Cover-Bild Im Schnee
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Piper
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 176
  • Ersterscheinung: 10.01.2025
  • ISBN: 9783492073486
Tommie Goerz

Im Schnee

Roman | »Ein großes kleines Buch.« BR

Von der Schönheit und der Härte des einfachen Lebens, von der Gnade der Freundschaft und dem Moment des Verlusts
Der alte Max hat alle Zeit. Draußen vor dem Fenster legt sich der Schnee wie eine Decke über das Dorf. Da dringt das Läuten des Totenglöckchens durch die Stille. Es schlägt für den Schorsch, der viel mehr war als nur ein Freund, ein Leben lang. So macht sich Max am Abend auf zur Totenwacht, wo die Alten zusammenkommen, um des Verstorbenen zu gedenken und sich zu erinnern.

Eine ganze Nacht erzählen sie von den Freuden bei der Ernte, von Abenden in der Wirtsstube, vom kleinen Glück. Und vom Schorsch. Aber auch von der Enge im Dorf und dem eisigen Schweigen. Erst im Morgengrauen kehrt der Max heim. Im Licht des neuen Tages ist ihm klar: Nichts davon wird wiederkommen. Nur die Erinnerungen an dieses Leben bleiben, solange er da ist...

»Ein großes kleines Buch« Bayerischer Rundfunk

»›Im Schnee‹ von Tommie Goerz macht einfach glücklich. Die Geschichten und Anekdoten bringen eigene Erinnerungen zum Vorschein. Diesem Autor möchte man tagelang, ach was, ein Leben lang zuhören, weil er etwas in uns berührt, wie kaum ein anderer.« WDR 4 – Bücher

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2025

Poetisch und leise

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Der Schnee hat eine weiße Decke über das Dorf gelegt. Vor Kurzem läutete das Totenglöckchen. Schorsch ist gestorben. Max hat sein gesamtes Leben im Dorf verbracht. Jetzt hängt er den Erinnerungen an seinen ...

Der Schnee hat eine weiße Decke über das Dorf gelegt. Vor Kurzem läutete das Totenglöckchen. Schorsch ist gestorben. Max hat sein gesamtes Leben im Dorf verbracht. Jetzt hängt er den Erinnerungen an seinen guten Freund Schorsch nach. Am Abend treffen sich die Alten aus dem Dorf, um die Nacht über Totenwache zu halten. Sie erzählen sich Geschichten von früher, als die Bewohner noch unter sich waren und es kein Neubaugebiet gab. Als es noch eine Schule und einen Kaufmannsladen gab. Es gibt auch einiges, über das niemand spricht. Das Dorf bewahrt seine Geheimnisse. Max sieht am Ende seines Lebens manche Geschehnisse kritisch, dennoch bricht auch er nicht das Schweigen. Die Erinnerungen an das Gute wie an das Schlimme werden bald mit dem letzten, alten Bewohner sterben.

Im Schnee ist ein poetischer Roman, voll Melancholie. Max als Erzähler, der seit seiner Kindheit in dem Dorf lebt und es nie verlassen hat, erinnert sich an ein Dorfleben, das geprägt war von Landwirtschaft und harter Arbeit. Jeder hatte seinen festen Platz in der Gemeinschaft.
Der Tod seines Freundes lässt diese Vergangenheit zurückkehren. Heute sieht Max vieles in einem anderen Licht. Die Beschreibungen des Lebens im Dorf sind authentisch und lassen eine Welt aufleben, die es heute kaum mehr gibt. Ich bin in dieses kleine, aber feine Buch eingetaucht, habe das Dorf mit seinen Bewohnern vor mir gesehen. Es ist eine wundervolle Erzählung, ebenso ruhig und besonnen, so wie man über frisch gefallenen Schnee läuft.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Feinfühlige Geschichte über das Landleben

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Es hat ein bisschen gedauert, bis der Roman „Im Schnee“ von meiner fantastisch sortierten @muenchner_stadtbibliothek bereitgestellt wurde, aber das Warten hat sich gelohnt!

Als Schorsch stirbt, beginnt ...

Es hat ein bisschen gedauert, bis der Roman „Im Schnee“ von meiner fantastisch sortierten @muenchner_stadtbibliothek bereitgestellt wurde, aber das Warten hat sich gelohnt!

Als Schorsch stirbt, beginnt für Max, seinen besten Freund, eine Phase der Erinnerung und der Rückblenden auf sein Leben in dem kleinen Dorf, in dem er noch heute lebt.
Die Dorfbewohner und -bewohnerinnen tauschen sich bei der Totenwache über das Leben von Schorsch aus, man erfährt aber durch Max Gedanken noch viel mehr über das Leben im Dorf und seine Bewohnerinnen und Bewohner.

@tommiegoerz hat es allein schon sprachlich geschafft, mich von der Stadt ins Dorf zu holen. Ich bin selbst in einem Dorf aufgewachsen und kann mich super in die Geschichte einfühlen.

