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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2021

Die da oben…

Reality Show
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An Heiligabend werden zehn der mächtigsten und reichsten Menschen in Deutschland, Frauen und Männer, zusammen mit Familie, Freunden oder Bediensteten in ihren Wohnungen, Häusern oder Feriendomizilen als ...

An Heiligabend werden zehn der mächtigsten und reichsten Menschen in Deutschland, Frauen und Männer, zusammen mit Familie, Freunden oder Bediensteten in ihren Wohnungen, Häusern oder Feriendomizilen als Geiseln genommen. Gleichzeitig wird auf allen Fernsehkanälen eine Reality Show ausgestrahlt mit einem bekannten Influencer als Showmaster. Dieser gibt dem erstaunten Publikum die Möglichkeit, über Vergehen dieser zehn Personen abzustimmen und eine Strafe festzusetzen.

„Es ist eine öffentliche Hinrichtung, zu der sie geführt wird. Rufmord zur Primetime. Der Moment ist bis zum Zerreißen gespannt.“ Seite 189

Anfangs war es schwer für mich, der Story zu folgen; zu viele Personen, zu viele Sprünge, Perspektiven, Schauplätze. Nach und nach kam aber etwas Struktur rein und es machte alles immer mehr einen Sinn. Trotzdem hatte ich bis zuletzt Probleme damit, für mich einzuordnen, welche Person agiert, da zusätzlich zu den vielen Namen Decknamen hinzukamen, was mich stellenweise echt verwirrte. Da half es nicht gerade, dass auch das Publikum einbezogen und namentlich erwähnt wurde.

Die Geschichte selbst war interessant, mal mehr, mal weniger spannend, was aber unter dem Aspekt, dass es sich um einen Roman handelt, nicht zu bemängeln ist. Der Klappentext suggeriert zwar, dass es in Richtung Thriller gehen könnte, tatsächlich war dies nur an wenigen Stellen der Fall. Bemängeln möchte ich aber, dass die Umsetzung für mich ungenügend erklärt wurde. Dies mag auf den ersten Blick egal sein, aber mich störte es sehr, dass die Autorin mir hier nicht einmal ansatzweise einen Hinweis darauf gab, wie die Sache letztendlich logistisch abgelaufen ist. Ich möchte hier nicht näher darauf eingehen, da es sicherlich vielen gleichgültig sein wird, mich aber hat es gestört.

Ansonsten war es aber ein sehr interessantes und unterhaltsames Buch, das mich mit einer letzten Wendung noch ein wenig überraschen konnte. Der Schreibstil hat mir gut gefallen und so wird es sicherlich nicht das letzte Buch der Autorin bleiben, das ich lese. Von mir gibt es vier Sterne.

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Veröffentlicht am 22.12.2021

Die älteste Geschichte der Welt neu erzählt

Noch tausend Schritte bis Jerusalem
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Die Geschichte von Jesus und Judas aus der Bibel kennt wohl fast jeder. Jesus, der von Gott auf die Erde gesandt wurde, um für die Sünden der Menschen zu sterben, und Judas, einer seiner Jünger, ein Apostel, ...

Die Geschichte von Jesus und Judas aus der Bibel kennt wohl fast jeder. Jesus, der von Gott auf die Erde gesandt wurde, um für die Sünden der Menschen zu sterben, und Judas, einer seiner Jünger, ein Apostel, der ihn verraten hat. Der eine ein Heiliger, der andere ein Verräter. Was aber wäre, wenn das nicht die ganze Wahrheit wäre? Wenn es eigentlich ganz anders war?

Katja A. Freese erzählt die Geschichte von Jesus (hier Jeshua) und Judas neu, und dies tut sie entgegen allen Konventionen. Behutsam und respektvoll entwirft sie ein Szenario, das so oder so ähnlich passiert sein könnte. Anfangs aus der Sicht von Judas lässt sie mich daran teilhaben, was sich damals vielleicht zugetragen hat, als Judas und Jeshua aufeinander trafen, sich kennenlernten und wohin das geführt haben könnte. Später kommt auch Jeshua zu Wort, die Perspektiven wechseln, sodass ich beide Sichtweisen erfahre. Das ist aufregend, das ist spannend, das könnte man revolutionär nennen.

