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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2022

Was geschah mit Emily?

Die Vergessene
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Die siebzehnjährige Emily macht sich bereit für ihren Highschool-Abschlussball, auf dem sie nicht willkommen ist. Denn Emily verbirgt ein Geheimnis, das vielen Personen gefährlich werden könnte. Eine dieser ...

Die siebzehnjährige Emily macht sich bereit für ihren Highschool-Abschlussball, auf dem sie nicht willkommen ist. Denn Emily verbirgt ein Geheimnis, das vielen Personen gefährlich werden könnte. Eine dieser Personen bringt Emily für immer zum Schweigen. Ein Zeitsprung, es sind vierzig Jahre später. Andrea Oliver hat gerade ihre Ausbildung zum US-Marshal beendet, ihr erster Auftrag ist es, eine Richterin zu beschützen, die Morddrohungen erhält. Aus persönlichen Gründen fängt Andrea nebenher an, eigene Ermittlungen anzustellen, um herauszufinden, was damals mit Emily passiert ist. Ihr ist nicht klar, wie gefährlich diese Suche für sie werden könnte.

Dies ist die Fortsetzung des großartigen Bestsellers „Ein Teil von ihr“ und ein Wiedersehen mit Andrea, die in diesem Buch nebst ihrer Mutter die Hauptperson gespielt hat. Man muss den Vorgänger nicht zwingend gelesen haben, um dieses Buch zu verstehen, ich würde es aber zum besseren Verständnis raten, zumal es viele Hin- und Verweise auf die Vorgeschichte gibt, die auch in diesem Thriller wieder eine Rolle spielen. Die Story springt zwischen 1982 und der Gegenwart vierzig Jahre später hin und her. Die Vergangenheit ist interessant, aber dennoch wird nichts verraten, das einen Hinweis auf die schuldige Person geben könnte, was die Suche in der Gegenwart umso spannender macht. Anfangs habe ich meine Probleme damit, mich an die Vorgeschichte zu erinnern, aber durch die vielen eingestreuten Anmerkungen erinnere ich mich bald an viele Einzelheiten. Immer tiefer tauche ich in die Geschichte ein, die mit jeder Seite vielschichtiger und komplexer wird. Je mehr ans Licht kommt, desto erschütterter bin ich darüber, was geschehen ist. Immer wieder gehe ich die Verdächtigen durch und revidiere meine Meinung, dennoch bin ich meilenweit von der tatsächlichen Auflösung entfernt. Diese habe ich überhaupt nicht erwartet, obwohl es im Nachhinein die logischste Erklärung für den Tathergang ist.

Ein unglaublich spannender Thriller, der mich begeistert zurück- und auf eine weitere Fortsetzung hoffen lässt. Von mir gibt es fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.09.2022

Verzweifelte Suche nach der Wahrheit

Was ans Licht kommt
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Ein anonymer Anruf im Februar des Jahres 1986 alarmiert die Polizei. Ein Mann behauptet, er habe eine Frau vergewaltigt und kündigt an, es wieder tun zu wollen. Kurz danach wird das Opfer gefunden, das ...

Ein anonymer Anruf im Februar des Jahres 1986 alarmiert die Polizei. Ein Mann behauptet, er habe eine Frau vergewaltigt und kündigt an, es wieder tun zu wollen. Kurz danach wird das Opfer gefunden, das an den Verletzungen stirbt. Der Polizist, der die junge Frau fand, macht sich verbissen auf die Jagd nach dem Täter, findet diesen aber nicht. Über dreißig Jahre nach seinem Tod findet sein Sohn auf dem Dachboden die Ermittlungsakte nebst einem Karton weiterer Unterlagen und stellt eigene Nachforschungen an. Dabei kommen Dinge ans Licht, die besser verborgen geblieben wären.

Meine Erwartungen an das Buch waren hoch, ich habe ein Jahres-, mindestens aber ein Monatshighlight erwartet. Geworden ist es keines davon, was ich wirklich schade finde, denn die Geschichte enthält alles, was ich in einem Kriminalroman sehr mag; ein ungelöster Fall, mysteriöse Verwicklungen, ungewöhnliche Figuren, Geheimnisse. Dennoch hatte ich die meiste Zeit das Gefühl, der Autor lässt mich außen vor, und nicht nur das, seinen Figuren erging es ebenso. Fast alle sind wortkarg, tun geheimnisvoll, machen alles mit sich aus, keiner spricht mit anderen. Immer wieder hat eine Person einen Gedanken, einen Einfall oder ein Gefühl, die nicht klar kommuniziert werden. Das kann spannend sein, wenn es aber permanent passiert, ist es irgendwann einfach nur noch frustrierend.

