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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.10.2019

Skandalös, angsteinflößend, bedrohlich. Cordyceps novus packt jeden!

Cold Storage - Es tötet
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Klappentext:
1987: Alle Bewohner des australischen Wüstenorts Kiwirkurra sind tot - Opfer eines mutierten Killerpilzes. Ein Team US-Agenten schafft es unter hohen Verlusten, den Pilz in letzter Sekunde ...

Klappentext:
1987: Alle Bewohner des australischen Wüstenorts Kiwirkurra sind tot - Opfer eines mutierten Killerpilzes. Ein Team US-Agenten schafft es unter hohen Verlusten, den Pilz in letzter Sekunde zu vernichten. Ein derart tödlicher Organismus muss studiert werden, und so sichern sie kurz zuvor eine Probe, die sie in eine Hochsicherheitseinrichtung in die USA bringen.
2019: Die Nachtwache im unterirdischen Selfstorage-Lagerkomplex wird für Teacake und Naomi sehr viel spannender, als plötzlich ein leises Piepen beginnt. Die beiden entschließen sich, nach der Ursache zu suchen, und ahnen nicht, dass sie bald einem Wesen gegenüberstehen werden, dass die gesamte Menschheit ausrotten könnte...

Meine Meinung:
Ich hatte große Erwartungen an das Buch, da ich vorher herausgefunden habe, dass der Autor David Koepp ebenfalls Drehbuchautor ist, und schon große Filme wie Jurassic Park und Spider-Man geschrieben hat. Dieser gewisse Charme eines Drehbuchautors hat man ihm an manchmal Stellen im Buch etwas angemerkt. Aber darauf kommen wir später noch zu sprechen.
Der erste Teil des Buches handelt von Roberto und Trini, die als US-Agenten nach Australien geschickt werden, um sich dort diesem Killerpilz namens Cordyceps novus anzunehmen und die Situation in Kiwirkurra zu analysieren. Dort wird ihnen schnell bewusst, wie gefährlich der Pilz wirklich ist. Leider kapiert der Leser dies auch sehr schnell. Jegliche Handlungsart und die Verbreitung des Pilzes wird schnell offenbart. Dadurch kommt es im Verlauf der Geschichte zu keinen Überraschungen, was ich etwas schade finde. Es wäre, meiner Meinung nach, spannender gewesen, wenn der Leser erst nach und nach herausfinden würde, was es mit diesem Pilz auf sich hat. Denn dadurch, dass es keine Überraschungsmomente gab, haben mir die Charakterzüge eines Thrillers total gefehlt. Allerdings finde ich es gut, dass Trini und Roberto nicht nur „in der Vorgeschichte damals“ eine Rolle gespielt haben, sondern auch in der Gegenwart, in 2019, auftreten.
Im zweiten Teil des Thrillers stoßen Teacake und Naomi auf ein mysteriöses Piepen und folgen diesem, welches sich zu dem größten Abenteuer ihres Lebens entwickelt. Zwischendurch kommen noch einige Nebencharaktere mit hinzu, welche der Geschichte ganz gut tun. Allerdings hat Koepp sich sehr viel Mühe damit gegeben, den einzelnen Charakteren eine komplexe Hintergrundgeschichte hinzu zufügen. Dies empfinde ich als überflüssig. Seitenlang wird über Familien und deren Geschichten berichtet, welche im Nachhinein kein Einfluss auf die Geschehnisse haben. Beispielsweise hat der Hausbau von Roberto nichts mit dem Pilz zu tun. Dadurch wurde es hin und wieder etwas eintönig und langweilig.
Allerdings hat Koepp es zum Ende hin geschafft, wieder neue Spannung aufzubauen. Während sich die Geschehnisse zuspitzen und der Leser am zweifeln ist, wie das wohl enden wird, nimmt die Geschichte Fahrt auf. Viele Dinge passieren rasant an unterschiedlichen Standorten, wodurch es einem dann doch etwas in den Fingern kribbelt. Einen sehr großen Pluspunkt gebe ich dieser Geschichte dafür, dass ich nicht wusste, welcher Charakter am Ende überlebt, und welcher nicht. Diese nicht vorhandene Vorhersehbarkeit hat mir richtig gut gefallen. An der Stelle kam auch wieder der Filmcharakter hervor. Ich könnte mir dieses Buch sehr gut als Blockbuster auf der Leinwand vorstellen.
Einen weiteren Punkt Abzug muss ich der erzählten Zeit geben. Die ganzen Geschehnisse im zweiten Teil geschahen in einer einzigen Nacht und das war mir etwas zu wenig. Ich hätte es besser gefunden, wenn sich die Geschichte um Cordyceps novus etwas länger ereignet hätte, beispielsweise über ein paar Tage verteilt.

