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Veröffentlicht am 07.05.2026

Amalfi sehen und sterben?

Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord
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Eleanor Dash begibt sich auf eine Lesereise nach Italien, die ihr Verlag organisiert hat. Grund dafür ist das 10-jährige Jubiläum ihres Bestsellers „In Rom“, der eine erfolgreiche Romanserie begründet ...

Eleanor Dash begibt sich auf eine Lesereise nach Italien, die ihr Verlag organisiert hat. Grund dafür ist das 10-jährige Jubiläum ihres Bestsellers „In Rom“, der eine erfolgreiche Romanserie begründet hat, die inzwischen neun Bände aufweist. Begleitet wird Eleanor von ihrer Schwester und Assistentin Harper sowie einigen Schriftstellerkollegen, Fans und der Hauptfigur ihrer Buch-Reihe, Conor Smith. Die Jubiläumsreise scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Zunächst behauptet Conor, dass mehrere Anschläge auf ihn erfolgt seien, dann wird Eleanor selbst beinah das Opfer einer heimtückischen Attacke. Befindet sich ein Mörder unter ihnen?

Catherine Mack kam die Idee zu „Amalfi mortale. Kein Urlaub ohne Mord“ auf einer Reise durch Italien. Ihre Protagonistin Eleanor erlebt Ferien der besonderen Art, auf die jeder gern verzichten kann. Der Cosy Crime ist leichte Lektüre, die meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat.

Wer will Conor umbringen? Dafür hat nahezu jeder der Reiseteilnehmer ein Motiv. Die Ex-Ehefrau, mehrere Verflossene, die Opfer seines misslungenen Anlagemodells oder Eleanor selbst? Die Bestsellerautorin möchte Conor jedenfalls im neuesten Band ihrer Erfolgsreihe sterben lassen und ihn so endgültig loswerden. Denn sie wird von ihm um 20 Prozent ihrer Tantiemen erpresst und hat es satt. Dann erfolgt ein Anschlag auf Eleanor und sie muss sich fragen, ob wirklich Conor das Ziel des Mörders ist oder sie selbst. Während sie noch grübelt, stirbt tatsächlich jemand aus ihrer Gruppe.

Eleanor ist eine erfolgreiche Autorin Mitte Dreißig, die nur bedingt sympathisch ist. Sie wirkt ziemlich chaotisch und wäre ohne Harper aufgeschmissen. Mir ist ein Rätsel, wie eine derart verpeilte Person jemals einen Roman beenden konnte. Einfühlungsvermögen und Aufmerksamkeit sind nicht ihre Stärke. Sie kreist hauptsächlich um sich selbst, aber bekennt sich immerhin zu ihren Lügen und Fehlern. Die anderen Charaktere bleiben etwas blass und ihre Beweggründe für die Reise sind nicht unbedingt nachvollziehbar.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Eleanor erzählt. Und damit sind wir bei den Fußnoten. Zunächst fand ich die Idee ganz charmant. Als direkte bzw. augenzwinkernde Kontaktaufnahme der Autorin mit ihrer Leserin. Aber 234 Fußnoten auf 395 Seiten sind, für mich jedenfalls, zu viel des Guten und stören den Lesefluss ziemlich.

Nach einer eher halbherzigen Tätersuche mit zahlreichen Wendungen werden schließlich Mörder und Motiv offen gelegt. Dabei entpuppt sich Eleanor teilweise als scharfsinnig, andrerseits wecken offensichtliche Ungereimtheiten ihren Argwohn nicht, wie die Tatsache, dass einer der Charaktere keinerlei Ahnung von seinem Job hat. Trotzdem sind Täter und Motiv schlüssig.

Insgesamt fand ich den Cosy Crime gut lesbar und mit wenig Gewalt auskommend, was ich grundsätzlich passend für dieses Genre finde. Gefehlt hat es mir an Humor und Spannung. Erst nach knapp zwei Dritteln des Romans geschieht der Mord. Bis dahin plätschert die Handlung vor sich hin, unterhaltsam zu lesen, aber wenig spannend. Auch das versprochene Lokalkolorit kommt etwas zu kurz.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Die Taffe und der Schnösel

Léon und die Frau im blauen Kleid
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An der Côte d’Azur herrscht Hochbetrieb. Trotz des Ansturms der Touristen bleibt es bei der Polizei ruhig. Offensichtlich macht die Hitzewelle auch Verbrechern zu schaffen. So hat der Polizeipräfekt Zeit, ...

