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Veröffentlicht am 17.12.2021

Zur falschen Zeit am falschen Ort

You will be the death of me
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Früher waren Ivy, Matteo und Cal beste Freunde, aber irgendwann schlief der Kontakt zwischen ihnen ein. Zufällig treffen die drei an einem Tag aufeinander, an dem jeder von ihnen einen Grund hat, die Schule ...

Früher waren Ivy, Matteo und Cal beste Freunde, aber irgendwann schlief der Kontakt zwischen ihnen ein. Zufällig treffen die drei an einem Tag aufeinander, an dem jeder von ihnen einen Grund hat, die Schule zu meiden. Spontan beschließen sie, blauzumachen und nach Boston zu fahren. Dort entdecken sie zufällig einen Mitschüler und folgen ihm in ein Gebäude, wo sie mitten in einen Tatort stolpern. Als kurze Zeit später Polizeisirenen zu hören sind, geraten die Freunde in Panik und verlassen das Gebäude durch einen Nebeneingang. Jeder der drei hat Geheimnisse, die er bewahren möchte, nun aber müssen sie einander helfen und vertrauen.

Der Aufbau des Buches ist typisch für die Autorin, jedes Kapitel ist betitelt mit dem Namen der erzählenden Person, die den Ablauf schildert, aber nicht immer ein zuverlässiger Erzähler ist. Erst nach und nach erfahre ich, was passiert ist, jedes Kapitel fügt ein Puzzleteil hinzu, sodass sich eine fast vollständige Geschichte ergibt. Hierbei lassen die Protagonisten aber immer wieder eine wichtige Information aus, bleiben vage oder deuten etwas an, was meine Neugier immer wieder in die Höhe schnellen lässt. Alle drei haben etwas zu verbergen, erst langsam lässt sich einiges erahnen, aber leicht macht die Autorin es mir nicht.

Die Spannung war zwar nicht durchgehend hoch, aber trotzdem kam bei mir keine Langeweile auf; manchmal hätte ich mir dennoch etwas mehr Aktion gewünscht. Das Buch fällt für mich weniger unter Krimi oder Thriller, eher war es ein toller Abenteuerroman. Das Erkunden der Geheimnisse hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich mag den Schreibstil der Autorin sehr. Auch dieses Buch konnte mich begeistern, ich vergebe 4 1/2 Sterne und gebe gerne eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.12.2021

Halmonis koreanische Märchen

Wie man einen Tiger fängt
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Als die Großmutter (koreanisch Halmoni) von Lily und Sam krank wird, ziehen die beiden mit ihrer Mutter in deren Haus, verlassen deswegen Kalifornien. Die beiden Schwestern haben dafür wenig Verständnis, ...

Als die Großmutter (koreanisch Halmoni) von Lily und Sam krank wird, ziehen die beiden mit ihrer Mutter in deren Haus, verlassen deswegen Kalifornien. Die beiden Schwestern haben dafür wenig Verständnis, da ihre Mutter ihnen anfangs nichts von Halmonis Krankheit erzählt. Als Lily einen magischen Tiger trifft, ist sie überzeugt davon, dass ihr dieser dabei helfen kann, ihre Halmoni zu heilen. Hierfür verlangt der Tiger aber eine Gegenleistung; Lily soll die von Halmoni gestohlenen Geschichten zurückholen, dann werde alles gut. Lily glaubt aber, dass man einem Tiger nicht trauen darf.

>Ich spüre, wie mir das Herz aufgeht. Wir sind Sonne und Mond, und wir sind bereit, mutig füreinander zu sein. Und manchmal ist Glauben das Mutigste von allem.< Seite 239

Es geht um Familie, Traditionen und Wurzeln, Kindheit und Erwachsenwerden, aber auch Krankheit, Trauer und den Umgang mit dem Tod. Lily ist überzeugt davon, dass ihre Großmutter geheilt werden kann, weil sie selbst noch nicht bereit dafür ist, diese gehen zu lassen. Sie glaubt an Geister und Magie, fühlt sich von ihrer Großmutter bestätigt. Das Buch ist aus ihrer Sicht geschrieben.