Fazit:
Da es sich um einen Debütroman handelt, muss ich sagen, dass David Koepp hier ein kleines Meisterwerk erschaffen hat. Auch wenn es sich dabei nicht um einen Thriller handelt, packt die Geschichte den Leser und verschafft ihm einige Stunden voller Schrecken und Staunen. Ein Buch, welches man gut im Herbst lesen kann. David Koepp konnte mich mit diesem Buch von sich als Autor überzeugen.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Ein grandioser Roman mit schwachem Ende

Sal
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Zusammenfassung:
Sal ist ein 13 Jahre altes Mädchen. Gemeinsam lebt sie mit ihrer kleinen Schwester Peppa in einem Wald. Ein Jahr lang hat sie sich darauf vorbereitet, von zuhause abzuhauen und in der ...

Zusammenfassung:
Sal ist ein 13 Jahre altes Mädchen. Gemeinsam lebt sie mit ihrer kleinen Schwester Peppa in einem Wald. Ein Jahr lang hat sie sich darauf vorbereitet, von zuhause abzuhauen und in der Wildnis zu leben. Seit dem Moment als der Freund von ihrer Mutter gedroht hat, mit Peppa das Gleiche zu tun, was er scheint seit geräumiger Zeit mit Sal tat. Nun muss Sal beweisen, dass sie Peppa und sich durchbringen kann und nicht zu zimperlich ist, um ein kleines Kaninchen zu erschießen. Doch wie lange kann dieses Leben gut gehen?

Meine Meinung:
Im Vorfeld hatte ich ein paar Bedenken. Ich hatte Angst, dass mir der Roman zu sachlich geschrieben ist. Immerhin geht es um das Überleben in einem Wald. Emotionen habe ich nicht erwartet. Allerdings wurde ich ziemlich schnell überrascht. Obwohl die Protagonisten ziemlich nüchtern agiert haben und Sal als Hauptfigur wenig emotionale Gedanken hatte, konnte der Autor mit Rückblenden eine traurige Stimmung in mir hervor rufen. Immer wieder wurde dem Leser vor Augen geführt, was Sal und Peppa in ihren jungen Jahren schon alles durchmachen mussten. Diese Mischung aus nüchternen Beschreibungen über das Überleben und emotionalen traumatisierenden Rückblenden fand ich perfekt gewählt.
Neben der Sachlichkeit, hatte ich auch Angst vor dem Schreibstil. Allerdings hat mich der Autor mit einem super fließenden Schreibstil abgeholt. Mick Kitson hat es geschafft, dass ich mich in die sachlichen Beschreibung der Natur Schottlands verliebt habe. Es hat mir wirklich Spaß gemacht, Sal und Peppa dabei zu begleiten, wie sie Angeln gehen, obwohl mich das Angel an sich überhaupt nicht interessiert.
Was die Spannung angeht, finde ich, dass der Autor ein passendes Maß gewählt hat. Anfangs fing es langsam an, welches sich durch den ersten Teil der Geschichte zieht. Nachdem die Beiden aber auf Ingrid treffen, steigt die Spannung allerdings ein bisschen und man selbst fängt an mitzufiebern und sich Gedanken zu machen, ob nicht alles „zu gut ist um wahr zu sein“. Das Ende war nur so voller Spannung, obwohl mich das letzte Kapitel sehr enttäuscht hat. Dazu aber später mehr.
Die Charaktere fand ich ganz gut ausgearbeitet. Sal empfinde ich als sehr interessant. Sie musste sehr früh erwachsen werden und hatte überhaupt keine Kindheit, was ich sehr schade finde. Deshalb hat es mich sehr froh gemacht, wenn sie hin und wieder mit Peppa lachen konnte. Mich beeindruckt es sehr, wie gut Peppa die Situation verkraftet. Sie hegt ein Urvertrauen in Sal und würde ihr überall hin folgen. Diese bedingungslose Schwesternliebe gibt diesem Roman ein Herz und die Emotionen, die er benötigt.
Was ich so ein bisschen schade finde, waren einige lange Erzählungen. Peppa erzählt Sal von ihrem Buch, welches sie liest. Diese verbale Zusammenfassung zieht sich über einige Seiten. Leider konnte ich keinen Zusammenhang zwischen dem Buch, welches Peppa liest, und der eigentlichen Geschichte ziehen. Ebenso schade finde ich es, dass Ingrid ihre ganze Lebensgeschichte erzählt. An einigen Stellen war diese wirklich interessant. Aber hat auch diese Geschichte nichts zu der Realität von Sal und Peppa beigetragen. Da ist der Autor leider etwas abgedriftet.
Das Ende hat mich sehr enttäuscht. Es ging alles sehr schnell. Vieles passierte in kürzester Zeit und alle Charaktere haben nicht das Ende bekommen, was sie verdient hätten. Ich als Leser weiß jetzt nicht, wie es mit Sal weitergeht. Wie es um Ingrid steht, ist ungewiss. Es wurde viel zu wenig Wert darauf gelegt, was aus den Charakteren wird. Stattdessen wurde wieder zwei Seiten lang über Sozialarbeiter geredet, die nichts zu der Geschichte beigetragen haben.

