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Veröffentlicht am 07.10.2020

Starker Anfang, schwaches Ende

Das Perchtenerbe
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'Das Perchtenerbe' erzählt vom Brauchtum der Perchtennächte und der Geschichte, die dahintersteht. Als Marie bei ihrer Großmutter einen Raum voller Perchtenmasken entdeckt, erzählt diese ihr vom Großvater, ...

'Das Perchtenerbe' erzählt vom Brauchtum der Perchtennächte und der Geschichte, die dahintersteht. Als Marie bei ihrer Großmutter einen Raum voller Perchtenmasken entdeckt, erzählt diese ihr vom Großvater, der die Masken geschnitzt hat. Aber sie erklärt Marie auch, woher das Brauchtum kommt und was es mit Frau Percht und ihren Gesellen auf sich hatte.

Was folgt, ist die Geschichte der Frau Percht, die im Winter zu den Leuten in die Dörfer kam, um zu prüfen ob diese ordentlich leben und das Gebot, zum Jahreswechsel die schwere Arbeit ruhen zu lassen, einhalten. Als Belohnung sorgt Frau Percht für Fruchtbarkeit und gute Ernten. Widersetzt sich jedoch jemand den alten Gesetzen, ist die Strafe tödlich. Die Menschen wenden sich jedoch immer mehr ab von Frau Percht und den alten Gebräuchen, da das Christentum Einzug hält und den alten Glauben ausmerzt.

Es ist aber auch die Geschichte von Criste, einem Mädchen, dass alles daran setzt Frau Percht in ihre Welt zu folgen. Da Criste jedoch noch lebt, muss sie in der Zwischenwelt verbleiben und findet schliesslich die Bestimmung, den Menschen die alten Sitten wieder nahe zu bringen.

Das Buch beginnt unglaublich fesselnd und ich konnte es kaum erwarten, mehr über Frau Percht zu erfahren, die über das Gleichgewicht von Mensch und Natur wacht und die Menschen dazu anhält, mit der Natur und den Jahreszeiten zu leben und auch die nötigen Ruhepausen im Winter einzuhalten, damit im Frühjahr wieder alles mit neuer Kraft angepackt werden kann. Leider ließ die Spannung im Verlauf des Buches immer mehr nach und versiegte am Ende sogar ganz. Auch der Großvater wird bloß am Schluß kurz erwähnt und hat mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun.

Hier hätte ich mir mehr künstlerische Freiheit gewünscht, die das Leben der Frau Percht im Angesicht des sich verbreitenden Christentums nicht einfach still und leise versiegen lässt, sondern in einem spektakulären Finale dramatisch untergehen oder grandios wieder auferstehen lässt. Erwähnenswert sind noch die schaurig-schönen, sehr atmosphärischen farbigen Illustrationen, die einige Seiten des Buches schmücken.

Letztendlich entsprach die Geschichte leider nicht meinen Erwartungen, aber wenigstens nehme ich aus dem Buch neu erlangtes Wissen über das Perchtentum mit, über das ich schon immer mehr erfahren wollte.

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Veröffentlicht am 05.10.2020

Die gar nicht so lieben Nachbarn...

Das Haus
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Ein anonymes Mietshaus, in dem sich eigentlich niemand kennt, wären da nicht die regelmäßigen Treffen zum Aperitiv auf der Dachterrasse. Natürlich wird ordentlich getratscht und über die Nachbarn hergezogen. ...

Ein anonymes Mietshaus, in dem sich eigentlich niemand kennt, wären da nicht die regelmäßigen Treffen zum Aperitiv auf der Dachterrasse. Natürlich wird ordentlich getratscht und über die Nachbarn hergezogen. Als dann ein Mord passiert, verdächtigt jeder jeden - sollte der Mörder wirklich hier im Haus leben?