An der Côte d’Azur herrscht Hochbetrieb. Trotz des Ansturms der Touristen bleibt es bei der Polizei ruhig. Offensichtlich macht die Hitzewelle auch Verbrechern zu schaffen. So hat der Polizeipräfekt Zeit, Guillaume Hoch in den Ruhestand zu verabschieden. Dem leitenden Commissaire Léon de Cavallier macht es schwer zu schaffen, nach zehn Jahren seinen Partner zu verlieren. Hat er schon im Allgemeinen Probleme mit Menschen, so trifft dies auf Kollegen, mit denen er eng zusammenarbeitet erst recht zu. Der gemütlichen Brigadier Loïc Duval soll Hochs Position übernehmen. Doch die neueste Direktive aus dem Innenministerium beschert Léon Commissaire Nadia Bentaleb, die aus der Pariser Banlieue stammt, als neue Partnerin. Zwei Welten prallen aufeinander.

Mit „Léon und die Frau im blauen Kleid“ startet Alexander Oetker seine neue Côte d’Azur-Reihe. Das gegensätzliche Ermittlerduo und die malerische Kulisse, die Abgründe verbirgt, sorgen für spannende Unterhaltung mit High Society-Flair.

Wer ist die tote Schöne im eleganten blauen Kleid und wie kommt sie an den Stand von Nizza? Während sich Frage zwei mithilfe von Überwachungskameras und eines fähigen Ozeanologen schnell beantworten lässt, führt die Identifizierung des Opfers die Ermittler ins benachbarte Fürstentum Monaco. Dort erweisen sich Recherchen in den Kreisen der Superreichen als nicht einfach. Doch bald haben Nadia und Léon nicht nur Tatverdächtige für den Mord festgenommen, sondern auch Beweise für Korruption bei der Gendarmerie maritime entdeckt. Eine weitere Spur führt nach Nice-Nord, ins Drogenviertel von Nizza.

Gegensätzlicher können zwei Ermittler nicht sein. Léon, der schwerreiche Sproß einer alten Grafenfamilie, „begehrtester Junggeselle der Côte d’Azur“, der sich mit Luxus wie Ferrari, Millionenyacht und Rolex umgibt. Dagegen Nadia aus einfachsten Verhältnissen, aufgewachsen im schlimmsten Viertel des Pariser Banlieue, die eine Traumkarriere bei der Polizei hingelegt und sich gegen Drogendealer und andere Widrigkeiten durchgesetzt hat. Wie Kollege Loïc sagt „Ich weiß noch nicht, was das mit Ihnen beiden wird, aber ich kann mir vorstellen, dass es richtig gut wird. Oder es explodiert, und er wirft Sie sofort wieder raus. Alles ist möglich.“ Bald zeigt sich, dass die beiden ungleichen Commissaires deutlich mehr verbindet als gedacht. Überraschenderweise passt die Chemie und ihre Geplänkel sind köstlich. Außerdem ergänzen sie sich prächtig. Während er auf dem „Bal de l’été“ überzeugt, rettet sie beide aus der Hölle von Nice-Nord.

Alexander Oetker schreibt wie immer bildhaft, mit viel Lokalkolorit und Sachkenntnis. So ist es spannend zu lesen, wie die Dinge zwischen Monaco und Frankreich laufen, was die französische Polizei beachten muss, wenn sie dort ermitteln will oder wie ein Ozeanologe vom Fundort einer Leiche am Strand ausgehend, feststellen kann, wo diese ins Wasser gestürzt ist.

Der Fall entwickelt sich spannend und wendungsreich. Auf den Täter wäre ich nicht gekommen, aber die Auflösung ist logisch und passt. Am Ende entwickelt sich der Krimi in eine andere Richtung, die sich vorher schon angedeutet hat. Ich bin zuversichtlich, dass die „feministische Anarcho-Polizistin“ und der „größte Snob der Welt“ weiterhin ein effizientes Team bilden, ergänzt vom gemütlichen Loïc am Computer.