Fazit:
„Sal“ von Mick Kitson repräsentiert einen Roman, welcher für Geschwisterliebe, das Überleben in der Wildnis, traumatisierende Erlebnisse in der Kindheit und die Hoffnung auf ein besseres Leben steht. Neben fließenden Beschreibungen über das Leben im Freien, kommt der Leser auch mit berührenden Rückblicken in Kontakt. Ein wirklich grandioses Buch, leider mit einem schwachen Ende.

Veröffentlicht am 23.08.2019

Anspruchsvoller Roman mit wenig Spannung und unsympathischen Charakteren

Du gehörst mir
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Zusammenfassung:
Von außen wirkt Tille Storkema wie ein gewöhnlicher Bauer. Er lebt seit seiner Geburt auf dem Hof seines Vaters und übernimmt diesen, als er alt genug ist. Er lernt ein nettes Mädchen ...

Zusammenfassung:
Von außen wirkt Tille Storkema wie ein gewöhnlicher Bauer. Er lebt seit seiner Geburt auf dem Hof seines Vaters und übernimmt diesen, als er alt genug ist. Er lernt ein nettes Mädchen kennen, heiratet sie und bekommt zwei Kinder mit ihr. Neben seinem Job als Vater kümmert er sich um seinen Hof und schlägt sich mit seinen Eltern herum. Doch Tille hat ein Geheimnis, von dem nur er etwas weiß. Er hat nachts ein Mädchen im Alter von 16 Jahren auf einer Wiese angegriffen und ermordet. Dies geschah vor dreizehn Jahren. In dieser Zeit brodelt sein Heimatdorf und die Verdächtigungen gegen die Bewohnern des Asylbewohnerheims nehmen zu. Tilles Kinder werden älter. Während er zusieht, wie seine Tochter das Alter von seinem damaligen Opfer erreicht, wird das Verdrängen der Erinnerungen an damals immer schwieriger.