„Jeshuas Hand fuhr plötzlich leicht über meine und legte sie dann dicht neben mich. Ein Angebot. Ich nahm es an, konnte nicht anders und legte meine Hand halb auf seine, ankerte dort.“ Seite 120

Katja A. Freese hat eine Geschichte über die Liebe und den Mut, sie zu leben, geschrieben. Sie kann wahr oder auch unwahr sein, auf jeden Fall ist sie aber unterhaltsam und hat mir beim lesen angenehme Lesestunden beschert. Ich mag den Schreibstil und diese neue Sichtweise auf eine der ältesten Erzählungen der Welt. Von mir gibt es fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 17.12.2021

Zur falschen Zeit am falschen Ort

You will be the death of me
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Früher waren Ivy, Matteo und Cal beste Freunde, aber irgendwann schlief der Kontakt zwischen ihnen ein. Zufällig treffen die drei an einem Tag aufeinander, an dem jeder von ihnen einen Grund hat, die Schule ...

Früher waren Ivy, Matteo und Cal beste Freunde, aber irgendwann schlief der Kontakt zwischen ihnen ein. Zufällig treffen die drei an einem Tag aufeinander, an dem jeder von ihnen einen Grund hat, die Schule zu meiden. Spontan beschließen sie, blauzumachen und nach Boston zu fahren. Dort entdecken sie zufällig einen Mitschüler und folgen ihm in ein Gebäude, wo sie mitten in einen Tatort stolpern. Als kurze Zeit später Polizeisirenen zu hören sind, geraten die Freunde in Panik und verlassen das Gebäude durch einen Nebeneingang. Jeder der drei hat Geheimnisse, die er bewahren möchte, nun aber müssen sie einander helfen und vertrauen.

Der Aufbau des Buches ist typisch für die Autorin, jedes Kapitel ist betitelt mit dem Namen der erzählenden Person, die den Ablauf schildert, aber nicht immer ein zuverlässiger Erzähler ist. Erst nach und nach erfahre ich, was passiert ist, jedes Kapitel fügt ein Puzzleteil hinzu, sodass sich eine fast vollständige Geschichte ergibt. Hierbei lassen die Protagonisten aber immer wieder eine wichtige Information aus, bleiben vage oder deuten etwas an, was meine Neugier immer wieder in die Höhe schnellen lässt. Alle drei haben etwas zu verbergen, erst langsam lässt sich einiges erahnen, aber leicht macht die Autorin es mir nicht.

Die Spannung war zwar nicht durchgehend hoch, aber trotzdem kam bei mir keine Langeweile auf; manchmal hätte ich mir dennoch etwas mehr Aktion gewünscht. Das Buch fällt für mich weniger unter Krimi oder Thriller, eher war es ein toller Abenteuerroman. Das Erkunden der Geheimnisse hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich mag den Schreibstil der Autorin sehr. Auch dieses Buch konnte mich begeistern, ich vergebe 4 1/2 Sterne und gebe gerne eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.12.2021

Halmonis koreanische Märchen

Wie man einen Tiger fängt
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Als die Großmutter (koreanisch Halmoni) von Lily und Sam krank wird, ziehen die beiden mit ihrer Mutter in deren Haus, verlassen deswegen Kalifornien. Die beiden Schwestern haben dafür wenig Verständnis, ...

Als die Großmutter (koreanisch Halmoni) von Lily und Sam krank wird, ziehen die beiden mit ihrer Mutter in deren Haus, verlassen deswegen Kalifornien. Die beiden Schwestern haben dafür wenig Verständnis, da ihre Mutter ihnen anfangs nichts von Halmonis Krankheit erzählt. Als Lily einen magischen Tiger trifft, ist sie überzeugt davon, dass ihr dieser dabei helfen kann, ihre Halmoni zu heilen. Hierfür verlangt der Tiger aber eine Gegenleistung; Lily soll die von Halmoni gestohlenen Geschichten zurückholen, dann werde alles gut. Lily glaubt aber, dass man einem Tiger nicht trauen darf.

>Ich spüre, wie mir das Herz aufgeht. Wir sind Sonne und Mond, und wir sind bereit, mutig füreinander zu sein. Und manchmal ist Glauben das Mutigste von allem.< Seite 239

Es geht um Familie, Traditionen und Wurzeln, Kindheit und Erwachsenwerden, aber auch Krankheit, Trauer und den Umgang mit dem Tod. Lily ist überzeugt davon, dass ihre Großmutter geheilt werden kann, weil sie selbst noch nicht bereit dafür ist, diese gehen zu lassen. Sie glaubt an Geister und Magie, fühlt sich von ihrer Großmutter bestätigt. Das Buch ist aus ihrer Sicht geschrieben.

