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Veröffentlicht am 29.06.2026

Wunderbarer Roman

Der andere Arthur
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Arthur Opp ist ein ehemaliger Literaturprofessor und wegen seiner Leibesfülle bereits seit vielen Jahren ans Haus gebunden. Nicht viele Kilometer von ihm entfernt lebt Kel, der Profisportler werden möchte, ...

Arthur Opp ist ein ehemaliger Literaturprofessor und wegen seiner Leibesfülle bereits seit vielen Jahren ans Haus gebunden. Nicht viele Kilometer von ihm entfernt lebt Kel, der Profisportler werden möchte, im Moment aber um seinen Schulabschluss kämpfen muss. So unterschiedlich diese beiden Menschen sind, so sehr verbunden sind sie miteinander, obwohl sie es noch nicht wissen.

»Ich bin einer der einsamsten Menschen der Welt.« (Seite 236)

Seit zwanzig Jahren hat Arthur Charlene nicht mehr gesehen, lange gab es kein Lebenszeichen von ihr, dann plötzlich schreibt sie ihm einen Brief und bittet um Hilfe für ihren Sohn. Arthur soll dem fast Achtzehnjährigen dabei helfen, aufs College zu kommen. Kel weiß nichts davon, zu beschäftigt ist er damit, seiner Mutter aus dem Weg zu gehen, die ihre Tage allein im Haus verbringt, einsam und alkoholisiert. Seine Sportkarriere steht im Vordergrund, Profi zu werden ist sein oberstes Ziel. Parallel hören wir beiden zu, erfahren Dinge, die sie bewegen, und wohnen einschneidenden Ereignissen in beider Leben bei.

»Ich war sechs Jahre alt. Damals waren mir ihr Bademantel und ihre hässliche, altmodische Frisur und ihre körperliche Nähe ganz egal. Sie sorgte dafür, dass uns beiden nichts passierte, das war das Einzige, was zählte. Mir war auch egal, dass sie keine Freunde hatte, das kam mir ganz normal vor. Sie war meine Mutter.« (Seite 243)

Der bereits 2012 erschienene zweite Roman von Liz Moore, eines von insgesamt fünf ihrer Werke, der hierzulande als drittes Buch der Autorin übersetzt wurde, ist ein wunderbares Buch über Freundschaft, Familie und das Leben selbst. Arthur Opp und Kel Keller erzählen ihre Geschichte ohne auf die Tränendrüse zu drücken und schaffen es dadurch umso mehr, dass ich gerührt und an vielen Stellen tatsächlich in Tränen ausgebrochen bin. Beide Figuren sind unterschiedlich und trotzdem in vielen Dingen absolut gleich. Ich habe gehofft, gelitten, geschmunzelt und geweint. Dieses Buch deckt viele verschiedene Bereiche ab, es schenkt ein unvergessliches Leseerlebnis, das mich tief berührt. Zusammengefasst ein Highlight, das für immer in meinem Herzen bleibt.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Ausgezeichnet!

Deine Zeit wird kommen
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Im Jahr 1993 wird in Schweden eine junge Frau tot aufgefunden, ihr wurde der Kopf rasiert und es gibt Spuren von Fesselung an Armen und Beinen, anscheinend ist sie über längere Zeit gefangen gehalten worden. ...

Im Jahr 1993 wird in Schweden eine junge Frau tot aufgefunden, ihr wurde der Kopf rasiert und es gibt Spuren von Fesselung an Armen und Beinen, anscheinend ist sie über längere Zeit gefangen gehalten worden. Kommissar Björling nimmt die Ermittlungen auf, unterstützt wird er dabei von Johanna, die hinzugezogen wird aus Stockholm. Als Björlings Tochter verschwindet, gehen bei diesem alle Alarmzeichen an, nach dem Tod seiner Frau ist sie alles, was ihm noch geblieben ist im Leben. Vom Täter aber fehlt weiterhin jede Spur.