Meine Meinung:
Peter Middendorp hat einen Roman geschaffen, der nicht mit seiner Geschichte überzeugt, sondern mit dem außergewöhnlichen Schreibstils Middendorps. Er wählt seine Worte mit Bedacht. Die Geschichte von Tille wurde sehr kühl erzählt. Von Emotionen wurde kein Gebrauch gemacht. Dafür hat der Autor viel wert auf die sprachliche Gestaltung gelegt. Während andere Autoren mehr Wert auf die Emotionen ihrer Charaktere legen, hat Middendorp mit der Sprache gespielt und seine Geschichte auf eine kühle, aber außergewöhnliche Weise erzählt. Dadurch, dass kaum Emotionen eingebaut worden, wurde kaum Spannung aufgebaut. Keine Szene war spannender als die Anderen. Selbst zum Ende hin, änderte sich dies nicht.
Was das Lesen des Romans zusätzlich erschwert hat, waren die fehlenden Erklärungen. Es gab oftmals Sprünge zwischen den Kapiteln, sodass die Zusammenhänge zwischen den Kapiteln fehlten. Man musste sich leider selbst viel dazu denken, um überhaupt erst einmal eine vollständige Geschichte zu haben. Da habe ich kleine erklärende Sätze über das Geschehene vermisst.
Hinzu kommt, dass der Roman in vier Abschnitte unterteilt ist, die vier Jahreszeiten. Diese haben mich hin und wieder verwirrt, da die Geschichte, trotz der Jahreszeit, von Tilles Kindheit an erzählt wird. Nicht nur die Jahreszeiten waren verwirrend, sondern auch die ständigen Zeitsprünge. Mitten in Kapiteln wurde über zwei unterschiedliche Szenen berichtet, welche miteinander verschmolzen. Dabei musste man aufpassen, dass man die beiden Szenen auseinander hält. Oftmals wusste ich leider auch nicht, an welchem Zeitpunkt wir uns befinden, da das Buch sehr viel vor und zurück springt.
Der bereits erwähnte kühle Schreibstil von Middendorp führte außerdem dazu, dass keiner der Charaktere mir sympathisch geworden ist. Ich hatte keine Chance die Charaktere näher kennenzulernen. Obwohl Tille der Protagonist des Romans ist, habe ich das Gefühl, dass ich ihn kaum kenne. Und das, obwohl ich 283 Seiten in seinem Kopf war. Er wurde leider sehr flach dargestellt. Ich hätte gerne viel mehr Gedankengänge von ihm gehabt, wie er über das Geschehnis denkt, wie er sich damit fühlt und wie er später damit umgeht. Allerdings wurden Tilles Gedanken sprachlich schwierig verpackt, sodass es kein einfaches war überhaupt herauszufinden, ob er Reue zeigt.
Ich hatte gehofft, dass das Ende noch ein bisschen raus reißen könnte. Ich hatte gehofft, dass sich die Geschehnisse zum Ende hin zuspitzen würde. Leider war das Ende sehr flach und nicht besonders aufregend. Genauso wenig spannend, wie der Rest. Zwischendurch gab es ein Kapitel, in dem Tilles Zukunft aufgegriffen wird. Aber erst im letzten Kapitel erfährt der Leser dann, was genau mit ihm geschieht. Jedoch sehr schwach.

Fazit:
Meiner Meinung nach hat „Du gehörst mir“ von Peter Middendorp eine niveauvolle Grundidee, aus der man definitiv etwas herausholen könnte. Leider hat sich der Autor zu viel mit den sprachlichen Aspekten seines Romans beschäftigt und die Charaktere etwas links liegen gelassen. Eine kalte Geschichte über das Leben eines Mörders, den der Leser allerdings kaum kennenlernt.

Veröffentlicht am 01.08.2019

Nicht ausgeschöpftes Potenzial trotz unerwarteten Ereignissen und einem spannenden Ende.

Mein Herz so schwarz
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Zusammenfassung:
Für Richard Bradley wird der Tag seiner Hochzeit zum Schlimmsten seines Lebens. Am Abend springt seine frisch getraute Ehefrau Evie White von einer Klippe ins Meer, und damit in den Tod. ...

Zusammenfassung:
Für Richard Bradley wird der Tag seiner Hochzeit zum Schlimmsten seines Lebens. Am Abend springt seine frisch getraute Ehefrau Evie White von einer Klippe ins Meer, und damit in den Tod. Doch ihre Leiche wird nie gefunden. Ihre beste Freundin Rebecca unterstützt den trauernden Richard und gemeinsam versuchen sie das Rätsel von Evies seltsamen Suizid zu lösen. Dabei lernen sie die Person, die sie beide vor nicht allzu langer Zeit geliebt haben, von einer ganz anderen Seite kennen und fragen sich, wer Evie White wirklich war.

