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Veröffentlicht am 08.04.2021

Recht, Gesetz, Schuld und Gewissen

Die Wahrheit der Dinge
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Strafprozess. Richter. Staatsanwalt. Verteidiger. Angeklagter. Nebenklägerin. Letzter Prozesstag. Der Angeklagte hat das letzte Wort, bevor das Urteil gesprochen wird. Plötzlich zieht die Nebenklägerin ...

Strafprozess. Richter. Staatsanwalt. Verteidiger. Angeklagter. Nebenklägerin. Letzter Prozesstag. Der Angeklagte hat das letzte Wort, bevor das Urteil gesprochen wird. Plötzlich zieht die Nebenklägerin eine Waffe aus ihrer Tasche und erschießt den Angeklagten. Feuert acht Projektile auf ihn ab. Richtet ihn regelrecht hin. Danach lässt sie sich widerstandslos festnehmen. Warum? Als Jahre später Frank Petersen, der Strafrichter von damals, in seinem Leben vor einem Scherbenhaufen steht, muss er sich damit auseinandersetzen, wo Schuld beginnt und Gerechtigkeit endet. Vor allem aber muss er sich die Frage stellen, ob er weiß, wo die Wahrheit liegt.

In Zeitsprüngen zwischen jetzt und damals entfaltet sich die Geschichte langsam mit großer Wucht. Nach dem dramatischen Vorfall im Gerichtssaal erfahren wir nicht sofort, warum der Angeklagte erschossen wurde und was danach passiert ist. In Rückblenden schildert Markus Thiele uns das Leben der Nebenklägerin, zu deren Figur er vom Rechtsfall Marianne Bachmeier inspiriert worden ist. Gleichzeitig folgen wir im hier und jetzt Frank Petersen, der sich von seiner Frau vorwerfen lassen muss, er sei selbstherrlich und voller Vorurteile, bevor sie ihn verlässt. Frank Petersen sieht seine Integrität als Richter und Ehemann in Frage gestellt.

Worte wie Messer, Sätze wie Fallbeile, eine Sprache, die mich begeistert hat. Ganz fein zeichnet der Autor die Charaktere, deren Zerrissenheit, die Angst und die Wut. Es geht um Vorurteile, Fremdenhass und Selbstjustiz; die Grenzen von Recht und Schuld verwischen, die Suche nach der Wahrheit ist keine einfache.

„Er wollte sich erklären, doch ihm fehlten die Worte. Aus der Unzahl der Wörter und Sätze, die wie ein verknotetes Wollknäuel in seinem Kopf hingen, konnte er keinen klaren Gedanken stricken.“ (Seite 186)

Inspiriert von zwei der spektakulärsten Rechtsfälle der Nachkriegszeit, dem Fall Marianne Bachmeier und dem Fall Amadeu Antonio Kiowa, verbindet Markus Thiele Fiktion und Realität auf wunderbare Weise und schenkt uns ein spannendes und interessantes Werk, das aktueller nicht sein könnte. Danke dafür.

Vor lauter Begeisterung hätte ich fast vergessen, mein Fazit aufzuschreiben. Ich vergebe 5 Sterne mit Sternchen und eine unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Liebe und Wahnsinn liegen nah beieinander

DEBORAHS GARTEN
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Im Rhein-Sieg-Kreis wird eine Tote gefunden und den erst kurz zusammenarbeitenden Ermittlern Isolde Bachmann und Roman Pfaff wird schnell klar, dass der Täter eine Botschaft senden möchte. Aber welche? ...

Im Rhein-Sieg-Kreis wird eine Tote gefunden und den erst kurz zusammenarbeitenden Ermittlern Isolde Bachmann und Roman Pfaff wird schnell klar, dass der Täter eine Botschaft senden möchte. Aber welche? Als eine zweite Tote aufgefunden wird, verbeißt sich Isolde Bachmann in die Idee, dass dieser Fall etwas mit ihr zu tun haben könnte. Ihr Partner ist davon nicht überzeugt und so nimmt das Unheil seinen Lauf.