Tommie Goerz versinkt in seinem Roman nicht in Nostalgie, sondern schafft mit Max einen authentischen Dorfbewohner, der am Ende seines Lebens durchaus auch kritisch auf Vieles blickt, das im Dorf im Laufe der Jahre passiert ist, totgeschwiegen oder weggeprügelt wurde.

Ich hab die Lektüre sehr genossen und fühlte mich an einige verschrobene Charaktere, typische Gerüche und das Leben auf dem Hof erinnert.

Ich bin sehr froh, dass Tommie Goerz das Leben auf dem Land nicht ausschließlich verklärt und idyllisch darstellt, sondern bewusst auch auf die Schattenseiten einer kleinen, verschworenen Gemeinschaft hinweist. Es gab immer wieder relevante Themen, die in dieser Dorfgemeinschaft nicht offen behandelt wurden, wodurch auch großes menschliches Leid entstand, das komplett ignoriert wurde.

Für mich als Ginger besonders bitter zu lesen:

„Ein Kind mit roten Haaren. […] Dieses Kind hatte keinen Namen, es durfte nie raus, niemand durfte es sehen, es war tagaus, tagein eingesperrt. […]Es wurde schlimmer gehalten als das Vieh.“

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Abschied

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Im Schnee – Tommie Goerz
Vor etwa einem Jahr konnte mich das Debüt des Autors von sich überzeugen, nun hat mir auch sein neues Werk „Im Schnee“ ganz hervorragend gefallen. Die Themen sind ähnlich: ein ...

Im Schnee – Tommie Goerz
Vor etwa einem Jahr konnte mich das Debüt des Autors von sich überzeugen, nun hat mir auch sein neues Werk „Im Schnee“ ganz hervorragend gefallen. Die Themen sind ähnlich: ein einsamer, alternder Mann, der auf sein gelebtes Leben zurückschaut und das ganz spezielle Einfühlungsvermögen, mit Tommie Goerz vom einfachen Leben auf dem Dorf und den einfachen Leuten erzählt.
Die Totenglocke läutet für den Schorsch, der ein besonderer Freund des Ich-Erzählers Max gewesen ist. Wie das auf dem Land so üblich ist, gibt es eine Totenwacht für den Schorsch. Es wird sich erinnert und erzählt, getrunken und gelacht. Die Erinnerungen gehen teilweise weit zurück und betreffen oft die ganze Dorfgemeinschaft und schweifen auch häufig vom Schorsch ab. So eine Dorfgemeinschaft hält zusammen, komme, was wolle – und so gibt es auch die ein oder andere unschöne Geschichte, die da zu Tage kommt.
„Doch, wenn man schweigt, kommt man sehr gut miteinander aus. Worüber man nicht spricht, das gibt es nicht. Alte Dinge rührte man nicht an. Man wollte, man musste ja zusammenleben.“
Der Autor liefert ein sehr authentisches Bild einer Dorfgemeinschaft – mit den positiven wie den negativen Seiten. Es scheint mir, ich bin in einem ganz ähnlichen Dorf aufgewachsen, denn ja, genauso war es und ich glaube dort und mancherorts ist es noch immer so – an solchen Orten laufen die Uhren einfach langsamer. Und so wie Tommie Goerz das erzählt, muss er dabei gewesen sein. Es ist die Sprache, der Umgangston, die Begebenheiten – als Städter kann man das gar nicht so schreiben.
Es ist ein Abschied und die Rückschau auf ein Leben, auf ein Miteinander mit schrulligen Nachbarn, auf tragische Schicksalsschläge und fragwürdige Entscheidungen, die eigentlich keine waren. Denn „das war bei uns schon immer so“.
Ein sehr leises, nachdenkliches Buch, das in weniger als 200 Seiten eine intensive Atmosphäre zaubert und sicherlich lange im Gedächtnis bleibt.
Ganz große klasse, 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Das war schon immer so…

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»Manche rief man hier noch nach ihren Höfen, egal wie ihre Namen waren. Wenn man aus dem Dorf war, wusste man Bescheid, und wenn nicht, ging es einen auch nichts an. Das war schon immer so.« (Seite 12)

Ein ...

»Manche rief man hier noch nach ihren Höfen, egal wie ihre Namen waren. Wenn man aus dem Dorf war, wusste man Bescheid, und wenn nicht, ging es einen auch nichts an. Das war schon immer so.« (Seite 12)

Ein Dorf stirbt aus, früher war es einmal lebendig und wach. Der Schorsch ist tot und Max, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband, sinniert leise über Gott und die Welt. Er erinnert sich an alte Geschichten, an Menschen, die gingen, aber auch solche, die da sind. Noch.