Aus dem Blickwinkel von Nadja, die als Parapsychologin an einem Buch schreibt, werden die Ereignisse geschildert. Gemeinsam mit ein paar anderen Frauen aus dem Haus stellt sie Vermutungen an - doch dann geschehen immer mehr furchtbare Dinge und bald schon fühlt sich niemand mehr sicher. Oder ob das Haus selbst an allem schuld ist, weil es negative Energie ausstrahlt? Herrlich die Beobachtung der Hausbewohner, von der Tratschtante bis zur Meckerziege war wirklich alles dabei, und so waren natürlich die Momente, in denen ordentlich abgelästert wurde, besonders unterhaltsam. Allerdings hatte es auch etwas erschreckendes, wie schnell jemand allein durch oberflächliche, äusserliche Auffälligkeiten verurteilt wird.

Der Krimianteil des Buches war somit durchaus ordentlich und mit Spannung aufgebaut und liess Raum zum Miträtseln. Die regelmäßigen Einschübe über Nadjas Arbeit haben mich dabei jedoch immens gestört. So interessant sie zum Teil auch waren - böse Orte, das böse Auge, Geister etc. - so wenig waren sie letztendlich Teil der Geschichte, da sie nicht konsequent weiterverfolgt wurden und somit nur lose Gedankeneinschübe blieben.

Insgesamt ein durchaus unterhaltsamer Krimi, den man schnell mal einschieben kann, den ich aber auch bald wieder vergessen haben werde.

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Veröffentlicht am 30.09.2020

Zwei ungewöhnliche Detektive und ihr erster Fall

Das schwarze Schaf
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Als der Hund Gutti spurlos vom Bauernhof verschwindet, wird der Wolf im nahegelegenen Wald verdächtigt. Doch für das schwarze Schaf Texel ist klar, dass der Wolf, mit dem er befreundet ist, unschuldig ...

Als der Hund Gutti spurlos vom Bauernhof verschwindet, wird der Wolf im nahegelegenen Wald verdächtigt. Doch für das schwarze Schaf Texel ist klar, dass der Wolf, mit dem er befreundet ist, unschuldig sein muss. Also muss das schlaue Schaf den Fall selbst aufklären und den Übeltäter zur Strecke bringen. Hilfe bekommt Texel von Dr. W. Winnewurp, einem Maulwurf der seinen Bau am Rand der Schafsweide errichtet hat. In Anlehnung an Sherlock Holmes und Dr. Watson machen sich Texel und Winnie an die Arbeit, den Fall mittels 'Deduktion' aufzurollen. Steckt der benachbarte Bauer dahinter? Oder doch eins der anderen Tiere? Dabei sammeln sie Beweise und befragen die verschiedenen Tiere, die auf dem Hof leben. Und ganz nebenbei gewinnt jeder von beiden einen guten Freund. Werden Texel und Winnie es schaffen, das Rätsel von Baskeltorp zu lösen? Und wird Texel je erfahren, wie Dr. W. Winnewurp mit Vornamen heißt?

Eine witzige und aufregende Tiergeschichte, bei der es im Großen und im Kleinen auch immer wieder um das Thema Freundschaft geht. Am Ende wird es dann nochmal richtig spannend als die Tiere in Gefahr geraten. Die eingestreuten Illustrationen veranschaulichen die Szenen mit feinem Witz, während die kurzen Kapitel auch Leseanfänger gut animieren, sich selbst in das turbulente Geschehen zu stürzen.

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Veröffentlicht am 29.09.2020

Wer hat Angst vorm Malamander?!

Malamander - Die Geheimnisse von Eerie-on-Sea
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Eerie-on-Sea beherbergt nicht nur die wunderlichsten Menschen, sondern auch eine fantastische Kreatur: den Malamander. Herbie Lemon, ein Findelkind, der im Grand Nautilus Hotel als 'Sachenfinder' - sozusagen ...

