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Veröffentlicht am 26.02.2022

Tierischer Spaß in Bildern

Pets Rock
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Dieses Buch ist ein wahres Feuerwerk an Kreativität und Talent.

Die Charaktere entstehen in zwei Etappen: Zuerst werden die Vierbeiner fotografiert und später alle anderen Bestandteile des Bildes zeichnerisch ...

Dieses Buch ist ein wahres Feuerwerk an Kreativität und Talent.

Die Charaktere entstehen in zwei Etappen: Zuerst werden die Vierbeiner fotografiert und später alle anderen Bestandteile des Bildes zeichnerisch hinzugefügt, z.B. Haare, Kleider, MakeUp oder Requisiten. All dies ist handgezeichnet und so entsteht ein einzigartiges Kunstwerk. (Seite 158)

Es macht mir unglaublich viel Spaß, zu raten, wen das jeweilige Tier darstellen soll. Auffallend oft passt die Tierart dermaßen gut zur dargestellten Person, dass der ein oder andere Lachanfall vorprogrammiert ist. Hierbei sind es die kleinen Details, die mich begeistern; ob Schmuck, ein kleiner Bauch, die Pose oder die Frisur, manchmal ist es eine dieser Kleinigkeiten, die mich auf die Lösung bringt. Royals, Künstler, Figuren der Film-, aber auch Personen der Zeitgeschichte, alles ist vorhanden. Ein bunter Mix, der mich staunen, schmunzeln und oft lachen lässt.

Ein Bildband zum behalten, verschenken, auf den Tisch legen oder aber, um diesen jemandem an den Kopf zu werfen, der euch ärgert. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Der einzige Kritikpunkt ist, dass es keine Auflösung gibt, so dass mir einige Werke zwar sehr gefallen, ich aber keine Ahnung habe, wen das Tier darstellen soll. Dies mindert zwar nicht den Spaß, soll aber dennoch erwähnt werden. Von mir gibt es fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.02.2022

Farm des Grauens

Sechzehn Pferde
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Auf einer Farm werden sechzehn Pferdeköpfe entdeckt, die Pferdekörper fehlen, lediglich die Schweife liegen in der Nähe, abgeschnitten und verdreckt. Der zuständige Polizeibeamte Alec Nichols holt die ...

Auf einer Farm werden sechzehn Pferdeköpfe entdeckt, die Pferdekörper fehlen, lediglich die Schweife liegen in der Nähe, abgeschnitten und verdreckt. Der zuständige Polizeibeamte Alec Nichols holt die Veterinärforensikerin Dr. Cooper Allen hinzu, um diese Tat aufzuklären. Als sich herausstellt, dass sich durch die Kadaver in der Erde eine Infektion ausbreitet, läuft die Sache ein wenig aus dem Ruder.

Das Buch erinnert mich anfangs an einen Film; kurze Sequenzen mal hier, mal da, hier ein Gespräch, dort ein Gebäude, im hier und jetzt, damals und später. Es gefällt mir gut, weil ich davon ausgehe, dass diese jetzt noch unpassenden Teile irgendwann ineinandergreifen und mir das große Ganze präsentieren. Immer weiter tauche ich in die Erzählung ein und verstehe trotzdem immer weniger. Ich warte lange auf eine Erklärung, versuche der Story zu folgen, verliere aber immer mehr den Überblick und dadurch leider irgendwann auch die Lust. Ganze Passagen ziehen an mir vorbei, die Protagonisten bleiben blass und werden immer unwichtiger auf meiner Suche nach dem Grund. Schlimme Dinge passieren mit Menschen und Tieren, aber ich bleibe unbeteiligt, seltsam losgelöst. Es berührt mich nicht, nimmt mich nicht mit, geht mich fast nichts an. Die Auflösung dann, banal und für mich nicht nachvollziehbar, gibt mir den Rest. Die Erzählung wollte so viel geben, bekommen habe ich fast nichts. Das ist schade, denn es hätte so schön werden können zwischen dem Buch und mir. So aber bleibe ich enttäuscht zurück und trauere um das, was hätte sein können.

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Veröffentlicht am 23.02.2022

Ein Schuss ins Ungewisse

Tell
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Wilhelm Tell lebt mit seiner Familie ein zurückgezogenes Leben, als er eines Tages in den Bergen dem neuen Landvogt Gessler und dessen Leibwächter Harras über den Weg läuft. Harras findet Tell nicht unterwürfig ...

Wilhelm Tell lebt mit seiner Familie ein zurückgezogenes Leben, als er eines Tages in den Bergen dem neuen Landvogt Gessler und dessen Leibwächter Harras über den Weg läuft. Harras findet Tell nicht unterwürfig genug und vermutet außerdem, dass dieser in den Bergen wildert, obwohl die Jagd allein dem König vorbehalten ist. Ohne dies mit dem Landvogt abzusprechen, fängt Harras einen unfairen Kleinkrieg mit Tell an. Irgendwie läuft dann alles aus dem Ruder.

Wilhelm Tell war ein Schweizer Freiheitskämpfer, der zudem seit Ende des 19. Jahrhunderts als Nationalheld der Schweiz gilt. Ich erinnere mich grob an die Geschichte, aber so ungewöhnlich und spannend habe ich diese nicht in Erinnerung. In mal kurzen, mal etwas längeren Kapiteln kommen 20 verschiedene Personen zu Wort, aus deren Erzählungen sich die Geschichte zusammensetzt. Das ist interessant, das ist ungewöhnlich, das ist einfach grandios!