„»Dieses Dorf«, sagte er schließlich, nachdem er eine Zeit lang hin und her gedacht hatte, »ist wie jedes Dorf. Da wohnen Leute, und da gibt es Misthaufen. Und je näher man herankommt, desto mehr stinkt es.« Er ließ die Worte verklingen und lauschte ihnen hinterher. Sie gefielen ihm.“ (Seite 159

Wenige Tage lang lässt Tommie Goerz mich teilhaben an den Gedanken von Max, wenige Tage, die mir vorkommen wie ein ganzes Jahr. Da passiert eigentlich nicht viel, aber ganze Biografien laufen vor meinen Augen ab, passieren Dramen, ereignen sich Tragödien, werden Kinder geboren und Menschen verlieren ihr Leben. Ein leises Buch, das dennoch laut ist, in einer Sprache, die eine Vergangenheit aufleben lässt, die mich nostalgisch macht. Früher war auch nicht alles besser, es war einfach anders, aber dadurch nicht weniger lebenswert. Danke für diesen Einblick, der mich nachdenklich und zufrieden zurücklässt. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Ein melancholisches Buch über Freundschaft und das Sterben der Dörfer!

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Im Piper Verlag erscheint der Roman Im Schnee von Tommie Goerz.

Tommie Goerz entführt uns in die verschneite ländliche Idylle eines kleinen Dorfes. Das arbeitsame Leben der Bewohner ist schwer, doch ...

Im Piper Verlag erscheint der Roman Im Schnee von Tommie Goerz.

Tommie Goerz entführt uns in die verschneite ländliche Idylle eines kleinen Dorfes. Das arbeitsame Leben der Bewohner ist schwer, doch im Winter verschwindet alles unter einer Schneedecke und es kehrt Ruhe ein. Junge Leute schreckt die harte Arbeit ab, sie ziehen in die Städte, deshalb gibt es keine Geschäfte mehr und das alte Handwerk stirbt aus. Die alten Bewohner pflegen aber weiterhin ihre Traditionen wie das Läuten der Totenglocke und die Leichenwache. So ehren sie sich nach dem Tod.

"Wenn man schweigt, kommt man sehr gut miteinander aus. Worüber man nicht spricht, das gibt es nicht." Zitat

Der alte Max erzählt diese Geschichte, er lebt bescheiden und genießt, während die Natur im Schnee versinkt, die Wärme seine Häuschens und die winterliche Ruhe. Doch dann schreckt ihn das Läuten der Totenglocke auf und wenig später erfährt er, dass sein bester Freund Schorsch gestorben ist, er trauert um einen langjährigen Gefährten. Die Bewohner erweisen dem Toten ihre letzte Ehre, indem sie dem aufgebahrten Toten mit einer Nachtwache ehren. Dabei erzählen Freunde, Nachbarn und Weggefährten und Dörfler von ihren unterschiedlichen Erlebnissen mit dem Verstorbenen. Diese Tradition zeigt die Verbundenheit und die Kameradschaft der Bewohner. Es ist ein einfühlsames und achtsames Abschiednehmen.

Die Geschichte klingt wie aus einer anderen Zeit entsprungen. Die leise Erzählweise und die tiefen Einblicke in menschliche Schicksale haben melancholische Wirkung, hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und es haben sich viele Dramen abgespielt.

Der Tod seines alten Freundes lässt in Max die Erinnerungen an gemeinsame Stunden und Erlebnisse aufsteigen, die ihn mit seinem besten Freund Schorsch verbunden haben. Es gab freudige Momente, genau wie leidvolle. Jedes Jahr holte sich Schorsch ein paar Eimer voller Äpfel aus Max Garten, wenn es ans Ernten der Apfelbäume ging. Aber er bekam auch die Frau, die sich Max ausgesucht hatte.

Im Verlauf der Geschichte zeigt sich, dass die ländliche Idylle täuscht, bei näherem Eintauchen sieht man die harte Arbeit und Einsamkeit und es werden immer mehr Probleme der Menschen untereinander sichtbar. Häusliche Gewalt, ein behindertes Kind, das irgenwann verschwindet und Alkoholsucht sind die schlimmen Dinge, an die sich Max bei der andächtigen Totenwacht zurück erinnert und die er als Kind kaum beeinflussen konnte. Je mehr er nachdenkt, enthüllen sich immer mehr Dramen mit menschlichem Leid. Doch es gibt auch lichte Momente, wenn es um den Charakter Schorsch geht, der mit dem Menschen gut auskam und den viele mochten.

Die Geschichte hat mich durch die ruhige Erzählweise und die menschlichen Dramen immer mehr gepackt und festgehalten. Max hat kein einfaches Leben, sondern harten Arbeitsalltag, nur im Winter kann er sich ausruhen. Doch wie die Natur einem ewigen Kreislauf folgt, so folgt auch der Tod als Ende des Lebens.

Ein eindringlicher Roman, der das dörfliche Leben auf dem Land zeigt, mit tiefen Einblicken in alte Denkmuster, gelebte Traditionen und das Abschiednehmen von Freunden.

Hoffnung entsteht, wenn die Erinnerungen und Geschichten von den Lebenden weiter getragen werden.

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