Der vorliegende Thriller wurde mit dem schwedischen Krimipreis 2024 ausgezeichnet und eines kann ich bereits zu Beginn meines Textes verraten: Diesen Preis hat das Buch mehr als verdient! Dabei sah es anfangs gar nicht danach aus, dass der Thriller es letztendlich in meine Top Ten der besten Bücher des ersten Halbjahres 2026 schafft, denn obwohl mich der Klappentext sofort angesprochen hat, dauerte es ein paar Kapitel, bis die Geschichte mich überzeugen konnte. Diese kam mir sperrig, unnahbar und irgendwie seltsam zurückhaltend vor, was sie gemeinsam mit Kommissar Björling hat, der ein eigenwilliger Mensch ist mit vielen Baustellen und einer Trauer in sich, die ihn fast komplett aus der Bahn wirft. Auch Johanna ist kein unbeschriebenes Blatt, ihre Vergangenheit hat mich tief berührt, ihr Charakter mich für sie eingenommen. Der Weg zum Ziel ist steinig, viele Fährten legt der Autor aus, und obwohl ich zum Schluss fast sicher bin, die Lösung zu kennen, bin ich fassungslos, als das Finale naht und das Ergebnis präsentiert wird. Der Verlag wirbt mit einer eindringlichen Geschichte über Trauer, Schuld, Hoffnung und die dunklen Seiten des Menschseins. Ich sage dazu nur eines: Lesen!

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Veröffentlicht am 23.06.2026

Berührende Story

Elbland
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»Sie sammelt Kraft. »Meine Mutter war Sudetendeutsche.« Das Wort klingt trotzig, derb. Nach Draußenstehen, nach Fremdsein.« (Seite 165)

Als Irma stirbt, begibt sich Nina, eine ihrer beiden Töchter, auf ...

»Sie sammelt Kraft. »Meine Mutter war Sudetendeutsche.« Das Wort klingt trotzig, derb. Nach Draußenstehen, nach Fremdsein.« (Seite 165)

Als Irma stirbt, begibt sich Nina, eine ihrer beiden Töchter, auf Spurensuche, die auch ein bisschen die Suche nach ihr selbst beinhaltet, nachdem sie sich jahrelang verpflichtet gefühlt hat, Irma beizustehen, sodass ihr eigenes Leben auf der Strecke blieb. Zeit ihres Lebens war die Mutter stumm, was ihre Kindheit betrifft, ihre Heimat in Böhmen Nina unbekannt. Wer war die Frau, die zwei Kinder großgezogen hat und ihnen dennoch bis zuletzt fremd geblieben ist?

»Zweiunddreißig Jahre, in denen Nina allein mit einer unlösbaren Aufgabe zurückgeblieben war: dafür zu sorgen, dass Mutti ihr Leben erträgt.« (Seite 37)

Der Autorin Claudia Rikl ist mit dem vorliegenden Buch etwas gelungen, was selten bei mir geschieht. Sie hat es geschafft, die Gefühlslage der Hauptfigur so abzubilden, dass diese auf mich abfärbte. So habe ich zu Beginn des Romans eine Distanz verspürt, die Nina zueigen ist, die anfangs sogar dazu geführt hat, dass ich mich abgekoppelt fühlte, obwohl die Geschichte doch ziemlich emotional ist. Dies war wichtig und richtig, um zu verstehen, wie einschneidend die Kindheit der Mutter war, welche Auswirkungen deren Erlebnisse besonders auf die ältere Tochter hatten, aber natürlich auch die Jüngste.

»Da ist auch eine Traurigkeit, die tiefer ist als die, die sie in den letzten Tagen gespürt hat, größer, monströser. Schmerz, der nicht ihrer ist und doch immer da war, der nie heilen konnte. Der verborgen liegt im tiefen Graben ihrer Vorgeschichte.« (Seite 239)

Erst im weiteren Verlauf wurde ich mit der Erzählung warm, habe zusammen mit Nina das Geheimnis ihrer Mutter gelüftet, erfuhr Fakten und Hintergründe, war bewegt, erschrocken, traurig und wütend, aber oft auch den Tränen nah. Je näher sich Nina der Lösung näherte, desto mehr bewegte mich der Roman, aus Abstand wurde Nähe, mit dem Verstehen kam letztendlich Akzeptanz. Kurz vor dem Finale war ich total aufgelöst, das Ende ließ mich weinend lächeln, nun waren Nina und ich am Ziel. Gerne empfehle ich dieses wunderbare Buch weiter.