Es könnte sich so zugetragen haben, oder auch nicht, der künstlerischen Freiheit waren hier keine Grenzen gesetzt. Inhaltlich und sprachlich hat die Story mich sofort mitgerissen, viele Passagen mich bewegt, einige emotional berührt. Eine wunderbare Interpretation, die ich nur empfehlen kann. Von mir gibt es fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.02.2022

Zerplatzte Träume, gescheiterte Existenzen

Wir sind das Licht
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Elisabeth ist tot, verhungert. Sie ist verhungert, während ihre Schwester ihre Hand hielt und zwei ihrer weiteren Mitbewohner der Wohngemeinschaft mit dem schönen Namen Klang und Liebe daneben saßen, auf ...

Elisabeth ist tot, verhungert. Sie ist verhungert, während ihre Schwester ihre Hand hielt und zwei ihrer weiteren Mitbewohner der Wohngemeinschaft mit dem schönen Namen Klang und Liebe daneben saßen, auf einer Luftmatratze, die derjenigen gleicht, auf der Elisabeth starb, verhungert ist, als sie ihren letzten Atemzug tat, allein und einsam im Kreise dieser Menschen, die mit ihr zusammenwohnten. Der herbeigerufene Hausarzt erkennt keinen natürlichen Tod, ruft Rechtsmedizin und Polizei, die kommen und erkennen, dass hier etwas nicht stimmt. Was das aber ist, das erkennen sie nicht, das können sie nicht erkennen. Die Mitbewohner werden verhaftet und verhört. Kann man so etwas erklären?

Dieses Buch ist sprachlich eine Wucht! Das Spiel der Autorin mit Worten und Sätzen hat mich anfangs sprachlos gemacht und fast schon überfordert. Ich habe mehr auf die Sätze geachtet, darauf, dass manche fehlerfrei und Sinn machend über mehrere Seiten gingen, ohne auf den Inhalt mehr zu achten, ohne darauf achten zu können, so gebannt, so verzaubert war ich, dass ich den Text erneut lesen musste, um ihn aufzunehmen. Das klingt anstrengend, aber tatsächlich war es das Gegenteil davon. Manche Stellen sind ruhig, andere wiederum nicht, nur langweilig wird es nie. Jedes Kapitel wird aus der Sicht von… Tja, von wem oder was, das ist hier die Frage. Da ist der Tatort, der erzählt, was an ihm passiert ist. Da ist der Zweifel, der sich einnistet und verrät, wie, warum, bei wem. Da sind die Nachbarn, die ihre Beobachtungen mit mir teilen, aber auch die Erzählung, die meine Fragen, Ansätze und gedanklichen Lösungsvorschläge einfach vorwegnimmt und schriftlich festhält. Das ist genial, das ist meisterlich, das ist einfach grandios! Dieses Buch ist trotz des Themas ein Schatz und bekommt von mir verdiente fünf Sterne mit Sternchen.

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Veröffentlicht am 19.02.2022

Mörderische Wüste

Vogelgrab
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Reni Fisher ist die Tochter des berüchtigten Inland-Empire-Killers, der gefasst wurde, als sie acht Jahre alt war, und der seit nunmehr dreißig Jahren im Gefängnis sitzt. Wo er seine Opfer begrub, hat ...

Reni Fisher ist die Tochter des berüchtigten Inland-Empire-Killers, der gefasst wurde, als sie acht Jahre alt war, und der seit nunmehr dreißig Jahren im Gefängnis sitzt. Wo er seine Opfer begrub, hat er bis heute nicht verraten. Er verspricht Detective Daniel Ellis von der Mordkommission, ihn zu den Leichen seiner Opfer zu führen, knüpft hieran aber die Bedingung, dass Reni, die er seit seiner Verhaftung nicht mehr gesehen hat, dabei sein muss. Reni ist zwischenzeitlich FBI-Profilerin, aber seit längerem nicht mehr in ihrem Beruf tätig; zu groß ist ihr Trauma aus der Kindheit. Um den Familien der Opfer Gewissheit zu bringen, willigt sie wider besseren Wissens ein, behilflich zu sein.

Das Buch fing unspektakulär und ruhig an, es packte mich anfangs irgendwie nicht. Das liegt wohl in erster Linie daran, dass die Charaktere erst einmal vorgestellt wurden und ich nicht erkennen konnte, worauf das Ganze hinausläuft. Die Verbrechen von Renis Vater wurden nicht explizit beschrieben, in Rückblicken erinnert sich Reni lediglich an bestimmte Situationen aus ihrer Kindheit. Die Vorgänge liegen nicht nur dreißig Jahre zurück, Reni war auch viel zu jung, um zu durchschauen, dass es bei dem, was ihr Vater „das Spiel“ nannte, für dessen Opfer um Leben und Tod ging. Plötzlich gab es eine Wendung, die ich nicht kommen sah, die aber die Story in eine völlig andere Richtung lenkte. Der Mix aus Gegenwart und Vergangenheit förderte immer mehr Details zutage, die Spannung stieg und bald schon erfuhr ich Ungeheuerliches. Dazu gab es erneut eine Wendung, die ich kaum glauben konnte. Besonders das letzte Drittel war an Dramatik kaum zu überbieten. Ein sehr aufregender und spannender Reihenauftakt, der mir bereits jetzt große Lust auf eine Fortsetzung macht. Von mir gibt es 4 1/2 Sterne und eine Leseempfehlung.

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