Ich glaube zwar, eine kindliche und unbedarfte Art und Weise der Erzählung ist notwendig, um Kindern dieses ernste und wichtige Thema des Sterbens näherzubringen, gleichzeitig sind aber einige Gedanken und Sätze im Buch so erwachsen und so komplex, dass sie unmöglich aus einem Kindermund kommen, geschweige denn von Kindern verstanden werden können. Dies möchte ich hier bemängeln. Natürlich ist dies meine Sicht der Dinge, die falsch sein kann; immerhin habe ich keine Kinder.

Ich habe bei diesem Buch übersehen, dass es ab 11 Jahren empfohlen wird, gedanklich war ich bei einem Buch für ältere Kinder. Die Beschreibung hat mich so neugierig gemacht, dass ich darauf nicht geachtet habe. Vielleicht liegt darin der Grund, warum mich die Geschichte nicht vollends überzeugen konnte. Die alten koreanischen Mythen und Sagen fand ich interessant, aber so richtig ist der Funke dennoch nicht übergesprungen. Erst das letzte Drittel hat mich ein wenig berührt, die Story mich endlich erreicht. Alles in allem war es für das Buch und mich wohl nicht der richtige Zeitpunkt. Ich wähle den goldenen Mittelweg und vergebe drei Sterne.

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Veröffentlicht am 13.12.2021

Wenn Wasser zum Luxusgut wird

Tod am Kap
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In Südafrika ist das Wasser knapp, der letzte Regen ist lange her und eine drückende Hitze hat das Land fest im Griff. Als im Nationalpark die zerstückelte Leiche einer Touristin gefunden wird, ist klar, ...

In Südafrika ist das Wasser knapp, der letzte Regen ist lange her und eine drückende Hitze hat das Land fest im Griff. Als im Nationalpark die zerstückelte Leiche einer Touristin gefunden wird, ist klar, dass dieses Verbrechen schnellstmöglich aufgeklärt werden muss, auch um den Tourismus nicht zu beeinträchtigen. Captain Pieter Strauss hat mit diesem Mord alle Hände voll zu tun, als sich herausstellt, dass ein skrupelloser Großkonzern darin verwickelt zu sein scheint. Dieser will um jeden Preis schlechte Presse verhindern und die Regierung, die mit diesem Unternehmen Geschäfte macht, sieht dies genauso. Gar nicht so einfach, unter diesen Voraussetzungen Ermittlungen führen zu müssen.

Der Einstieg fiel mir nicht leicht, die kurzen Kapitel sind zwar beschriftet mit Zeit- und Ortsangaben, allerdings ergaben diese für mich bis zuletzt kaum Sinn. Zusätzlich wurde mir das Zurechtfinden immer wieder dadurch erschwert, dass es viel zu viele Personen gibt, die beteiligt sind, viel zu viele Abteilungen, die mitmischen, sodass ich oft überhaupt nicht wusste, um wen es im neuen Kapitel geht, bis dann Namen genannt wurden. Durch die vielen ausländischen Namen und Worte komme ich oft aus dem Lesefluss und muss mich neu sortieren. Das fand ich anstrengend und schade, weil dadurch viel von der Stimmung verloren ging.

Die Story an sich war sehr interessant und auch die Begebenheiten in dieser für mich absolut fremden Welt hat die Autorin wirklich gut umgesetzt. Ich hätte mir aber statt eines angehängten Verzeichnisses der fremdländischen Begriffe eine Erklärung auf der jeweiligen Seite, wahlweise am Rand oder als Fußnote, gewünscht. Manchmal gab es eine Übersetzung direkt im Satz, aber dies auch nur willkürlich und unregelmäßig. Auch die vielen englischen Begriffe empfand ich als störend und könnte mir zum Beispiel bei meiner Mutter vorstellen, dass dies ihre Lesefreude erheblich stören würde. Bis auf diese Kritikpunkte habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt, der Krimi ließ sich flüssig lesen, der Fall war spannend und die Auflösung schlüssig. Ich werde mir sicherlich den zweiten Teil dieser Reihe nicht entgehen lassen, da ist noch viel Luft nach oben und ich lasse mich gerne überraschen, wie es mit Captain Pieter Strauss weitergeht. Von mir gibt es drei Sterne.