Oetkers neue Côte d’Azur-Reihe hat mich angenehm überrascht. Zwar hätte es für mich etwas weniger Glamour sein dürfen, aber das ist wohl dem Auftaktband geschuldet. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung „Léon und der König der Riviera“ und hoffe, dass dann Capitaine Dalmasso bekommt, was er verdient.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Mörderquote

Blind Date im Heu
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Revierinspektorin Marie Unterholzer freut sich auf den Jakobsweg. Morgen soll die Pilgerreise beginnen und ihr Rucksack ist gepackt. Doch daraus wird nichts, denn in Marienschlag ruht das Verbrechen nie. ...

Revierinspektorin Marie Unterholzer freut sich auf den Jakobsweg. Morgen soll die Pilgerreise beginnen und ihr Rucksack ist gepackt. Doch daraus wird nichts, denn in Marienschlag ruht das Verbrechen nie. Zum Auftakt der neuen trashigen Kuppelshow „Blind Date im Heu“, die ausgerechnet in Maries Heimatdorf stattfindet, gibt, es einen Toten. Einer der „Stadl-Prinzen“, wie die liebeshungrigen Mitspieler genannt werden, bricht vor laufender Kamera tot zusammen. Ermitteln statt pilgern ist für Marie angesagt.

Herbert Hirschler nimmt den Leser in "Blind Date im Heu" zum zweiten Mal ins malerische Alpenvorland mit. Herausgekommen ist eine originelle Krimi-Komödie für alle, die schwarzen Humor und österreichisches Flair schätzen.

Obwohl der Marienschlager Arzt Dr. Speckhammer einen Herzinfarkt diagnostiziert, wird der Tod von Ewald Schachinger, dem zweifachen Landesmeister im Bodybuilding, als verdächtig eingestuft. Marie ermittelt im Dorf und bei den Fernsehleuten. Doch anscheinend hatte niemand ein Motiv, den Ewald zu ermorden. Während die Ermittlungen noch andauern, wird die alte Bäuerin Dorothea Flonner tot in ihrem Kuhstall gefunden. Auch sie starb durch eine Gewalttat. Als noch ein weiteres Mordopfer im Umfeld der Kuppelshow auftaucht, schlägt die Stunde des LKA.

Die sympathische Marie ist eine engagierte Polizistin, die geradlinig und durchsetzungsfähig ermittelt. Sie kann sich auf ihr Bauchgefühl verlassen und ruht nicht, bevor ein Verbrechen aufgeklärt ist. Als eine gute Freundin unter Verdacht gerät, lässt sie sich nicht beirren. Computer-Nerd Tobi und die gelangweilte Künstlergattin Janine unterstützen Marie tatkräftig. Auch die anderen Charaktere sind bodenständig und überzeugen.

Mit seinem neuen Fall nimmt der Autor das Reality-TV-Genre ins Visier. In kurzen Kapiteln erfahren wir, wie mit jedem weiteren Toten die Quoten durch die Decke schießen. Die Fernsehleute verhalten sich nur vermeintlich pietätvoll. Sie geben alles für höhere Einschaltzahlen. Da fließt der Alkohol in Strömen, Schnulzen und Flachwitze sorgen für Stimmung und selbst die privateste Szene wird vor die Kamera gezerrt und live dem voyeuristischen Zuschauer präsentiert. Alles bestürzend nah an der Realität.

Herbert Hirschler schildert das Geschehen so bildhaft und glaubwürdig, da steckt garantiert Insiderwissen dahinter. So kommt es zu teilweise entlarvenden aber auch witzigen Szenen, ohne dass die Geschichte in Klamauk ausartet. Der Kriminalfall wird dabei nicht vernachlässigt und der Spannungsbogen hält bis zuletzt. Nicht nur Maries Chef Hans Schlurf sieht sich mit mehr als einem Tatverdächtigen konfrontiert. Schließlich wird der Fall aufgeklärt, ohne dass ich dem Täter auf die Spur gekommen bin. Die Einteilung nach Wochentagen und die kurzen Kapitel passen gut, allerdings fand ich manche Info zu knapp. So blieben ein, zwei Fragen am Ende offen. Insgesamt ist der Krimi unterhaltsam und witzig. Für Liebhaber von Cosy Crime mit österreichischem Alpenflair und Trash-TV kritischen Untertönen unbedingt empfehlenswert.