Ich habe schwer in das Buch reingefunden. Der Prolog hat mich zwar neugierig gemacht, aber ganz verstanden habe ich ihn nicht, was wahrscheinlich gewollt ist. Die Kapitel dann springen zwischen den Zeiten; mal sind wir 1993 in Herten, mal 2020 im Rhein-Sieg-Kreis, mal macht die Geschichte einen Sprung ins Jahr 2018 nach Griechenland. Diese Zeitsprünge und die wechselnden Perspektiven haben mich anfangs etwas überfordert und mir den Lesespaß vermiest, weil ich nicht immer sofort wusste, ob es nun um Opfer, Täter oder einen der Ermittler geht. Ja, die Schriftarten sind anders, dennoch war ich oft verunsichert, wer denn nun dran ist. Als ich dann aber nach dem ersten Drittel einige lose Fäden verbinden konnte, hat mich der Psychothriller gepackt und ich konnte mitfiebern. Wer der Täter ist, wurde mir schon sehr früh klar, auch seine Motive blieben für mich nicht lange im Dunklen. Dies tut der Spannung aber keinen Abbruch, geht es eher um die psychologische Komponente und die Ermittlung an sich. Die Kindheit des Täters, das „Warum“ sind interessant dargestellt und die Tragik dahinter oft erschreckend und traurig. Was macht uns zu dem, was wir sind und haben wir Einfluss drauf, wer wir werden?

Ich habe mich trotz anfänglicher Schwierigkeiten gut unterhalten gefühlt, vergebe 4 Sterne und bin gespannt, wann Bachmann und Pfaff wieder ermitteln. Ich wäre gerne wieder dabei.

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Veröffentlicht am 03.04.2021

Das Ganze hier ist wohl eine Horrorstory

Später
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Jamie ist zweiundzwanzig und erzählt uns seine Geschichte. Die Geschichte darüber, wie es ist, dass er tote Menschen sehen kann.

„Das war schon immer so, soweit ich mich erinnern kann. Allerdings ist ...

Jamie ist zweiundzwanzig und erzählt uns seine Geschichte. Die Geschichte darüber, wie es ist, dass er tote Menschen sehen kann.

„Das war schon immer so, soweit ich mich erinnern kann. Allerdings ist es nicht so wie in dem einen Film mit Bruce Willis. Manchmal ist es einfach nur interessant, manchmal eher beängstigend...“ (Seite 20)

Jamie kann die Geister von Verstorbenen sehen und diese müssen alle seine Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Dass dies gerade für ein Kind äußerst beängstigend sein kann, kann sich wohl jeder vorstellen. Nicht jeder Tote stirbt friedlich in seinem Bett und die Geister sind ein Ebenbild ihrer Leiche. Wie schon in dem Klappentext steht, ist „das Ganze hier (...) wohl eine Horrorstory“.

Nachdem mich das letzte Buch des Autors enttäuscht hat, war ich diesmal ohne große Erwartungen. Und bei 304 Seiten erwartete ich eher eine Kurzgeschichte, als eine spannende Story. Wie habe ich mich getäuscht! Der Meister ist zurück, hoch lebe der Meister! Geister, unerklärliche Phänomene und ein Kind mittendrin. Einmal angefangen, habe ich das Buch in einem Rutsch ausgelesen. Einziger Kritikpunkt: ich fand es viel zu kurz! Es hätte gut und gerne doppelt so lang sein dürfen. Von mir gibt es 5 Sterne und eine große Vorfreude auf das nächste Werk, das im August dieses Jahres erscheinen soll. Diesmal mit angenehmen 720 Seiten. Juhu und Hurra, das wird ein Fest!

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Veröffentlicht am 01.04.2021

Alice im Wunderland sachlich erklärt

Die Erfindung von Alice im Wunderland
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In diesem illustrierten Band stellt Peter Hunt, emeritierter Professor für Englische Literatur und Kinderliteratur an der Universität Cardiff, die Entstehungsgeschichte des berühmten Romans „Alice im Wunderland“, ...