Dabei ist die Story selbst unglaublich interessant, allerdings fehlt es in der Umsetzung an Spannung. Zu ausschweifend, zu langatmig wird diese erzählt und erst im letzten Drittel kommt etwas Schwung in die ganze Sache. Allerdings geht es da genauso weiter; niemand stimmt sich ab, jeder macht sein Ding und es dauert unglaublich lange, bis endlich Licht ins Dunkel kommt. Ich habe einen Verdacht, der sich zunächst nicht bestätigt, und dann kommt eine Wendung, die ich nicht erwartet habe und diese ist ungeheuerlich. Dieser Ansatz hat mich wirklich überrascht und ich habe versucht, mich zu erinnern, ob es Hinweise darauf gab. Dennoch war durch die vielen Längen bereits ein wenig die Luft raus, hier hätte eine Kürzung wohl Wunder gewirkt, und ich glaube, die Story hätte eher ihre volle Wucht entfalten können. Die erneute Kehrwende kam dann zwar unerwartet, aber der große Knall blieb trotzdem aus. Als sich dann erstaunlicherweise mein Anfangsverdacht bestätigt, fühle ich keine Befriedigung, sondern bin froh, dass dieses Verbrechen, das so viele Jahre ungeklärt blieb, endlich einen Abschluss finden kann, und das Buch damit auch.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass hier viel Potential verschenkt wurde. Eine Straffung der Story hätte zur Folge gehabt, dass ich mich mehr darauf hätte einlassen können. Zu krampfhaft hat der Autor sich bemüht, eine besondere Atmosphäre zu schaffen und dadurch leider das Gegenteil erreicht. Das Buch ist nicht schlecht, aber eben auch nicht herausragend, sodass ich die goldene Mitte wähle und drei Sterne vergebe. Beim nächsten Buch wird hoffentlich alles anders.

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Veröffentlicht am 05.09.2022

Was hast du getan?

Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
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Patrick Dostert bekommt Besuch von der Polizei, eine Frau beschuldigt ihn, ihre Freundin misshandelt und entführt zu haben. Patrick kennt die Frauen nicht, da ist es gut, dass er ein Alibi hat, er verweist ...

Patrick Dostert bekommt Besuch von der Polizei, eine Frau beschuldigt ihn, ihre Freundin misshandelt und entführt zu haben. Patrick kennt die Frauen nicht, da ist es gut, dass er ein Alibi hat, er verweist auf ein Geschäftsessen mit einem potentiellen Kunden seines Arbeitgebers. Dumm nur, dass dieser Kunde nicht nur nicht auffindbar ist, sondern gar nicht existiert. Als dann noch ein Video auftaucht, in dem Patrick eine Frau massiv bedrängt und bedroht, spitzt sich die Situation zu, denn nun ist Patrick der einzige Verdächtige, an dessen Unschuld nicht einmal mehr seine Frau glaubt.

Holla, die Waldfee, das war ein spannendes Leseerlebnis! Eigentlich wollte ich das Buch in einem Buddyread lesen, aber schnell war klar, dass daraus nichts wird, als ich nach wenigen Stunden, ohne es zu merken, im letzten Drittel angekommen bin. Natürlich konnte ich gerade in diesem Abschnitt keine Pause mehr machen und dann war es auch schon geschehen; ich war am Ende angekommen und klappte das Buch mit einem zufriedenen Gefühl zu. In diesem Buch war nichts so, wie es auf den ersten Blick schien. Bereits der Prolog hat mich vor ein Rätsel gestellt, konnte ich diesen bis zum Ende hin nicht in einen Zusammenhang bringen mit der restlichen Story. Erst der Epilog, der das fulminante Finale einläutete, brachte Licht in das Dunkel. Ich habe immer wieder gerätselt und auch die ein oder andere Person verdächtigt, aber auf diese Auflösung bin ich tatsächlich nicht gekommen. Ein großartiger Thriller, der die volle Punktzahl verdient und für den ich sehr gerne eine Leseempfehlung ausspreche.

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Veröffentlicht am 01.09.2022

Gefährliche Feinde

Pirlo - Falsche Zeugen
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Der Anführer einer Nazi-Rocker-Bande ist tot, Rainer Waßmer wurde Mitten in der Nacht auf dem Parkplatz eines zwielichtigen Etablissements erstochen, der Täter ist flüchtig. Am Abend davor waren Waßmer ...

Der Anführer einer Nazi-Rocker-Bande ist tot, Rainer Waßmer wurde Mitten in der Nacht auf dem Parkplatz eines zwielichtigen Etablissements erstochen, der Täter ist flüchtig. Am Abend davor waren Waßmer und seine Begleiter mit einem kriminellen Clan aneinandergeraten, der Thronfolger eines wichtigen albanischen Clans, der junge und hitzköpfige Faruk Maliki, hat Waßmer dabei angedroht, dass er ihn abstechen würde. Maliki wendet sich nun an Pirlo und Mahler und bittet darum, dass die beiden ihn vertreten. Eine richtige Wahl gibt es dabei aber nicht.