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Veröffentlicht am 20.06.2026

Der Sommer ihres Lebens

Little Hollywood
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»Ich halte mich an Filmen fest wie andere an Religionen, mit einer Art irrsinnigem Glauben daran, dass am Ende alles gut wird, wenigstens Sinn ergeben wird. Was es in meinem Leben allerdings bisher noch ...

»Ich halte mich an Filmen fest wie andere an Religionen, mit einer Art irrsinnigem Glauben daran, dass am Ende alles gut wird, wenigstens Sinn ergeben wird. Was es in meinem Leben allerdings bisher noch nie getan hat.« (Seite 18)

Leo bringt die Abiturprüfungen hinter sich und stürzt sich in den letzten Sommer des Jahrtausends, es ist das Jahr 1999, die Sonne scheint und sie muss sich entscheiden, wie es weitergeht. Der einzige Lichtblick ist die Videothek »Little Hollywood«, in der Leo Stammgast ist, wenn da nicht Jo wäre, der sie immer zwingt, Wahrheit oder Pflicht zu spielen, bevor sie einen Film ausleihen kann.

»Vielleicht kann das Leben nicht anders, als in seine gewohnten Bahnen zurückzukehren, und vielleicht sollte ich einfach aufhören, mich dagegen zu wehren.« (Seite 296)

Der letzte Sommer, bevor es ernst wird, die letzte Freizeit, bevor man erwachsen wird. Inga Hanka hat es mit dem vorliegenden Buch geschafft, das Gefühl der 1990er Jahre in mir wieder aufleben zu lassen. Die Musik, das Feeling der damaligen Zeit, die Sonne auf der Haut und das Prickeln der großen Liebe inklusive dem zerstörerischen Liebeskummer und noch mehr vermittelt die Geschichte von Leo, die einfach nur glücklich sein will. Es ist, als wäre ich dabei gewesen, als hätte ich mit Leo ein paar ihrer schönsten und schlimmsten Monate in deren Leben verbracht. Es war eine geile Zeit und ich vermisse es jetzt schon, dieses Gefühl einer unbeschwerten Zeit. Danke!

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Amüsant und spannend

Rosenkrieg
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Auf der wunderschönen Blumeninsel Mainau sollte eine Hochzeit stattfinden, stattdessen wird eine Leiche gefunden, und zwar die der Braut. Anstelle der geplanten Luxushochzeit gibt es nun eine Mordermittlung, ...

Auf der wunderschönen Blumeninsel Mainau sollte eine Hochzeit stattfinden, stattdessen wird eine Leiche gefunden, und zwar die der Braut. Anstelle der geplanten Luxushochzeit gibt es nun eine Mordermittlung, die Kommissarin Francesca Bianchi führt diese zusammen mit ihrem Kollegen. Bald schon ist klar, dass nicht alles eitler Sonnenschein war, denn was die illustre Hochzeitsgesellschaft angeht, gibt es Stoff genug für ein Drama, wenn nicht sogar zwei.

»Jessica Winter war eine schöne Leiche. Perlenglatte Haut hatte sie, und walnussbraunes Haar, das bereits kunstvoll frisiert worden war.« (Seite 19)

Es hat mir viel Spaß gemacht, den vorliegenden Bodensee-Krimi zu lesen, dem Verlag zufolge ein atmosphärischer Cozy Crime - ein Genre im Krimibereich, das ich selten, aber dennoch gerne lese. Bereits die Aufmachung des Buches gefiel mir sehr, optisch ist es ein Augenschmaus, was nicht nur dem tollen Farbschnitt geschuldet ist, sondern auch der Haptik; es fasst sich einfach schön an. Die Geschichte selbst war amüsant, der Humor gefiel mir, und auch der Lauf der Ermittlung war spannend und interessant. Bemängeln möchte ich in diesem Zusammenhang jedoch die fehlenden Absätze, die das Lesen manchmal etwas anstrengend machten, denn die Kapitel waren lang und ohne Lücke. Und auch das Techtelmechtel der Kommissarin mit einem Kollegen passte nicht ganz in die Geschichte, ich fand es unpassend und seltsam gestellt. Dieses hätte es für mich persönlich nicht gebraucht, allerdings ist dies natürlich Geschmacksache. Insgesamt ein humorvoller und unterhaltsamer Krimi, den ich gerne gelesen habe und empfehlen kann.

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