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Veröffentlicht am 09.12.2021

Der Zauber von Büchern

Der Buchspazierer
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Der betagte Buchhändler Carl Kollhoff bringt besonderen Kunden bestellte Bücher nach Hause. Er spaziert nach Geschäftsschluss durch die Gassen seiner Stadt mit einem Rucksack voller Bücher auf dem Rücken. ...

Der betagte Buchhändler Carl Kollhoff bringt besonderen Kunden bestellte Bücher nach Hause. Er spaziert nach Geschäftsschluss durch die Gassen seiner Stadt mit einem Rucksack voller Bücher auf dem Rücken. Eines Abends schließt sich ihm ein kleines Mädchen an und wirbelt sein sowie das Leben seiner Kunden gehörig durcheinander. Als die Inhaberin der Buchhandlung Carl entlässt, kommt dieser auf eine wunderbare Idee, die ihm aber ein großes Opfer abverlangt. Dann passiert etwas richtig schlimmes und Carls Glaube an die Macht der Bücher wird gewaltig erschüttert.

Dieses Werk wurde seit seinem Erscheinen dermaßen hoch gelobt und gefeiert, dass ich fast Angst hatte, es zu lesen, so hoch waren mittlerweile meine Erwartungen an dieses Buch. Staunen wollte ich, lachen und weinen, es sollte mich begeistern und in eine Zauberwelt mitnehmen. Letzteres ist nicht passiert, aber die echte Welt, die darin beschrieben wird, lässt mich trotzdem satt und zufrieden zurück. Was für ein wunderbares Buch mit und über Bücher! Aus jeder Zeile liest man die große Liebe des Autors zum geschriebenen Wort. Die Figur des Buchhändlers Carl ist so schön gezeichnet, da verzeihe ich gerne die vielen rührseligen, ja fast schon kitschigen Passagen. Ein tolles Buch, das sich viel zu schnell wegliest, das aber dafür lange nachhallt. Von mir gibt es fünf Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.12.2021

Die Idylle trügt

Das Dorf und der Tod
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Als 1995 in einem idyllischen Dorf in Oberbayern ein Mehrfachmord geschieht, bei dem drei Menschen sterben und der Täter danach Suizid begeht, sitzt der Schock tief. Christiane Tramitz findet bei ihren ...

Als 1995 in einem idyllischen Dorf in Oberbayern ein Mehrfachmord geschieht, bei dem drei Menschen sterben und der Täter danach Suizid begeht, sitzt der Schock tief. Christiane Tramitz findet bei ihren Recherchen heraus, dass die Gründe für dieses Verbrechen über hundert Jahre zurückliegen. Sie stößt auf eine unglaublich tragische und erschütternde Geschichte, die sie in diesem Kriminalroman zusammengefasst hat.

„Sie waren grausam gegenüber einer Frau, die aus Liebe Schändliches getan hatte. Indessen, es war Liebe, das hat der König mit eigenen Augen gesehen, es war Liebe, damals im Sommer.“ Seite 90

Es begann im Jahre 1921, was in einer Tragödie endete und eine ganze Familie auslöschte. Spannend und mitreißend erzählt die Autorin hier die Geschichte einer Liebe, die nicht sein durfte und die Jahrzehnte später zu einem Mehrfachmord führte. Passend zum Geschehen ist die Sprache veraltet, der Dialekt ausgeprägt, aber sehr gut verständlich. Ich brauchte ein wenig, um richtig reinzukommen ins Buch, aber dann war es um mich geschehen. Die damalige Zeit war keine schöne, besonders für Frauen war es hart und unfair, denn zu melden hatten diese nichts. Akribisch recherchiert ergibt sich eine Geschichte, die mich erschüttert und traurig gemacht hat. Für Liebhaber von True Crime ist dieses Buch ein Muss, für alle anderen ein besonders spannendes Stück Kriminalgeschichte. Von mir gibt es vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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