Das Glossar am Buchende hilft allen, die mit dem Dialekt Probleme haben. Ein Hinweis darauf wäre am Krimistart sinnvoll.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Süßes Gift

Inselmord & Sahnewölkchen
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Siggi wird von ihrer besten Freundin Simone um Hilfe gebeten. Der Ex ihrer kleinen Schwester Katharina wurde ermordet - auf Sylt! Wie sich bald herausstellt ist die Hobbydetektivin dem Toten am Vortag ...

Siggi wird von ihrer besten Freundin Simone um Hilfe gebeten. Der Ex ihrer kleinen Schwester Katharina wurde ermordet - auf Sylt! Wie sich bald herausstellt ist die Hobbydetektivin dem Toten am Vortag begegnet und Markus hat einen denkbar schlechten Eindruck auf sie gemacht. Trotzdem beschließt Siggi Simones Bitte zu erfüllen, schon um die sympathische Kathie von jedem Verdacht zu befreien. Doch die Ermittlungen erweisen sich als zäh. Fehlt Siggi etwa Kommissar Martin Christiansen, der auf Djerba Urlaub macht?

Auf Sylt ruht das Verbrechen nie. In "Inselmord und Sahnewölkchen" ermittelt die pfiffige Siggi, Kosmetikerin und Hobbydetektivin, bereits in ihrem fünften Fall. Dorothea Stiller unterhält ihre Leser erneut mit einem spannenden Kriminalfall und reichlich Inselflair.

Schnell steht fest, dass Markus Kronthaler mit einer Praline vergiftet wurde. Ausgerechnet! Damit rückt seine Ex-Frau Kathie endgültig auf Platz eins der Verdächtigenliste. Denn sie stellt das süße Naschwerk selber her und versorgt Sylts Cafés und Teeläden mit ihren handgefertigten Pralinen. Siggi findet heraus, dass der Tote an einem Retreat für "echte Männer" teilnahm, das ein smarter Influencer veranstaltet. Naturgemäß gerät die Sylter Miss Marple hier an ihre Grenzen. Doch Freundin Alix hat die zündende Idee und spendiert Siggis Mann Törtchen ein Schnupperwochenende für High-Performer. Während er die "starken Männer" ausspioniert, sucht seine Frau nach möglichen Verdächtigen. Siggi muss dieses Mal auf die Unterstützung ihrer Freundinnen verzichten, dafür kommt ihr ein alter Bekannter, Privatdetektiv Artem Pawelczuk, zu Hilfe. Trotz seiner Unterstützung und obwohl sich Törtchen als nützlicher Sidekick erweist, stagnieren die Ermittlungen. Siggi beschließt schweren Herzens den Fall der Polizei zu überlassen. Da bringt ein völlig unerwartetes Ereignis die Wende.

Siggi ist eine patente, sympathische Frau mit dem Herz auf dem rechten Fleck und ausgeprägtem Schnüffeltalent. Unterstützt wird sie von ihrem loyalen Mann Torsten bzw. Törtchen, und mehreren Freundinnen. Sie alle sind bodenständige Charaktere mit Ecken und Kanten. Die Autorin punktet neben einer spannenden Ermittlung mit reichlich Inselflair und Lokalkolorit. "Kluntjeknieper" lautet bspw. der Name der Teestube in der Kathi arbeitet. Auch das Privatleben ihrer Spürnase kommt nicht zu kurz, ohne überhandzunehmen. Besonders gefallen hat mir die kleine Beziehungskrise zwischen Siggi und Torsten. Beide lassen ihrer Fantasie freien Lauf und erschaffen gedanklich Horrorszenarien anstatt miteinander zu reden.

