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Veröffentlicht am 09.04.2019

Ab auf die Insel

Der Wind nimmt uns mit
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Maya ist 32 und Reisebloggerin. Ihr Blog führt sie durch die ganze Welt. Als sie nach einem One-Night-Stand schwanger wird und der ihr eigentlich unbekannte zukünftige Vater, den sie im Internet sucht, ...

Maya ist 32 und Reisebloggerin. Ihr Blog führt sie durch die ganze Welt. Als sie nach einem One-Night-Stand schwanger wird und der ihr eigentlich unbekannte zukünftige Vater, den sie im Internet sucht, sich auf La Gomera aufhalten soll, führt ihre nächste Reise sie dorthin, obwohl das eigentlich das eine Reiseziel ist, zu dem sie nie fahren wollte. Denn dort lebt auch ihre Mutter, zu der sie seit ein paar Jahren keinen Kontakt mehr hat.

Das Buch ist in Kapitel über Maya heute und ihre Mutter früher aufgeteilt, so dass man erfährt, wie es zu all den Verwicklungen kommen konnte, die dazu führten, dass Maya und Karoline keinen Kontakt mehr haben. Mayas Leben ist bunt. Sie ist ständig auf Reisen und rastlos. Die Reiseblog-Challenge für das Jahr lautet: 52 Länder in 52 Wochen. Als die ungewollte Schwangerschaft dazwischenfunkt muss sie kurz innehalten, obwohl sie sicher ist, das Kind nicht bekommen zu wollen. Auf La Gomera trifft sie dann auf viele ziemlich ungewöhnliche und durchgeknallte Aussteigertypen und tut alles, um nicht auf ihre Mutter zu treffen, was aber nicht so einfach ist.

Ein bisschen missfallen hat mir, dass alle Probleme, die die Leute in diesem Buch haben, durch ein einfaches klärendes Gespräch gelöst werden könnten. Leider redet niemand miteinander bis es fast zu spät ist. Gefallen haben mir die Beschreibungen der Reisen, die Beschreibung der Insel und die vielen verrückten Leute, die diese bevölkern. Auch Mayas chaotisches Leben und ihre Art mochte ich, wobei ich sie manchmal gern geschüttelt hätte, weil sie sich durch ihre unnachgiebige Art wieder mal eine Chance auf ein Happy End verbaut hat. Am Schluss wird ja irgendwie alles doch noch gut, was mir wieder gefallen hat.

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten. Ich mochte das verrückte Inselleben, das geradezu dazu einlädt, die Koffer zu packen und sich selbst ein Bild davon zu machen.

Veröffentlicht am 08.04.2019

Eine abenteuerliche Suche

Frida und das verschwundene Gähnen
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Dieses Buch bringt euch zum Gähnen, garantiert. Und das sag ich nicht, weil dieses Buch so langweilig ist. Im Gegenteil: Fridas Suche nach dem Gähnen ist wirklich eine abenteuerliche Reise zu den interessantesten ...

Dieses Buch bringt euch zum Gähnen, garantiert. Und das sag ich nicht, weil dieses Buch so langweilig ist. Im Gegenteil: Fridas Suche nach dem Gähnen ist wirklich eine abenteuerliche Reise zu den interessantesten Plätzen der Welt … und darüber hinaus. Aber schon beim Gedanken an das Buch muss ich wieder gähnen, denn auf und in dem Buch gähnt ständig jemand. Egal ob der Hund, die Katze, die Freiheitsstatue, die Mona Lisa und die Pinguine in der Antarktis … alle gähnen und stecken den Leser damit an. Und das macht ziemlich viel Spaß: beim Vorlesen und beim Zuhören, beim Anschauen der Bilder und beim gemeinsamen Gähnen.

Und so kann ich die 100 %ige Gähn-Garantie, wie sie auf dem Buch versprochen wird, nur bestätigen. Niemand kann sich dagegen wehren. Während man die schöne Geschichte liest bzw. vorliest und mit Frida die Welt bereist, während sie nach ihrem verschwundenen Gähnen sucht, macht das Vorlesen so viel Spaß. Darum gibt es von mir eine absolute Kaufempfehlung für dieses wunderschöne Kinderbuch!

Veröffentlicht am 06.04.2019

Ein neues Leben

Dein fremdes Herz
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Nelas Leben ist aus den Fugen. Als sie Post von der zweiten Frau ihres Vaters erhält, in dem diese ihr mitteilt, dass die Organe ihres Vaters nach einem Unfall gespendet wurden, reist sie ans Meer, um ...

Nelas Leben ist aus den Fugen. Als sie Post von der zweiten Frau ihres Vaters erhält, in dem diese ihr mitteilt, dass die Organe ihres Vaters nach einem Unfall gespendet wurden, reist sie ans Meer, um den Mann zu treffen, der das Herz ihres Vaters bekam. Doch Nela findet noch so viel mehr, auch in den Briefen, die Ellen ihr überlassen hat. Denn ihr Vater verließ sie und ihre Mutter damals ohne ein Wort und Nela sah ihn nie wieder. Erfährt sie jetzt die Wahrheit?

Nela ist ein schwieriger Charakter. Sie hat nur ihre Arbeit und braucht Ordnung in ihrem Leben. Doch Ellens Briefe verändern alles, so dass sie sich entschließt, Maximilian aufzusuchen, um so vielleicht einem Teil ihres Vaters wieder näher zu kommen. Und sie fühlt sich seltsam gut aufgenommen in diesem kleinen Ort am Meer, in der kleinen Pension und dem Naturschutzgebiet, das von Maximilians Familie bewirtschaftet wird. Maximilian ist anfangs abweisend, kann sich aber Nela nicht lange widersetzen. Das hat mir gefallen, wie die beiden sich langsam annähern. Klar war, dass es zu Problemen kommen wird, wenn er die Wahrheit herausfindet, warum Nela dort ist. Mir hat es überhaupt nicht gefallen, dass sie ihm nicht die Wahrheit sagte, obwohl sie sich annäherten.

