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Veröffentlicht am 19.05.2025

Nachrichten aus dem Jenseits

Die Glückslieferanten
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Die Himmelsboten überbringen den Menschen Pakete, versandt von Personen, die zum Zeitpunkt der Lieferung bereits verstorben sind. Diese Sendungen enthalten Botschaften an die Hinterbliebenen, die ihnen ...

Die Himmelsboten überbringen den Menschen Pakete, versandt von Personen, die zum Zeitpunkt der Lieferung bereits verstorben sind. Diese Sendungen enthalten Botschaften an die Hinterbliebenen, die ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollen, sowie Hinweise, die ihnen verhelfen zum Weg ins Glück.

Letztes Jahr konnte mich der Roman der Autorin mit dem Titel »Die Erinnerungsfotografen« restlos begeistern, umso größer also meine Freude auf das vorliegende Buch mit dem wunderbaren Titel »Die Glückslieferanten“, das eine ebenso schöne Leseerfahrung versprach. Zuerst zu den positiven Punkten: Das Cover und der Farbschnitt sind wunderschön sowie unlimitiert, was ich großartig finde. Zusätzlich passt das Buch perfekt zum Vorgänger, zusammen ergeben diese ein perfektes Paar. Aber - und natürlich folgt nun das Aber - der Inhalt schaffte es leider nicht, mich auch nur annähernd so zu begeistern, wie es das vorherige Werk geschafft hat. Ich empfand die Geschichten seicht und flach, also ohne nennenswerte Tiefe; eher nah an den Sprüchen in Glückskeksen, was die Aussagen betraf. Die Charaktere blieben blass, dazu verwechselte ich permanent die Personen, weil die Namen, Nachnamen sowie die in Japan üblichen Zusätze mich ständig verwirrten. Bedauerlicherweise passte es diesmal nicht zwischen Buch und mir, was sich mit dem nächsten Werk der Autorin hoffentlich wieder ändert. Wer eine leichte Unterhaltung sucht, die mit Weisheiten garniert ist, der wird hier sicherlich fündig. Ich wünsche eine schöne Lesezeit.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Phänomenal!

Ein ungezähmtes Tier
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Sophie und Arpad Braun sind ein Traumpaar, wohnen in einem architektonischen Traum und genießen das Leben zusammen mit ihren beiden Kindern. Unbemerkt werden sie von ihrem Nachbarn ausspioniert, der wie ...

Sophie und Arpad Braun sind ein Traumpaar, wohnen in einem architektonischen Traum und genießen das Leben zusammen mit ihren beiden Kindern. Unbemerkt werden sie von ihrem Nachbarn ausspioniert, der wie besessen von Sophie ist, allerdings stellt dieser nicht die einzige Bedrohung dar, denn ein unbekannter Mann kommt kurz vor Sophies vierzigstem Geburtstag nach Genf, der eine Gefahr darstellt für das sorglose Leben, das die Eheleute Braun dort führen.

Die Geschichte wurde ungewöhnlich erzählt. Von vornherein hat der Autor grob verraten, was passieren wird, Einzelheiten aber für sich behalten. Den Großteil der Erzählung machten die Ereignisse davor aus, die helfen sollten, nachzuvollziehen, wie es dazu kam. Zusätzliche Passagen in der Vergangenheit trugen dazu bei, die beteiligten Personen besser kennenzulernen. Was sich chaotisch und kompliziert anhört, war einfach und simpel, denn diese Erzählweise trug insgesamt dazu bei, dass sich letztendlich alles an seinen Platz fügte. Trotzdem machte Joël Dicker sich einen großen Spaß daraus, mich an der sprichwörtlichen Nase herumzuführen, indem er Sachen zurückhielt, Dinge ausließ und Ereignisse erst im Nachhinein verriet, die für das Gesamtbild unerlässlich gewesen wären. Dieses Katz- und Maus-Spiel zwischen Autor und Lesern, aber auch das zwischen den Figuren im Buch, war ein unvergleichliches und fesselndes Erlebnis für mich, das ich so selten erlebt habe. Eigentlich kann ich mich überhaupt nicht erinnern, dass ich etwas vergleichbares schon mal gelesen hätte.