In diesem illustrierten Band stellt Peter Hunt, emeritierter Professor für Englische Literatur und Kinderliteratur an der Universität Cardiff, die Entstehungsgeschichte des berühmten Romans „Alice im Wunderland“, aber auch des Nachfolgers „Hinter den Spiegeln“ dar. Verbunden mit der Biografie von Charles Dodgson alias Lewis Carroll und ergänzt durch zahlreiche Zeichnungen und Fotos, ergibt sich ein interessantes Werk.

Schon als ich das Cover gesehen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen möchte. Bereits als Kind habe ich „Alice im Wunderland“ geliebt, unzählige Versionen gelesen und Verfilmungen gesehen. Da war es nur logisch, mehr über die Entstehung dieses wunderbaren Werks und ihren Schöpfer zu erfahren. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass der Autor in Wirklichkeit Charles Lutwidge Dodgson hieß und der Künstlername Lewis Carroll aus zwei Anagrammen (seiner Vornamen) gebildet war.

Leider blieb das Buch weit hinter meinen Erwartungen. Es strotzt zwar vor Fakten, Anmerkungen und Hinweisen auf weiterführende Literatur, dies aber so wissenschaftlich und trocken, als wäre es ein Fachaufsatz. Die Sprache ist eher für anspruchsvollere Leser gedacht. Die Verweise auf andere Kinderbücher erfordern die Kenntnis englischer Kinderliteratur. Die Illustrationen im Buch aber sind wunderbar und erinnern mich daran, wie lange es her ist, dass ich das Buch gelesen habe. Dies hat zur Folge, dass ich mir „Alice im Wunderland“ als Schmuckausgabe bestellt habe. Ich möchte das Buch nun unbedingt noch einmal lesen. Für das hier vorliegende Werk vergebe ich 3 Sterne. Für Interessierte und Fans ist es sicherlich eine gute Investition.

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Veröffentlicht am 31.03.2021

Geschäftsgründung mit Hindernissen

Dogilli
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Als Ilka Sommer ihren Job verliert, erinnert sie sich an ihren Traum, eine Hundepension zu führen. Gesagt, getan und fertig... Nein, so einfach ist es natürlich nicht, schon gar nicht in unserem schönen, ...

Als Ilka Sommer ihren Job verliert, erinnert sie sich an ihren Traum, eine Hundepension zu führen. Gesagt, getan und fertig... Nein, so einfach ist es natürlich nicht, schon gar nicht in unserem schönen, bürokratischen Lande! Hier muss alles seine Ordnung haben. Und damit fängt es an. Es gibt so viele Vorschriften und Gesetze, die nicht immer logisch sind, zu beachten, dass es einem schwindlig werden könnte. Darüber handelt das Buch.

In witzigen Worten schildert die Autorin ihren Weg zur Selbständigkeit, berichtet über bürokratische Hürden, beschreibt wie es ist, wenn das eine Amt nicht weiß, was das andere will und umgekehrt. Was es mit einem macht, wenn die eine Aufgabe erledigt ist, sich dadurch aber plötzlich zwei neue Probleme ergeben. Hättet ihr zum Beispiel gewusst, dass ihr einen Parkplatz braucht, wenn ihr eine Hundepension eröffnen möchtet? Falls dies platzmässig nicht möglich ist, könnt ihr euch gegen eine vierstellige Gebühr aus dieser Verpflichtung freikaufen. Die Gemeinde wird dann mit diesem Geld einen virtuellen Parkplatz einrichten, auf den ihr aber keinen Rechtsanspruch habt. Alles klar? Daneben ist natürlich auch der Tierschutz wichtig, der Sachkundenachweis erforderlich, es müssen Seminare über Hundeverhalten und Hundehaltung absolviert werden und vieles mehr. Informativ und ehrlich schildert Ilka Sommer den Spaß und die Probleme, die sich ergeben. Besonders die Erzählungen über die Hunde haben mein Herz erwärmt. Je mehr Hunde, desto öfter ist eine Katastrophe bekanntlich vorprogrammiert. Wie die Autorin das gemeistert hat, hat mir vergnügliche Lesemomente beschert. Von mir gibt es 5 Sterne. Und nun muss ich unbedingt auf die Website der Hundepension, um Bilder von Kimba, Rumpel & Co zu suchen.

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