Eerie-on-Sea beherbergt nicht nur die wunderlichsten Menschen, sondern auch eine fantastische Kreatur: den Malamander. Herbie Lemon, ein Findelkind, der im Grand Nautilus Hotel als 'Sachenfinder' - sozusagen Archivar des Fundbüros - arbeitet, staunt nicht schlecht als ihm eines Tages ein Mädchen durch sein Kellerfenster vor die Füsse fällt. Violet Parma wurde vor vielen Jahren als Baby im Hotelzimmer ihrer Eltern gefunden, die spurlos verschwanden. Jetzt ist sie nach Eerie zurückgekehrt, um ihre Eltern zu finden. Oder besser gesagt: um von Sachenfinder Herbie gefunden zu werden, denn schließlich ging sie ja damals selbst verloren. Gemeinsam begeben sich die beiden auf die Suche, d.h. eigentlich folgt der eher vorsichtige Herbie der ungestümen Violet...
Dabei schlittern sie von einem Abeneuer ins nächste, immer dicht gefolgt von der fiesen Hakenhand, einer geisterhaften und unheimlichen an einen Piraten erinnernden Kreatur. Und dann ist da noch Sebastian Eels, der Violets Vater gekannt zu haben schien. Hat er etwas mit dem Verschwinden zu tun? Glücklicherweise gibt es in Eerie auch nette, wenn auch merkwürdige Menschen, die Herbie und Violet immer wieder helfen. Ob die beiden Violets Eltern finden? Auf jeden Fall wird das Geheimnis des Malamanders gelüftet, dieser sagenhaften Kreatur, halb Mensch, halb Fisch, die den Ort immer wieder in unheimlichen Nebelnächten heimsucht.

Das Buch sprüht nur so vor fantastischen Einfällen und ist immer wieder für eine unerwartete Wendung gut. Die Spannung schraubt sich konstant in die Höhe und am Ende kann man gar nicht schnell genug weiter lesen, um die wachsende Neugier zu befriedigen. Ein in sich abgeschlossenes Buch, dem aber durchaus eine Fortsetzung zuzutrauen und zu wünschen ist. Schließlich entwickeln sich Herbie und Violet zu einem eingespielten Team, das sicherlich auch andere Rätsel lösen könnte.

Ein wunderbares Buch, dass keines der gängigen Lieblingsthemen bedient, aber trotzdem oder besser gerade deshalb besonders gut ankommt. Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.09.2020

Hochspannung pur!

Der vierte Spatz
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Durch einen Unfall können ein paar Vögel aus einem Versuchslabor entkommen. Was zuerst harmlos scheint, soll schon bald das Leben auf der ganzen Welt beeinflussen. Zuerst sterben nur die Vögel, doch dadurch ...

Durch einen Unfall können ein paar Vögel aus einem Versuchslabor entkommen. Was zuerst harmlos scheint, soll schon bald das Leben auf der ganzen Welt beeinflussen. Zuerst sterben nur die Vögel, doch dadurch gerät das natürliche Gleichgewicht aus den Fugen. Insektenplagen ziehen über das Land, Ernten werden zerstört, die Menschheit steht vor dem Abgrund. Doch wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen? Während die Folgen immer weitere Kreise ziehen, sind zwei Journalisten auf der Suche nach Erklärungen. Doch dabei kommen sie Leuten in die Quere, die im Verborgenen agieren und lieber unentdeckt bleiben wollen. Und diese Leute sind sehr gefährlich...

'Der vierte Spatz' bietet einen Wissenschafts-Thriller, der in der heutigen Zeit besondere Brisanz zeigt. Besonders fasziniert haben mich die vielen winzigen Zufallsmomente, die zur Ausbreitung des Virus beitrugen. Auch wenn die Häufung dieser sehr zufälligen, zur Entwicklung der Geschichte natürlich sehr nützlichen Details manchmal ins Unglaubwürdige abzurutschen drohten, hat mich die Geschichte von Anfang bis Ende gefesselt und ich musste einfach weiter lesen.

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