Moralisch grau, spannend und auf eine fragwürdige Weise romantisch. Ergibt das Sinn? H. C. Dolores sagt ja!
LimerenceAls ich durch dieses Cover auf Limerence aufmerksam wurde und dann H. C. Dolores gelesen habe, war mir schon fast egal, um was es in der Geschichte geht. Ich kenne H. C. Dolores bereits aus diversen Lese-Apps ...
Als ich durch dieses Cover auf Limerence aufmerksam wurde und dann H. C. Dolores gelesen habe, war mir schon fast egal, um was es in der Geschichte geht. Ich kenne H. C. Dolores bereits aus diversen Lese-Apps und liebe einfach ihren Stil. Der Klappentext hat mir dann eine Romance-Suspense prophezeit, was ich von ihr noch nicht kannte und so bin ich direkt in die Leseprobe gehechtet. Und bereits diese hat absolut überzeugt!
Poppy und Adrian. Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und sich doch ähnlicher sind, als sie vermutlich beide wahrhaben wollen. Gesellschaftlich aus komplett gegenüberliegenden Seiten, finden die beiden an der Lionswood Prep, einem Elite-Internat, zueinander, für die Poppy ein Vollstipendium ergattern konnte.
Adrian ist ein moralisch doch sehr fragwürdiger Protagonist. Er ist der golden Boy der Lionswood Prep und schart die Rich Kids regelrecht um sich. Er glänzt durch Arroganz und Gleichgültigkeit, kompensiert dies durch Wohltätigkeit, um die Nase gesellschaftlich immer vorne zu haben. Aber was er mit dieser Maske der Arroganz verbirgt, geht tiefer, als man vermuten möchte. Und ich liebe alles daran. Adrian ist der Charakter, der mich in Limerence am meisten fasziniert hat.
Und Poppy? Sie ist alles, was ich nicht erwartet hatte. Stille Wasser sind tief, sagt man. Poppy ist so ein stilles Gewässer. Ihre Geschichte ging mir absolut ans Herz und machte mich immer wieder dermaßen sauer, dass ich sie am liebsten mehrfach einfach in den Arm genommen hätte. Sie versteckt sich hinter einer Menge Sarkasmus und hat doch nie ihren Lebenswillen und ihre Träume aufgegeben. Poppy kämpft für ihre Zukunft, damit sie ihre Vergangenheit endlich hinter sich lassen kann.
Die beiden Hauptprotagonisten gemeinsam sind eine eher ... explosive Mischung. Sollte man meinen. Wie sie jedoch miteinander umgehen, fand ich unfassbar faszinierend und einnehmend. Die Anziehung zwischen den beiden, diese Tension, ist regelrecht entzündlich.
Man möchte unbedingt mehr von den beiden und liest somit immer weiter, kann das Buch kaum noch aus der Hand legen. So ging es zumindest mir.
Sie Nebencharaktere sind auch gut ausgearbeitet, neben den beiden aber schlichtweg einfach nur Nebencharaktere, wie der Name schon sagt. Neben Poppy und Adrian verblasst alles andere.
Der Schreibstil war wie gewohnt locker, leicht und flüssig zu lesen, sodass man trotz der teilweise recht schweren Themen nur so durch die Seiten fliegt. Es gibt mehr als nur einen moralisch sehr fragwürdigen Moment und trotzdem schafft es die Autorin auch noch ausreichend Humor und Sarkasmus einzubauen, sodass die Schwere, die vielleicht andere Themen hinterlassen haben, wieder ausgeglichen wird.
Das Ende hat mich grübelnd und hibbelig zurückgelassen. Denn ich möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Und genau deswegen kann ich die Fortsetzung mit Redamancy, die Ende Juni erscheint, kaum erwarten. Denn Adrian hat Poppy einmal ein Versprechen gegeben. Und er gedenkt dieses auch zu halten.