Meine Meinung:
Der Psychothriller „Mein Herz so schwarz“ war das erste Buch, welches ich von der Autorin Jenny Blackhurst gelesen habe. Der Thriller enthält eine packende Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen. Besonders anziehend empfinde ich das Cover, mit dem dazu gehörigen Blumenstrauß. Das einzig Farbige auf dem Buchcover und ein Hingucker mit Bedeutung. Denn in der Geschichte geht es um eine gefallene Braut.
Von Anfang an bin ich mit dem Schreibstil der Autorin gut klar gekommen, wodurch ich den Thriller flüssig lesen konnte, ohne Sätze ständig wiederholen zu müssen. Außerdem wird von unnötig langen Beschreibungen die Finger gelassen. Hinzu kommt eine angenehme Kapitellänge, nicht zu kurz und nicht zu lang, welche das Leseerlebnis zusätzlich positiv beeinflusst.
Eine Besonderheit des Buches sind die Perspektivwechsel. Der Leser springt zwischen Rebecca in der Gegenwart und Evie in der Vergangenheit hin und her. Dies erzeugt eine gewisse Spannung, da der Leser nun die Geschichte von Evie White hautnah miterleben kann. Spannungstechnisch fängt es anfangs stark an. Man wird in die Geschehnisse hinein geworfen und muss sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Es kommen mit der Zeit immer mehr kleine Details ans Licht, sodass man gut spekulieren und Vermutungen über Evies Tod aufstellen kann. Allerdings ziehen sich einige Szenen etwas, weshalb es mit der Zeit etwas langatmig wird und Spannung kurzzeitig verloren geht. Später erlangt die Autorin die Spannung wieder, da plötzliche viele unerwartete Wendungen auftreten. Obwohl es zum Ende hin spannender wird, lässt sich leider erahnen, wie die Geschichte endet.
Im Vordergrund steht die Dreiecksbeziehung zwischen Evie, ihrer besten Freundin Rebecca und ihrem Mann Richard. Als Leser erlebt man quasi Evies Lebensgeschichte, weshalb man sich ein gutes Bild von ihr machen kann. Durch die unterschiedlichen Szenarien wird sie mit der Zeit undurchschaubar. Es gibt viele Momente, in denen sie mir sympathisch war. Allerdings musste ich auch ebenso oft mit dem Kopf schütteln. Zum Ende hin muss ich sagen, dass ich Evie als Charakter nicht nachvollziehen kann und sie deshalb nicht als sonderlich sympathisch empfinde. Das gleiche Problem hatte ich mit Rebecca. Auch bei ihr gab es ein paar fragwürdige Momente. Sie wirkt auf mich unergründlich. Bei beiden Protagonistinnen bin ich mir nicht sicher, ob sie gut oder doch hinterlistig sind. Im Gegensatz zu Evie und Becky erfährt der Leser sehr wenig über Richard. Er wird als der trauernde Ehemann dargestellt, welcher nicht glauben kann, dass seine Frau gesprungen ist. Diese Darstellung erstreckt sich über den ganzen Thriller, was ich sehr schade finde. Eigentlich sollte Richard eine viel wichtigere Rolle spielen, aber er steht eher im Schatten von Evie und Becky.
Die Idee, welche hinter der Geschichte steckt, ist mir leider etwas zu originell. Ich hatte gehofft, dass eine riesige Bombe platzen würde, sodass das Buch eine einzigartige Geschichte erzählt. Leider blieb dieser Effekt aus.

Fazit:
Hinter dem Psychothriller „Mein Herz so schwarz“ verbirgt sich eine spannende Geschichte mit vielen plötzlichen Wendungen. Durch den ständigen Perspektivenwechsel und den tollen Schreibstil der Autorin, kann der Leser jederzeit Vermutungen aufstellen, wie es zu Evies Sprung gekommen sein könnte. Das ganze Potenzial wurde nicht ausgeschöpft, da es öfters an Spannung mangelt und die Charaktere schwankende Persönlichkeiten aufweisen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstl
  • Figuren
Veröffentlicht am 28.07.2019

Eine Geschichte, die einem beweist, dass es sich lohnt, mutig zu sein!

Show me the stars
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Klappentext:
Eigentlich sollte Liv gar nicht auf Jobsuche sein, denn sie steht am Anfang ihrer Karriere als Journalistin. Doch ein gescheitertes Interview zwingt sie dazu sich anderweitig umzusehen. Dabei ...

Klappentext:
Eigentlich sollte Liv gar nicht auf Jobsuche sein, denn sie steht am Anfang ihrer Karriere als Journalistin. Doch ein gescheitertes Interview zwingt sie dazu sich anderweitig umzusehen. Dabei stößt sie auf eine Anzeige mit der Überschrift „Auszeit!“. Wenige Wochen später findet sich Liv auf einer einsamen Insel in Irland wieder. Für die nächsten sechs Monate wird sie in einem Leuchtturm wohnen, weit entfernt von der Zivilisation. Doch einsam ist sie nicht. Denn sie wird von einem gutaussehenden Iren versorgt, welcher ihr Herz zum Rasen bringt. Vor wenigen Monaten hätte Liv nicht geglaubt, dass sie bald die Zeit ihres Lebens auf einer kleinen Insel erleben würde. Denn neben neuen Freunden und einer Romanze, findet sie wieder zu sich selbst.