Eine faszinierende und komplexe Story, überraschende und geniale Wendungen, dazu Figuren, die schillernd und geheimnisvoll erscheinen und erst auf den dritten Blick anders sind, dies alles macht das Buch zu einem Highlight, das seinesgleichen sucht. Dafür gibt’s nicht nur die volle Punktzahl, sondern ein Extrasternchen dazu. Das war phänomenal!

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Mörderisch gut!

Outback – Niemand hört dich schreien
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Ein Pärchen aus Deutschland verschwindet im australischen Outback, Detective Sergeant Lucas Walker, der aus familiären Gründen in der Gegend ist, wird von seinem Chef beauftragt, die Vermissten zu suchen. ...

Ein Pärchen aus Deutschland verschwindet im australischen Outback, Detective Sergeant Lucas Walker, der aus familiären Gründen in der Gegend ist, wird von seinem Chef beauftragt, die Vermissten zu suchen. Rita Guerra, die Schwester der jungen Frau, reist ebenfalls an und mischt sich in die Ermittlungen ein. Zusammen mit Walker stößt sie auf die Spur weiterer vermisster Mädchen, was darauf schließen lässt, dass im Outback ein Serientäter sein Unwesen treibt.

Das Buch fing sehr gemächlich an, die Autorin baute nur langsam eine Spannung auf, es brauchte viele Seiten, bis es tatsächlich losging und noch ein bisschen länger, bis es so richtig knallt. Zum einen hing dies damit zusammen, dass es sich beim vorliegenden Thriller um den ersten Teil der Reihe mit DS Lukas Walker handelt, sodass der Charakter ausführlicher vorzustellen war. Zum anderen aber war die Geschichte keine, die schnell erzählt werden kann; die unwirtliche Gegend, die Dürre und die unglaubliche Hitze beanspruchten ihren Platz, dazu noch die vielen Schauplätze, die erkundet werden mussten, falsche Fährten inbegriffen, dies alles brauchte seine Zeit. Mir hat das nichts ausgemacht, denn Patricia Wolf hat ein Talent dafür, großartige Bilder vor meinen Augen entstehen zu lassen, die mich förmlich schwitzen ließen unter der Sonne Australiens, mich fühlen ließen, wie es sein muss, diesem Klima ausgesetzt zu sein.

Insgesamt ein toller Start der Buchreihe, der mich wunderbar unterhalten und mit der Auflösung punkten konnte. Für mich als riesiger Fan von Geschichten aus dem Outback genau das richtige Buch, sodass ich hoffe, dass es weitere Übersetzungen geben wird, zumal im Original demnächst bereits der vierte Band erscheint. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Zu politisch für mich

Flimmern im Ohr
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Priska kämpft damit, wieder Hören zu lernen, nachdem ihr ein Innenohr-Implantat eingesetzt wurde. Beim Üben zur Punkmusik aus früheren Zeiten erinnert sie sich an Ereignisse von vor über dreißig Jahren. ...

Priska kämpft damit, wieder Hören zu lernen, nachdem ihr ein Innenohr-Implantat eingesetzt wurde. Beim Üben zur Punkmusik aus früheren Zeiten erinnert sie sich an Ereignisse von vor über dreißig Jahren. Als in den 1970er- und 80-Jahren der Inlandgeheimdienst in der Schweiz auf illegale Art und Weise Daten gesammelt hat über unbequeme Personen, wurde auch Priska beobachtet und bespitzelt. Sie denkt zurück an ihre große Liebe, resümiert vergangene Tage und ist, wie damals schon, auf der Suche nach sich selbst.

