nicht. Dies hört sich anspruchsvoll an und ist es auch, der Nachteil davon ist aber, dass ich zwischendurch den Faden verloren habe. Die Geschichte selbst ist darin versteckt, aus Andeutungen und Fragmenten reime ich mir diese zurecht, bin aber bis zum Schluss nicht sicher, ob ich dahinter gestiegen bin. Eine Auflösung liefert das Ende, einiges erklärt sich, anderes bleibt nebulös. Ich interpretiere eigenes hinzu und bin zufrieden, dass ich drangeblieben bin.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Freunde nicht fürs Leben

Die Sonne und die Mond
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Als Jana von Mond im Bestattungsinstitut von Sonja »Sonne« Meling auftaucht, ist letztere nicht begeistert, was weniger an dem ungewöhnlichen Wunsch der Mond liegt, ihren Mann zusammen mit dessen Geliebten ...

Als Jana von Mond im Bestattungsinstitut von Sonja »Sonne« Meling auftaucht, ist letztere nicht begeistert, was weniger an dem ungewöhnlichen Wunsch der Mond liegt, ihren Mann zusammen mit dessen Geliebten zu bestatten, als daran, dass ihre Freundschaft bereits vor Jahren zerbrochen ist. Die Sonne und die Mond, das war einmal, denkt Sonja - Jana allerdings drängt mit aller Macht in ihr Leben und bringt das Chaos mit.

»Hatte sie keine Menschen, die sich um sie scheren? Kannte sie niemanden, den sie jederzeit anrufen konnte, ohne dafür bezahlen zu müssen? Niemand strahlte weniger Einsamkeit aus als Jana von Mond, aber irgendwie war das auch ihr Beruf, nicht einsam zu erscheinen, fand Sonne.« (Seite 157)

Der Klappentext versprach eine ungewöhnliche Geschichte und der Anfang war tatsächlich vielversprechend. Zwei vollkommen gegensätzliche Frauen, die früher ein trauriges und traumatisches Erlebnis verband, deren Freundschaft jedoch bestimmte Ereignisse nicht überstanden hat. Welche das sind, blieb zu Beginn im Dunkeln, erst allmählich entfaltete das damalige Drama sich vor meinen Augen und erklärte dadurch einiges. Ein ziemlich makabrer Humor zog sich durch das Buch, es gab viele amüsante, wenn auch oft respektlose Situationen rund um das Bestattungswesen, ich persönlich hatte damit aber keine Probleme, tot sind wir schließlich alle früh genug.

Leider ließ meine Begeisterung im Laufe der Geschichte ziemlich nach, was in erster Linie daran lag, dass ich beide Frauen äußerst unsympathisch fand und ihr Aufeinandertreffen meistens nur peinlich, die Charakterentwicklung ging nicht sehr tief. Die Rückblicke ihre Freundschaft betreffend und auch die Erzählungen zu anderen Personen in der Vergangenheit fand ich ungleich faszinierender, die Gegenwart interessierte mich einfach nicht genug. Dazu gab es für mich persönlich zu viele Längen, ein fast 600 Seiten langes Werk zu füllen, ist keine einfache Aufgabe. Insgesamt ein unterhaltsamer Roman, den ich trotzdem gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

David Hunter ist zurück!

Knochenkälte
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Dr. David Hunter hat sich verfahren und strandet während eines Wintersturms in dem kleinen Städtchen Edendale in den Cumbrian Mountains, deren Bewohner ihn von Anfang an spüren lassen, wie unerwünscht ...

Dr. David Hunter hat sich verfahren und strandet während eines Wintersturms in dem kleinen Städtchen Edendale in den Cumbrian Mountains, deren Bewohner ihn von Anfang an spüren lassen, wie unerwünscht er dort ist. Als der Ort aufgrund des Sturms von der Außenwelt abgeschnitten wird, findet der forensische Anthropologe auf der Suche nach einem Mobilfunksignal ein Skelett, das in einer Fichte hängt, die der Sturm entwurzelt hat. Eine Benachrichtigung der Behörden ist nicht möglich, das Strom- und Telefonnetz ist zerstört. Auf sich allein gestellt merkt David bald, dass der Mörder aufgescheucht wurde und vor weiteren Taten nicht zurückschreckt.

»Eingesponnen in ein nasses Gewirr aus Erdklumpen und Wurzeln hing das Skelett über dem Krater wie eine zerfledderte Vogelscheuche. Es war vollständig bekleidet, und die Fetzen einer Jeans, einer Cordjacke und eines Pullovers ließen keinen Zweifel daran, dass dies kein archäologischer Fund war.« (Seite 111)

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den siebten Teil der großartigen Reihe mit dem forensischen Anthropologen Dr. David Hunter. Man muss die vorherigen Bände nicht gelesen haben, um der Geschichte folgen zu können, die wichtigsten Aspekte werden beiläufig und ausführlich erwähnt. Die Fälle selbst sind in sich abgeschlossen, sodass die chronologische Reihenfolge nicht unbedingt eingehalten werden muss.

Viele Jahre hat es gedauert, bis ein neuer Band der Buchserie erschienen ist, die lange Wartezeit aber hat sich gelohnt. Anfangs war ich zwar skeptisch, denn Simon Beckett verlor sich ein paar so in den Beschreibungen der Umgebung, dass ich das Gefühl hatte, eine Lektion in Naturkunde zu lesen, im Laufe der Story gewöhnte ich mich jedoch daran. Als die Geschichte Fahrt aufnahm, war dies sowieso nebensächlich, denn die aufgebaute Spannung nahm mich vollkommen in Anspruch und ich gab mich ihr gerne hin. Es folgte ein Thriller ganz nach meinem Geschmack, teilweise hatte ich das Gefühl, selbst von der Welt abgeschnitten und in auswegloser Lage zu sein. Die Atmosphäre berauschte und die vielen unerwarteten Wendungen entzückten mich, noch auf den letzten Metern wusste der Autor mich zu überraschen. Die Auflösung war genial und ich fast enttäuscht, als es zu Ende ging. Ich hoffe, auf das nächste Abenteuer nicht so lange warten zu müssen, und freue mich sehr darauf!

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