Meine Meinung:
„Show me the stars“ war das erste Hörbuch, welches ich aktiv gehört habe, und es hat mich von vorne bis hinten überzeugt. Angefangen mit der angenehmen Stimme der Leserin Marie-Isabel Walke. Während sie mir Livs Geschichte erzählt hat, hatte ich das Gefühl, als wenn sie genau neben mir sitzen würde und mir live von den Geschehnissen berichtet. Somit fiel es mir sehr leicht mich in Liv hinein zu versetzen.
Was diese Geschichte einzigartig macht, ist natürlich das atemberaubende Setting. Eine irische Insel mit einer kleinen Nachbarinsel, auf der ein verlassener Leuchtturm steht, welcher für sechs Monate Gesellschaft benötigt. Durch die präzisen Beschreibungen der Autorin hatte ich oft das Gefühl, ich wäre selbst in Irland und könnte den Wind in meinem Gesicht spüren, die Wellen an den Klippen brechen hören und die Kälte der Nacht erleben.
Nicht nur das Setting hat es mir angetan, sondern auch die beeindruckenden Protagonisten. Liv verkörpert eine selbstbewusste, junge Frau, die sich eine Auszeit nimmt, um sich selbst neu zu finden. Ein mutiger Schritt, welchen ich bewundernswert finde. Von Anfang an trifft Liv mutige Entscheidungen und entwickelt sich im Laufe der Geschichte immer weiter. Denn bei „Show me the stars“ steht, meiner Meinung nach, nicht die Liebesgeschichte im Vordergrund, sondern Livs Reise zu sich selbst. Klingt vielleicht zu poetisch, empfinde ich allerdings so. Nach einem Niederschlag erlangt sie neue Kraft und bekämpft ihre größte Angst. Sie erlebt Abenteuer, fühlt sich endlich frei und wild, findet zu sich selbst. Ganz nebenbei findet sie einige neue Freunde, welche ihr den langen Aufenthalt in Irland versüßen. Unter ihnen der gutaussehende Kjer.
Ich finde es beeindruckend, dass die Autorin Kjer treu geblieben ist. Oftmals passiert es, dass Männer, die anfangs eiskalt sind, zum Ende der Geschichte ein wahres Emotionsbündel werden. Dies ist in dieser Geschichte nicht geschehen, zum Glück. Kjer wird als ein charmanter junger Mann dargestellt, welcher gerne allein ist, sich aber trotz dessen gerne mit unterschiedlichen Frauen vergnügt. Diese Fassade hält Kjer aufrecht. Er gibt nicht sehr viel von sich Preis und Liv tappt somit lange Zeit im Dunkeln. Auch die Hörer erfahren wenig über Kjer, was Einige eventuell stören könnte. Ich empfinde es allerdings als passend, da Kjer eben kein höchst emotionaler Mensch ist, der gerne über seine Gefühle spricht.
Ein beeindruckendes Detail der Geschichte ist die indirekte Nachricht der Autorin. Liv bekämpft ihre größten Ängste und springt über ihren Schatten. Sie ist mutig. Liv nimmt sich einfach eine Auszeit, weil sie diese gerade benötigt und startet einen Neuanfang, ohne zu wissen, was auf sie kommt. Sie ist mutig. Die Autorin bekräftigt die Hörer mutig zu sein. Und wenn es nur eine Kleinigkeit ist, wie beispielsweise in den ungefährlichen Keller zu steigen.

Fazit:
Kira Mohn hat eine Liebesgeschichte geschaffen, die vor Einzigartigkeit nicht zu übertreffen ist. Nicht nur das fantastische Setting hat mich verzaubert, sondern auch die starken Charaktere. Liv beweist dem Hörer, dass die kleinsten Entscheidungen große Veränderungen mit sich bringen können. Dass es sich lohnt, mutig zu sein. Ich bin begeistert von diesem Hörbuch und werde mir definitiv die Folgebänder ebenfalls anhören.