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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2019

Toller Liebesroman

Wenn das Glück uns findet
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Wenn das Glück uns findet ist der dritte Roman aus der Neuengland Serie von Marie Force. Diesmal begleiten wir Brandon O’Malley, der im zweiten Band bereits einen wenig rühmlichen Auftritt hatte. Dort ...

Wenn das Glück uns findet ist der dritte Roman aus der Neuengland Serie von Marie Force. Diesmal begleiten wir Brandon O’Malley, der im zweiten Band bereits einen wenig rühmlichen Auftritt hatte. Dort bedrängte er Clare und wurde daraufhin von seinen Brüdern in eine Entzugsklinik eingeliefert.

Genau hier setzt das Buch ein. Brandon versteht anfangs überhaupt nicht, warum er dort gelandet ist, hat er doch nicht das Gefühl, Alkoholiker zu sein. Doch im Laufe der Therapie wird ihm klar, wie lange seine Familie ihn schon unterstützt und wie wenig er noch von seinem Leben mitbekommen hat.

Er lässt sich auf den Entzug ein und beginnt ein neues, enthaltsames Leben. Sein Vater möchte zuerst, dass er nicht wieder in der Firma arbeitet und gibt ihm daher den Job, ein Haus von Grund auf zu renovieren. In diesem Haus lebt auch Daphne mit ihrer Tochter Mike und Brandon verfällt beiden auf den ersten Blick.

Mich hat dieses Buch der Reihe wieder überzeugt. Marie Force hat auch hier wieder ein ungewöhnliches Thema für einen Liebesroman gewählt. Brandons Alkoholismus und die Auswirkungen auch auf die Angehörigen sind ein zentrales Thema. Aber auch Daphne und Mike haben ein Geheimnis, das es in sich hat. Und so wird es nochmal richtig spannend, als man schon der Meinung ist, dass doch jetzt alles gut werden kann.

Mir hat das Buch einige entspannte Lesestunden geschenkt, daher kann ich es nur empfehlen, wenn man auf der Suche nach einer schönen Liebesgeschichte ist. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf weitere Bücher der Reihe, die ich sicher weiter verfolgen werde.

Veröffentlicht am 18.10.2019

Toller Reisebericht!

Leaving the Frame
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Das Buch ist die Geschichte der Reise, die Maria Ehrich und ihr Freund Manuel Vering Anfang 2018 nach Kenia, Hawai, Mexiko, Belize, die USA und Kanada führte. Die beiden wollten die Reise dazu nutzen einen ...

Das Buch ist die Geschichte der Reise, die Maria Ehrich und ihr Freund Manuel Vering Anfang 2018 nach Kenia, Hawai, Mexiko, Belize, die USA und Kanada führte. Die beiden wollten die Reise dazu nutzen einen Film zu drehen und um Menschen zu treffen, die eine Geschichte zu erzählen haben. Nach anfänglichen Problemen ist ihnen das dann auch gelungen und so lernen wir u.a, Schwester Mary Jane kennen, die alleine ein Waisenhaus in Kenia führt oder Simon, der sich als Vogelschützer mitten im Busch niedergelassen hat.

Noch mehr war diese Reise wohl gerade für Maria auch eine Reise zu sich selbst. Man merkt ihr an, dass sie durch die Erlebnisse gewachsen ist und nun mehr in sich ruht.

Das Buch ist aus ihrer Perspektive in Ich-Form geschrieben, was das Buch zu einer sehr persönlichen Reiseerfahrung macht. Ich hatte ja den Film der beiden schon in der Preview erleben dürfen und muss sagen, es war wirklich gut, den Film vor dem Buch gesehen zu haben. Beide ergänzen sich, es gibt Dinge, die im Film und nicht im Buch vorkommen und andersherum. Bei den Erlebnissen, die in beiden ein Thema sind, hat man die Bilder wieder vor Augen, so dass man noch mehr in das Buch gezogen wird. Von daher ergänzen sich Buch und Film perfekt.

Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, sind doch solche Reiseberichte eine gute Möglichkeit, die Welt mal aus anderen Augen zu sehen. Marias Schreibstil ist gut zu lesen und man hat wirklich das Gefühl mit den beiden in ihrem Käfer unterwegs zu sein.

Von mir daher eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 14.10.2019

Unbedingt lesen!

Die geteilten Jahre
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Wolfgang Leipold und seine Frau wollen weg aus der DDR. Alles ist geplant, die Rückkehr aus dem Urlaub soll im Westen Berlins enden. Es ist jedoch der 13. August 1961 und als die Leipolds in Berlin ankommen, ...

Wolfgang Leipold und seine Frau wollen weg aus der DDR. Alles ist geplant, die Rückkehr aus dem Urlaub soll im Westen Berlins enden. Es ist jedoch der 13. August 1961 und als die Leipolds in Berlin ankommen, ist es zu spät, die Mauer wird gerade hochgezogen, kein Weg führt mehr über die Sektorengrenze.

Zurück in Leipzig fällt es schwer wieder im sozialistischen Alltag anzukommen. Auch Sohn Marcus tut sich schwer mit der Staatsideologie, wie seine gesamte Familie. Von dieser zu einem kritisch denkenden Menschen erzogen, kommt es immer wieder zu Reibereien mit der Staatsmacht. Aber irgendwie gelingt es Marcus sich zu arrangieren und die Schwächen des Systems zu erkennen und zu nutzen. Doch irgendwann hält auch er es nicht mehr in der DDR aus und so planen er und seine Frau die Flucht. Doch die ist leichter geplant als getan, allerdings kommt die Geschichte der Familie am Ende zu Hilfe.


Matthias Lisse erzählt mit diesem Buch seine eigene Geschichte in Romanform. Das ist ihm gut gelungen und man glaubt ihm jedes Wort, man hat beim Lesen das Gefühl mit ihm zusammen zu sitzen und ihm zu lauschen. Viele Dinge, die er hier wiedergibt sind bekannt. Die Schikane, wenn man nicht in der Partei ist, die Bespitzelung, die Schinderei in der NVA und vieles mehr. Da ich als Wessi groß geworden bin, kenne ich solche Dinge nur aus den Erzählungen anderer und aus Dokumentationen, von denen es ja zuhauf gibt. Ich denke manch ostdeutscher Leser wird in diesem Buch auch einiges wieder finden, was ihm selbst widerfahren ist.


Das Buch ist eine Erinnerung an Zeiten, die sich niemand zurückwünscht. Es zeigt recht deutlich was mit der DDR alles untergegangen ist und dass das auch gut so ist. Viele, die heute sagen „War doch nicht alles schlecht in der DDR“ sollten sich dieses Buch noch einmal zu Gemüte führen. Vielleicht erkennen sie dann, dass vieles eben doch schlecht war und was wir in den knapp dreißig Jahren nach der Wiedervereinigung alles erreicht haben.


Von mir eine absolute Leseempfehlung und die Hoffnung, dass dieses Buch noch viele Leser findet!

Veröffentlicht am 12.10.2019

kurzweilige Lektüre

Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello
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Lena Greiner und Carola Padtberg haben in diesem mittlerweile dritten Band wieder lustige und absurde Schülerantworten zusammengetragen. Aber auch Schüler kommen mit Geschichten über seltsame Lehrer zu ...

Lena Greiner und Carola Padtberg haben in diesem mittlerweile dritten Band wieder lustige und absurde Schülerantworten zusammengetragen. Aber auch Schüler kommen mit Geschichten über seltsame Lehrer zu Wort und am Ende dürfen sich auch die Lehrer noch einmal äußern.