Ich glaube zwar, eine kindliche und unbedarfte Art und Weise der Erzählung ist notwendig, um Kindern dieses ernste und wichtige Thema des Sterbens näherzubringen, gleichzeitig sind aber einige Gedanken und Sätze im Buch so erwachsen und so komplex, dass sie unmöglich aus einem Kindermund kommen, geschweige denn von Kindern verstanden werden können. Dies möchte ich hier bemängeln. Natürlich ist dies meine Sicht der Dinge, die falsch sein kann; immerhin habe ich keine Kinder.

Ich habe bei diesem Buch übersehen, dass es ab 11 Jahren empfohlen wird, gedanklich war ich bei einem Buch für ältere Kinder. Die Beschreibung hat mich so neugierig gemacht, dass ich darauf nicht geachtet habe. Vielleicht liegt darin der Grund, warum mich die Geschichte nicht vollends überzeugen konnte. Die alten koreanischen Mythen und Sagen fand ich interessant, aber so richtig ist der Funke dennoch nicht übergesprungen. Erst das letzte Drittel hat mich ein wenig berührt, die Story mich endlich erreicht. Alles in allem war es für das Buch und mich wohl nicht der richtige Zeitpunkt. Ich wähle den goldenen Mittelweg und vergebe drei Sterne.

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Veröffentlicht am 13.12.2021

Wenn Wasser zum Luxusgut wird

Tod am Kap
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In Südafrika ist das Wasser knapp, der letzte Regen ist lange her und eine drückende Hitze hat das Land fest im Griff. Als im Nationalpark die zerstückelte Leiche einer Touristin gefunden wird, ist klar, ...

In Südafrika ist das Wasser knapp, der letzte Regen ist lange her und eine drückende Hitze hat das Land fest im Griff. Als im Nationalpark die zerstückelte Leiche einer Touristin gefunden wird, ist klar, dass dieses Verbrechen schnellstmöglich aufgeklärt werden muss, auch um den Tourismus nicht zu beeinträchtigen. Captain Pieter Strauss hat mit diesem Mord alle Hände voll zu tun, als sich herausstellt, dass ein skrupelloser Großkonzern darin verwickelt zu sein scheint. Dieser will um jeden Preis schlechte Presse verhindern und die Regierung, die mit diesem Unternehmen Geschäfte macht, sieht dies genauso. Gar nicht so einfach, unter diesen Voraussetzungen Ermittlungen führen zu müssen.

Der Einstieg fiel mir nicht leicht, die kurzen Kapitel sind zwar beschriftet mit Zeit- und Ortsangaben, allerdings ergaben diese für mich bis zuletzt kaum Sinn. Zusätzlich wurde mir das Zurechtfinden immer wieder dadurch erschwert, dass es viel zu viele Personen gibt, die beteiligt sind, viel zu viele Abteilungen, die mitmischen, sodass ich oft überhaupt nicht wusste, um wen es im neuen Kapitel geht, bis dann Namen genannt wurden. Durch die vielen ausländischen Namen und Worte komme ich oft aus dem Lesefluss und muss mich neu sortieren. Das fand ich anstrengend und schade, weil dadurch viel von der Stimmung verloren ging.

Die Story an sich war sehr interessant und auch die Begebenheiten in dieser für mich absolut fremden Welt hat die Autorin wirklich gut umgesetzt. Ich hätte mir aber statt eines angehängten Verzeichnisses der fremdländischen Begriffe eine Erklärung auf der jeweiligen Seite, wahlweise am Rand oder als Fußnote, gewünscht. Manchmal gab es eine Übersetzung direkt im Satz, aber dies auch nur willkürlich und unregelmäßig. Auch die vielen englischen Begriffe empfand ich als störend und könnte mir zum Beispiel bei meiner Mutter vorstellen, dass dies ihre Lesefreude erheblich stören würde. Bis auf diese Kritikpunkte habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt, der Krimi ließ sich flüssig lesen, der Fall war spannend und die Auflösung schlüssig. Ich werde mir sicherlich den zweiten Teil dieser Reihe nicht entgehen lassen, da ist noch viel Luft nach oben und ich lasse mich gerne überraschen, wie es mit Captain Pieter Strauss weitergeht. Von mir gibt es drei Sterne.

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