Dies ist der zweite Teil der Reihe um die Strafverteidiger Pirlo und Mahler und wie bereits der Vorgänger hat mich das Buch unglaublich gut unterhalten. Zum besseren Verständnis der Beziehung zwischen Toni Pirlo und Sophie Mahler empfehle ich, den ersten Teil zuerst zu lesen, es gibt zudem einige Hin- und Verweise auf den ersten Fall der beiden Anwälte, die immer wieder erfolgen. Der Schreibstil ist toll, der Fall spannend und der Humor, der sich durch das ganze Buch zieht, göttlich. Sarkasmus und Ironie kommt hier nicht zu kurz, das sollte man in einem Kriminalroman schon mögen. Die geheime Herkunft von Pirlo wird auch hier immer wieder thematisiert, dies sorgt manchmal für komische, oft aber auch sehr dramatische Momente.

Sehr früh habe ich einen Verdacht, der sich letztendlich auch bestätigt. Der Weg dahin aber ist so interessant und spannend zu verfolgen, dass es meiner Begeisterung keinen Abbruch tut. Lediglich einen Logikfehler habe ich zu bemängeln, der tatsächlich so gravierend ist, dass ich zum Anfang zurückblättern muss, da ich es nicht glauben kann. Leider bestätigt sich meine Vermutung, was ich schade finde, denn der Fehler ist groß und stört das ansonsten so perfekte Ende. Ich weiß nicht, wer das zu verantworten hat? Die einen sagen so, die anderen so. Ich durfte den Autor befragen, der mir eine mögliche Erklärung dafür geliefert hat. Mich hat diese nicht gänzlich überzeugt, es bleiben Zweifel. Aus Gründen. Besonders den zeitlichen. Dennoch finde ich es schön und besonders, dass sich der Autor, der ein vielbeschäftigter Anwalt ist, Zeit dafür genommen hat. Das ist nicht selbstverständlich. Danke dafür.

Von mir gibt es vier Sterne und natürlich eine Leseempfehlung, da es ansonsten keinen Grund zum meckern gibt. Nun kann ich den nächsten Teil, von dem es eine Leseprobe im Buch gibt, kaum noch erwarten!

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Veröffentlicht am 30.08.2022

Die Wahrheit liegt dazwischen

Sturmrot
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Vor dreiundzwanzig Jahren hat Olof den Mord an Lina gestanden, er war damals vierzehn Jahre alt. Olof war seitdem nicht mehr in seinem Elternhaus, der Zufall führt ihn wieder dahin. Zu seinem Entsetzen ...

Vor dreiundzwanzig Jahren hat Olof den Mord an Lina gestanden, er war damals vierzehn Jahre alt. Olof war seitdem nicht mehr in seinem Elternhaus, der Zufall führt ihn wieder dahin. Zu seinem Entsetzen findet er seinen Vater tot in der Dusche vor, ermordet mit einem Jagdmesser. Die Polizistin Eira ist eine der ermittelnden Beamten. Sie war zum Zeitpunkt des Mordes an Lina neun Jahre alt und erinnert sich noch gut an diese schreckliche Zeit.

Dieses Buch hat es mir wirklich nicht leicht gemacht, tatsächlich habe ich mich durch die ersten hundertfünfzig Seiten regelrecht quälen müssen. Der Schreibstil ist trocken, zurückhaltend und für mich persönlich ein wenig emotionslos, dabei hat das Buch alles, was ich normalerweise sehr mag; ein Toter, ein Verdächtiger und dazu ein alter Mordfall, eine Kleinstadt, viele Geheimnisse und eine Ermittlerin mit Ecken und Kanten, die Probleme hat, wie sie fast alltäglich in vielen Familien auftauchen. Dennoch wollte lange der Funke nicht überspringen und ich dachte schon, dass es so bleibt, als es plötzlich eine Wendung des Falles gab, die mein Interesse weckte und zusätzlich auch meinen Täterradar. Nun gab es für mich kein Halten mehr, die Spekulationen und Verdächtigungen meinerseits gingen in einige Richtungen und schlagartig war der Schreibstil nicht nur zweitrangig, ich fing auch an, Gefallen daran zu finden.

Die Richtung, die der Fall dann nahm, hat mich sehr überrascht, genauso wie der Umstand, dass ich das Buch nun nicht mehr aus der Hand legen wollte. Die erneute Wendung in der Ermittlung hat mich kalt erwischt, auch das Handeln der beteiligten Personen habe ich so nicht erwartet. Die Auflösung, die keine war, hat für mich persönlich gut zu der Geschichte gepasst. Ich freue mich nun sehr auf den zweiten Teil der Trilogie, der glücklicherweise bald erscheint. Vier Sterne gibt es von mir und eine Leseempfehlung.

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