Schließlich gelingt es Siggi und Artem das Verbrechen aufzuklären. Es bleiben keine Fragen offen, obwohl sich der Fall als ziemlich knifflig erweist. Mich hat der Cosy Crime gut unterhalten. Er kommt mit erfreulich wenig Gewalt aus und ist trotzdem spannend. Siggis Privatleben und der humorvolle Ton sind angemessen dosiert. Das Inselflair bekommt genügend Raum und Sylt wird erfrischender Weise mal aus der Perspektive nicht prominenter Einwohner gezeigt.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Mörderische Bretagne

Bretonisch mit Meeresrauschen
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Jo Kervella, die gerade die kleine Musikkneipe Breizhbleu eröffnet hat, wird nach einem Konzert brutal niedergeschlagen. Neubürger haben es in Camaret-sur-Mer nicht immer einfach, zumal wenn sie aus Paris ...

Jo Kervella, die gerade die kleine Musikkneipe Breizhbleu eröffnet hat, wird nach einem Konzert brutal niedergeschlagen. Neubürger haben es in Camaret-sur-Mer nicht immer einfach, zumal wenn sie aus Paris kommen. Doch das geht zu weit, denkt Buchhändlerin Tereza Berger und beginnt zu recherchieren, wer ein Motiv dafür hat, Jos Tod zu wünschen.

Gabriela Kasperski hat für den siebten Band ihrer Bretagne-Reihe „Bretonisch mit Meeresrauschen“ erneut einen spannenden Plot gewählt. Dieses Mal entführt sie uns in die umkämpfte Musikszene. Doch auch Camaret-sur-Mer lernen wir von einer neuen Seite kennen. Teil sieben hat mich schnell in seinen Bann gezogen und bestens unterhalten. Auch für Neueinsteiger ist der Roman geeignet.

Tereza beschließt im Fall Jo zu ermitteln. Sie glaubt nicht, dass die Mieterin ihrer Cabane von dem jungen Musiker niedergeschlagen wurde, den die Polizei verdächtigt. Dabei ist die Buchhändlerin eigentlich vollauf damit beschäftigt ihrem ehemaligen Verlobten aus dem Weg zu gehen. Seit sie ihn vor knapp einem Jahr aus Panik vor dem Traualtar stehen ließ, herrscht Funkstille zwischen den beiden. Nur mit Mühen ist Tereza einigermaßen über diesen Verlust hinweg gekommen. Und jetzt ist Gabriel aus Schottland in die Bretagne zurückgekehrt! Trotz ihres Liebeskummers hört Tereza auf ihren Instinkt und versteckt den jungen Mann vor der Polizei. Bei ihren Recherchen fördert sie verschiedene Motive zutage, lüftet gut gehütete Geheimnisse, entlarvt fiese Intrigen und kommt krummen Machenschaften auf die Spur. Mithilfe der Nonnen vom Leuchtturmkloster, allen voran die bezaubernde Sœur Nominoë, gelingt Tereza der entscheidende Ermittlungsschritt.

Dieses Mal steht die sympathische Buchhändlerin selbst im Mitteilpunkt. Mit ihrer stets griffbereiten Boule-rouge ist sie für (fast) alle Situationen gerüstet. Ihr Liebesleben bzw. dessen Abwesenheit macht ihr aber derzeit schwer zu schaffen. Auch die anderen Charaktere sind authentisch und es hat mich gefreut, alte Freunde wiederzutreffen. Wie immer ist die Liebe der Autorin zur Bretagne in allen Kapiteln spürbar. Jeder Band dieser Reihe erscheint mir wie eine Reise in diese malerische Gegend und ich liebe die atmosphärische Beschreibung von Landschaft, Bretonen und Bräuchen. Meinem Romantikerherz kommt es sehr entgegen, dass Tereza und Gabriel offensichtlich noch eine zweite Chance haben. Daneben kommt der Kriminalfall nicht zu kurz.

Tereza löst auch diesen Fall und alles war wieder ganz anders als Emil Vanderbrouke vermutete. Ich frage mich, warum der zum Commissaire befördert wurde. Die Spannung hält bis zum Ende an, das wir nach zahlreichen Wendungen erreichen und die Auflösung überzeugt.

Ich freue mich sehr, dass Gabriela Kasperski Inspiration und Ideen nicht ausgehen und fiebre schon ihrem nächsten Fall entgegen. Volle Punktzahl von mir.

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