Dieses Buch hat es mir wirklich nicht leicht gemacht. Es war sehr anspruchsvoll, was zusammen mit dem politischen Aspekt meine volle Konzentration gefordert hat. Dazu kam, dass die Geschichte für mich an manchen Stellen zu sehr in die Tiefe ging, neben den geschichtlichen Fakten gab es viele Ausführungen das Hören sowie das Implantat betreffend, beides Themen, die mich einfach nicht besonders interessieren. Feminismus, Frauenrechte, persönliches Körpergefühl, Beziehungsängste, politische Entwicklungen und viele andere Themen finden im Buch Platz, wer sich dafür interessiert, für den mag diese Geschichte die richtige sein. Für mich persönlich war es ein ungewohnter Ausflug in ein anderes Genre, der mir dennoch im Gedächtnis bleibt. Danke dafür.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Prost, Gemeinde!

Teufelsspring
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Die junge Joelle Winter wird ermordet aufgefunden, Kommissar Wim Schneider nimmt zusammen mit seiner Kollegin Rosalie Helmer die Ermittlungen auf. Zufällig stößt Wims frühere Partnerin auf einen Cold Case ...

Die junge Joelle Winter wird ermordet aufgefunden, Kommissar Wim Schneider nimmt zusammen mit seiner Kollegin Rosalie Helmer die Ermittlungen auf. Zufällig stößt Wims frühere Partnerin auf einen Cold Case aus dem Jahr 1993 und findet Parallelen zum aktuellen Fall, die nach Hannover führen.

„Es begann mit »Gaußberg« im Frühling, setzte sich fort mit »Hinter Liebfrauen« im Sommer, zeigte mit »Im Eichtal« Wims düsterste Momente im nebeligen Herbst und bildet nun einen Abschluss mit »Teufelsspring« in einem hartnäckigen Winter.“ (Seite 372)

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den vierten Teil der Reihe mit Kommissar Wim Schneider, die mich seit unglaublichen vier Jahren begleitet. Die Fälle selbst sind hierbei in sich abgeschlossen, aufgrund der immer tiefergehenden Verflechtungen der Personen miteinander möchte ich jedoch dazu raten, die Reihenfolge einzuhalten. Besonders dieser Band bezieht sich auf einige zurückliegende Ereignisse und das Lesen ohne Vorwissen würde dazu führen, dass bestimmte Situationen einfach nicht richtig gedeutet werden können.

Bereits zum vierten Mal durfte ich dem speziellen, aber durchaus liebenswerten Kommissar Wim Schneider über die Schulter schauen, ihm und seinen Kollegen sowie anderen mal mehr, mal weniger sympathischen Figuren dabei zusehen, wie sie Fälle aufklären, Freundschaften schließen oder sich verkrachen, Spuren verfolgen, falsche Wege einschlagen, echte Indizien finden und Erfolge erzielen, indem sie den oder die Täter aufspüren und der gerechten Strafe zuführen. Besonders gefiel mir, dass der Fokus nicht ausschließlich auf Kommissar Wim Schneider lag, sondern permanent ein Wechsel der Perspektive erfolgte, der einen Einblick möglich machte, der weit über die Ermittlungsarbeit hinausging. Dies und der großartige Humor machten die Lektüre zu einem unvergleichlichen Erlebnis.

Wieder einmal bin ich begeistert, wie gut der Autor es geschafft hat, die verschiedenen Erzählstränge so passend miteinander zu verbinden, dass zuletzt alles phantastisch zusammenfand und keine Fragen offen blieben. Einige falsche Fährten und überraschende Wendungen später steuerte die Geschichte auf ein Finale zu, das mich vollständig zufriedenstellte, sogar auf den letzten Seiten kam keine Langeweile auf. Der Abgang mit einem Paukenschlag war typisch für den Protagonisten, ich hoffe sehr, dass nach den vier Jahreszeiten noch ein Nachspiel folgt, schließlich habe ich noch lange nicht genug. Für mich der absolute Höhepunkt der tollen Reihe, die mich wunderbar unterhalten hat.

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