Ich habe das Buch im Laufe eines Tages gelesen und dabei viel gelacht. Einiges habe ich meiner Tochter vorgelesen, die in der 7. Klasse Gymnasium ist und sich teilweise doch sehr über die Antworten ihrer Altersgenossen sowohl beömmelt als auch gewundert hat.

Es war auf jeden Fall ein kurzweiliges Buch, das zu lauten Lachanfällen geführt hat.
Daher durchaus eine Leseempfehlung von mir.

Veröffentlicht am 10.10.2019

gelungenes Bild der Zeit

Die englische Fürstin
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Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, genannt Daisy, wächst als englische Adelstochter relativ frei auf und erfährt dabei nicht viel Bildung. Ein bisschen Tanz, Musik und Französisch müssen reichen, Ziel ...

Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, genannt Daisy, wächst als englische Adelstochter relativ frei auf und erfährt dabei nicht viel Bildung. Ein bisschen Tanz, Musik und Französisch müssen reichen, Ziel ist es doch sie möglichst reich zu verheiraten, um das schmelzende Familienvermögen aufzustocken.
So wird sie trotz Widerstands an den 12 Jahre älteren Hans Heinrich von Pless aus Deutschland verheiratet. Die Ehe ist von Anfang an schwierig, ist Hans doch nur wenig emphatisch und die deutschen Sitten des Adels für Daisy ein Buch mit sieben Siegeln. Erst als Daisy anfängt sich für die Armen zu engagieren, wird ihr Leben einigermaßen zufrieden.

Sabine Weigand greift mit diesem Buch die wahre Lebensgeschichte von Daisy von Pless auf. Daisy hatte sich am Anfang des 20. Jahrhunderts besonders in Waldenburg für die Verbesserung der Lebensbedingungen der dortigen Einwohner eingesetzt und wurde so zum Engel von Waldenburg. Dabei unterstützt wird sie im Buch von der fiktiven Figur des Joschi, der und dessen Familie stellvertretend für die dortige Bevölkerung steht. Daisys Engagement führt dazu, dass sie sich auch politisch interessiert. Trotz ihres Einflusses beim deutschen Kaiser als auch im englischen Königshaus gelingt es aber auch ihr nicht den ersten Weltkrieg mit all seinen Gräueln zu verhindern. Und steht dann als Engländerin in Deutschland zwischen allen Fronten.

Die Perspektive im Buch wechselt immer wieder, Tagebucheinträge und überlieferte Briefe, sowie Zeitungsmeldungen wechseln sich mit Passagen in der dritten Person und Einschüben aus Joschis Perspektive ab. So entsteht ein vielfältiges Bild der Zeit.
Anfangs hatte ich ein wenig Probleme mit der etwas einfältig wirkenden Daisy. Sie ist wirklich ein Kind ihrer Zeit. Frauen hatten damals nichts zu wissen, möglichst hübsch auszusehen und möglichst den Mund zu halten. Trotz allem schafft es Daisy aber ein halbwegs selbstbestimmtes Leben zu führen, vor allem, wenn ihr Mann mal wieder ohne sie auf Reisen ist. Im Laufe des Buches entwickelt sich Daisy wirklich zu einer Frau, die weiss was sie möchte und was nicht und die es schafft das was sie sich vorgenommen hat, auch durchzusetzen. So wuchs sie mir immer mehr ans Herz.

Mich hat das Buch sehr berührt. Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass es doch so einen Lesesog entwickelt.
Abgerundet wird das Ganze durch ein informatives Nachwort der Autorin. Hier erzählt sie die Entstehungsgeschichte des Buches und was Fiktion und was Wahrheit war. So erfährt man hier auch noch, wie es mit der Familie von Pless nach dem ersten Weltkrieg weiterging. Damit bekommt das Buch auch ein rundes Ende.
Ich kann dieses Buch für Fans gut recherchierter historischer Romane nur empfehlen. Wie immer bei Sabine Weigand wird Geschichte hier lebendig.