Die Liebesgeschichte zwischen Max und Nela entwickelt sich leise und langsam, was mir gefallen hat. Auch die anderen Charaktere im Buch fand ich sehr sympathisch, angefangen bei Maximilians Bruder, aber besonders Henrietta, die Pensionswirtin hat es mir angetan. Sie kümmert sich von Anfang an um Nela und bietet ihr ein Zuhause fern von Zuhause. Das hat mir sehr gut gefallen.

Der Roman ist schön erzählt und bringt ein wichtiges Thema auf, nämlich Organspende. Hier lernt man beide Seiten mit allen Vor- und Nachteilen kennen. Das mochte ich sehr, da sich der Leser automatisch mit dem Thema beschäftigt, einem wichtigen Thema, das nicht oft genug aufgebracht werden kann.

„Dein fremdes Herz“ hat mir gut gefallen. Eine schöne Geschichte über Vergebung mit einer Prise Liebe in wunderschöner Landschaft. Gut!

Veröffentlicht am 04.04.2019

Du gehörst mir

Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet
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Als Grace Jack kennenlernt, scheint ihr ganzes Leben sich zu verbessern. Es ist Liebe auf den ersten Blick und schon bald heiraten die beiden. Nach der Hochzeit wollen sie Graces‘ Schwester Millie zu sich ...

Als Grace Jack kennenlernt, scheint ihr ganzes Leben sich zu verbessern. Es ist Liebe auf den ersten Blick und schon bald heiraten die beiden. Nach der Hochzeit wollen sie Graces‘ Schwester Millie zu sich nehmen, die am Down Syndrom leidet. Alles scheint perfekt. Doch nach der Hochzeit ändert sich alles für Grace. Und niemand glaubt ihr, niemand hilft ihr.

Die Romanidee fand ich wirklich spannend und war dementsprechend gespannt auf das Buch. Leider musste ich schon bald feststellen, dass mir die Geschichte viel zu konstruiert und unglaubwürdig ist. Wieso sollte eine Frau wie Grace, die für ein Unternehmen gearbeitet hat, für das sie durch die halbe Welt reiste, die Freunde hat und eine Familie, wieso sollte sich so eine Frau so behandeln lassen und keinen Weg finden, die Beziehung zu Jack zu beenden. Stattdessen nimmt sie mit ihm zusammen an Essen bei Freunden ein, spricht Einladungen zu Essen in ihrem Haus aus und ist nicht in der Lage, einen der Freunde auf ihre Seite zu ziehen und die Wahrheit rauszuschreien? Das kam mir sehr komisch vor. Auch Millie, Graces‘ Schwester, fand ich wenig glaubhaft dargestellt. Dass sie ein solches Geheimnis für sich behält und auch noch die Idee mit den Schlaftabletten hat, die Grace retten, ließ mich mit den Augen rollen.

Der Schluss des Buches hat mir gefallen, aber insgesamt fand ich die Geschichte viel zu weit hergeholt und unglaubwürdig. Der Schreibstil hat mir gefallen und viele Passagen fand ich auch spannend, aber im großen und ganzen fühlte ich mich veräppelt. Schade!

Veröffentlicht am 03.04.2019

Das Auge

Mörderische Renovierung
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Ambrose Wells ist tot. Er starb durch einen Sturz aus dem Fenster. A. und seine Freundin Niamh (sprich: Nief) reisen an, um Axton House, das Erbe von Wells, zu beziehen. Und schnell wird klar, dass das ...

Ambrose Wells ist tot. Er starb durch einen Sturz aus dem Fenster. A. und seine Freundin Niamh (sprich: Nief) reisen an, um Axton House, das Erbe von Wells, zu beziehen. Und schnell wird klar, dass das alte Haus einige Geheimnisse birgt, die es zu erkunden gilt.

Die Geschichte von A. und Niamh wird nur durch Briefe, Tagebucheinträge, Bilder von Überwachungskameras usw. erzählt, was das Buch erst einmal besonders macht. Nach und nach entdeckt der Leser so die anfangs unheimlichen Begebenheiten in Axton House, die nach und nach durch wissenschaftliche Dokumente und Auszüge aus Büchern vertieft werden. Das fand ich faszinierend. Die Geschichte entwickelt sich dabei zunächst immer mehr zu einem Spionageroman, in dem man kryptische Botschaften entschlüsseln muss, bei denen der Leser mit einbezogen wird. Am Ende ist es die Geschichte einer Loge, die über die ganze Welt verteilt Geheimnisse aufdeckt und sich zur Sonnenwende im Dezember in Axton House trifft. Der Aufbau des Buches ist dabei sehr geschickt gemacht, so dass man als Leser immer neugierig ist, was A. und Niamh als nächstes entdecken werden, was auf den Überwachungskameras zu sehen sein wird, die im ganzen Haus verteilt sind, usw.

Das Buch hat mir über weite Strecken wirklich gut gefallen, auch wenn es Teile gab, die ich sehr schwer fand (Auszüge aus Fachbüchern zur Entschlüsselung von Geheimbotschaften oder zu Parapsychologischen Ereignissen). Da fiel mir das Weiterlesen oft etwas schwerer, was aber den Reiz des Buches nicht schmälerte.

Insgesamt ist es ein ungewöhnlich geschriebenes, aber wirklich spannendes Buch über die Suche nach der Wahrheit in einem alten Haus. Man glaubt zuerst, man weiß genau, worauf die Geschichte hinausläuft, wird aber ständig eines Besseren belehrt. Hat mir gefallen!